Jean Guichet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jean Guichet im Ferrari 275P2 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1965 im Streckenabschnitt Hatzenbach
Das von Alexander Calder geastaltete BMW Art Car, mit dem Jean Guichet beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 am Start war

Jean Guichet (* 10. August 1927 in Marseille) ist ein ehemaliger französischer Automobilrennfahrer und Sieger der 24 Stunden von Le Mans 1964.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean Guichet wuchs in Südfrankreich auf. Sein Vater war in Marseille ein bekannter Arzt und der junge Guichet gründete in den 1950er-Jahren einen Zulieferbetrieb für die Schifffahrtindustrie. 1956 startete er mit einem Ferrari 500 Mondial bei einem Bergrennen in Serrières-Annonay erstmals als Autorennfahrer. Während seiner gesamten Karriere fuhr er fast ausschließlich Rennen mit Fahrzeugen der italienischen Marke. In den 1960er-Jahren war er Werksfahrer der Scuderia Ferrari in der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

Seinen größten Erfolg feierte Guichet 1964 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das er gemeinsam mit Nino Vaccarella auf einem Ferrari 275P gewann. Guichet war bei allen großen Sportwagenrennen seiner Epoche am Start.

Beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring belegte er 1963 mit Pierre Noblet sowie 1964 und 1965 mit Mike Parkes als Partner jeweils Platz zwei. 1965 fuhren Parkes/Guichet im Ferrari 275P2 die 44 Runden in 6:53:50,2 Stunden und kamen 44,8 Sekunden hinter den Siegern John Surtees/Ludovico Scarfiotti im stärkeren Ferrari 330P2 ins Ziel.

1970 sollte er mit dem Ferrari 512S noch einmal in Le Mans an den Start gehen, aber ein schwerer Testunfall unterband dieses Vorhaben. Dem damals 43-Jährigen wurden die Prototypen zu schnell und er beendete seine Karriere. 1975 kehrte er für ein Rennen zurück und fuhr in Le Mans einen 3-Liter-BMW. Guichet, der ein enger Freund des Belgiers Pierre Noblet ist (wie Guichet ein vielfacher Le-Mans-Starter), ist der Marke Ferrari noch eng verbunden.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1956 FrankreichFrankreich Automobiles Gordini Gordini T15S FrankreichFrankreich Robert Manzon Ausfall kein Öldruck
1957 FrankreichFrankreich Equipe Gordini Gordini T24S MarokkoMarokko André Guelfi Ausfall Motorschaden
1960 ItalienItalien Abarth & Cie Fiat-Abarth 850S Bialbero FrankreichFrankreich Paul Condrillier Ausfall Kupplungsschaden
1961 BelgienBelgien Pierre Noblet Ferrari 250 GT Berlinetta SWB BelgienBelgien Pierre Noblet Rang 3 und Klassensieg
1962 BelgienBelgien Pierre Noblet Ferrari 250 GTO BelgienBelgien Pierre Noblet Rang 2 und Klassensieg
1963 BelgienBelgien Pierre Noblet Ferrari 330LMB BelgienBelgien Pierre Noblet Ausfall Motorschaden
1964 ItalienItalien SpA Ferrari SEFAC Ferrari 275P ItalienItalien Nino Vaccarella Gesamtsieg
1965 ItalienItalien SpA Ferrari SEFAC Ferrari 330P2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Parkes Ausfall Getriebeschaden
1966 ItalienItalien SpA Ferrari SEFAC Ferrari 330P3 ItalienItalien Lorenzo Bandini Ausfall Motorschaden
1967 SchweizSchweiz Scuderia Filipinetti Ferrari 412P SchweizSchweiz Herbert Müller Ausfall Kolbenschaden
1968 FrankreichFrankreich Société des Automobiles Alpine Alpine A220 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Jabouille Ausfall Elektrik
1969 FrankreichFrankreich Equipe Matra Elf Matra MS630 ItalienItalien Nino Vaccarella Rang 5
1975 FrankreichFrankreich Hervé Poulain BMW 3.0 CSL FrankreichFrankreich Hervé Poulain Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Posey Ausfall Gleichlaufgelenk

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1962 ItalienItalien Abarth Corse Fiat-Abarth 850S ItalienItalien Alfonso Thiele Rang 10 und Klassensieg
1964 ItalienItalien S.E.F.A.C. Ferrari Ferrari 250 GTO/64 ItalienItalien Carlo-Maria Abate disqualifiziert
1967 ItalienItalien Scuderia Ambroeus Ferrari Dino 206S Mexiko 1934Mexiko Pedro Rodríguez Ausfall Motor überhitzt

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1957 Gordini Ferrari 500 Mondial
Gordini T24S
ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM SchwedenSchweden KRI VenezuelaVenezuela CAR
13 DNF
1960 Abarth Fiat-Abarth 850 ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM
DNF
1961 Pierre Noblet Ferrari 250 GT Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien PES
3
1962 Abarth
Pierre Noblet
Jean Guichet
Fiat-Abarth 850
Fiat-Abarth 1000
Alfa Romeo Giulietta
Ferrari 250 GT
Ferrari 250 GTO
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MAI ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland BER DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich TAV ItalienItalien CCA Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI FrankreichFrankreich PAR
10 3 9 7 2 4 4
1963 Pierre Noblet
Jean Guichet
Ferrari 250 GTO
Ferrari 330LMB
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA ItalienItalien MAI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MON DeutschlandDeutschland WIS FrankreichFrankreich TAV DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
2 DNF 1
1964 Carroll Shelby International
Scuderia Ferrari
Scuderia St. Ambroeus
Scuderia Filipinetti
Shelby Cobra
Ferrari 250 GTO
Ferrari 275P
Ferrari 250LM
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR ItalienItalien MON BelgienBelgien SPA ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI FrankreichFrankreich PAR
DNF DNF DNF 2 2 1 2 DNF
1965 Scuderia Ferrari
North American Racing Team
Ferrari 275P2
Ferrari 330P2
Ferrari 365P2
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien BOL ItalienItalien MON ItalienItalien MON Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MUG DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI ItalienItalien BOZ DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
1 DNF 2 DNF 1
1966 Scuderia Ferrari
Maranello Concessionaires
Ferrari Dino 206S
Ferrari 330P3
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MON ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MUG ItalienItalien CCE DeutschlandDeutschland HOK SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR OsterreichÖsterreich ZEL
2 6 DNF
1967 North American Racing Team
Scuderia Ambroeus
Scuderia Filipinetti
Ferrari 412P
Ferrari Dino 206S
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MON BelgienBelgien SPA ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM DeutschlandDeutschland HOK ItalienItalien MUG Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien CCE OsterreichÖsterreich ZEL SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR
3 DNF DNF DNF DNF
1968 Porsche
Alpine
Porsche 911
Alpine A220
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien MON ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR BelgienBelgien SPA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten WAT OsterreichÖsterreich ZEL FrankreichFrankreich LEM
10 26 DNF
1969 Matra Matra MS650
Matra MS630
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien MON ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten WAT OsterreichÖsterreich ZEL
DNF 5 DNF

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.
  • Ken Breslauer: Sebring. The official History of America's Great Sports Car Race. David Bull, Cambridge MA 1995, ISBN 0-9649722-0-4.
  • Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jean Guichet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien