Jeeben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jeeben
Gemeinde Beetzendorf
Koordinaten: 52° 40′ 58″ N, 11° 5′ 29″ O
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 11,88 km²
Einwohner: 277 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Jeeben (Sachsen-Anhalt)
Jeeben
Jeeben
Lage von Jeeben in Sachsen-Anhalt
Kirche

Jeeben ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Jeeben liegt rund acht Kilometer nordwestlich von Klötze und fünf Kilometer östlich der Bundesstraße 248 aus Richtung Brome in Richtung Salzwedel. Im Süden und Westen des Dorfes fließt die Jeetze.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeeben war ursprünglich ein Angerdorf.

Im Jahre 1313 wurde ein Conrado de Gebene in Salzwedel genannt.[2] Jeeben wurde im Jahre 1327 erstmals urkundlich als Geben erwähnt.[3] Im Landbuch der Mark Brandenburg aus dem Jahre 1375 wird der Ort als Jebeo und Zebeo genannt und gehörte einem Bürger in Salzwedel namens Hartwig und dem Altar St. Elisabeth in der Marienkirche in Salzwedel.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Darnebeck aus dem Landkreis Salzwedel die Gemeinde Jeeben eingemeindet. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Jeeben in den Kreis Klötze umgegliedert. Am 1. Juli 1994 kam die Gemeinde zum Altmarkkreis Salzwedel.[5]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Jeeben am 27. Oktober 2008, dass die Gemeinde Jeeben in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[6][7][8]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Jeeben wurden Jeeben und Darnebeck Ortsteile der Gemeinde Beetzendorf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 141
1774 215
1789 227
Jahr Einwohner
1798 210
1801 207
1818 198
Jahr Einwohner
1840 322
1864 336
1871 311
Jahr Einwohner
1885 296
1895 305
1905 275
Jahr Einwohner
1925 289
1939 288
1946 364
Jahr Einwohner
1964 378
1971 335
1981 285
Jahr Einwohner
1993 261
2006 268

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Klaus Stein.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Juni 2004 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Von Grün und Schwarz schräglinks geteilt, die Teilung belegt mit silbernem Balken; oben eine silberne Kopfweide, unten eine goldene Garbe aus drei Ähren, der Balken belegt mit drei linksgewendeten blauen Fischen.“

Die Farben der Gemeinde – abgeleitet von der Schildfarbe und Motiv des heraldisch vornehmsten Feld – ist Silber (Weiß) - Grün.

Bei dem Entwurf des Wappens hat sich die Gemeinde an einem alten Wappen des Ortsteiles Darnebeck, der am 1. Juli 1950 eingemeindet wurde, orientiert. Dieses Wappen war jedoch offiziell nicht genehmigt. Der Fluss in der Mitte des Wappens stellt den Fischreichtum der Jeetze dar, der die Gemeinde durchfließt. Die Kopfweiden umsäumen die Wiesen entlang der Jeetze. Auf den Feldern wird hauptsächlich Getreide angebaut und die Getreidegarbe symbolisiert die vorherrschende Landwirtschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Feldsteinkirche in Jeeben ist ein romanischer flach gedeckter Bau.[9] Die Kirche ist eine Filialkirche der Kirche in Jeeben.
  • Im Südwesten des Dorfes an der Jeetze liegt die Wassermühle Jeeben.

Sprichwort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das plattdeutsche altmärkische Sprichwort „De is nich von Jeeben, de is von Tangeln“ bezieht sich auf die Nachbardörfer Jeeben und Tangeln sowie auf die Verben „jeeben“ (geben) und „tangeln“ (etwas zu ergreifen suchen).[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es landwirtschaftliche Betriebe und einen Hofladen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Jeeben gehörte zur Pfarrei Jeeben. Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Jeeben die Kirchengemeinden Jeeben, Peertz, Hohentramm, Poppau, Darnebeck und Bandau.[11] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Beetzendorf[12] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren. (= Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, 17). Peter Lang GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-631-54808-0, S. 396.
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 313 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00325~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 400–401 (uni-potsdam.de).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 361.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  7. „Transformationsprozesse öffentlicher Daseinsvorsorge in der Altmark“
  8. Gebietsinformationen Gemeindegebietsveränderungen seit dem 01.07.2007
  9. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 207.
  10. K. Lehrmann, W. Schmidt: Die Altmark und ihre Bewohner. Beiträge zur altmärkischen Volkskunde. Band 2, S. 341.
  11. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 24 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 3. Februar 2018]).
  12. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 3. Februar 2018.