Jeffrey Dahmer

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Jeffrey Lionel Dahmer (* 21. Mai 1960 in Milwaukee, Wisconsin; † 28. November 1994 in Portage, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Serienmörder.

Von 1978 bis 1991 tötete er 17 junge Männer und Jugendliche, die vornehmlich aus der Homosexuellenszene Milwaukees stammten. Er ging dabei fast immer nach dem gleichen Modus Operandi vor: Zunächst lockte er sein Opfer unter einem Vorwand in sein Apartment, wo er es betäubte, sexuell missbrauchte und erwürgte. Anschließend nahm er nekrophile Handlungen an der Leiche vor, fotografierte sie in grotesken Posen und dokumentierte ihre Zerstückelung mit einer Sofortbildkamera. Häufig hob er den Schädel und andere Körperteile seines Opfers auf und praktizierte in einigen Fällen Kannibalismus, was ihm in den Medien den Beinamen The Milwaukee Cannibal[1] (alternativ The Milwaukee Monster)[2] einbrachte.

Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 konnten ihm 15 der 16 in Wisconsin verübten Morde nachgewiesen werden. Obwohl bei Dahmer verschiedene psychische Störungen diagnostiziert wurden,[3] erklärte ihn ein Geschworenengericht in Milwaukee für zurechnungsfähig und verurteilte ihn zu 15 aufeinanderfolgenden, lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung. In Ohio, wo Dahmer seinen ersten Mord begangen hatte, erhielt er ein weiteres Mal lebenslänglich.

Am 28. November 1994 wurde er im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

Dahmer zählt zu den bekanntesten Serienmördern des 20. Jahrhunderts und wird häufig in einer Riege mit David Berkowitz, Ted Bundy, John Wayne Gacy und Richard Ramírez genannt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Serienmördern bekundete er Reue für seine Taten, zeigte sich kooperativ bei den polizeilichen Ermittlungen und räumte auch Morde ein, die ohne sein Geständnis nicht entdeckt worden wären. Er betonte mehrfach, dass er die alleinige Verantwortung für seine Taten trage und weder seine Eltern noch die Gesellschaft oder die Strafverfolgungsbehörden, denen in Dahmers Fall eine Reihe von Ermittlungsfehlern unterlaufen waren, eine Mitschuld treffe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeffrey Lionel Dahmer, genannt „Jeff“, wurde am 21. Mai 1960 im Evangelical Deaconess Hospital in Milwaukee[4][5] im US-Bundesstaat Wisconsin als der ältere von zwei Söhnen des Ehepaars Joyce Annette (geb. Flint) und Lionel Herbert Dahmer geboren. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte Dahmers Vater, dessen Vorfahren aus Deutschland und Wales stammten,[6] ein Studium der Analytischen Chemie an der Marquette University und arbeitete nebenbei als Assistent.[7] Seine Mutter, die norwegische Wurzeln hatte, gab ihren Beruf als Ausbilderin im Fernschreibwesen auf, nachdem sie schwanger geworden war, arbeitete als Hausfrau[8] und machte später einen Masterabschluss in psychosozialer Beratung.[9]

Laut Lionel Dahmer litt seine Frau während der Schwangerschaft an Krampfanfällen und habe deshalb von ihrem behandelnden Arzt Morphin, Barbiturate und Phenobarbital verabreicht bekommen.[7] Joyce Dahmer bestritt jedoch, Krampfanfälle gehabt zu haben und sie wisse nicht mehr, welche Medikamente ihr verschrieben worden seien.[10] Nach Jeffreys Geburt erkrankte sie an einer postpartalen Depression[11] und auch in den folgenden Jahren seiner Kindheit und Jugend litt sie immer wieder an verschiedenen psychischen und physischen Beschwerden, die sie teilweise für längere Zeit ans Bett fesselten und medikamentös behandelt werden mussten.[12] Dahmers Vater konzentrierte sich vor allem auf seine Karriere und war berufsbedingt häufig abwesend. In der Folge schenkten beide Elternteile ihrem Sohn immer weniger Aufmerksamkeit.

Im September 1962 zog die Familie nach Ames, Iowa, wo Dahmers Vater eine Forschungsassistenten- und Doktorandenstelle an der Iowa State University antrat. Im März 1964 musste Dahmer im Alter von knapp vier Jahren aufgrund eines beidseitigen Leistenbruchs operiert werden.[13] Lionel Dahmer beobachtete, dass sich sein bis dahin unbeschwerter und lebhafter Sohn nach dieser schmerzhaften Erfahrung zu einem stillen und verschlossenen Jungen entwickelte.[14][15] Im Herbst 1966 wurde Lionel Dahmer der Doktortitel verliehen und er fand eine Anstellung als Chemiker in der Forschungsabteilung einer Fabrik in Akron, Ohio. Die Familie zog daraufhin ins nahegelegene Doylestown, wo Dahmer im Oktober 1966 in die Hazel Harvey Elementary School eingeschult wurde.[16] Er ging nur widerwillig, fast ängstlich, zur Schule und sowohl seinen Eltern als auch seiner Klassenlehrerin fiel auf, dass der Junge „außergewöhnlich scheu und zutiefst unglücklich“[17] wirkte. Er war höflich und folgsam, zeigte jedoch wenig Interesse am Unterricht und knüpfte kaum Kontakt zu anderen Kindern.[17] Trotzdem hatte er ein paar Spielkameraden,[18] liebte seine Hündin „Frisky“ und freute sich über die Geburt seines jüngeren Bruders am 18. Dezember 1966, dem er den Namen David geben durfte.[19]

Nach einem weiteren Umzug im April 1967 nach Barberton, der für Jeffrey mit einem Wechsel auf die dortige Grundschule verbunden war, ließen sich die Dahmers 1968 schließlich in einem eigenen Haus mit großem Waldgrundstück in Bath, Ohio nieder. Jeffrey wechselte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate die Schule und besuchte nun die Bath Elementary School. Laut einigen Quellen und der später über Jeffrey Dahmer angelegten Bewährungsakte soll Lionel Dahmer behauptet haben, dass sein Sohn kurz darauf im Alter von acht Jahren von einem älteren Nachbarsjungen sexuell missbraucht wurde.[20][21][22] Der angebliche Vorfall wurde jedoch nicht zur Anzeige gebracht und sowohl Lionel als auch Jeffrey Dahmer selbst bestritten in späteren Interviews, dass in seiner Kindheit und Jugend jemals ein physischer oder psychischer Missbrauch stattgefunden habe.[22][23]

Im Jahr 1970 wurde Dahmers Mutter mehrere Wochen lang aufgrund von schweren Angstzuständen in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses behandelt.[24] Die von Beginn an schwierige Ehe der Dahmers wurde dadurch schwer belastet und begann in die Brüche zu gehen. Dahmer musste häufig miterleben, wie es zwischen seinen Eltern zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen kam, die mehrere Male durch die Polizei geschlichtet werden mussten.[20] Die damalige familiäre Situation beschrieb Dahmer später als „extrem angespannt“.[11] Als Kind und Jugendlicher suchte er die Schuld für den andauernd schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter und das Scheitern der Ehe seiner Eltern bei sich[11][25] und er reagierte seine Frustration ab, indem er hinter dem Haus mit Ästen und Stöcken auf Bäume einschlug.[26]

Ab seinem zehnten Lebensjahr verließ Dahmer immer seltener das Haus und verbrachte viel Zeit allein in seinem Zimmer. Um ihn aus seiner Isolation herauszuholen, versuchte sein Vater ihn für Sportarten wie Tennis, Krafttraining oder Bogenschießen zu begeistern und schickte ihn auf eine Pfadfinderreise nach New Mexico, doch Dahmers Interesse an diesen Aktivitäten war nie von langer Dauer.[27] Das einzige „Hobby“ für das sich Dahmer bereits seit früher Kindheit anhaltend begeistern konnte, waren tote Tiere. Als Vierjähriger spielte er vergnügt mit den Knochen eines Kadavers,[28] und als Achtjähriger wollte er beim Essen eines Hühnchens von seinem Vater wissen, was mit den Hühnerknochen passiere, wenn man sie in eine Bleichlösung legen würde.[15] Er sammelte tote Insekten, Vögel und kleine Nagetiere und konservierte sie in Gläsern mit Formaldehyd, die er in einem Schuppen hinter dem Haus seiner Eltern aufbewahrte.[29] Ab seinem zwölften Lebensjahr begann Dahmer in der Nähe des elterlichen Grundstücks überfahrene Tierkadaver vom Straßenrand aufzusammeln, um sie zu obduzieren.[30][31] Er legte sich einen Tierfriedhof an und erschreckte die Nachbarschaft, als er den halb verwesten Schädel eines überfahrenen Hundes auf einen Ast spießte und den dazugehörigen Körper an einem Baum aufhing.[32][33] Dahmer erklärte später, dass das Häuten und Zerlegen der toten Tiere ihm ein Gefühl von Macht und Kontrolle verliehen habe.[31] Im Gegensatz zu vielen anderen Serienmördern bereitete es Dahmer jedoch kein Vergnügen, Tiere zu quälen oder sie selbst zu töten.[29][34]

Jugend und Highschool-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Beginn der Pubertät entdeckte Dahmer seine Homosexualität. Im Alter von 13 Jahren traf er sich einige Male mit einem Jungen aus der Nachbarschaft, mit dem er einvernehmliche Intimitäten austauschte, wobei es jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr kam.[35] Abgesehen von diesem Erlebnis behielt Dahmer seine sexuelle Orientierung für sich und verheimlichte sie insbesondere vor seinem Vater, der seine Homosexualität nicht akzeptiert hätte.[15] Dahmer erinnerte sich später, dass er im Alter von etwa 14 oder 15 Jahren die ersten nekrophilen und gewaltbesetzten Fantasien entwickelte. In einer dieser Fantasien überwältigte er einen Jogger, der im realen Leben regelmäßig am Haus der Dahmers vorbeilief, und verging sich an dessen wehrlosem Körper. Eines Tages wollte er die Fantasie in die Tat umsetzen und legte sich mit einem Baseballschläger auf die Lauer. Der Jogger kam jedoch nicht vorbei und so gab Dahmer seinen Plan unverrichteter Dinge auf.[36] Im Laufe der Zeit wurden seine Fantasien immer ausgeprägter, pervertierter und ununterdrückbarer, wobei sich seine Gedanken fast immer um Sex mit regungslosen, männlichen Körpern und deren Zerstückelung drehten.

Sowohl seine Fantasien als auch die angespannte familiäre Situation machten ihm schwer zu schaffen und daher suchte er ab seinem 14. Lebensjahr heimlich Linderung im Alkohol.[37] Bei seinem Wechsel von der Eastview Junior Highschool auf die Revere Senior Highschool in Bath im Jahr 1974 fiel damaligen Schulkameraden bereits auf, dass Dahmer sich äußerlich verändert hatte. Durch den Alkohol hatte er erkennbar an Gewicht zugelegt[37] und sein Gang sowie seine gesamte Körperhaltung wirkten eigenartig steif und verkrampft, was ihn zur Zielscheibe von Mobbing machte.[38] Obwohl er von Zeitgenossen als überdurchschnittlich intelligent eingeschätzt wurde und ihm ein IQ von 117[39] bis 145[40][41] nachgesagt wird, waren Dahmers Schulnoten trotz privatem Nachhilfeunterricht durchwachsen.[37] Er spielte ein Blasinstrument in der Schulband, Tennis in der Schulmannschaft und arbeitete bei der Schülerzeitung mit,[42] galt aber trotz dieser Aktivitäten unter seinen Klassenkameraden als Einzelgänger und Sonderling, der nur wenige und keine engen Freunde hatte. Für einige Zeit gelang es ihm, durch das Vortäuschen spastischer, epileptischer oder allergischer Anfälle[43] sowie andere bizarre Späße und Streiche die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler auf sich zu ziehen, so dass diese einen nicht ganz ernst gemeinten „Dahmer-Fanclub“ gründeten[36] und “Doing a Dahmer” (zu dt.: „einen auf Dahmer machen“) an seiner Highschool zum Inbegriff für albernes, seltsames Verhalten wurde.[44]

Ab 1976 fiel seinen Mitschülern auf, dass er sich regelmäßig vor, während und nach dem Unterricht mit hochprozentigem Alkohol betrank[44][45] und Marihuana rauchte.[46] Seine Eltern und Lehrer schienen hingegen wenig bis keine Notiz von seinem Alkohol- und Drogenkonsum zu nehmen. Nur ein einziges Mal musste er zur Strafe nachsitzen, nachdem man ihn auf dem Schulgelände mit Alkohol erwischt hatte.[26] Von diesem Vorfall abgesehen, gelang es Dahmer – trotz seiner zunehmenden Alkoholsucht und immer obsessiver werdenden Gewaltfantasien – gegenüber Erwachsenen den Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten und seine wahren Gefühle zu verbergen. Lehrer und Nachbarn erlebten ihn als höflich und respektvoll.[44] Mit dieser Art gelang es ihm während einer Klassenfahrt nach Washington, D.C. auch, mit nur einem Anruf für sich und seine Klassenkameraden eine spontane Führung durch das Büro des damaligen Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten, Walter Mondale, zu erhalten. Bei der Führung lernte er neben Mondale auch den Publizisten Art Buchwald, der zufällig ebenfalls anwesend war, persönlich kennen.[26]

Die Ehe der Eltern war im August 1977 endgültig zerrüttet. Joyce Dahmer hatte gerichtlich ein Kontaktverbot gegen ihren Ehemann erwirkt[38] und Lionel Dahmer zog daraufhin in ein nahegelegenes Motel.[47] In den folgenden Monaten wurde Dahmers Familienleben von dem laufenden Scheidungsverfahren seiner Eltern und dem Streit um das Sorgerecht für seinen noch minderjährigen Bruder geprägt. In der Schule hatten sich die meisten seiner Mitschüler aufgrund seiner Trinkerei von ihm abgewandt. Am 4. Juni 1978 machte Dahmer seinen Highschool-Abschluss. Die erste und einzige Verabredung mit einem Mädchen hatte Dahmer am Abend seines Abschlussballs. Die Verabredung war von Klassenkameraden arrangiert worden und Dahmer war während des gesamten Abends so nervös und verunsichert, dass er sich für mehrere Stunden heimlich davon schlich und erst wieder auftauchte, um das Mädchen zur vereinbarten Uhrzeit nach Hause zu fahren.[48]

Kurze Zeit nach Dahmers Schulabschluss zog seine Mutter mit seinem Bruder – ohne das Wissen des Vaters – zurück nach Wisconsin. Jeffrey Dahmer lebte von nun an allein in seinem Elternhaus.

Der erste Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Mord beging Dahmer knapp einen Monat nach seinem 18. Geburtstag. Am Nachmittag des 18. Juni 1978 nahm er den gleichaltrigen Steven Mark Hicks, der von einem Rock-Konzert im Chippewa Lake Park kam, per Anhalter mit. Hicks folgte der Einladung zu ein paar Bier und einem Joint in Dahmers Elternhaus, im Gegenzug versprach Dahmer, ihn anschließend nach Hause zu fahren. Über das was in den ein bis zwei Stunden geschah, die Hicks bei Dahmer verbrachte, existieren sowohl im Polizeiprotokoll von Dahmers Geständnis[49] als auch in den Medien widersprüchliche Angaben. Teilweise wurde berichtet, dass es zu einvernehmlichem Sex kam,[50] laut anderen Quellen war Hicks heterosexuell und Dahmer habe keine Annäherungsversuche unternommen.[51][52] Als Hicks aufbrechen wollte, versuchte Dahmer ihn daran zu hindern. Es kam zur Rangelei, bei der Dahmer Hicks mit einer Hantel bewusstlos schlug. Anschließend erwürgte er ihn und masturbierte, während er sich an der Leiche verging.[50][52]

Bei Anbruch der Dunkelheit brachte er den Leichnam in einen Kriechkeller unter dem Haus, wo er ihn am nächsten Tag mit einem Jagdmesser zerstückelte. Aufgrund der sommerlichen Hitze wurde der Verwesungsgeruch so stark, dass Dahmer fürchtete, seine Eltern könnten ihn bei ihrer Rückkehr bemerken. Also beschloss er, die Leiche auf einer nahegelegenen Mülldeponie zu entsorgen. Er lud die in Müllsäcke verpackten Leichenteile auf die Rückbank seines Autos und machte sich in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1978 auf den Weg dorthin. Auf halber Strecke wurde er von einer Polizeistreife angehalten, da er über die Mittellinie gefahren war. Er musste aussteigen und sich einem Alkoholtest unterziehen, den er jedoch bestand. Als der Polizist mit der Taschenlampe über die Müllsäcke auf der Rückbank leuchtete und nach dem von ihnen ausgehenden Geruch fragte, erklärte Dahmer, dass er wegen der Scheidung seiner Eltern nicht schlafen könne und deshalb Hausabfälle entsorgen wolle. Der Polizist gab sich mit dieser Erklärung zufrieden, stellte Dahmer einen Strafzettel wegen verkehrswidrigen Fahrens aus und ließ ihn weiterfahren.[53][54] (Es sollte sich zufälligerweise um denselben Polizisten handeln, der nach Dahmers Verhaftung im Sommer 1991 vom Bath Police Department nach Milwaukee geschickt wurde, um Dahmer zum Mord an Steven Hicks zu vernehmen, und der im Laufe des Verhörs erschüttert feststellte, dass er Dahmers Mordserie in dieser Nacht hätte verhindern können.)[55][56]

Aus Sorge, doch noch erwischt zu werden, machte Dahmer kehrt und fuhr mit den Leichenteilen zurück zu seinem Elternhaus, wo er sie in kleine Stücke zertrümmerte und weitläufig auf dem Waldgrundstück zerstreute.[57] Bis auf eine Halskette verbrannte er alle Habseligkeiten seines Opfers. Die Kette versenkte er zusammen mit dem Jagdmesser im Cuyahoga River.[58] Steven Hicks wurde am 24. Juni 1978 vermisst gemeldet und galt für die kommenden 13 Jahre als spurlos verschwunden. Dahmer sagte später über seinen ersten Mord: “Nothing’s been normal since then. It taints your whole life. After it happened I thought that I’d just try to live as normally as possible and bury it, but things like that don’t stay buried.”[58] (Zu dt.: „Seitdem ist nichts mehr normal. Es überschattet dein ganzes Leben. Nachdem es passiert war, dachte ich, ich würde einfach versuchen, so normal wie möglich weiter zu leben und die Sache begraben. Aber Dinge wie diese bleiben nicht verborgen.“)

Zeit im College, bei der Armee und in Florida[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Scheidung von Dahmers Eltern wurde am 24. Juli 1978 rechtskräftig. Lionel Dahmer kehrte am 26. August 1978 nach monatelanger Abwesenheit in sein Haus zurück, wo er seinen älteren Sohn vollkommen sich selbst überlassen, ohne Geld und Zukunftspläne vorfand. Auf Shari Jordan, die neue Lebensgefährtin seines Vaters, wirkte Dahmer damals wie ein „kleiner hilfloser Junge“, der von der Trennung seiner Eltern traumatisiert und beschämt schien.[59] Zusammen mit ihr zog Dahmers Vater daraufhin wieder ins Haus ein und sie bewegten ihn dazu, sich für das im September beginnende Herbst-Semester an der Ohio State University in Columbus im Hauptfach Wirtschaft einzuschreiben. Doch anstelle die Vorlesungen zu besuchen, gab sich Dahmer seiner Alkoholsucht hin und schlief seinen Rausch gelegentlich sogar in aller Öffentlichkeit aus.[44] Um seine Alkoholsucht zu finanzieren, spendete er im Plasmazentrum der Universität so oft Blut, dass man seine Spenden schließlich auf eine pro Woche limitierte.[60] Sozialen Kontakten mit seinen Kommilitonen ging er aus dem Weg und seine Zimmergenossen baten um seine Verlegung, da sie ihn des Diebstahls verdächtigten.[60] Laut seinem ersten Vierteljahreszeugnis hatte er gerade einmal 45 von 100 möglichen Punkten erreicht und sich damit für keinen fortführenden Kurs qualifiziert. Sein Vater nahm ihn daraufhin vom College. Als Lionel Dahmer Jeffreys persönliche Sachen aus dessen Campus-Zimmer abholte, entdeckte er einen ganzen Vorrat an Bier- und Weinflaschen und realisierte nach einem Gespräch mit Jeffreys Zimmergenossen zum ersten Mal, dass sein Sohn ein ernstes Alkoholproblem hatte.[61] In der Hoffnung, Jeffrey würde durch Disziplin wieder auf den richtigen Weg gebracht werden, schickte er ihn zur United States Army.[62]

Im Januar 1979 unterzog Dahmer sich der Musterung und begann seine Grundausbildung im Fort McClellan in Anniston, Alabama,[62] gefolgt von einer sechswöchigen Ausbildung zum Sanitäter im Armeekrankenhaus in San Antonio, Texas.[63] Das medizinische Wissen, das er sich hierbei aneignete, brachte er auch bei seinen späteren Taten zur Anwendung. Ab dem 13. Juli 1979 war Dahmer im rheinland-pfälzischen Baumholder stationiert[64] und verfiel spätestens dort wieder in alte Trinkgewohnheiten. Nach Angaben eines seiner dortigen Zimmergenossen soll Dahmer ihn während der gemeinsamen Dienstzeit schwer misshandelt, tyrannisiert und vergewaltigt haben. Die Vorgesetzten seien seinem damaligen Hilfeersuchen und seinen Beschuldigungen gegenüber Dahmer aber nicht nachgegangen.[65] Außer den Angaben des Zimmergenossen sind keine Aufzeichnungen oder andere Zeugenaussagen bekannt, welche die Behauptungen verifizieren. Dahmer selbst gab an, in Deutschland weder Straftaten begangen und noch sexuelle Kontakte gehabt zu haben.[66] Andere Kameraden beschrieben ihn abermals als introvertierten Einzelgänger, der sich oft tagelang bis zur Besinnungslosigkeit betrank,[44] Black Sabbath hörte und zu Wutausbrüchen neigte, wenn man ihn reizte.[64] Aufgrund seines exzessiven Alkoholkonsums und mehreren erfolglosen Disziplinarmaßnahmen, wurde Dahmer sechs Monate vor Ablauf seiner Verpflichtung ehrenhaft aus der Armee entlassen.[67][68] Am 24. März 1981 flog er zurück in die Vereinigten Staaten, wo am 26. März 1981 seine Einsatznachbesprechung stattfand[69] und er ein Flugticket mit US-Destination seiner Wahl erhielt.

Nach den kalten Wintern in Deutschland entschied Dahmer sich für das warme Klima Floridas. Er bezog ein Motel-Zimmer in Miami Beach und fand Arbeit in einem Sandwich-Shop an der Collins Avenue. Eine aus England stammende Kollegin, die ohne Arbeitserlaubnis in den Vereinigten Staaten weilte, bat Dahmer, sie zu heiraten, um ihren Status zu legalisieren. Er war jedoch weder an ihr noch an einer Zweckehe interessiert, weshalb er ablehnte.[68] Da er seinen Lohn fast ausschließlich in Alkohol investierte, konnte er sich das Motel bald nicht mehr leisten. Eine Zeit lang übernachtete er am Strand, bevor er sich schließlich überwinden konnte, seinen Vater anzurufen und ihn um Geld zu bitten. Lionel Dahmer kaufte ihm daraufhin ein Flugticket, das ihn im September 1981 zurück nach Ohio brachte.

