Jean Asselborn

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Jean Asselborn (2017)

Jean Asselborn (* 27. April 1949 in Steinfort, Luxemburg) ist ein luxemburgischer Politiker.

Er ist Mitglied der Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP). Seit dem 30. Juli 2004 ist er luxemburgischer Außenminister, seit 2014 auch Minister für Immigration und Asyl. Bis Dezember 2013 war Jean Asselborn außerdem Vize-Premierminister von Luxemburg.

Jean Asselborn ist der momentan dienstälteste Außenminister der Europäischen Union. Im Oktober 2012 erhielt Luxemburg unter Asselborns Leitung zum ersten Mal einen nichtständigen Sitz im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2013 bis 2014.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Asselborn begann seine berufliche Karriere 1967 als Angestellter bei Uniroyal in Steinfort. Er engagierte sich in der Gewerkschaftsbewegung und wurde zum Vertreter der Jugendabteilung des Luxemburger Arbeiterverbands, dem Vorgänger des heutigen Onofhängegen Gewerkschaftsbonds Lëtzebuerg gewählt.

1968 wurde Jean Asselborn Gemeindeangestellter der Stadt Luxemburg, zog jedoch 1969 zurück nach Steinfort, um dort ebenfalls als Angestellter der Gemeindeverwaltung zu arbeiten.

1976 besuchte Jean Asselborn Abendkurse und erhielt sein diplôme de fin d’études secondaires (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) des Atheneum Luxemburg. Anschließend wurde er Verwaltungschef des interkommunalen Krankenhauses von Steinfort.

Asselborn schrieb sich im Fach Jura an der Universität Nancy II ein. Sein Abschlussdiplom im Privatrecht erhielt er im Oktober 1981.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunale Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1982 bis 2004 war Asselborn Bürgermeister seiner Geburtsstadt Steinfort.

Parlamentarische Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf nationaler Ebene wurde Jean Asselborn als Mitglied der Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP) zum ersten Mal 1984 in die luxemburgische Abgeordnetenkammer gewählt. 1989 wurde er Vorsitzender der Parlementsfraktion der Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP), bis er 1997 den Parteivorsitz übernahm. Dieses Amt hatte er bis 2004 inne. Von 1999 bis 2004 war Jean Asselborn Vizepräsident der Abgeordnetenkammer. Gleichzeitig war er von 2000 bis 2004 Mitglied im Ausschuss der Regionen und Vizepräsident der Sozialdemokratischen Partei Europas.

Regierungsämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Wahlen des 13. Juni 2004 wurde Jean Asselborn zum Vize-Premierminister und Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Einwanderung. Er trat am 31. Juli 2004 in die Regierung ein.

Bei den Wahlen des 7. Juni 2009 wurde die CSV-LSAP Koalition in ihrem Amt bestätigt und Jean Asselborn verblieb in den Ämtern des Vize-Premierministers und Ministers für Auswärtige Angelegenheiten.

Im Dezember 2013 folgte ihm Etienne Schneider als Vize-Premierminister nach und Jean Asselborn wurde zum Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten und Minister für Immigration und Asyl in der neuen Koalitionsregierung zwischen der Demokratischen Partei (DP), der LSAP und der Grünen Partei ("déi Gréng").

Politische Äußerungen und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der gesamten Europäischen Union sorgte im September 2016 Asselborns Äußerung für Aufsehen, Ungarn behandele Flüchtlinge fast schlimmer als Tiere, so dass das Land aus der EU ausgeschlossen werden sollte.[1] Sein ungarischer Amtskolle Péter Szijjártó reagierte umgehend mit den Worten: „Es war schon bisher bekannt, dass Jean Asselborn eine unernste Figur ist.“[2] Zu Asselborns Aussage gab es auch Kritik u. a. von Frank-Walter Steinmeier, Manfred Weber, Rebecca Harms[3] und dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz.[4]

Am 7. November 2016 verglich Asselborn das Vorgehen der türkischen Führung gegen Oppositionelle und ihren Umgang mit entlassenen Staatsbediensteten mit „Methoden, die während der Naziherrschaft benutzt wurden“.[5][6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Asselborn ist verheiratet.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine herausragenden Verdienste um die deutsch-luxemburgischen Beziehungen und die enge europapolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Luxemburg wurde er am 14. Dezember 2010 mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.[7]

Im Oktober 2013 wurde Jean Asselborn zum Commandeur de la Légion d’Honneur Frankreichs ernannt.

Im Jahr 2014 verlieh ihm die Landespressekonferenz Saar den Medienpreis Goldene Ente.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jean Asselborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ungarns Außenminister zu Vorwürfen: "Asselborn ist arrogant und frustriert". tagesschau.de, 13. September 2016
  2. Retourkutsche Ungarns: Asselborn "ist unernste Figur" auf derstandard.at, abgerufen am 17. September 2016
  3. Die Forderung von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nach einem Ausschluss Ungarns aus der EU sorgt parteiübergreifend für Ärger auf euractiv.de, abgerufen am 17. September 2016
  4. Asselborn stößt EU-weit auf Kritik - Der Rauswurf eines Landes aus der EU ist rechtlich gar nicht möglich auf diepresse.com, abgerufen am 17. September 2016
  5. Deutschlandfunk.de : Interview
  6. zeit.de
  7. Geizkrägen und Unterdrücker: Deutschland-Hasser Asselborn legt los
  8. Landespressekonferenz Saar