Jeanine Meerapfel

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Jeanine Meerapfel (1981)

Jeanine Meerapfel (* 14. Juni 1943 in Buenos Aires, Argentinien) ist eine deutsch-argentinische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Film-Dozentin. Seit 2015 ist sie Präsidentin der Berliner Akademie der Künste.[1]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeanine Meerapfel wuchs in Argentinien auf. Sie besuchte von 1961 bis 1964 die Journalistenschule in Buenos Aires und arbeitete als Redakteurin und freie Journalistin. Gleichzeitig studierte sie bei Simón Feldman Drehbuch. 1964 kam sie nach Deutschland und studierte mit einem Stipendium des DAAD von 1964 bis 1968 am Institut für Filmgestaltung der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Von 1970 bis 1980 arbeitete Meerapfel als Filmkritikerin und führte Filmseminare in Ulm und an verschiedenen Goethe-Instituten durch.[2] 1981 hatte sie ihr Spielfilm-Debüt mit Malou, dem bis 2012 elf Filme folgten. In Meerapfels Film La Amiga (1988) spielt Liv Ullmann eine Mutter, deren Sohn während der argentinischen Militärdiktatur verschwunden ist und die für die Menschenrechte kämpft; der Film entstand unter schwierigen Bedingungen.[3]

Jeanine Meerapfels Filmarchiv befindet sich seit 2002 in der Berliner Akademie der Künste.[4]

1984 war sie Mitglied der Jury der Berliner Filmfestspiele. 1990 erhielt Meerapfel eine Professur (mit dem Schwerpunkt Regie von Dokumentar- und Spielfilmen) an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie ist seit 1990 Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde am 30. Mai 2015 als Nachfolgerin von Klaus Staeck zu ihrer Präsidentin gewählt.[5]

2011 drehte sie in Frankfurt am Main u. a. den Spielfilm Der deutsche Freund, eine deutsch-argentinische Koproduktion, die Ende 2012 ins Kino kam.[6]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeanine Meerapfel auf dem Internationalen Filmfestival in Montreal, zusammen mit Ricardo Darín und José Miguel Onaindia (2001)
  • Abstand (Kurzfilm, 1966)
  • Zwickel auf Bizyckel (Kollektivfilm, 1969; 1997)
  • Im Land meiner Eltern (Dokumentarfilm, 1981)
  • Malou (1981)
  • Solange es Europa noch gibt – Fragen an den Frieden (1984)
  • Die Kümmeltürkin geht (1985)
  • Die Verliebten (1987)
  • La Amiga (1988)
  • 13 Minuten vor zwölf in Lima (TV, 1989)
  • Desembarcos (1989)
  • Im Glanze dieses Glückes (Kollektivfilm, 1990)
  • Amigomío (1994)
  • Annas Sommer (2001)
  • Der deutsche Freund (2012)
  • Confusion/Diffusion (2014)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeanine Meerapfel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeanine Meerapfel erste Frau an der Spitze der Akademie (Memento des Originals vom 30. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rbb-online.de, Bericht des rbb vom 30. Mai 2015
  2. Biografie von Jeanine Meerapfel beim Deutschen Filmhaus
  3. Interview mit Jeanine Meerapfel: "Letztlich geht es doch darum, die eigenen Gefühle zu kennen". zeit.de, 18. Dezember 2015, abgerufen am 7. Februar 2016.
  4. Jeanine-Meerapfel-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.
  5. Jeanine Meerapfel erste Frau an der Spitze der Akademie (Memento des Originals vom 30. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rbb-online.de, Bericht des rbb vom 30. Mai 2015
  6. Süddeutsche Zeitung: Gefangen im Theater der Geschichte, Artikel vom 6. November 2012; abgerufen am 1. Dezember 2013.