Jeffrey Dahmer

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Jeffrey Dahmer im Highschool-Jahrbuch 1978. Im selben Jahr verübte er seinen ersten Mord.

Jeffrey Lionel Dahmer (* 21. Mai 1960 in Milwaukee, Wisconsin; † 28. November 1994 in Portage, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Serienmörder.

Zwischen 1978 und 1991 tötete er 17 junge Männer und Jugendliche, die vornehmlich aus der Homosexuellenszene Milwaukees stammten. Er ging dabei fast immer nach dem gleichen Modus Operandi vor: Zunächst lockte er sein Opfer unter einem Vorwand in sein Apartment, wo er es betäubte, sexuell missbrauchte und erwürgte. Anschließend nahm er nekrophile Handlungen an der Leiche vor und fotografierte ihre Zerstückelung. Häufig hob er den Schädel und andere Körperteile seines Opfers auf und praktizierte in einigen Fällen Kannibalismus, was ihm in den Medien den Beinamen The Milwaukee Cannibal[1] einbrachte.

Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 konnten ihm 15 der 16 in Wisconsin verübten Morde nachgewiesen werden. Obwohl bei Dahmer verschiedene psychische Störungen diagnostiziert wurden,[2] erklärte ihn ein Geschworenengericht in Milwaukee für zurechnungsfähig und verurteilte ihn zu 15 aufeinanderfolgenden, lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung. In Ohio, wo Dahmer seinen ersten Mord begangen hatte, erhielt er ein weiteres Mal lebenslänglich.

Am 28. November 1994 wurde er im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

Auch ein Vierteljahrhundert nach seiner Verurteilung zählt Dahmer noch immer zu den bekanntesten Serienmördern der Vereinigten Staaten und wird häufig in einer Riege mit David Berkowitz, Ted Bundy, John Wayne Gacy und Richard Ramírez genannt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Serienmördern bekundete Dahmer Reue für seine Taten, zeigte sich kooperativ bei den polizeilichen Ermittlungen und räumte auch Morde ein, die ohne sein Geständnis nicht entdeckt worden wären. Er betonte mehrfach, dass er die alleinige Verantwortung für seine Taten trage und weder seine Eltern noch die Gesellschaft oder die Strafverfolgungsbehörden, denen in Dahmers Fall eine Reihe von Ermittlungsfehlern unterlaufen waren, eine Mitschuld treffe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeffrey Lionel Dahmer, genannt „Jeff“, wurde am 21. Mai 1960 im Evangelical Deaconess Hospital in Milwaukee[3][4] im US-Bundesstaat Wisconsin als der ältere von zwei Söhnen des Ehepaars Joyce Annette (geb./gesch. Flint) und Lionel Herbert Dahmer geboren. Dahmers Vater absolvierte zu diesem Zeitpunkt ein Masterstudium in Analytischer Chemie an der Marquette University und arbeitete nebenbei als Assistent. Seine Mutter gab ihren Beruf als Ausbilderin im Fernschreibwesen nach der Geburt auf, arbeitete als Hausfrau[5] und machte später einen Masterabschluss in psychosozialer Beratung.[6] Laut Lionel Dahmer litt seine Frau während der Schwangerschaft an starken Anfällen und habe deshalb Morphin und Barbiturate eingenommen,[7] was von ihr jedoch bestritten wurde.[8]

Im September 1962 zog die Familie nach Ames, Iowa, wo Dahmers Vater an der Iowa State University promovierte, lehrte und als Forschungsassistent arbeitete. Als Dahmer knapp vier Jahre alt war, musste er aufgrund einer doppelten Hernie operiert werden. Lionel Dahmer will beobachtet haben, dass sich sein bis dahin unbeschwerter und lebhafter Sohn nach dieser Erfahrung zu einem stillen und verschlossenen Jungen entwickelte.[9][10] Im Oktober 1966 erfolgte ein Umzug nach Doylestown, Ohio, wo Dahmer in die Hazel Harvey Elementary School eingeschult wurde. Bald darauf bemerkte eine Lehrerin gegenüber Dahmers Vater, dass der Junge außergewöhnlich scheu sei und zutiefst unglücklich wirke.[11] Er wäre höflich und folgsam, zeige jedoch wenig Interesse am Unterricht und knüpfe kaum Kontakt zu anderen Kindern.[12] Trotzdem hatte Dahmer ein paar Spielkameraden,[13] liebte seinen Hund „Frisky“ und freute sich über die Geburt seines jüngeren Bruders David im Dezember 1966.[14]

1968 ließen sich die Dahmers in einem eigenen Haus mit großem Waldgrundstück in Bath, Ohio nieder und Jeffrey wechselte auf die Bath Elementary School. Laut einigen Quellen und der später über Jeffrey Dahmer angelegten Bewährungsakte soll Lionel Dahmer behauptet haben, dass sein Sohn kurz darauf im Alter von acht Jahren von einem älteren Nachbarsjungen sexuell missbraucht worden sei.[15][16][17] Der angebliche Vorfall wurde jedoch nicht zur Anzeige gebracht und sowohl Lionel als auch Jeffrey Dahmer selbst bestritten in späteren Interviews, dass jemals ein Missbrauch stattgefunden habe.[17][18]

Bereits als Kind zeigte Dahmer ein gesteigertes Interesse am Körperinneren toter Tiere. Als Vierjähriger spielte er vergnügt mit den Knochen eines Tierkadavers,[19] und als Achtjähriger wollte er beim Essen eines Hühnchens von seinem Vater wissen, was mit den Hühnerknochen passiere, wenn man sie in eine Bleichlösung legen würde.[20] Im Alter von etwa zwölf bis 14 Jahren begann er in der Nähe des elterlichen Grundstücks überfahrene Tierkadaver vom Straßenrand aufzusammeln, um sie in einem Schuppen hinter dem Haus seiner Eltern zu obduzieren. Von seinem Vater hatte er sich außerdem zeigen lassen, wie sich Tierkörper mithilfe von Chemikalien präparieren und Knochen bleichen lassen.[21] Er legte sich einen Tierfriedhof an und erschreckte die Nachbarschaft, als er den halb verwesten Schädel eines überfahrenen Hundes auf einen Ast spießte und den dazugehörigen Körper an einem Baum aufhing.[22][23] Dahmer erklärte später, dass das Häuten und Zerlegen der toten Tiere ihm ein Gefühl von Macht und Kontrolle verliehen, ihn jedoch nicht sexuell erregt habe.[24] Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bereitete es Dahmer laut seinen späteren Angaben gegenüber dem FBI jedoch kein Vergnügen, Tiere zu quälen oder sie selbst zu töten.[25]

Dahmers Mutter litt während seiner Kindheit an verschiedenen physischen und psychischen Beschwerden, die sie teilweise ans Bett fesselten und medikamentös behandelt werden mussten.[26] Bereits kurz nach Jeffreys Geburt war Joyce Dahmer an einer postpartalen Depression erkrankt[27] und im Jahr 1970 wurde sie aufgrund von schweren Angstzuständen mehrere Wochen lang in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses behandelt.[28] Die Ehe der Dahmers wurde dadurch schwer belastet und begann Anfang der 1970er Jahre in die Brüche zu gehen. Dahmer musste häufig miterleben, wie es zwischen seinen Eltern zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen kam, die mehrere Male durch die Polizei geschlichtet werden mussten.[15] Die damalige familiäre Situation beschrieb Dahmer später als „extrem angespannt“ [27] und er reagierte sich ab, indem er hinter dem Haus mit Ästen und Stöcken auf Bäume einschlug.[29] Nachdem Dahmer von Verwandten von der postpartalen Depression seiner Mutter nach seiner Geburt erfahren hatte, fühlte er sich für ihren andauernd schlechten Gesundheitszustand und die scheiternde Ehe seiner Eltern verantwortlich.[27][30]

Jugend und Highschool-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn der Pubertät entdeckte Dahmer seine Homosexualität und es kam zum ersten, einvernehmlichen Austausch von Intimitäten mit einem Jungen aus der Nachbarschaft, jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr.[31] Abgesehen von diesem Erlebnis behielt Dahmer seine Homosexualität, ebenso wie seine nekrophilen und gewaltbesetzten Fantasien, die er bereits im Jugendalter entwickelte, für sich. In einer dieser Fantasien überwältigte er einen Jogger, der im realen Leben regelmäßig am Haus der Dahmers vorbeilief, und verging sich an dessen wehrlosem Körper. Mit ungefähr 15 Jahren wollte er die Fantasie schließlich in die Tat umsetzen und legte sich mit einem Baseballschläger auf die Lauer; der Jogger kam an diesem Tag jedoch nicht vorbei und so gab Dahmer seinen Plan unverrichteter Dinge auf.[32]

Dahmer besuchte zunächst die Eastview Junior Highschool und von 1974 bis 1978 die Revere Highschool in Bath. Obwohl er von Zeitgenossen als sehr intelligent eingeschätzt wurde und ihm ein IQ von 117[33] bis 145[34][35] nachgesagt wird, waren Dahmers Schulnoten trotz privatem Nachhilfeunterricht durchwachsen.[36] Er spielte ein Blasinstrument in der Schulband, Tennis in der Schulmannschaft und arbeitete bei der Schülerzeitung mit,[37] galt aber trotz dieser Aktivitäten unter seinen Klassenkameraden als Einzelgänger und Sonderling, der nur wenige, nicht sehr enge Freunde hatte. Zeitweise gelang es ihm, durch das Vortäuschen epileptischer oder allergischer Anfälle sowie andere bizarre Späße und Streiche die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler auf sich zu ziehen, so dass diese einen nicht ganz ernst gemeinten „Dahmer-Fanclub“ gründeten[38] und “Doing a Dahmer” (zu dt.: „einen auf Dahmer machen“) an seiner Highschool zum Inbegriff für albernes, seltsames Verhalten wurde.

Im Alter von 14 Jahren hatte Dahmer begonnen, Alkohol zu trinken und dadurch erkennbar an Gewicht zugelegt.[39] Ab 1976 fiel seinen damaligen Mitschülern auf, dass er sich regelmäßig vor, während und nach dem Unterricht mit Hochprozentigem betrank[40] und gelegentlich Marihuana rauchte.[41] Seine Eltern und Lehrer schienen hingegen wenig bis keine Notiz von seinem Alkohol- und Drogenkonsum zu nehmen. Nur ein einziges Mal erhielt er einen vorübergehenden Schulverweis, nachdem man ihn auf dem Schulgelände mit Alkohol erwischt hatte.[42] Von diesem Vorfall abgesehen, gelang es Dahmer jedoch – trotz seiner zunehmenden Alkoholsucht und immer obsessiver werdenden Gewaltfantasien – gegenüber Erwachsenen den Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten und seine wahren Gefühle zu verbergen. Lehrer und Nachbarn erlebten ihn als höflich und respektvoll. Mit dieser Art gelang es ihm während einer Klassenfahrt nach Washington, D.C. auch, mit nur einem Anruf für sich und seine Klassenkameraden eine spontane Führung durch das Büro des damaligen Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten, Walter Mondale, zu erhalten. Bei der Führung lernte er neben Mondale auch den Publizisten Art Buchwald, der zufällig ebenfalls anwesend war, persönlich kennen.[43]

Die Ehe der Eltern war im August 1977 endgültig zerrüttet. Joyce Dahmer hatte gerichtlich ein Kontaktverbot gegen ihren Ehemann erwirkt[44] und Lionel Dahmer zog daraufhin in ein nahegelegenes Motel.[45] In den folgenden Monaten wurde Dahmers Familienleben von dem laufenden Scheidungsverfahren seiner Eltern und dem Streit um das Sorgerecht für seinen noch minderjährigen Bruder geprägt. In der Schule hatten sich die meisten seiner Mitschüler aufgrund seiner Trinkerei von ihm abgewandt. Am 4. Juni 1978 machte Dahmer seinen Highschool-Abschluss. Die erste und einzige Verabredung mit einem Mädchen hatte Dahmer am Abend seines Abschlussballs. Die Verabredung war von Klassenkameraden arrangiert worden und Dahmer war während des gesamten Abends so nervös und verunsichert, dass er sich für mehrere Stunden heimlich davon schlich und erst wieder auftauchte, um das Mädchen zur vereinbarten Uhrzeit nach Hause zu fahren.[46]

Kurze Zeit nach Dahmers Schulabschluss zog seine Mutter mit seinem Bruder – ohne das Wissen des Vaters – zurück nach Wisconsin. Jeffrey Dahmer lebte von nun an allein in seinem Elternhaus.

Der erste Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Mord beging Dahmer knapp einen Monat nach seinem 18. Geburtstag. Am Nachmittag des 18. Juni 1978 nahm er den gleichaltrigen Steven Mark Hicks, der von einem Rock-Konzert im Chippewa Lake Park kam, per Anhalter mit. Hicks folgte der Einladung zu ein paar Bier und einem Joint in Dahmers Elternhaus, im Gegenzug versprach Dahmer, ihn anschließend nach Hause zu fahren. Über das was in den ein bis zwei Stunden geschah, die Hicks bei Dahmer verbrachte, existieren widersprüchliche Angaben. Viele Medien berichteten, dass es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr kam,[47] nach anderen Quellen sei Hicks heterosexuell gewesen und habe es nicht dazu kommen lassen.[48] Als Hicks aufbrechen wollte – um pünktlich zum Geburtstagsessen seines Vaters zu kommen –, versuchte Dahmer ihn daran zu hindern. Es kam zur Rangelei, bei der Dahmer Hicks mit einer Hantel bewusstlos schlug. Anschließend erwürgte er ihn und masturbierte, während er sich an der Leiche verging.[49][50]

Bei Anbruch der Dunkelheit brachte er den Leichnam in einen Kriechkeller unter dem Haus, wo er ihn am nächsten Tag mit einem Jagdmesser zerstückelte. Aufgrund der sommerlichen Hitze wurde der Verwesungsgeruch so stark, dass Dahmer fürchtete, seine Eltern könnten ihn bei ihrer Rückkehr bemerken. Also beschloss er, die Leiche auf einer nahegelegenen Müllhalde zu entsorgen. Er lud die in Müllsäcke verpackten Leichenteile auf die Rückbank seines Autos und machte sich in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1978 auf den Weg dorthin. Auf halber Strecke wurde er von einer Polizeistreife angehalten, da er über die Mittellinie gefahren war. Er musste aussteigen und sich einem Alkoholtest unterziehen, den er jedoch bestand. Die Polizisten bemerkten den Gestank und leuchteten mit der Taschenlampe auf die Rückbank, gaben sich jedoch mit Dahmers Erklärung, er könne wegen der Scheidung seiner Eltern nicht schlafen und wolle deshalb Hausabfälle entsorgen, zufrieden.[51] Aus Sorge, doch noch erwischt zu werden, machte Dahmer kehrt und fuhr mit den Leichenteilen zurück zu seinem Elternhaus. Dort versteckte er sie zunächst in einem Abflussrohr auf dem Grundstück. Erst im Herbst 1981 – nach seinem Aufenthalt in Florida – entledigte er sich ihrer ganz, indem er die noch verbliebenen Überreste in kleine Stücke zertrümmerte und sie weitläufig zerstreute.[52]

Steven Hicks wurde am 24. Juni 1978 vermisst gemeldet und galt für die kommenden 13 Jahre als spurlos verschwunden.

Zeit im College und bei der Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheidung von Dahmers Eltern wurde am 24. Juli 1978 rechtskräftig. Lionel Dahmer kehrte am 26. August 1978 nach monatelanger Abwesenheit in sein Haus zurück, wo er seinen älteren Sohn vollkommen sich selbst überlassen, ohne Geld und Zukunftspläne vorfand. Der Vater zog daraufhin wieder ins Haus ein und bewegte Jeffrey Dahmer dazu, sich für das im September beginnende Herbst-Semester an der Ohio State University in Columbus im Hauptfach Wirtschaft einzuschreiben. Doch anstelle die Vorlesungen zu besuchen, gab sich Dahmer seiner Alkoholsucht hin und schlief seinen Rausch gelegentlich sogar in aller Öffentlichkeit aus. Sozialen Kontakten mit seinen Kommilitonen ging er aus dem Weg. Laut seinem ersten Vierteljahreszeugnis hatte er gerade einmal 45 von 100 möglichen Punkten erreicht und sich damit für keinen fortführenden Kurs qualifiziert. Sein Vater nahm ihn daraufhin vom College. Als Lionel Dahmer Jeffreys persönliche Sachen aus seinem Campus-Zimmer abholte, entdeckte er einen ganzen Vorrat an Bier- und Weinflaschen und erfuhr von Jeffreys Zimmergenossen zum ersten Mal, dass sein Sohn ein ernstes Alkoholproblem hatte.[53] In der Hoffnung, Jeffrey würde durch Disziplin wieder auf den richtigen Weg gebracht werden, schickte er ihn zur United States Army.[54]

Im Januar 1979 unterzog Dahmer sich der Musterung und begann seine Grundausbildung im Fort McClellan in Anniston, Alabama,[55] gefolgt von einer sechswöchigen Ausbildung zum Sanitäter im Armeekrankenhaus in San Antonio, Texas.[56] Das medizinische Wissen, das er sich hierbei aneignete, brachte er auch bei seinen späteren Taten zur Anwendung. Ab dem 13. Juli 1979 war Dahmer im rheinland-pfälzischen Baumholder stationiert[57] und verfiel spätestens dort wieder in alte Trinkgewohnheiten. Nach Angaben eines seiner dortigen Zimmergenossen soll Dahmer ihn während der gemeinsamen Dienstzeit schwer misshandelt, tyrannisiert und vergewaltigt haben. Der ehemalige Zimmergenosse behauptet weiter, dass die Vorgesetzten seinem damaligen Hilfeersuchen und seinen Beschuldigungen gegenüber Dahmer nicht nachgegangen seien.[58] Außer den eigenen Angaben des Zimmergenossen sind keine Aufzeichnungen oder andere Zeugenaussagen bekannt, welche die Behauptungen verifizieren. Aufgrund seines exzessiven Alkoholkonsums und mehreren erfolglosen Disziplinarmaßnahmen, wurde Dahmer sechs Monate vor Ablauf seiner Verpflichtung ehrenhaft aus der Armee entlassen.[59][60] Am 24. März 1981 flog er zurück in die Vereinigten Staaten, wo am 26. März 1981 seine Einsatznachbesprechung stattfand[61] und er ein Flugticket mit US-Destination seiner Wahl erhielt.

Rückkehr nach Milwaukee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den kalten Wintern in Deutschland entschied Dahmer sich zunächst für das warme Klima Floridas. Er bezog ein Motel-Zimmer in Miami Beach und fand Arbeit in einem Sandwich-Shop. Eine aus England stammende Kollegin, die ohne Arbeitserlaubnis in den Vereinigten Staaten weilte, bat Dahmer sie zu heiraten, um ihren Status zu legalisieren, was Dahmer jedoch ablehnte.[62] Da er seinen Lohn fast ausschließlich in Alkohol investierte, konnte er sich das Motel bald nicht mehr leisten. Eine Zeit lang übernachtete er am Strand, bevor er sich schließlich überwinden konnte, seinen Vater anzurufen und ihn um Geld zu bitten. Lionel Dahmer kaufte ihm daraufhin ein Flugticket, das ihn im September 1981 zurück nach Ohio brachte, wo Dahmer wieder bei seinem Vater und dessen neuer Ehefrau, Shari Dahmer (geb. Jordan), einzog.

Am 7. Oktober 1981 wurde Dahmer erstmals wegen disorderly conducts und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verhaftet, nachdem er öffentlich sichtbar Alkohol konsumiert und einem Platzverweis nicht Folge geleistet hatte.[63][64] Er trieb sich nächtelang in Bars herum, betrank sich und wurde häufig hinausgeprügelt, weil er nicht freiwillig gehen wollte. Lionel Dahmer schickte seinen Sohn daraufhin Anfang 1982 zu dessen Großmutter Catherine Dahmer nach West Allis, Wisconsin. Dahmer hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Großmutter und sein Leben verlief bei ihr zunächst wieder in geordneter Bahn. Er ging mit ihr zur Kirche, erledigte Einkäufe für sie, half im Haushalt und fand vorübergehend Anstellung bei einer Blutbank. Ab Januar 1985 arbeitete er an sechs Nächten pro Woche als Schokoladenmischer in der Ambrosia Chocolate Factory in Milwaukee.[65][66] Da ihm die Nachtschichten anfangs Einschlafschwierigkeiten bereiteten, ließ er sich regelmäßig von verschiedenen Ärzten Schlaftabletten verschreiben. Später nutzte er diesen Vorrat, um seine Opfer zu betäuben.[67]

Polizeilich in Erscheinung trat er in dieser Zeit unter anderem am 8. August 1982, nachdem er sich auf einem Jahrmarkt vor einer Gruppe von Frauen und Kindern entblößt hatte, wofür er ein Bußgeld von 50 US-Dollar auferlegt bekam. Am 8. September 1986 wurde er verhaftet und später zu einem Jahr Bewährung und einer Psychotherapie verurteilt, weil er in der Öffentlichkeit vor zwei zwölfjährigen Jungen masturbiert hatte.[68] Weder der Konsum von Schwulenpornografie noch eine männliche Schaufensterpuppe, die er aus einem Geschäft entwendet hatte und an der er sexuelle Handlungen simulierte,[69] vermochten Dahmers sexuelle Fantasien anhaltend zu befriedigen. Er ging deshalb ab 1985 dazu über, die Schwulensaunas (gay bathhouses) von Milwaukee aufzusuchen. Mit den Männern, die er dort kennenlernte, zog er sich ins Separee zurück, verabreichte ihnen Schlafmittel und verging sich an ihren bewusstlosen Körpern. Seinem Treiben wurde im Sommer 1987 ein Ende gesetzt, nachdem eines seiner Opfer nicht mehr von selbst zu sich kam und daraufhin für eine Woche in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Dahmer wurde polizeilich vernommen, da aber keines der 10–15[70] Opfer Anzeige erstatten wollte, erhielt Dahmer lediglich Hausverbot.[71] Von nun an verlagerte Dahmer seine Aktivitäten auf die Schwulenbars und Nachtclubs der Stadt.

Der zweite bis vierte Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. November 1987 kam Dahmer mit dem aus Michigan stammenden, 24-jährigen Steven Walter Tuomi vor dem 219 Club in Milwaukee ins Gespräch. Sie fuhren mit einem Taxi zum Ambassador Hotel, wo sie sich ein Zimmer für die Nacht nahmen. Auf dem Zimmer tranken sie Rum – Tuomis Glas hatte Dahmer mit Schlaftabletten versetzt – und es kam zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Nachdem Tuomi eingeschlafen war, verging sich Dahmer an dessen Körper, bevor er nach eigenen Angaben selbst einschlief. Als Dahmer am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte er, dass Tuomi tot war. Aus seinem Mund lief Blut und sein Brustkorb wies schwere Verletzungen auf. Dahmer sagte später aus, dass er sich nicht erinnern könne, was in der Nacht geschehen sei. Da er aber an Armen und Händen selbst Blutergüsse und Verletzungen aufwies, kam er zu dem Schluss, dass er Tuomi getötet haben musste. Geschockt darüber, dass er neun Jahre nach seinem ersten Mord erneut einen Menschen getötet hatte, überlegte er fünf Stunden lang panisch, was er tun sollte und entschied sich schließlich, einen großen Koffer zu kaufen, in dem er Tuomis Leiche aus dem Hotel und zum Haus seiner Großmutter transportierte. Für ungefähr eine Woche versteckte er den Leichnam vor seiner Großmutter und seinen Verwandten – die zum Thanksgiving-Essen am 26. November 1987 zu Besuch waren – im Keller, bevor er ihn zerstückelte und mit dem Hausmüll entsorgte. Die sterblichen Überreste Tuomis, der im Dezember 1987 vermisst gemeldet wurde, wurden nie gefunden.[72]

Nachdem er den Schock über seinen zweiten, ungeplanten Mord überwunden hatte, versuchte Dahmer nicht länger, gegen seine perversen Fantasien anzukämpfen, sondern gab sich ihnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit hin. Sein drittes Opfer, den 14-jährigen[73] James „Jamie“ Doxtater, entdeckte Dahmer am 17. Januar 1988 gegen 1.00 Uhr morgens an einer Bushaltestelle in der Nähe des 219 Club. Laut Dahmers späterer Vernehmung hatte er den Jungen auf 18 Jahre geschätzt und ihm 50 US-Dollar dafür geboten, dass er die Nacht mit ihm verbringt. Doxtater, der polizeilich als Stricher bekannt war, akzeptierte das Angebot und begleitete Dahmer zum Haus seiner Großmutter, wo es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam. Anschließend wollte Dahmer den Jungen nicht mehr gehen lassen und so verabreichte er ihm Schlaftabletten. Nachdem Doxtater das Bewusstsein verloren hatte, erwürgte Dahmer ihn und verging sich tagelang an seiner Leiche. Als der Verwesungsgeruch so stark wurde, dass seine Großmutter ihn bemerkte, schob Dahmer dies auf die Katzentoilette und entledigte sich des Leichnams auf die gleiche Weise wie in Tuomis Fall.[74]

Sein viertes Opfer, den 22-jährigen Richard Guerrero, traf Dahmer vor der Phoenix Bar in Milwaukee und lockte ihn mit 50 US-Dollar für eine Nacht in das Haus seiner Großmutter. Diese schlief, als Dahmer und Guerrero am frühen Morgen des 27. März 1988 in Dahmers Schlafzimmer gingen, wo es zum Austausch von Intimitäten kam. Später in der Nacht erwürgte Dahmer sein schlafendes Opfer und lebte seine sexuellen Fantasien an der Leiche aus. Nach dem Frühstück mit seiner Großmutter brachte er den leblosen Körper in den Keller und zerstückelte ihn, während Catherine Dahmer den Sonntagsgottesdienst besuchte. Wieder entsorgte er den Körper mit dem Hausmüll, den Schädel hingegen präparierte er mittels einer Bleichlösung und hob ihn für mehrere Monate auf. Guerreros Familie suchte bald mit einer Vermisstenanzeige in der Lokalzeitung nach ihm. Nach seiner Verhaftung erinnerte sich Dahmer an die Anzeige, so dass Guerrero Jahre später identifiziert werden konnte.[75]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ostersamstag 1988 brachte Dahmer einen jungen Mann mit zu sich nach Hause, dessen Auto vor dem 219 Club liegengeblieben war. In der Küche schenkte er dem Mann einen Kaffee ein. Kurz darauf verlor dieser das Bewusstsein und erwachte erst zwei Tage später in einem Krankenhaus. In seinem Blut hatte man keine Rückstände eines Betäubungsmittels finden können und sein Körper wies keine Spuren auf, die auf eine Vergewaltigung hätten deuten können. Der Mann erstattete dennoch Anzeige gegen Dahmer, da ihm Schmuck und Geld fehlten. Außerdem hatte er merkwürdige Blutergüsse an seinem Hals entdeckt und festgestellt, dass er seine Unterwäsche mit der Innenseite nach außen trug. Bei seiner polizeilichen Vernehmung am 5. April 1988 gab Dahmer an, dem Mann nur geholfen zu haben, weil dieser zu viel getrunken habe. Catherine Dahmer bestätigte gegenüber der Polizei, dass ihr Enkel dem Mann ein Nachtlager hergerichtet und ihn am nächsten Morgen zur Bushaltestelle begleitet habe. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.[76] Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 räumte Dahmer ein, dass er den Mann betäubt und sich an dessen bewusstlosem Körper vergangen habe. Er sei aber erwacht, bevor er ihn habe töten können. Außerdem sei der Mann von seiner Großmutter gesehen worden, so dass er von der Ermordung Abstand genommen habe.[77]

Catherine Dahmer beunruhigten die nächtlichen Männerbesuche und der Alkoholkonsum ihres Enkels zunehmend. Auch die Schwulenmagazine, die männliche Schaufensterpuppe, eine Ausgabe von Anton Szandor LaVeys satanischer Bibel und eine Schusswaffe, die sie im Laufe der Zeit in seinem Zimmer gefunden hatte und die Dahmer deswegen entsorgen musste,[78] verstörten sie. Dahmers Familie legte ihm daher nahe, sich eine eigene Wohnung zu suchen.[79] Im Juni 1988 bezog Dahmer ein Apartment in der nördlichen 24. Straße in Milwaukee, wohin er den Schädel seines vierten Opfers mitnahm.

Am 26. September 1988 sprach Dahmer einen dreizehnjährigen Jungen laotischer Herkunft auf der Straße an. Er gab sich als Hobby-Fotograf aus und bot dem Jungen 50 US-Dollar, wenn er Fotos von ihm machen dürfe. Der Dreizehnjährige begleitete Dahmer in dessen Wohnung, wo er mit nacktem Oberkörper für Polaroid-Aufnahmen posierte und ein von Dahmer zubereitetes Getränk zu sich nahm. Als Dahmer den Jungen unsittlich berührte, verließ dieser fluchtartig das Apartment. Dahmer eilte ihm nach, drückte ihm das versprochene Geld in die Hand und bat den Jungen, niemandem etwas zu erzählen. Als der Junge zu Hause angekommen war, verlor er das Bewusstsein. Seine Eltern brachten ihn in ein Krankenhaus, wo man eine Medikamentenüberdosis feststellte. Die daraufhin verständigte Polizei führte der Junge zu Dahmers Adresse. Wenig später wurde Dahmer an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Während der sechstätigen Untersuchungshaft durchsuchte die Polizei sein Apartment und stellte die Fotos sowie Reste des verabreichten Getränks sicher – übersah jedoch den Schädel des vierten Mordopfers. Am 30. Januar 1989 wurde Dahmer von einem Gericht in Milwaukee des sexuellen Übergriffs 2. Grades und der Verführung eines Minderjährigen schuldig gesprochen. Die Verkündung des Strafmaßes – ein Jahr Haft mit anschließender fünfjähriger Bewährung – erfolgte drei Monate später.

Fortsetzung der Mordserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende März 1989 zog Dahmer aus seinem Apartment in der 24. Straße aus und kehrte zurück zu seiner Großmutter nach West Allis, die ihn trotz seiner Verurteilung wieder bei sich aufnahm. Die Zeit bis zu seinem Haftantritt, der für den 23. Mai 1989 terminiert worden war, verbrachte Dahmer auf freiem Fuß.

Am Abend des 25. März 1989 lernte Dahmer in der Schwulenbar La Cage den 24-jährigen Afroamerikaner Anthony Lee Sears kennen. Beide fühlten sich voneinander angezogen und beschlossen, die Nacht zusammen zu verbringen. Sie wurden von einem Freund von Sears nach West Allis gefahren, wo Dahmer dafür sorgte, dass sie einige Straßen entfernt vom Haus seiner Großmutter abgesetzt wurden. In Dahmers Schlafzimmer angekommen, kam es zum gegenseitigen Oralverkehr. Da Sears es bei einem One-Night-Stand belassen wollte, mixte Dahmer ihm einen Kaffee mit Irish Cream und mehreren Schlaftabletten. Nachdem Sears eingeschlafen war, erwürgte er ihn und verging sich an der Leiche. Anschließend zerlegte er den Körper in der Badewanne. Den Kopf und die Genitalien seines Opfers präparierte er und bewahrte sie in einem kleinen Koffer auf. Um seinem Opfer auch während seiner anstehenden Haftzeit nahe sein zu können, verstaute er den Koffer in seinem Spint in der Ambrosia Chocolate Factory[80] – sein Strafverteidiger Gerald Boyle hatte per Antrag erreicht, dass Dahmer täglich Freigang erhalten würde, um weiterhin dort arbeiten zu können.[81] Nach Sears’ spurlosem Verschwinden gab sein Freund der Polizei eine genaue Beschreibung des Mannes, mit dem er Sears zuletzt gesehen hatte, doch Dahmer blieb unbehelligt.[82]

Knapp ein Jahr später, am 2. März 1990 wurde Dahmer vorzeitig aus der Haft entlassen. Am 14. Mai 1990 zog er in eine Wohnung im Oxford-Apartments-Komplex in der nördlichen 25. Straße in Milwaukee. Das Apartment mit der Nummer 213 befand sich im zweiten Stock, war möbliert und für 300 US-Dollar pro Monat erschwinglich. Zusätzlich zur bereits vorhandenen Einrichtung legte Dahmer sich ein Aquarium mit tropischen Fischen und eine Gefriertruhe zu. Den Schädel seines fünften Opfers besprühte er mit Farbe, so dass er unecht wirkte, und stellte ihn zur Dekoration auf.[83] Dahmer war der einzige Weiße, der in den Oxford Apartments wohnte, blieb aber ansonsten zunächst unauffällig.

Raymond Smith war das erste Opfer, das Dahmer in Apartment 213 mitnahm. Der 32-jährige Afroamerikaner war heterosexuell, bewegte sich jedoch als Stricher in der Homosexuellenszene. Am 20. Mai 1990 begegnete er Dahmer in der 219 Tavern und bekam von ihm 50 US-Dollar für Sex geboten. Da Smith für diese Summe nicht die ganze Nacht bleiben wollte, verabreichte Dahmer ihm am frühen Morgen des 21. Mai 1990 mehrere Schlaftabletten. Nachdem er ihn erwürgt hatte, fotografierte er den leblosen Körper in verschiedenen Positionen und masturbierte dabei. Der Leiche entledigte er sich, indem er sie zuerst in seinem Badezimmer zerstückelte und die sterblichen Überreste, mit Ausnahme des Schädels, anschließend mithilfe von Tapetenlöser und Säure zersetzte. Den Schädel besprühte er mit Farbe und drapierte ihn neben dem seines vorherigen Opfers.[84]

Circa eine Woche später unterlief Dahmer ein entscheidender Fehler, der dem Mann, den er dieses Mal in sein Apartment eingeladen hatte, mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben rettete. Aus ungeklärter Ursache trank Dahmer selbst von dem mit Schlaftabletten angereicherten Getränk, das er für sein beabsichtigtes Opfer vorgesehen hatte. Als Dahmer von seiner eigenen „Medizin“ erwachte, war sein Gast, dessen Identität nie geklärt werden konnte, verschwunden und hatte ihn um 300 US-Dollar, eine Uhr und mehrere Kleidungsstücke erleichtert. Am 29. Mai 1990 berichtete Dahmer seiner Bewährungshelferin Donna Chester, mit der er sich seit dem 15. Mai 1990 in regelmäßigen Abständen treffen musste, dass er überfallen worden sei, verschwieg jedoch die weiteren Einzelheiten. Während den Treffen mit Chester sprach er offen über seine Alkoholprobleme und Homosexualität, gab jedoch vor enthaltsam zu leben. Er machte einen depressiven Eindruck auf sie und äußerte ihr gegenüber immer häufiger Selbsttötungsabsichten.[85] Chester hielt ihn für unfähig, seine Finanzen zu kontrollieren und beschrieb ihn als chronischen Nörgler mit negativer Einstellung.[86] Neben den Treffen mit seiner Bewährungshelferin musste Dahmer ab dem 22. Mai 1990 wegen des Sexualdelikts auch an Gruppentherapiesitzungen im De Paul Hospital in Milwaukee teilnehmen. Er gab jedoch kaum etwas von sich preis und machte keine Anstalten, über seine Tat zu sprechen. Auf die Therapeutin Patti Antony wirkte er isoliert, interessenlos, monoman und depressionsanfällig. Außerdem beobachtete sie, dass Dahmer immer weniger Wert auf seine Körperhygiene legte. Sie diagnostizierte bei ihm eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung und Alkoholabhängigkeit.[87]

In den frühen Morgenstunden des 24. Juni 1990 ereilte den 27-jährigen Afroamerikaner Eddie Smith das gleiche Schicksal wie die sechs jungen Männer vor ihm. Bei seiner späteren Vernehmung gab Dahmer an, dass er sich nach Smiths Tod „mies“ gefühlt habe, weil es ihm nicht gelungen sei, etwas von ihm aufzubewahren.[88] Anfang September 1990 traf Dahmer den 23-jährigen Afroamerikaner Ernest Miller vor einem Erwachsenen-Buchladen und bot ihm 50 US-Dollar, wenn er ihn nach Hause begleiten würde.[89] Miller nahm das Angebot an und ließ sich in Dahmers Apartment in erotischen Posen fotografieren, bevor es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr kam.[90] Dahmer legte sein Ohr auf Millers Brust und Bauch und lauschte den Geräuschen seines Körpers. Da sich sein Vorrat an Schlaftabletten dem Ende zugeneigt hatte, verabreichte er Miller nur eine leichte Dosis. Nachdem dieser eingeschlafen war, verging er sich an dem wehrlosen Körper, bis er bemerkte, dass Miller wieder zu sich kam. Dahmer realisierte, dass er sein Opfer nicht mehr ohne Gegenwehr würde erwürgen können. Er entschied sich daher für die schonenste alternative Methode, die ihm in den Sinn kam und griff zu einem Messer mit dem er Miller die Kehle durchschnitt, woraufhin dieser innerhalb einer Minute verblutete.[91] Er dokumentierte die folgende Zerstückelung der Leiche mit seiner Polaroid-Kamera und verstaute die Gliedmaßen, das Herz, die Nieren und die Leber zum späteren Verzehr in seiner Gefriertruhe.[92] Den Schädel besprühte er mit Farbe und reihte ihn in seine „Sammlung“ ein. Bei seiner späteren Vernehmung räumte Dahmer ein, den Bizeps seines achten Opfers gekostet zu haben.