Rückkehr nach Ohio und Milwaukee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurück in seiner Heimat, zog Dahmer wieder bei seinem Vater und Shari, die im Dezember 1978 geheiratet hatten, ein. Anfangs machte er sich bei Gartenarbeiten nützlich und begab sich auf die Suche nach einem Job, doch es dauerte nicht lange, bis er wieder zur Flasche griff. Am 7. Oktober 1981 wurde Dahmer wegen Disorderly Conducts und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verhaftet, nachdem er öffentlich sichtbar Alkohol konsumiert und gewalttätig auf die herbeigerufenen Polizisten reagiert hatte.[70][71] Er trieb sich nächtelang in Bars herum, betrank sich und wurde häufig hinausgeprügelt, weil er nicht freiwillig gehen wollte.[70] Lionel Dahmer schickte seinen Sohn daraufhin im Winter 1981/82 zu dessen Großmutter Catherine Dahmer († Dezember 1992) nach West Allis, eine Vorstadt von Milwaukee. Dahmer hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Großmutter und sein Leben verlief bei ihr zunächst wieder in geordneter Bahn. Er half im Haushalt und Garten, erledigte Einkäufe und fand vorübergehend Anstellung in einer Blutbank. Außerdem ging er mit seiner Großmutter zur Kirche, besuchte Treffen der Anonymen Alkoholiker[72] und versuchte, seine sexuellen Triebe und Zerstückelungsfantasien zu unterdrücken.[73] Dieser von ihm als „tugendhaft“[74] bezeichnete Lebensstil währte jedoch wieder nicht lange. Am 8. August 1982 wurde er verhaftet, nachdem er sich auf der Wisconsin State Fair vor einer Gruppe von Frauen und Kindern entblößt hatte, wofür ihm ein Bußgeld von 50 US-Dollar auferlegt wurde.[75]

1983 steckte ihm ein fremder Mann in einer öffentlichen Bibliothek einen Zettel zu, auf dem ihm Oralsex auf der Herrentoilette offeriert wurde. Dahmer nahm das Angebot nicht an,[76] bewertete es später aber als Schlüsselerlebnis, nach dem er beschlossen habe, seine Homosexualität auszuleben.[77] Da ihn weder der Konsum von Schwulenpornografie noch die Simulation sexueller Handlungen an einer gestohlenen männlichen Schaufensterpuppe anhaltend befriedigten,[78] versuchte er eines Nachts, den frisch beerdigten Leichnam eines jungen Mannes von einem Friedhof zu stehlen, um an ihm seine sexuellen Fantasien auszuleben. Im Vorfeld hatte er die Todesanzeigen studiert und die Beerdigung besucht, es gelang ihm jedoch nicht, die Leiche auszuheben, da der Boden gefroren war.[79]

Ab Januar 1985 arbeitete er an sechs Nächten pro Woche als Schokoladenmischer in der Ambrosia Chocolate Factory in Milwaukee.[75][76] In seiner Freizeit ging er dazu über, die Schwulensaunas (Gay Bathhouses) der Stadt aufzusuchen. Mit den Männern, die er dort kennenlernte, zog er sich ins Separee zurück, verabreichte ihnen Schlaftabletten und verging sich an ihren bewusstlosen Körpern.[80] Den dazu nötigen Vorrat an Schlafmitteln ließ er sich von verschiedenen Ärzten unter dem Vorwand verschreiben, dass er aufgrund seiner Nachtschichten an Einschlafschwierigkeiten leide.[81]

In den frühen Morgenstunden des 7. April 1985 wurde Dahmer – stark alkoholisiert – ausfallend und bedrohte eine Barkeeperin mit einem .357 Magnum-Revolver, nachdem sie sich geweigert hatte, ihn zu bedienen. Vier Polizisten waren nötig, um ihn in Gewahrsam zu nehmen. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen Disorderly Conducts und Bedrohung wurden später fallengelassen.[82] Als Lionel Dahmer erfuhr, dass sich sein Sohn im Besitz einer Schusswaffe befand, nahm er sie ihm ab und verkaufte sie.[83] Bei mehreren Gelegenheiten befriedigte er sich selbst in der Öffentlichkeit und wurde am 8. September 1986 von zwei zwölfjährigen Jungen angezeigt, die unfreiwillig Zeugen eines dieser Vorfälle wurden. Bei seiner darauffolgenden Verhaftung wegen unzüchtigem Verhalten behauptete Dahmer zu seiner Verteidigung, dass er sich unbeobachtet gefühlt und lediglich uriniert habe. Die Anklage wurde daraufhin auf Disorderly Conduct reduziert und Dahmer am 10. März 1987 zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht eine Psychotherapie an.[84] Die Therapeutin beschrieb ihn als verschlossenen, uneinsichtigen und unkooperativen Patienten, der ihr in den Sitzungen bisweilen den Rücken zuwandte und sie der Verschwörung mit dem Rechtssystem bezichtigte.[85] Sie diagnostizierte eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Tendenzen und notierte, dass er “definitely SPOOKY!”[86] (zu dt.: „definitiv UNHEIMLICH!“) sei. Bei einer weiteren gerichtlich angeordneten psychologischen Untersuchung durch eine Klinikärztin der University of Wisconsin wurde Dahmer eine außergewöhnliche Sprachgewandtheit und ein bemerkenswertes abstraktes Denkvermögen attestiert, die übrigen Testergebnisse veranlassten die Ärztin jedoch zu der Prognose, Dahmer könne sich zu einem Soziopathen mit schizoiden Tendenzen entwickeln.[86]

