Jeff Blashill

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Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeff Blashill Eishockeyspieler
Jeff Blashill
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 10. Dezember 1973
Geburtsort Southfield, Michigan, USA
Größe 185 cm
Gewicht 86 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Torwart
Fanghand Links
Spielerkarriere
1991–1994 Des Moines Buccaneers
1994–1998 Ferris State University

Jeff Blashill (* 10. Dezember 1973 in Southfield, Michigan) ist ein US-amerikanischer Eishockeytrainer. Im Juni 2015 übernahm er als neuer Cheftrainer der Detroit Red Wings aus der National Hockey League, nachdem er bereits vier Jahre in deren Organisation verbracht hatte. Zuvor war als Trainer auf College- und Junioren-Niveau aktiv, über das er als aktiver Spieler (Torwart) nicht hinaus gekommen war.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeff Blashill wurde in Southfield, einem Vorort der Großstadt Detroit geboren, wuchs allerdings in Sault Ste. Marie, ebenfalls Michigan, auf.[1] Dieser Umzug war beruflich bedingt, da sein Vater den Polizistenberuf in Detroit aufgab, um fortan an der Lake Superior State University im Fach Strafgerichtsbarkeit zu dozieren. Erst in dem neuen universitären Umfeld (die Familie lebte auf dem Campus) begann Jeff Blashill mit dem Eishockeyspielen, wobei er von Beginn an die Position des Torwarts bekleidete. Als Kind spielte er häufig mit den Lakers, dem Universitätsteam, Streethockey in der Umgebung, unter dessen Spielern sich beispielsweise Sandy Moger befand.[1] Blashill blieb bis 1991 in Sault Ste. Marie, als er die High School als Freshman verließ, um sich den Des Moines Buccaneers in der United States Hockey League (USHL), der höchsten Juniorenliga der Vereinigten Staaten, anzuschließen. Während seiner drei Jahre in Des Moines, Iowa, besuchte er die Valley High School, um auch seine schulische Laufbahn fortzusetzen.[1]

1994 verließ er Des Moines, um an der Ferris State University in Michigan ein Studium zu beginnen; gleichzeitig hütete er für die Ferris State Bulldogs in der Central Collegiate Hockey Association (CCHA) das Tor. Dabei wurde klar, dass es der Amerikaner als aktiver Spieler nicht in die National Hockey League bzw. den Profibereich schaffen würde, so kam er in vier Jahren und 78 Spielen für die Bulldogs auf einen Gegentorschnitt von 3,89 sowie auf eine Fangquote von 84,8 %.[1]

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeff Blashill
Trainerstationen
1998–2002 Ferris State University
(Assistenztrainer)
2002–2008 Miami University
(Assistenztrainer)
2008–2010 Indiana Ice
2010–2011 Western Michigan University
2011–2012 Detroit Red Wings
(Assistenztrainer)
2012–2015 Grand Rapids Griffins
seit 2015 Detroit Red Wings

Nachwuchsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er sein Studium an der Ferris State 1998 mit einem Bachelor im Finanzwesen abgeschlossen hatte, bot ihm sein Trainer Bob Daniels die Position des Assistenztrainers an. Blashill nahm das Angebot an und war in den folgenden vier Jahren vor allem für das Scouting bzw. für die Spieler-Rekrutierung der Bulldogs verantwortlich. Einen ähnlichen Verantwortungsbereich übernahm er 2002, als er an die Miami University wechselte und dort unter Enrico Blasi für die RedHawks tätig war. Im Jahre 2008 übernahm der Amerikaner seinen ersten Cheftrainer-Posten, als er die Indiana Ice aus der United States Hockey League (USHL), der höchsten Juniorenliga der Vereinigten Staaten, übernahm. Bereits in seiner ersten Saison gewann er mit dem Team die Playoffs und damit den Clark Cup; zudem stellte er mit 39 Siegen in einer Saison einen neuen Franchise-Rekord auf.[2] Über den Jahreswechsel 2008/09 nahm er mit der U20-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten an der U20-Weltmeisterschaft teil und stand dabei Cheftrainer Ron Rolston als Assistent zur Seite.

Nach einem weiteren Jahr in Indianapolis, bei dem er das Halbfinale mit den Ice erreichte, wurde Blashill als neuer Cheftrainer der Broncos an der Western Michigan University vorgestellt. In seiner einzigen Saison an der Universität führte er die Mannschaft zum ersten Mal seit 1986 ins Finale der CCHA-Playoffs, wo man allerdings seinem früheren Team, den Miami Redhawks, unterlag. Blashill war in diesem Jahr ein Finalist um den CCHA Coach of the Year Award; zudem spielte zu dieser Zeit Danny DeKeyser unter ihm, dessen Cheftrainer er später bei den Red Wings werden sollte.[3]

Detroit Red Wings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 verließ Blashill die Western Michigan University und nahm den Posten als Assistenztrainer unter Mike Babcock bei den Detroit Red Wings aus der National Hockey League (NHL) an. Nach einem Jahr wurde er im Juni 2012 als neuer Cheftrainer der Grand Rapids Griffins, dem Farmteam der Red Wings aus der American Hockey League (AHL), vorgestellt. Er übernahm somit die Nachfolge des zu den Dallas Stars abgewanderten Curt Fraser und trat gleichzeitig seinen ersten Cheftrainer-Posten im Profi-Bereich an. In seinem ersten Jahr in Grand Rapids gelang Blashill direkt der Playoff-Sieg und somit der Gewinn des ersten Calder Cups in der Geschichte des Franchise.