Am 24. September 1990 nahm Dahmer den 22-jährigen David Thomas, Vater einer kleinen Tochter, mit zu sich nach Hause. Die beiden unterhielten sich und tranken Alkohol. Obwohl Dahmer Thomas nicht attraktiv fand, betäubte und erwürgte er ihn und fotografierte die anschließende Zerstückelung seiner Leiche, deren Überreste er vollständig entsorgte. In den kommenden fünf Monaten kam es zu keiner weiteren Tat.[93]

Im Mordrausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1991 verfiel Dahmer einem regelrechten Mordrausch. Von Februar 1991 bis zu seiner Verhaftung im Juli desselben Jahres tötete Dahmer in immer kürzeren Abständen weitere acht Opfer, so dass sich die Leichen buchstäblich in seinem Apartment stapelten. Auch die Praktiken, die er an seinen Opfern verübte, wurden von Mal zu Mal grausiger. Curtis Straughter war der Erste, der Dahmer in dieser Phase zum Opfer fiel. Laut Dahmers Geständnis war ihm der fast 18-jährige am 17. Februar 1991 von einer Bushaltestelle in der Nähe der Marquette University in sein Apartment gefolgt, weil er ihm Geld fürs Nacktposieren und Sex versprochen hatte. Dahmer fesselte Straughter mit Handschellen und erwürgte ihn mit einem Lederriemen, während er schlief.[94] Er fotografierte den Zerstückelungsprozess und hob den Kopf, die Hände und Genitalien des Opfers auf.

Am 7. April 1991 wurde der 19 Jahre alte Errol Lindsey das erste Opfer, an dem Dahmer seine sogenannte drilling technique ausprobierte. Nachdem er Lindsey in sein Apartment gelockt und mit Schlaftabletten betäubt hatte, bohrte er ihm ein Loch in den Schädel, in das er Salzsäure injizierte. Dahmer erhoffte sich von dieser „hausgemachten Lobotomie“, dass sein Opfer zu einem willenlosen Zombie würde, den er für immer als Sexsklaven halten könnte.[95] Sein Opfer erwachte nach der Prozedur, klagte über Kopfschmerzen und fragte wie spät es sei. Dahmer betrachtete sein Experiment daraufhin als gescheitert, verabreichte Lindsey erneut Schlafmittel und erwürgte ihn dann. Er köpfte und häutete den Leichnam, da es ihm aber nicht gelang, die Haut zu konservieren, entsorgte er sie mit dem Rest des Körpers. Nur den Schädel bewahrte er auf. Am 24. Mai 1991, wandte Dahmer die Bohrtechnik auch bei dem taub-stummen Tony Hughes an, den er an diesem Abend im 219 Club getroffen hatte und schon seit mehreren Monaten kannte. Hughes überlebte die Prozedur nicht und seine Leiche lag auch drei Tage später noch in Dahmers Schlafzimmer, als dieser bereits sein nächstes Opfer in seine Wohnung brachte.

Am 26. Mai 1991 hatte Dahmer den 14 Jahre alten Konerak Sinthasomphone in der Grand Avenue Mall in Milwaukee angesprochen und ihm Geld für Nacktfotos geboten. Es ist ungewiss, ob Sinthasomphone – ein jüngerer Bruder des Jungen, der 1988 von Dahmer sexuell belästigt wurde – den Mann erkannte, dessen Angebot er annahm. Er posierte für zwei Fotos in Unterwäsche, danach schauten sie gemeinsam Videos und Dahmer verabreichte ihm Schlaftabletten. Sobald Sinthasomphone eingeschlafen war, verging er sich an ihm. Danach wandte er erneut seine drilling technique an dem fest schlafenden Jugendlichen an. Gegen 1.30 Uhr am frühen Morgen des 27. Mai 1991 verließ Dahmer sein Apartment und setzte sich in eine nahegelegene Bar. Nach seinem zweiten Bier machte er sich wieder auf den Heimweg. An einer Straßenkreuzung erblickte er Sinthasomphone, der nackt und blutend auf einem Bürgersteig saß und von drei afroamerikanischen Frauen umsorgt wurde. Der Jugendliche war während Dahmers Abwesenheit zu sich gekommen, hatte das Apartment verlassen und war orientierungslos durch die Straßen geirrt. Da er sich nicht verständlich artikulieren konnte, vermuteten die Frauen, dass er unter Drogeneinfluss stünde; seine Kopfverletzung sahen sie nicht. Sinthasomphone wehrte sich heftig, als Dahmer ihn in sein Apartment zurückbringen wollte, so dass die Frauen die Polizei verständigten. Als der Streifenwagen eintraf, erklärte Dahmer den Polizisten, dass Sinthasamphone sein Liebhaber und bereits volljährig wäre. Er hätte nur zu viel getrunken und sie hätten sich gestritten, weshalb er weggelaufen wäre. Trotz des lauten Protests der drei Frauen begleiteten die beiden Polizisten Dahmer und den Jugendlichen zurück in Apartment 213. Zur Untermauerung seiner Geschichte zeigte Dahmer den Beamten die Unterwäschefotos von Sinthasamphone, woraufhin diese abzogen ohne Hughes’ Leiche im Nebenzimmer bermerkt zu haben. Kurz darauf verabreichte Dahmer dem Minderjährigen eine zweite Säure-Injektion, noch immer in der Hoffnung, sein Experiment würde gelingen. Sinthasamphone überlebte die zweite Injektion jedoch nicht.[96] Dahmer sagte später aus, dass er nicht gewusst habe, dass Sinthasamphone der Bruder seines früheren Missbrauchsopfers gewesen sei. Wäre es ihm bewusst gewesen, so gab er an, hätte er den Jugendlichen gar nicht erst angesprochen.[97]

Sein nächstes Opfer wurde der 20-jährige Matt Turner, den Dahmer am 30. Juni 1991 an einer Bushaltestelle in Chicago getroffen und zu sich nach Milwaukee eingeladen hatte, wo er ihn in seinem Apartment erwürgte. Turner wurde nicht vermisst gemeldet. Fünf Tage später fuhr Dahmer erneut nach Chicago. In der Schwulenbar Carol’s Speakeasy lernte er den 23-jährigen Halb-Puerto-Ricaner Jeremiah Weinberger kennen. Bereits in der Bar kam es zwischen ihnen zu Intimitäten, die sie während der Fahrt mit dem Greyhound-Nachtbus nach Milwaukee und in Dahmers Apartment fortsetzten. Nachdem er Weinberger betäubt hatte, griff Dahmer erneut zum Bohrer und injizierte – da sich die Salzsäure als tödlich erwiesen hatte – heißes Wasser in den Schädel seines Opfers. Weinberger erwachte am nächsten Morgen schwer benommen, klagte aber nicht über Schmerzen und verbrachte die nächsten Stunden in schläfrigem, aber wachem Zustand. Bevor Dahmer am späten Abend die Nachtschicht in der Schokoladenfabrik antrat, verabreichte er Weinberger erneut Schlaftabletten und eine Injektion. Als er am Morgen des 7. Juli 1991 in seine Wohnung zurückkehrte war Weinberger tot.[98]

Dahmer geriet mit der Entsorgung der verwesenden Leichen immer mehr in Verzug. Seine Nachbarn hatten sich bereits mehrfach bei der Hausverwaltung über den eigenartigen, penetranten Geruch beschwert, der aus seinem Apartment strömte. Gegenüber der Hausverwaltung behauptete Dahmer, dass der Gestank von vergammelten Lebensmitteln herrühre, da sein Kühlschrank kaputt gegangen sei; ein anderes Mal gab er an, dass ein paar seiner tropischen Fische gestorben wären. Am 12. Juli 1991 kaufte er eine gut 200 Liter umfassende Kunststofftonne, die er in seinem Schlafzimmer aufstellte und in der er die Torsos von drei Opfern in einem Säurebad auflöste.

Seine beiden letzten Opfer, den 23-jährigen Oliver Lacy und den 25 Jahre alten Joseph Bradehoft, tötete Dahmer am 15. bzw. 19. Juli 1991. Wieder betäubte, missbrauchte, erwürgte, zerstückelte und fotografierte er seine Opfer. Lacys Kopf legte er anschließend in seinen Kühlschrank.

Festnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Tag der Ermordung von Joseph Bradehoft hatte Dahmer wegen zu häufiger Fehlzeiten seinen Job in der Schokoladenfabrik verloren. Am 22. Juli 1991 drohte ihm die Verwaltung der Oxford Apartments mit der Zwangsräumung seiner Wohnung bis spätestens Ende des Monats, wenn sich der aus seinem Apartment kommende Gestank nicht lege.[99] Am Nachmittag desselben Tages suchte Dahmer die Grand Avenue Mall auf, wo er dem 32-jährigen Tracy Edwards Geld für Nacktfotos bot. Edwards begleitete ihn in sein Apartment, wo sie sich zunächst unterhielten und Alkohol tranken. Edwards sagte bei seiner späteren Zeugenvernehmung aus, dass Dahmer ihn abgelenkt und plötzlich eine Handschelle an eines seiner Handgelenke angelegt habe. Dann seien sie ins Schlafzimmer gegangen, wo Dahmer ihn mit einem Messer bedroht habe. Dahmer selbst erinnerte sich bei seiner späteren Vernehmung nur noch daran, dass er ihm das Messer gezeigt habe, danach sei seine Erinnerung verschwommen. Laut Edwards Angaben lief Der Exorzist III im Videorekorder und Dahmer habe gesagt, dass er ihm nicht wehtun werde, wenn er sich an beiden Händen fesseln lasse und ausziehe. Er habe realisiert, dass Dahmer gefährlich sei und versucht ihn zu besänftigen, indem er sein Shirt auszog. Als Dahmer einen Augenblick unaufmerksam war, nutzte Edwards seine Chance und flüchtete aus dem Apartment.

