Jediismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Jediismus ist eine synkretistische Weltanschauung, die ihren Namen und einen Teil ihrer Terminologie an den Orden der Jedi aus der Science-Fiction-Sage Star Wars angelehnt hat.[1][2]

Der Jediismus subsumiert sich aus einigen spirituellen Inhalten des Christentums, des Buddhismus, des Daoismus und des Shintoismus. Die Berechtigung, dies als Jediismus zu bezeichnen, leiten Jediisten ab aus der Tatsache, dass die Präsentation der Macht in den Star-Wars-Filmen am besten mit der karmischen lenkbaren Energie der eigenen, ursprünglichen Glaubensrichtung zusammenpasst.[3] Bei Volksbefragungen erreichte der Jediismus im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland 2001 eine so hohe Nennung, dass sie ein eigenes numerisches Kürzel, die 896, für die Eintragung ins Formular bekam.[4] Auch in Australien bekannten sich mehr als 70.000 Menschen bei einer Volksbefragung im selben Jahr zum Jediismus.[5] Bei einer 2011 durchgeführten Volkszählung in Tschechien gaben 15.070 Bürger den Jediismus als Religion an.[6]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Hauptartikel: Jedi-Zensus-Phänomen

In Australien gaben 2001 bei einer offiziellen Volkszählung etwa 70.000 Einwohner[7] nach einem Internetaufruf als Religion „Jedi“ an. Damit sollte laut den E-Mails erreicht werden, dass Jedi als offizielle Religion anerkannt wird. Das Australian Bureau of Statistics stellt jedoch nach der Erhebung klar, dass die Antwort auf die Religionsfrage keinen Einfluss auf eine mögliche Anerkennung hat und drohte mit der Verhängung eines Bußgeldes.[8] Die Antwort „Jedi“ wurde daher der Spalte „undefined“ zugerechnet.

Die Presse berichtete von der Einführung einer neuen australischen Religion aus Protest gegen die dortige Regierung. Als Nachahmer erwiesen sich die Einwohner Englands und Wales, wo man allerdings mindestens 10.000 Wahlstimmen einer Volkszählung braucht, um eine neue Religion einzuführen. Den zuständigen Behörden waren die Proteste der Einwohner bereits bekannt, als die ihren Fußballverein auf die Fragebögen schrieben.

Allerdings teilte das englische Office for National Statistics im Gegensatz zu den australischen Behörden dem Jediismus einen eigenen Nummerncode zu. Sie betonten jedoch, dass ein offizieller Status damit keinesfalls verbunden sei, sondern ihre Erhebung lediglich einen statistischen Wert habe.[9]

Die Wohlfahrtskommission der britischen Regierung entschied, dass das Jedi-Rittertum keine Religion sei. Ein Antrag des „Tempels des Ordens der Jedi“ auf Gemeinnützigkeit wurde damit abgelehnt.[10]

Heute existieren verschiedene Jedi Orden, zum Teil auch in Deutschland. Einer der bekanntesten Orden im deutschsprachigen Raum ist der Order of Hope (Kurz: OOH). Seine Mitglieder kennen den Jediismus als eine Philosophie an.

Problematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabei schätzt Chris Brennan, der Präsident von Star Walkin Inc., dass lediglich 5000 Menschen dieser Religion tatsächlich angehören. 50.000 Stimmen stammen dagegen von Fans und die restlichen 15.000 Bürger hätten aus Protest zum Staat den Jediismus als ihre Religion angegeben. Diese Protestwähler und „Funzirkel“ stellen auch das eigentliche Problem der Akzeptanz der Jediisten dar. Der Vorsitzende der Jediisten in Australien ist momentan Daniel Tiemann.

Wenn man erstmals mit dem Jediismus in Berührung kommt, bringt man ihn meist mit Star Wars in Verbindung. Das aber wollen die Mitglieder — wenn auch vielfach selbst Fans — meist gar nicht. Zudem gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen Fiktion in dieser Religion. Zum Beispiel besteht die Macht hier nicht durch die Existenz der Midi-Chlorianer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Bernard Clarke – New Religions in Global Perspective.. Google Books, , ISBN 9780415257480. - Accessed 1 June 2010
  2. Lynne Hume, Kathleen McPhillips – Popular Spiritualities.. Google Books, , ISBN 9780754639992. - Accessed 1 June 2010
  3. http://templeofthejediorder.org/index.php
  4. PDF-Formular der britischen Volksbefragung; Eintrag auf S. 18, im PDF „S. 92“ (englisch; 275 kB) (englisch)
  5. Census of Population and Housing – The 2001 Census, Religion and the Jedi (Australian Bureau of Statistics)
  6. Tausende Tschechen outen sich als Jedi-Jünger, Spiegel Online
  7. shm.com: May the farce be with you
  8. abs.gov.au: Census of Population and Housing – The 2001 Census, Religion and the Jedi
  9. Jedi makes the census list (Bericht von BBC am 9. Oktober 2001) (englisch)
  10. Ist „Jediismus“ eine Religion? — Star Wars-Fans müssen jetzt ganz stark sein (Stuttgarter Zeitung, 19. Dez. 2016)