Dahmers Treiben in den Schwulensaunas wurde im Sommer 1987 ein Ende gesetzt, nachdem eines der geschätzten 10 bis 15 Opfer nicht mehr von selbst zu sich gekommen war und daraufhin für eine Woche im Krankenhaus behandelt werden musste. Dahmer erhielt Hausverbot, wurde jedoch nicht strafrechtlich belangt.[80][87] Von nun an verlagerte er seine Aktivitäten auf die Schwulenbars und Nachtclubs der Stadt. An den Wochenenden nahm er sich oft ein billiges Zimmer im Ambassador Hotel an der West Wisconsin Avenue, wohin er mindestens sechs Männerbekanntschaften mitnahm, die er betäubte und dann missbrauchte – aber nicht tötete.[80]

Der zweite bis vierte Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. November 1987 kam Dahmer mit dem 24-jährigen Steven Walter Tuomi vor dem 219 Club in Milwaukee ins Gespräch. Sie fuhren mit einem Taxi zum Ambassador Hotel, wo sie auf Dahmers Zimmer eine Flasche Rum leerten und es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam. Nachdem Tuomi eingeschlafen war, verging Dahmer sich an dem Bewusstlosen, bis er schließlich selbst einschlief. Als er am nächsten Morgen stark verkatert erwachte, bemerkte Dahmer, dass Tuomi tot war. Aus seinem Mund lief Blut und sein Brustkorb wies schwere Verletzungen auf. Dahmer konnte sich nicht erinnern, was geschehen war, da er aber selbst an Armen und Händen Blutergüsse und Verletzungen aufwies, kam er zu dem Schluss, dass er Tuomi getötet haben musste. Geschockt darüber, dass er neun Jahre nach seinem ersten Mord erneut einen Menschen getötet hatte, überlegte er stundenlang panisch, was er tun sollte und entschied sich schließlich, einen großen Koffer zu kaufen, in dem er Tuomis Leiche aus dem Hotel und per Taxi zum Haus seiner Großmutter transportierte. Für ungefähr eine Woche versteckte er den Leichnam vor seiner Großmutter und seinen Verwandten – die zum Thanksgiving-Essen am 26. November 1987 zu Besuch waren – im Keller, bevor er ihn zerstückelte und mit dem Hausmüll entsorgte. Die sterblichen Überreste Tuomis, den sein Vater im Dezember 1987 vermisst gemeldet hatte, wurden nie gefunden.[88]

Nach seinem zweiten, ungeplanten Mord begann Dahmer, aktiv nach Opfern zu suchen. Sein drittes Opfer, den 14-jährigen James Edward Doxtater, entdeckte Dahmer am 17. Januar 1988 gegen 1.00 Uhr morgens an einer Bushaltestelle in der Nähe des 219 Club. Laut Dahmers späterer Vernehmung hatte er den indianisch-stämmigen Jugendlichen auf 18 Jahre geschätzt und ihm 50 US-Dollar dafür geboten, dass er die Nacht mit ihm verbringt. Doxtater, der polizeilich als Stricher bekannt war,[89] akzeptierte das Angebot und begleitete Dahmer zum Haus der Großmutter, wo es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam. Anschließend betäubte und erwürgte Dahmer den Jugendlichen und verging sich tagelang an der Leiche. Als der Verwesungsgeruch so stark wurde, dass seine Großmutter ihn bemerkte, schob Dahmer dies auf die Katzentoilette und entledigte sich des Leichnams auf die gleiche Weise wie in Tuomis Fall.[90] Dahmer erinnerte sich später an zwei auffällige Narben Doxtaters, so dass dieser 1991 als sein drittes Opfer identifziert werden konnte.[91]