Mit nacktem Oberkörper und Dahmers Handschellen am Handgelenk hielt Edwards gegen 23.30 Uhr eine vorbeifahrende Polizeistreife an und erklärte den beiden Detectives, Rolf Mueller und Robert Rauth, dass ihm ein „Freak“ die Handschelle angelegt habe. Er wollte keine Anzeige erstatten, bat aber die Polizisten, die Handschelle zu öffnen. Der Schlüssel der Detectives passte nicht auf das Modell an Edwards Handgelenk und so begleiteten die Beamten ihn zurück zu den Oxford Apartments, um die Handschelle von Dahmer öffnen zu lassen.[100] Als die drei Männer an Dahmers Tür klopften, ließ dieser sie bereitwillig in die Wohnung und einen der Beamten in seinem Schlafzimmer nach dem Schlüssel für die Handschellen suchen. Dabei entdeckte der Detective in einer offenen Schublade die Polaroid-Aufnahmen der getöteten Opfer. Zunächst hielt er sie für unecht, als er aber auf den Bildern die Einrichtung des Schlafzimmers erkannte, in dem er sich gerade befand, rief er seinem Partner zu, dass er Dahmer Handschellen anlegen solle.[101] Dahmer wehrte sich heftig, konnte aber schließlich von beiden Polizisten überwältigt und an Hand- und Fußgelenken gefesselt werden. Als die Beamten sich weiter in dem Apartment umsahen und Lacys Kopf im Kühlschrank entdeckten, forderten sie Verstärkung an.[102] Neben mehreren Polizeibeamten kamen zwischen 0.30 Uhr und 1.00 Uhr auch die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner an den Tatort.[103] Kurz darauf wurde Dahmer in Begleitung von Detective Patrick Kennedy, dessen Schicht gerade erst begonnen hatte, zum Polizeihauptquartier von Milwaukee gebracht.[104]

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verhör und Geständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch in derselben Nacht begann Detective Patrick Kennedy vom Morddezernat der Kriminalpolizei von Milwaukee mit der Vernehmung von Jeffrey Dahmer. Laut Protokoll dauerte das erste Verhör von 1.30 Uhr bis 7.15 Uhr am Morgen des 23. Juli 1991.[105] Nachdem er über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt worden war (Miranda Warning), verzichtete Dahmer auf die Anwesenheit eines Rechtsanwalts. Er weigerte sich jedoch zunächst, Angaben über die Funde in seinem Apartment zu machen mit der Begründung, dass er nicht glaube, dass dies in seinem Interesse sei.[106] Daraufhin versuchte Kennedy das Eis zu brechen, indem er die nächsten drei Stunden nur über unverfängliche Dinge mit ihm sprach. Als er Dahmer im Laufe der Unterhaltung mitteilte, dass sein Apartment komplett durchsucht werden würde, realisierte Dahmer, dass ihm sein Schweigen nicht mehr helfen würde und bat in seiner Verzweiflung darum, erschossen zu werden. “For what I’ve done I should be killed. […] I should have done it […] but I just couldn’t. I wanted to so many times.”[107] (Zu dt.: „Für das was ich getan habe, verdiene ich den Tod. […] Ich hätte mich selbst umbringen sollen […] aber ich konnte es nicht. Ich wollte es so oft tun.“) Er ärgerte sich zudem über sich selbst: “I can’t believe I was so stupid! I never thought I’d get caught like this! I was always so careful. I guess I just got drunk.”[108] (Zu dt.: „Ich kann nicht glauben, dass ich so dumm war! Ich hätte nie gedacht, dass ich auf diese Weise geschnappt werden würde! Ich war immer so vorsichtig. Ich schätze, ich war einfach zu betrunken.“)

Nachdem Dahmer sich beruhigt hatte, erklärte er: “You’re going to find out everything now anyways […] so I might as well tell you everything but, if I’m going to tell you, I should start at the beginning […] when I tell you what I’ve done, you’ll be famous.”[109] (Zu dt.: „Ihr werdet jetzt sowieso alles herausfinden, […] also kann ich dir auch ebenso gut alles erzählen, aber wenn ich es tue, sollte ich von Anfang an beginnen. Wenn ich dir erzähle, was ich getan habe, wirst du berühmt sein.“) Er begann mit der Schilderung seines ersten Mordes an Steven Hicks vor über 13 Jahren und endete schließlich mit dem Mord an Joseph Bradehoft. Kennedy hatte zunächst geglaubt, dass Dahmer ihm einen Bären aufbinden wolle, als er aber erfuhr, dass man Leichenteile von elf verschiedenen Männern in Apartment 213 gefunden hatte, begann er – zusammen mit Detective Dennis Murphy – mit Dahmer die gesamte Mordserie aufzuarbeiten.[110]

Außer im Fall von Hicks konnte Dahmer sich an keinen der Namen seiner Opfer erinnern. Da das DNA-Analyse-Verfahren Anfang der 1990er noch nicht ausgereift genug war, wurden die Opfer überwiegend anhand der Polaroid-Aufnahmen und ihres Zahnstatus identifiziert. Mehrere Opfer waren zudem bereits polizeilich in Erscheinung getreten, so dass auch ein Abgleich mit bereits erfassten Fingerabdrücken möglich war.[111] In den Fällen, in denen es keine sterblichen Überreste mehr gab, grenzten die Ermittler mithilfe von Dahmers Erinnerung den Tatzeitraum ein und suchten nach Vermisstenfällen, die in dieselbe Zeit fielen. Anhand der Vermisstenfotos identifizierte Dahmer dann seine Opfer. Um seine Glaubwürdigkeit zu testen, legten die Ermittler Dahmer auch Fotos lebender Personen vor, Dahmer beanspruchte jedoch keine von ihnen als sein Opfer.[112] Oliver Lacy war das erste Opfer, das identifiziert werden konnte, da die Ermittler seinen Ausweis in Dahmers Apartment sicherstellen konnten. In den Fällen von Tony Hughes und Joseph Bradehoft fanden die Beamten ihre Führerscheine.[113]

Es dauerte sechs Wochen, bis Dahmers komplettes Geständnis zu Protokoll gebracht war.

Identifizierte Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Alter[114] Datum des Todes[115]
Steven Mark Hicks 18 18. Juni 1978
Steven Walter Tuomi 24 21./22. November 1987
James „Jamie“ Edward Doxtator 14 17. Januar 1988
Richard Guerrero 22 27. März 1988
Anthony Lee Sears 24 21. März 1989
Raymond Lamonte Smith alias Ricky Lee Beeks 32 21. Mai 1990
Edward „Eddie“ Warren Smith 27 24. Juni 1990
Ernest Miller 23 2. September 1990
David Thomas 22 24. September 1990
Curtis Straughter 17 17. Februar 1991
Errol Lindsey 19 7. April 1991
Anthony „Tony“ Hughes 31 24. Mai 1991
Konerak Sinthasomphone 14 27. Mai 1991
Matt Turner 20 30. Juni 1991
Jeremiah Weinberger 23 7. Juli 1991
Oliver Lacy 23 15. Juli 1991
Joseph Bradehoft 25 19. Juli 1991

Überprüfung ungeklärter Mordfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Dahmers Taten national und international bekannt geworden waren, erreichten die Ermittler in Milwaukee zahlreiche Anfragen anderer Polizeibehörden zu ungeklärten Mord- und Vermisstenfällen aus nahezu allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten und aus Deutschland. Es handelte sich um Fälle, bei denen die vermisste oder ermordete Person Dahmers Opferprofil entsprach oder bei denen die Tatbegehung Ähnlichkeiten zu Dahmers Vorgehensweise aufwies.[116]

Eine der Anfragen stammte von der Polizei in Hollywood, Florida und betraf den zu den Akten gelegten Mord an dem sechsjährigen Adam Walsh. Der Junge war am 27. Juli 1981 aus einem dortigen Einkaufszentrum entführt worden. Zwei Wochen später fand man den abgetrennten Kopf des Kindes, der Rest des Körpers wurde nie gefunden. Gestanden hatte die Tat der Serienmörder Otis Toole, da er das Geständnis aber später widerrief und es keine weiteren Beweise für seine Schuld gab, konnte Toole wegen der Tat nicht angeklagt werden. Als Dahmers Bild nach seiner Verhaftung durch die Medien ging, hatten sich mehrere Zeugen gemeldet, die glaubten, Dahmer am Tag der Entführung in dem Einkaufszentrum gesehen zu haben. Trotz dieser Aussagen und der Tatsache, dass Dahmer sich von circa Ende März bis September 1981 in Florida aufgehalten hatte, konnten die Ermittler keine stichhaltigen Beweise für seine Täterschaft finden. Da Adam Walsh zudem nicht Dahmers Opferprofil entsprach und er verneinte, etwas mit der Entführung und Ermordung des Jungen zu tun zu haben (“He’s a kid; I wouldn’t hurt a little kid.”[117] Zu dt.: „Er ist ein Kind; ich würde einem kleinen Kind nicht wehtun.“) – während Dahmer in anderen Fällen seine Täterschaft freimütig eingeräumt und zur Tataufklärung beigetragen hatte – gehen die Ermittler weiterhin davon aus, dass Toole der Mörder war.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz überprüften in Zusammenarbeit mit den US-Ermittlern fünf ungeklärte Morde an Frauen, die sich während Dahmers Stationierung in Rheinland-Pfalz ereignet hatten. Die Ermittler fanden jedoch keine Anhaltspunkte für die Täterschaft des Serienmörders und Dahmer beteuerte, in Deutschland keine Straftaten begangen zu haben.[118]

Außerdem wurde Dahmer zu einem ungeklärten Mord befragt, der sich am 4. Mai 1991 in einer anderen Wohnung des Oxford-Apartment-Komplexes zugetragen hatte und bei dem ein Mann erwürgt worden war. Bereits kurz nach der Tat hatten zwei Polizisten an Dahmers Wohnungstür geklopft, um ihn als möglichen Zeugen für die Tat zu vernehmen. Dahmer hatte damals zu Protokoll gegeben, dass er nichts gesehen und gehört habe[119] und auch nach seiner Verhaftung erklärte Dahmer, dass er nicht der Täter sei. Er habe seine Opfer nicht in seiner Nachbarschaft gesucht, weil ihm das Risiko zu hoch erschienen sei, dass man ihn mit der Tat in Verbindung bringen könnte.

Tatmotiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als das Ausmaß seiner Taten an die Öffentlichkeit gelangte und bekannt wurde, dass die meisten seiner Opfer aus der Homosexuellenszene kamen und zehn seiner 17 Opfer afroamerikanischer Abstammung waren, spekulierten die Medien, dass Dahmer aus Schwulen- und Rassenhass gehandelt habe. Er beteuerte allerdings mehrfach, dass seine Taten nicht hassmotiviert gewesen seien. “My only objective was to find the best looking guy that I could. Their sexual preference didn’t matter to me […] Their race didn’t matter to me. The first two young men were white, the third young man was American-Indian, the fourth and fifth were Hispanic, so no, race had nothing to do with it. It was just their looks.”[120] (Zu dt.: „Mein einziges Ziel war es, den bestaussehensten Typen zu finden. Ihre sexuelle Präferenz war mir nicht wichtig […] ihre Rasse war mir nicht wichtig. Die ersten beiden jungen Männer waren Weiße, der dritte junge Mann war indianischer Abstammung, der Vierte und Fünfte waren Hispanics, also nein, ihre Rasse hatte nichts damit zu tun. Es ging nur um ihr Aussehen.“)

Die Tötung sei nur ein Mittel zum Zweck gewesen, er habe es nicht gerne getan. Das sei auch der Grund gewesen, warum er versucht habe, lebendige Zombies zu erschaffen. Ihm sei es nur darum gegangen, absolute Kontrolle über eine Person auszuüben. Er habe keine Rücksicht auf die Wünsche des anderen nehmen und ihn so lange bei sich behalten wollen, wie er wollte. Er habe sich eine eigene Welt erschaffen wollen, in der er das Sagen hatte. Begierde und Kontrolle hätten eine große Rolle gespielt. Seine kannibalistischen Handlungen seien zunächst aus Neugier erfolgt und hätten ihm das Gefühl verliehen, sein Opfer durch die Einverleibung für immer bei sich behalten zu können. Es habe ihn zudem sexuell befriedigt.[121][122]

Aus den Knochen seiner Opfer habe er sich zudem einen Altar bauen wollen. Er hätte als Ort dienen sollen, an dem er seine Gedanken sammeln und der physischen Schönheit seiner Opfer gedenken konnte.[123] Außerdem habe er sich erhofft, dass der Altar ihm Macht verleihen würde. Wenn er erst sechs Monate später verhaftet worden wäre, so Dahmer, hätten die Polizisten den Altar in seinem Apartment vorgefunden.

Gerichtliche Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Januar 1992 wurde Jeffrey Dahmer vor einem Geschworenengericht (jury trial) in Milwaukee des fünfzehnfachen Mordes angeklagt. (Der Mord an Steven Hicks wurde zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Prozess aufgearbeitet, da die Tat in die Jurisdiktion des US-Bundesstaates Ohio fiel. Im Fall von Steven Tuomi wurde keine Anklage erhoben, da sich die Ereignisse in der Tatnacht nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren ließen.) Da Dahmer ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich am 13. Januar 1992 schuldig bekannt hatte, ging es in dem Verfahren nur noch um die Frage seiner Zurechnungsfähigkeit (insanity trial).

