Jeanette Hain

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Jeanette Hain, 2015

Jeanette Hain (* 18. Februar 1969 in München) ist eine deutsche Schauspielerin. Ihren Durchbruch hatte sie 1998 als Ich-Erzählerin Sophie in Markus Imbodens Filmkomödie Frau Rettich, die Czerni und ich. Seitdem spielte sie in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeanette Hain und Nora Tschirner, 2017

Jeanette Hain, Tochter eines Arztes, verbrachte ihre Kindheit auf dem Land in Neuried in der Nähe von München, wo sie im Februar 1969 geboren wurde.[1] Sie besuchte das Gymnasium Fürstenried und begann nach ihrem Abitur 1993 Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München zu studieren, als sie auf der Straße von Sherry Hormann als Hauptdarstellerin für den im Dezember 1998 erstgesendeten ZDF-Fernsehfilm Die Cellistin – Liebe und Verhängnis, in welchem sie die Titelfigur Paula spielte, entdeckt wurde.[1] Neben Iris Berben und Martina Gedeck wurde sie als Ich-Erzählerin Sophie in Markus Imbodens Filmkomödie Frau Rettich, die Czerni und ich besetzt und gab damit ihr Debüt auf der Kinoleinwand.[1] Diese Rolle brachte Hain den Durchbruch als Schauspielerin.[1] Seitdem wirkte sie in zahlreichen Filmen sowohl im Kino als auch im Fernsehen. 1999 war sie als Bettina von Arnim in dem preisgekrönten Kinofilm nach einer literarischen Vorlage von Hans Magnus Enzensbergers Requiem für eine romantische Frau zu sehen. In dem Fernsehfünfteiler Sturmzeit des ZDF übernahm sie im selben Jahr in zwei Folgen die Rolle der Felicia Lavergne.

2000 verkörperte sie in Abschied. Brechts letzter Sommer die Schauspielerin Käthe Reichel, die zu Brechts letzter Liebe wurde. In dem beim Filmfest von Monte Carlo prämierten in den 1950er-Jahre in der DDR spielenden Film Die Frau des Architekten spielte sie 2002 neben Robert Atzorn die Rolle der Julia Sundstrom. In der 13-teiligen Sat.1-Serie Bis in die Spitzen spielte sie 2005 als Niki in einer der Hauptrollen und wirkte in den Fernsehproduktionen Einmal so wie ich will und Der Adler – Die Spur des Verbrechens (von dem dänischen Dogma-Regisseur Søren Kragh-Jacobsen). In dem deutsch-US-amerikanischen Kinofilm Der Vorleser spielte sie 2008 die Rolle der Brigitte. In Julie Delpys Historienfilm Die Gräfin übernahm sie 2009 die Rolle der Mutter der Blutgräfin Erzsébet Báthory, verkörperte in dem englischsprachigen historischen Liebesfilm Victoria, die junge Königin die Baroness Louise Lehzen und war in Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika als Rhena Schweitzer-Miller, Tochter von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer und Helene Bresslau, zu sehen.

2014 spielte Hain an der Seite von Devid Striesow und Anna Maria Mühe in dem ARD-Fernsehfilm Göttliche Funken, in welchem sie die verheiratete Pfarrerin Lily, die ihre Jugendliebe Matthias mit dessen aktueller Liebe traut, verkörperte. Ende desselben Jahres war sie in der Tragikomödie Honig im Kopf als untreue Filmehefrau Sarah Rosenbach von Til Schweiger zu sehen. In den Jahren 2018 und 2020 folgte mit der Filmkomödie Klassentreffen 1.0 und deren Fortsetzung Die Hochzeit, in der sie die Rolle der Tanja spielte, eine weitere Zusammenarbeit mit Til Schweiger. 2015 verkörperte sie in der Fernsehkomödie Storno: Todsicher versichert an der Seite von Max Riemelt die Bäuerin Olivia Poltrock. In der arte-Fernsehdokumentation Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften spielte sie 2018 als französische Journalistin und Suffragette Marguerite Durand eine der weiblichen Hauptrollen.[2]

Hain gastierte im Verlauf ihrer Karriere vor der Kamera in zahlreichen Krimiserien, u. a. in Wilsberg, Der Elefant – Mord verjährt nie, Bella Block, Der Bulle von Tölz, Kommissarin Lucas, Stubbe – Von Fall zu Fall, Ein starkes Team, Der Bozen-Krimi und München Mord. Zwischen 2001 und 2017 war sie sechs Mal in der ARD-Krimireihe Tatort zu sehen. Sie wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen, wie 2001 als Annalena in Bibi Blocksberg, 2006 als Eleonora in TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine und 2020 als Hüterin der Luftgeister in Der starke Hans.

Aus zwei Beziehungen stammen Hains Sohn Jonas (* 1991), der als Komponist arbeitet, sowie eine Tochter (* 2006).

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 161 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jeanette Hain – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jeanette Hain, in: Internationales Biographisches Archiv 52/2020 vom 22. Dezember 2020, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 22. Dezember 2020 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Dokudrama zum Frauenwahlrecht: Gut gebrüllt, Löwin!. In: DER SPIEGEL vom 12. November 2018. Abgerufen am 12. November 2018.