Diesen bisher größten Erfolg seiner Trainerkarriere konnte er in den folgenden zwei Jahren nicht wiederholen, obwohl er mit den Griffins jeweils mindestens die zweite Playoff-Runde erreichte, was zuvor keinem anderen Trainer in drei aufeinanderfolgenden Jahren gelang.[4] Zudem nahm er während der Saison 2013/14 am AHL All-Star Classic teil und wurde am Ende der Spielzeit mit dem Louis A. R. Pieri Award als bester Trainer der AHL ausgezeichnet. Nach der Saison 2014/15 wechselte Mike Babcock zu den Toronto Maple Leafs, sodass Blashill seinen Platz als Cheftrainer der Detroit Red Wings übernahm. Er war zu diesem Zeitpunkt der zweitjüngste NHL-Trainer nach John Hynes von den New Jersey Devils und gleichzeitig der erste Amerikaner in der Trainer-Historie der Red Wings.[1]

Nachdem er mit dem Red Wings die Playoffs 2017 verpasst hatte, vertrat er sein Heimatland als Cheftrainer bei der Weltmeisterschaft 2017 und erreichte dort mit dem Team USA den fünften Platz.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Reguläre Saison
Saison Team Liga Sp S N U/OT Min. GT SO GTS
1991/92 Des Moines Buccaneers USHL 10 7 0 0 417 15 0 2,16
1992/93 Des Moines Buccaneers USHL 25 18 4 0 1346 77 0 3,43
1993/94 Des Moines Buccaneers USHL 26 keine weiteren Daten vorhanden
1994/95 Ferris State University NCAA 26 10 10 3 1355 88 0 3,90
1995/96 Ferris State University NCAA 32 11 18 2 1839 108 2 3,52
1996/97 Ferris State University NCAA 16 5 8 0 726 58 0 4,79
1997/98 Ferris State University NCAA 4 1 0 0 103 7 0 4,07
NCAA gesamt 78 27 36 5 4023 261 2 3,89

(Legende zur Torhüterstatistik: GP oder Sp = Spiele insgesamt; W oder S = Siege; L oder N = Niederlagen; T oder U oder OT = Unentschieden oder Overtime- bzw. Shootout-Niederlage; Min. = Minuten; SOG oder SaT = Schüsse aufs Tor; GA oder GT = Gegentore; SO = Shutouts; GAA oder GTS = Gegentorschnitt; Sv% oder SVS% = Fangquote; EN = Empty Net Goal; 1 Play-downs/Relegation)

Trainerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Team Liga Saison Reguläre Saison Playoffs
Spiele S N U/OTL Pkt Platz S N Resultat
Indiana Ice USHL 2008/09 60 39 19 2 80 3. 9 4 Clark-Cup-Gewinn
Indiana Ice USHL 2009/10 60 33 24 3 69 6. 4 5 Halbfinale
Western Michigan University CCHA 2010/11 28 10 9 9 44 4. 3 2 Finale
Grand Rapids Griffins AHL 2012/13 76 42 26 8 92 7. 15 9 Calder-Cup-Gewinn
Grand Rapids Griffins AHL 2013/14 76 46 23 7 99 5. 5 5 Conference-Halbfinale
Grand Rapids Griffins AHL 2014/15 76 46 22 8 100 5. 9 7 Conference-Finale
Detroit Red Wings NHL 2015/16 82 41 30 11 93 15. 1 4 1. Runde
Detroit Red Wings NHL 2016/17 82 33 36 13 79 25. nicht qualifiziert
USHL Gesamt 120 72 43 5 149 13 9 1 Clark Cup
AHL Gesamt 228 134 71 24 291 29 21 1 Calder Cup
NHL Gesamt 164 74 66 24 172 1 4 kein Stanley Cup

(Legende zur Trainerstatistik: S = Siege; N = Niederlagen; U = Unentschieden; OTL = Niederlage in Verlängerung bzw. Shootout; Pkt = Punkte)

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blashill ist verheiratet und hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Er wurde als drittes von vier Kindern geboren, hatte zwei ältere Schwestern sowie einen jüngeren Bruder, der später ebenfalls als Spieler und Trainer im Eishockeysport aktiv wurde.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Bill Roose: Wired for success, Blashill is new coach. redwings.nhl.com, 9. Juni 2015, abgerufen am 30. Juni 2015 (englisch).
  2. Jeff Blashill. griffinshockey.com, abgerufen am 30. Juni 2015 (englisch).
  3. Profil. wmubroncos.com, abgerufen am 30. Juni 2015 (englisch).
  4. Bill Roose: Blashill hire was a year in the making. redwings.nhl.com, 9. Juni 2015, abgerufen am 30. Juni 2015 (englisch).