Verfahrensbeteiligte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Vorsitz im Verfahren State of Wisconsin vs. Jeffrey L. Dahmer hatte Richter Laurence Gram inne, die Staatsanwaltschaft wurde von E. Michael McCann vertreten und die Verteidigung Dahmers übernahm Gerald Boyle, der bereits in der Vergangenheit als sein Rechtsbeistand fungiert hatte. Dahmer selbst wurde an jedem Prozesstag aus Sorge vor Vergeltungsakten unter strenger Bewachung und aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen (unter anderem kamen Sprengstoffspürhunde zum Einsatz) mit Handschellen und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Die dabei entstehenden Kosten von über 120.000 US-Dollar ließen den Dahmer-Prozess zum teuersten Verfahren in der Gerichtsgeschichte Milwaukees werden.[124]

Aufgrund der enormen medialen Berichterstattung über Dahmer und die starke öffentliche Meinungsbildung wurde die zwölfköpfige Jury für die Dauer des Prozesses von der Außenwelt isoliert, um eine Beeinflussung zu vermeiden (Sequestration). Im Zuschauerraum waren neben rund 20 Medienvertretern, zahlreichen Angehörigen der Opfer und Vertretern der Öffentlichkeit auch Lionel und Shari Dahmer anwesend.

Insgesamt wurden 28 Personen in den Zeugenstand berufen.[125] Unter ihnen die Detectives Patrick Kennedy und Dennis Murphy, der Dahmers 178 Seiten langes Geständnis verlas, sowie Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer. Zudem wurden sieben psychiatrische und psychologische Sachverständige bestellt, die Dahmers geistigen Gesundheitszustand im Vorfeld des Gerichtsverfahrens tagelang untersucht hatten und ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen während des Gerichtsverfahrens schilderten.

Psychiatrisches Gutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Fred Berlin von der Johns Hopkins University und Dr. Judith Becker, Professorin für Psychiatrie und Psychologie an der University of Arizona, die beide von der Verteidigung benannt worden waren, vertraten vor Gericht die Auffassung, dass Dahmer geisteskrank und deshalb nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sein Verhalten zu kontrollieren. Beide diagnostizierten eine zwanghafte Paraphilie in der Ausprägung einer Nekrophilie.[126][127][128] Berlin attestierte Dahmer außerdem eine dissoziale, schizotypische und schizoide Persönlichkeitsstörung sowie chronischen Alkoholismus, Amelotatismus und Frotteurismus.[129] Der dritte Gutachter der Verteidigung, der Psychiater Dr. Carl Wahlstrom, beschrieb Dahmer als psychotisch. Er habe eine extrem primitive Persönlichkeitsstruktur und bizarre Wahnvorstellungen, womit Wahlstrom sich auf Dahmers Versuch, einen lebendigen Zombie zu erschaffen, und den geplanten Bau eines machtverleihenden Altars, bezog. Dahmers Psychose könne sowohl schizophrener als auch affektiver Natur sein.[130] Zudem attestierte Wahlstrom eine Borderline-Persönlichkeitsstörung beim Angeklagten.[131]

Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft waren einhellig der Meinung, dass Dahmer nicht geisteskrank im Sinne des Gesetzes und damit zurechnungsfähig gewesen sei. Der forensische Psychiater Dr. Phillip Resnick war der Ansicht, dass Dahmer nicht an einer primären Nekrophilie gelitten habe. Er habe lebendige Sexualpartner bevorzugt und deshalb versucht, sich einen willenlosen Sexualpartner zu erschaffen. Dass er sich an den Leichen seiner Opfer vergangen habe, spiegele allenfalls nekrophile Tendenzen wider. Resnick diagnostizierte ebenfalls eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.[132] Dr. Fred Fosdel bestätigte die Borderline-Diagnose und beschrieb Dahmer als einzigartig unter den sexuell getriebenen Serienmördern, da er nicht absichtlich grausam oder sadistisch gehandelt habe, was sonst typisch für diesen Serienmörder-Typ sei.[133] Laut Dr. Park Dietz von der University of California, Los Angeles sei Dahmer kein impulsiver, sondern ein kalkulierender Mörder gewesen, der große Anstrengungen unternommen habe, um seine Taten zu ermöglichen und zu verheimlichen. Sein Drang zu töten sei nicht zwanghaft gewesen, vielmehr habe er sich vor dem Tötungsakt betrinken müssen, um seine Hemmungen zu überwinden und die Tat begehen zu können. Bei einem wahrhaft zwangsgesteuerten Mörder hätte es dessen nicht bedurft.[134] Dass er sich habe kontrollieren können, zeige unter anderem auch die Zeitspanne von neun Jahren zwischen seinem ersten und zweiten Mord, während der er nicht getötet habe.[135] Das Töten selbst sei Dahmer zuwider gewesen, es habe nur als Mittel zum Zweck gedient. Seine sexuelle Befriedigung habe er nicht durch die Tötung seiner Opfer erlangt, sondern durch die Handlungen, die er post mortem vorgenommen habe. Außerdem sei Dahmer kein Sadist gewesen. Er habe seine Opfer nicht gequält, sondern sie betäubt, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Dietz befand, dass Dahmer bei allen seinen Taten zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe nicht an Wahnvorstellungen gelitten, da ihm bewusst gewesen sei, dass der Altar ihm nicht wirklich hätte Macht verleihen können.[136] Dietz’ abschließende Diagnose lautete auf Alkoholmissbrauchsstörung, Paraphilie, Borderline- und schizotype Persönlichkeitsstörung.[137]

Dr. George Palermo, ein Sachverständiger des Gerichts, war der einzige Gutachter, der Dahmer als sexuellen Sadisten einstufte. Seine aggressiven, feindseligen Neigungen hätten ihn zu den Taten getrieben, sein Sexualtrieb sei das Ventil für seine Zerstörungswut gewesen. Dahmer, den Palermo trotzdem als „liebenswürdig und intelligent“ beschrieb, habe eine ernste, behandlungsbedürftige Persönlichkeitsstörung, er sehe aber keine Anhaltspunkte für eine Psychose oder Nekrophilie. Vielmehr vertrat Palermo die Ansicht, Dahmer habe die Männer getötet, weil er sich von ihnen sexuell angezogen gefühlt habe und dadurch beseitigen wollte, was er an sich selbst am meisten gehasst habe – seine Homosexualität.[138] Von allen Gutachtern war Palermo außerdem der einzige, der Dahmer Lügen unterstellte. Er habe nicht – wie von Dahmer behauptet – getötet, um einen „Gefährten“ bei sich behalten zu können, sondern um Zeugen zu beseitigen. Des Weiteren bezweifelte Palermo, dass Dahmer seinen Opfern bei lebendigem Leib Löcher in den Kopf gebohrt oder Teile von ihnen gegessen habe. Er habe seine Taten nur noch grausiger erscheinen lassen wollen, als sie es ohnehin schon waren.[139][140] (Der Gerichtsmediziner Jeffrey Jentzen, der die Autopsien an Dahmers Opfern durchgeführt hatte, bestätigte jedoch in der Dokumentation The Jeffrey Dahmer Files, dass einige der Opfer entsprechende Schädel- und Hirnverletzungen aufwiesen, die ihnen ante mortem zugefügt worden waren. Dahmer hatte die Bohrungen und den Kannibalismus zudem erst erwähnt, nachdem die Polizei entsprechende Anhaltspunkte gefunden und ihn darauf angesprochen hatte.[141]) Palermo und Dr. Samuel Friedman, ein weiterer Sachverständiger des Gerichts, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Dahmer an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide. Friedman verneinte das Vorliegen einer Psychose und beschrieb Dahmer als „liebenswürdig, höflich, attraktiv, charmant und intelligent.“[142]

Der Fallanalytiker Robert Ressler, der Dahmer nach seiner Verhaftung mehrere Stunden lang im Auftrag des FBI verhört hatte, kategorisierte Dahmer als klassisches Beispiel eines organisierten Serienmörders. Dahmers Fall sei jedoch besonders, da er gegen Ende seiner Mordserie die Kontrolle verloren habe und zu unorganisierten Taten übergangen sei. Nach Resslers Auffassung beging Dahmer zumindest seine späteren Morde während psychotischer Episoden und damit im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit.[143] Da Ressler kein Psychiater oder Psychologe war, wurde er aber vom Gericht nicht als Gutachter in Dahmers insanity trial zugelassen.[144]

Spätere Gutachten gehen davon aus, dass Dahmer mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am Asperger-Syndrom litt, zu seinen Lebzeiten wurde ihm diese Diagnose jedoch nicht gestellt.[145]

Plädoyer und Urteilsspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verteidiger Boyle plädierte auf „schuldig, aber unzurechnungsfähig“ (guilty but insane). Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner geistigen Verfassung nicht Herr über seine Handlungen gewesen. Bei Erfolg dieser Verteidigungsstrategie wäre Dahmer nicht ins Gefängnis, sondern auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gekommen, wo er einer Therapie unterzogen worden wäre. Staatsanwalt McCann hingegen versuchte die Jury davon zu überzeugen, dass Dahmer sehr wohl in der Lage gewesen sei, sich zu kontrollieren. Er habe zielstrebig, planvoll und hinterhältig agiert.

Am 15. Februar 1992 wurde Dahmer von der Jury in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und für zurechnungsfähig erklärt. Vor der Verkündung des Strafmaßes am 17. Februar 1992, ließ Richter Gram die Angehörigen der Opfer zu Wort kommen und gab schließlich dem Angeklagten das letzte Wort. Dahmer, der während des Prozesses fast ausschließlich geschwiegen hatte, verlas eine Erklärung, in der er unter anderem Reue für das von ihm verursachte Leid bekundete. Er würde sein Leben dafür geben, die Taten ungeschehen zu machen. Er habe sich dem Prozess gestellt, um keine offenen Fragen zu hinterlassen und um der Welt zu zeigen, dass seine Verbrechen nicht hassmotiviert gewesen seien. Er hoffe, dass durch seinen Fall anderen Menschen wie ihm geholfen werden könne, bevor sie sich oder anderen Leid zufügen würden.[146]

Jeffrey Dahmer wurde zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden, lebenslänglichen Haftstrafen bzw. insgesamt 936 Jahren Gefängnis ohne Aussicht auf Entlassung verurteilt.[147] Einige Wochen später wurde Dahmer nach Akron, Ohio überstellt, wo er sich am 1. Mai 1992 in einem knapp einstündigen Verfahren vor einem Strafgericht des Mordes an Steven Hicks schuldig bekannte und zu einer weiteren lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Haftzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Verurteilung trat Dahmer seine Haft in der Columbia Correctional Institution, einem Hochsicherheitsgefängnis mit rund 600 Insassen in Portage, Wisconsin an. Das erste Jahr seiner Gefangenschaft verbrachte er in Isolationshaft, da man aufgrund seiner „Berühmtheit“ um seine Sicherheit fürchtete.[148] Zeitweise stand er zudem unter besonderer Beobachtung, da man fürchtete, dass er sich aufgrund einer sich abzeichnenden, schweren Depression das Leben nehmen könnte.[149] Mit seinem Einverständnis wurde er schließlich in den allgemeinen Gefängnistrakt verlegt[150] und erhielt unter anderem Zugang zur Gefängnisbücherei und weiteren Gemeinschaftseinrichtungen, wo er in Kontakt mit anderen Insassen kam.

Dahmer erhielt regelmäßig Besuch von seinem Vater, seiner Stiefmutter und seinem Bruder und telefonierte einmal wöchentlich mit seiner Mutter, die inzwischen in Kalifornien lebte. Außerdem erreichten ihn hunderte Briefe aus aller Welt – darunter ebenso Hassbotschaften wie Sympathiebekundungen, Geldgeschenke, Autogrammwünsche und Liebeserklärungen.[151][152] Während seiner Haftzeit wandte Dahmer sich wieder dem Christentum zu, studierte die Bibel und las Literatur zum Kreationismus. Außerdem besuchte er den Gottesdienst und ließ sich am 10. Mai 1994 vom Gefängnisgeistlichen taufen.[153]

Im Juli 1994 wurde Dahmer von einem Mithäftling mit einer Rasierklinge angegriffen, als er gerade die Gefängniskapelle verlies. Er trug bei diesem Angriff jedoch keine ernsthaften Verletzungen davon.[148][150][153]

Tod und Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Wochen vor seinem Tod wurde er einer Arbeitseinheit zugewiesen, die Hausmeistertätigkeiten verrichtete.[150] Am Morgen des 28. November 1994 waren Dahmer und seine Mitinsassen Jesse Anderson und Christopher Scarver eingeteilt, die Sanitäranlagen neben dem Fitnessraum zu reinigen. Als die Gefängniswärter die drei Häftlinge für einige Minuten unbeaufsichtigt ließen, schlug Scarver zuerst Dahmer und anschließend Anderson mit der Eisenstange einer Hantel nieder.[154][155] Dahmer lebte noch, war jedoch nicht ansprechbar, als er gegen 8.10 Uhr von einem Gefängniswärter in einer Blutlache gefunden wurde. Er wurde mit schweren Schädel- und Gesichtsfrakturen ins Divine Savior Hospital in Portage gebracht, wo man ihn um 9.11 Uhr für tot erklärte.[150] Anderson starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.[150]

Die Reaktionen auf Dahmers Tod fielen unterschiedlich aus. Die Mehrheit der Angehörigen der Opfer nahm die Nachricht froh und erleichtert auf. Die Schwester von Richard Guerrero gab an, sich darüber zu freuen, dass das „Monster“ nun endlich tot sei.[153] Erroll Lindseys Schwester meinte gegenüber der New York Times: “I wouldn’t say I wanted it to happen like this, but Jeffrey tore my family up.”[148] (Zu dt.: „Ich würde nicht sagen, dass ich wollte, dass es so passiert, aber Jeffrey hat meine Familie zerrissen.“) Andere reagierten gleichgültig und einige zeigten sich traurig und bestürzt. Die Schwester von Eddie Smith, die Dahmer während der Haft besucht hatte, um von ihm die Einzelheiten des Todes ihres Bruders zu erfahren, sagte über Dahmers Ermordung: “I couldn’t stop crying when I heard the news. […] I was crying for his parents. For him, because he was murdered. He shouldn’t have been murdered like that.”[153] (Zu dt.: „Ich konnte nicht aufhören zu weinen, als ich die Nachricht hörte. […] Ich habe um seine Eltern geweint. Um ihn, weil er ermordet wurde. Er hätte nicht auf diese Weise sterben sollen.“) Staatsanwalt E. Michael McCann äußerte: “This is the last sad chapter in a very sad life. Tragically, his parents will have to experience the same loss the families of his victims have experienced. I hope there will be no […] celebration as a folk hero for the man that killed Jeffrey Dahmer.”[148] (Zu dt.: „Dies ist das letzte traurige Kapitel eines sehr traurigen Lebens. Tragischerweise werden seine Eltern nun denselben Verlust erleben müssen, den die Familien seiner Opfer erfahren haben. Ich hoffe, dass der Mann, der Jeffrey Dahmer ermordet hat, […] nicht als Volksheld gefeiert wird.“) Dahmers Vater und Stiefmutter fanden Trost darin, dass Dahmer vor seinem Tod zu Gott gefunden habe und nun nicht mehr leiden müsse.[153] Seine Mutter reagierte wütend und fragte: “Now is everybody happy? Now that he’s bludgeoned to death, is that good enough for everyone?” (Zu dt.: „Sind jetzt alle froh und zufrieden, dass er zu Tode geprügelt wurde?“)

Der an Schizophrenie und Wahnvorstellungen[156] leidende Afroamerikaner Scarver, der bereits wegen Mordes einsaß und unmittelbar nach dem Angriff auf seine Mitinsassen erklärt hatte, dass Gott ihm den Auftrag dazu erteilt hätte,[157] wurde zu zwei weiteren lebenslangen Freiheitsstrafen für den Mord an Dahmer und Anderson verurteilt. Als Tatmotiv wurde Rache nicht ausgeschlossen, weil Dahmer viele afroamerikanische Männer getötet und Anderson versucht hatte, zwei Afroamerikanern den von ihm selbst begangenen Mord an seiner Frau anzuhängen.[153] Im Jahr 2015 erklärte Scarver schließlich gegenüber der New York Post, dass er Dahmer getötet habe, weil er von seinen Taten angewidert gewesen sei. Außerdem behauptete er, dass Dahmer bei Gefängnisinsassen und -personal unbeliebt gewesen wäre und man sie deshalb absichtlich unbeaufsichtigt gelassen hätte, damit er ihn töten konnte.[158] Die behördliche Untersuchung von Dahmers Tod im Jahr 1994 war jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass Scarver allein gehandelt hatte.[158] Nach Angaben der Gefängnisverwaltung war Dahmer gut mit anderen Insassen zurecht gekommen und es sei daher nicht unüblich gewesen, dass man ihn zeitweise unbeaufsichtigt gelassen habe.[150][153] Auch Dahmers Pastor Roy Ratcliff bestätigte, dass Dahmer sich von anderen Insassen nicht bedroht gefühlt habe.[150][159] Laut Joyce Flint sei es ihrem Sohn egal gewesen, ob ihm etwas zustoße.[153]

Nach seinem Tod stritten Dahmers Eltern um das Schicksal seiner sterblichen Überreste. Joyce Flint wollte das Gehirn ihres Sohnes der Wissenschaft für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, Lionel Dahmer wollte den letzten Willen seines Sohnes erfüllen und seinen Leichnam vollständig einäschern lassen. Im Dezember 1995 entschied ein Gericht zugunsten des Vaters.[160] Jeffrey Dahmers Asche wurde zwischen seinen Eltern aufgeteilt.

Bereits zu Dahmers Lebzeiten hatten ihn die Angehörigen seiner Opfer auf Entschädigung verklagt und 80 Mio. US-Dollar zugesprochen bekommen, da Dahmer aber nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, wurde diese Summe nie getilgt.[153] Nach seinem Tod begehrten elf Opferfamilien eine Entschädigung aus dem Nachlass des Serienmörders. Die darin befindlichen rund 300 Gegenstände[161] – darunter auch der Kühlschrank, indem Dahmer Körperteile seiner Opfer aufbewahrt hatte, der Bohrer und andere Tatwerkzeuge[162] – sollten zunächst versteigert und der Erlös unter den Familien aufgeteilt werden. Andere Opferfamilien fanden diese Idee hingegen geschmacklos[153] und eine Gruppe von Geschäftsleuten entschied sich daher, den Nachlass für 407.225 US-Dollar aufzukaufen. Die Summe wurde unter den Angehörigen der Opfer aufgeteilt und sämtliche Nachlassgegenstände wurden im Juni 1996 zerstört.[162] Der Oxford-Apartment-Komplex, in dem Dahmer zwölf seiner 17 Opfer getötet hatte, war bereits im November 1992 abgerissen worden.[163]

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmers Eltern und seine Stiefmutter wurden 1992 von Steven Hicks’ Mutter auf 50 Mio. US-Dollar verklagt, mit der Begründung, sie hätten die Abartigkeit ihres Sohnes und seine Gefahr für andere erkennen müssen.[164] 1994 veröffentlichte Lionel Dahmer ein Buch mit dem englischen Originaltitel A Father’s Story, in dem er versucht, den Ursachen für das mörderische Verhalten seines Sohnes auf den Grund zu gehen. Neben möglichen genetischen und medikamentösen Einflüssen, hinterfragt er auch, welche Rolle Jeffreys Erziehung und die zerrütteten familiären Verhältnisse gespielt haben könnten. Einen Teil des Bucherlöses spendete Lionel Dahmer den Angehörigen der Opfer seines Sohnes.[165]

Nach einem gescheiterten Suizid im März 1994[166] starb Joyce Flint im November 2000 an Krebs.[6] Während Lionel und Shari Dahmer ihren Nachnamen beibehielten, änderte Jeffrey Dahmers jüngerer Bruder David seinen Familiennamen und lebt seither in Anonymität.

Polizeiarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bald nach Dahmers Verhaftung und dem Bekanntwerden seiner Verbrechen kam es zu Protestmärschen und Kundgebungen, die vornehmlich von der nichtweißen Bevölkerung Milwaukees organisiert wurden und sich gegen das Milwaukee Police Department richteten. Die Protestierenden warfen der Polizei Voreingenommenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Afroamerikanern, Homosexuellen sowie anderen Minderheiten vor und erzürnten sich insbesondere am Verhalten der Polizisten im Fall von Konerak Sinthasomphone.[167] Obwohl die drei afroamerikanischen Frauen, die den blutenden und nackten Jugendlichen aufgefunden und die Polizei verständigt hatten, mehrfach ihre Bedenken dagegen äußerten, den Jugendlichen zurück in Dahmers Obhut zu geben, vertrauten die Beamten dessen Erklärungen und unterließen eine Überprüfung seines Polizeiregisters. (Dieses hätte ergeben, dass Dahmer wegen Verführung eines Minderjährigen vorbestraft war und sich zu diesem Zeitpunkt noch auf Bewährung befand.) Nachdem die Polizisten Sinthasomphone zurück in die Wohnung des Serienmörders gebracht hatten, machten sie sich per Funk über den vermeintlichen Streit des homosexuellen „Liebespaares“ lustig.[168] Afroamerikanische Politiker waren der Meinung, dass die Polizisten anders gehandelt hätten, wären der Jugendliche und die Frauen weiß und Dahmer schwarz gewesen.[167]

Die Beamten wurden für die Dauer der polizeiinternen Ermittlung des Vorfalls bei vollem Gehalt suspendiert und nach Abschluss der Ermittlungen aus dem Polizeidienst entlassen. Während seines letzten Wortes vor Gericht bedauerte Dahmer, dass die Polizisten seinetwegen ihre Jobs verloren hätten; sie treffe keine Schuld am Tod von Konerak Sinthasomphone. Später gab ein Gericht der Klage der beiden Polizisten statt und sie wurden wieder eingestellt. Die Familie von Konerak Sinthasomphone erhielt von der Stadt Milwaukee 850.000 US-Dollar als Wiedergutmachung für die Versäumnisse der Polizei.[169]

Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmer wird in zahlreichen filmischen, musikalischen und literarischen Werken erwähnt.

  • In der Handlung des US-amerikanischen Spielfilms Copykill von 1995 werden Bezüge zu Jeffrey Dahmer hergestellt.
  • Im Film Demolition Man gehört er zu den Schwerverbrechern, die aus dem „kryogenischen“ Gefängnis (Kälteschlaf) befreit werden sollen.
  • In der fünften Staffel von American Horror Story spielt Dahmer neben anderen Serienmördern (Ramirez, Gacy) eine Rolle.

Der fiktive Roman Zombie von Joyce Carol Oates aus dem Jahr 2002 beruht auf der Geschichte Dahmers. Im Jahr 2013 erschien die Graphic Novel Mein Freund Dahmer, in der Dahmers Jugendjahre von der Zeit an der Eastview Junior Highschool bis zu seinem ersten Mord aus der Sicht seines Schulfreundes Derf Backderf in Comicform beschrieben werden. In der gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahr 2017 spielt Ross Lynch den jugendlichen Jeffrey Dahmer.

Mehrere Lieder befassen sich explizit mit ihm, darunter die Songs 213 von Slayer, Jeffrey Dahmer von Soulfly, Arc Arsenal von At the Drive-In und Control von The Black Dahlia Murder sowie das Album Dahmer von Macabre. Im Lied Spooky Mormon Helldream aus dem Musical The Book of Mormon tritt er als Einwohner der Hölle auf und besingt seine Taten. Jeffrey Dahmer ist auch der Name einer kubanischen Grindcore/Deathmetal-Band aus Havanna.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischsprachige Originalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Derf Backderf: My Friend Dahmer: A Graphic Novel. Abrams ComicArts, New York 2012, ISBN 978-1-4197-0216-7.
  • Lionel Dahmer: A Father’s Story. William Morrow and Company, New York 1994, ISBN 978-0-688-12156-3.
  • Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. St. Martin’s Press, New York 1995, ISBN 0-312-92840-8.
  • Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective: The Interrogation and Investigation That Shocked The World. Poison Berry Press, 2016, ISBN 978-0-9947500-0-6.
  • Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. Hodder and Stoughton Ltd, London 1993, ISBN 0-340-57482-8.
  • Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough: The Secret Murders of Milwaukee’s Jeffrey Dahmer. iUniverse, Bloomington, IN 2011, ISBN 978-1-4620-6269-0.

Deutschsprachige Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Derf Backderf: Mein Freund Dahmer: Eine Graphic Novel über den Serienmörder Jeffrey Dahmer. 1. Auflage. Metrolit Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8493-0048-7.
  • Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder: Geschichte eines Vaters. Deutsche Erstausgabe. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1995, ISBN 3-596-12940-0.
  • Don Davis: Jeffrey Dahmer. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05700-7.
  • Robert J. Dvorchak und Lisa Holewa: Wer ist Jeffrey Dahmer? Das schockierende Porträt des Milwaukee-Mörders. Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1992, ISBN 3-404-13415-X.
  • Brian Masters: Todeskult. Der Fall Jeffrey Dahmer. Rowohlt Verlag, Reinbek 1995, ISBN 3-499-19698-0.

Filmmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehinterviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Inside Edition: Serial Killers. (Nancy Glass im Interview mit Jeffrey Dahmer.)
  • 1994: The Oprah Winfrey Show. (Oprah Winfrey im Interview mit Lionel Dahmer.)
  • 1994: Dateline NBC: Confessions of A Serial Killer. MSNBC. (Stone Phillips im Interview mit Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer und Joyce Flint.)
  • 2004: Larry King Live. CNN. (Larry King im Interview mit Lionel und Shari Dahmer.)

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: The Trial of Jeffrey Dahmer. Regie: Elkan Allan.
  • 1992: Dahmer: Mystery of the Serial Killer. Regie: Michael Husain.
  • 1993: To Kill and Kill Again. Regie: Patrick Fleming.
  • 1994: Everyman: Profile of a Serial Killer.
  • 1996: Jeffrey Dahmer: The Monster Within. Regie: Bill Harris.
  • 2013: The Jeffrey Dahmer Files. Regie: Chris James Thompson.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: The Secret Life: Jeffrey Dahmer. Regie: David R. Bowen, Carl Crew als Dahmer.
  • 2002: Dahmer. Regie: David Jacobson, Jeremy Renner als Dahmer.
  • 2006: Raising Jeffrey Dahmer. Regie: Rich Ambler, Rusty Sneary als Dahmer.
  • 2017: My Friend Dahmer. Regie: Marc Meyers, Ross Lynch als Dahmer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephen McFarland: Jeffrey Dahmer, the Milwaukee Cannibal, is caught in 1991. In: Daily News. NYDailyNews.com, 21. Mai 2015, abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch, Ursprünglich ein Artikel aus der Daily News vom 24. Juli 1991, archiviert auf der eigenen Webseite).
  2. Siehe Abschnitt 3.2 Psychiatrisches Gutachten dieses Artikels.
  3. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 26.
  4. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 21.
  5. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 22.
  6. a b Joyce Flint; Serial Killer Jeffrey Dahmer’s Mother. In: Los Angeles Times. tronc, Inc, 6. Dezember 2000, abgerufen am 14. Mai 2017 (englisch).
  7. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 24.
  8. Joyce Flint im Interview mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  9. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 44.
  10. Lionel Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  11. Zitat während des Interviews mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  12. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 46.
  13. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 24.
  14. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 27.
  15. a b Robert Dvorchak: Murder in Milwaukee: Experts Struggle to Explain Dahmer’s Compulsion: Crime: His behavior was always on the edge, childhood acquaintances say. But no one intervened to help him, and his problems escalated. In: Los Angeles Times. 11. August 1991, ISSN 0458-3035 (latimes.com [abgerufen am 17. April 2017]).
  16. Cover Story: The Door of Evil – Vol. 36 No. 5. In: PEOPLE.com. 12. August 1991 (people.com [abgerufen am 17. April 2017]).
  17. a b Probation Officer Duly Noted Dahmer’s Battle With Demons. In: tribunedigital-chicagotribune. (chicagotribune.com [abgerufen am 17. April 2017]).
  18. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 38.
  19. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 39–40.
  20. Lionel Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  21. Confessions of a Serial Killer. In: MSNBC. (msnbc.com [abgerufen am 17. April 2017]).
  22. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 211.
  23. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 37.
  24. Jeffrey Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  25. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 209.
  26. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 63.
  27. a b c Dahmers protokolliertes Geständnis vor dem Milwaukee Police Department, S. 21.
  28. Derf Backderf: My Friend Dahmer. Hrsg.: Abrams Books. S. 206–207.
  29. Derf Backderf: My Friend Dahmer. Hrsg.: Abrams Books. S. 208.
  30. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 31.
  31. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 203.
  32. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 205.
  33. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 45.
  34. James C. Oleson: Criminal Genius: A Portrait of High-IQ Offenders. Hrsg.: University of California Press. 2016, ISBN 978-0-520-28241-4, S. 15.
  35. Colin Wilson, Damon Wilson: An End To Murder: Human beings have always been cruel, savage and murderous. Is all that about to change? Robinson, 24. September 2015.
  36. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 35.
  37. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 40.
  38. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 205.
  39. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 35.
  40. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 207.
  41. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 38.
  42. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 207–208.
  43. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 208.
  44. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 210.
  45. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 65.
  46. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 46–47.
  47. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 43.
  48. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 214.
  49. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 43.
  50. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 214.
  51. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 53–55.
  52. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 63.
  53. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 74–75.
  54. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 77.
  55. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 77.
  56. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 59.
  57. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 47.
  58. Dr. Eugene Watermann: Surviving Jeffrey Dahmer – A Victim’s Recovery Through Therapy. Abgerufen am 14. Mai 2017 (englisch).
  59. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 220.
  60. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 62.
  61. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. government, U.S. Department of Justice, S. 29, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch).
  62. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 62.
  63. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 49.
  64. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 64–65.
  65. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 50.
  66. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 69.
  67. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 98.
  68. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 50–51.
  69. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 71.
  70. Laut Dahmers eigener Schätzung.
  71. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 51.
  72. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 84–87.
  73. Laut den FBI-Akten wurde Doxtater am 1. März 1973 geboren, womit er zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt gewesen ist. Staatsanwalt Michael McCann erwähnte gegenüber den Geschworenen hingegen zweimal, dass Doxtater 15 Jahre alt gewesen sei, zu hören in der Dokumentation The Trial of Jeffrey Dahmer von Elkan Allan aus dem Jahr 1992.
  74. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 93–94.
  75. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 95.
  76. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 96–97.
  77. The Trial of Jeffrey Dahmer. Videodokumentation von Elkan Allan über das Gerichtsverfahren in Milwaukee aus dem Jahr 1992.
  78. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 66.
  79. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 59–60.
  80. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 108.
  81. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 100–103.
  82. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 108.
  83. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 109–110.
  84. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 110–111.
  85. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 80.
  86. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 112, 118.
  87. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 112, 113.
  88. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 115.
  89. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 120.
  90. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 81.
  91. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 121.
  92. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 122.
  93. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 82.
  94. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 123.
  95. Jeffrey Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Sendung Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC im Februar 1994.
  96. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 137–141.
  97. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 142.
  98. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 143, 146−147.
  99. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 149.
  100. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 1−2.
  101. Schilderung von Detective Patrick Kennedy im Radio-Interview für The Opie and Anthony Show am 31. Januar 2013.
  102. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 3–5.
  103. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 3.
  104. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 4.
  105. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 4.
  106. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 26.
  107. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 29–30.
  108. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 31.
  109. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 37.
  110. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 4.
  111. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. government, U.S. Department of Justice, S. 21, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch).
  112. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 8.
  113. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 6.
  114. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. government, U.S. Department of Justice, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch, Errechnet nach den angegebenen Geburtsdaten).
  115. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer.
  116. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 141.
  117. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 147.
  118. Gabi Vogt: Das Monster lebte fastzwei Jahre in Baumholder. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, 17. Februar 2012, abgerufen am 14. Mai 2017.
  119. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 86.
  120. Jeffrey Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die MSNBC-Sendung Dateline NBC: Confessions of a Serial Killer im Februar 1994.
  121. Jeffrey Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die MSNBC-Sendung Dateline NBC: Confessions of a Serial Killer im Februar 1994.
  122. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 81.
  123. Jeffrey Dahmer im Interview mit Nancy Glass für die Fernsehsendung Inside Edition.
  124. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 216.
  125. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 248.
  126. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 189.
  127. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 204.
  128. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294.
  129. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 244.
  130. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 194.
  131. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294.
  132. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294.
  133. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294–295.
  134. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 295–296.
  135. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 246.
  136. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 206–209.
  137. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 296.
  138. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 296.
  139. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 196–197.
  140. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 207.
  141. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 159–161.
  142. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 296.
  143. Dokumentation Robert Ressler: The Man Who Lives With Monsters (2001).
  144. Brent E. Turvey: Criminal Profiling:An Introduction to Behavioral Evidence Analysis. Academic Press, Elsevier, 2008, ISBN 978-0-12-374100-4, S. 118–119.
  145. Neurodevelopmental and psychosocial risk factors in serial killers and mass murderers. In: Aggression and Violent Behavior. Volume 19, Issue 3, Mai–Juni 2014, Seite 288–301.
  146. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 216–219.
  147. 15 Life Terms and No Parole for Dahmer. The New York Times, 18. Februar 1992. Abgerufen am 30. April 2017. (englisch)
  148. a b c d Jeffrey Dahmer, Multiple Killer, is Bludgeoned to Death in Prison The New York Times am 29. November 1994, abgerufen am 3. Mai 2017. (englisch)
  149. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 164.
  150. a b c d e f g Dahmer Is Beaten To Death In Prison. Chicago Tribune am 29. November 1994, abgerufen am 3. Mai 2017. (englisch)
  151. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 166–168.
  152. Zögling des Satans (spiegel.de)
  153. a b c d e f g h i j The Final Victim. People Magazine, 12. Dezember 1994. (englisch)
  154. Laut den ersten Medienberichten nach der Tat wurde neben Dahmer auch ein blutiger Besenstiel gefunden, später wurde jedoch ausgeschlossen, dass es sich hierbei um die Tatwaffe handelte.
  155. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 168 (Nachwort).
  156. Jeffrey Dahmer’s Revelations. Newsweek, 11. Dezember 1994, abgerufen am 7. Mai 2017. (englisch)
  157. Dahmer Killer Charged Time Magazine, 15. Dezember 1994, abgerufen am 9. Mai 2017.
  158. a b Why I Killed Jeffrey Dahmer. The New York Post am 28. April 2015, abgerufen am 3. Mai 2017. (englisch)
  159. Would serial killer Dahmer have been an evangelist? Reuters, 11. Dezember 2006, abgerufen am 7. Mai 2017. (englisch)
  160. Judge Orders Jeffrey Dahmer’s Brain Destroyed. The Los Angeles Times am 13. Dezember 1995, abgerufen am 3. Mai 2017. (englisch)
  161. Morbid mementos – Serial killer’s property set to go on the auction block. CNN, 8. Mai 1996, abgerufen am 12. Mai 2017. (englisch)
  162. a b Serial Killer’s Possessions to Be Destroyed. The New York Times, 15. Juni 1996, abgerufen am 12. Mai 2017. (englisch)
  163. Dahmer’s Apartment had a stigma to it. Marquette Wire, 8. März 2007, abgerufen am 14. Mai 2017.
  164. "Victim’s Mother Seeks $50 Million from Dahmers." Associated Press News Archive, 29. August 1992, abgerufen am 14. Mai 2017.
  165. Dahmer’s Father also asks ‚why‘? Los Angeles Times, 6. April 1994, abgerufen am 14. Mai 2017.
  166. "Jeffrey Dahmer’s Mother attempts suicide in California." UPI, 31. März 1994, abgerufen am 14. Mai 2017.
  167. a b Grisly Killings Trap Milwaukee In Turmoil. Chicago Tribune, 5. August 1991, abgerufen am 14. Mai 2017.
  168. Could Police Have Saved Young Victim? Seattle Times, 2. August 1992, abgerufen am 14. Mai 2017.
  169. Family of Dahmer Victim Makes Tentative Settlement. Orlando Sentinel, 22. März 1995, abgerufen am 14. Mai 2017.