Sein viertes Opfer, den 22-jährigen Richard Guerrero, traf Dahmer vor der Phoenix Bar in Milwaukee und lockte ihn mit 50 US-Dollar für eine Nacht in das Haus seiner Großmutter. Diese schlief, als Dahmer und Guerrero am frühen Morgen des 27. März 1988 in Dahmers Schlafzimmer gingen, wo es zum Austausch von Intimitäten kam. Später in der Nacht erwürgte Dahmer sein schlafendes Opfer und lebte seine sexuellen Fantasien an der Leiche aus. Nach dem Frühstück mit seiner Großmutter brachte er den leblosen Körper in den Keller und zerstückelte ihn, während Catherine Dahmer den Sonntagsgottesdienst besuchte. Wieder entsorgte er den Körper mit dem Hausmüll, den Schädel hingegen präparierte er mittels einer Bleichlösung und hob ihn für mehrere Monate auf. Guerreros Familie suchte bald mit einer Vermisstenanzeige in der Lokalzeitung nach ihm. Nach seiner Verhaftung erinnerte sich Dahmer an die Anzeige, was Guerreros Identifizierung ermöglichte.[92]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1988 brachte Dahmer einen jungen Mann aus dem 219 Club mit zu sich nach Hause, der zwei Tage später im Krankenhaus aufwachte. Das Letzte, woran sich der Mann erinnern konnte war, dass er Dahmers Kaffee getrunken und dann das Bewusstsein verloren hatte. In seinem Blut waren keine Rückstände eines Betäubungsmittels festgestellt worden und sein Körper wies keine Spuren auf, die auf eine Vergewaltigung hätten deuten können. Der Mann erstattete dennoch Anzeige gegen Dahmer, da ihm Schmuck und Geld fehlten. Außerdem hatte er merkwürdige Blutergüsse an seinem Hals entdeckt und festgestellt, dass er seine Unterwäsche mit der Innenseite nach außen trug.[93] Bei seiner polizeilichen Vernehmung am 5. April 1988 gab Dahmer an, dem Mann nur geholfen zu haben, weil dieser zu viel getrunken habe. Catherine Dahmer bestätigte gegenüber der Polizei, dass ihr Enkel dem Mann ein Nachtlager hergerichtet und ihn am nächsten Morgen zur Bushaltestelle begleitet habe. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.[94] Nach seiner Verhaftung im Juli 1991 räumte Dahmer ein, dass er den Mann betäubt und sich an ihm vergangen habe. Von seiner Tötung habe er jedoch Abstand genommen, da seine Großmutter den Mann bemerkt habe.[95]

Catherine Dahmer beunruhigten die nächtlichen Aktivitäten und der Alkoholkonsum ihres Enkels zunehmend. Dahmers Familie legte ihm daher nahe, sich eine eigene Wohnung zu suchen.[96][97] Am 26. September 1988 bezog Dahmer sein erstes eigenes Apartment in der nördlichen 24. Straße in Milwaukee,[98] wohin er den Schädel seines vierten Opfers mitnahm.[96] Noch am selben Tag sprach er einen dreizehnjährigen Jungen laotischer Herkunft auf der Straße an und bot ihm 50 US-Dollar für Aktaufnahmen. Der Dreizehnjährige begleitete Dahmer in dessen Wohnung, wo er mit nacktem Oberkörper für Polaroid-Aufnahmen posierte und ein von Dahmer zubereitetes Getränk zu sich nahm.[99] Als Dahmer den Jungen unsittlich berührte, verließ dieser fluchtartig das Apartment. Dahmer eilte ihm nach, drückte ihm das versprochene Geld in die Hand und bat den Jungen, niemandem etwas zu erzählen. Als der Junge zu Hause angekommen war, verlor er das Bewusstsein. Seine Eltern brachten ihn ins Krankenhaus, wo man eine Medikamentenüberdosis feststellte. Die daraufhin verständigte Polizei führte der Junge zu Dahmers Adresse. Wenig später wurde Dahmer an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Während der sechstätigen Untersuchungshaft durchsuchte die Polizei sein Apartment und stellte die Fotos sowie Reste des verabreichten Getränks sicher – übersah jedoch den Schädel des vierten Mordopfers.[100]

Am 30. Januar 1989 wurde Dahmer von einem Gericht in Milwaukee des sexuellen Übergriffs 2. Grades und der Verführung eines Minderjährigen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Haft in einer Besserungsanstalt mit anschließender fünfjähriger Bewährungszeit verurteilt. Der Richter bewilligte ihm für die Dauer der Haft täglichen Freigang, damit er weiterhin seinem Job in der Ambrosia Chocolate Factory nachgehen konnte.[101] Die Zeit bis zu seinem Haftantritt verbrachte Dahmer gegen Kaution auf freiem Fuß.

Fortsetzung der Mordserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende März 1989 zog Dahmer aus seinem Apartment in der 24. Straße aus und kehrte zurück zu seiner Großmutter nach West Allis, die ihn trotz seiner Verurteilung wieder bei sich aufnahm. Am Abend des 25. März 1989 lernte Dahmer in der Schwulenbar La Cage den 24-jährigen Afroamerikaner Anthony Lee Sears kennen. Ein Freund von Sears fuhr die beiden nach West Allis, wo Dahmer dafür sorgte, dass sie einige Straßen entfernt vom Haus seiner Großmutter abgesetzt wurden. In Dahmers Schlafzimmer angekommen, kam es zum gegenseitigen Oralverkehr. Da Sears es bei einem One-Night-Stand belassen wollte, mixte Dahmer ihm ein Getränk mit mehreren Schlaftabletten. Nachdem Sears eingeschlafen war, erwürgte er ihn und verging sich an der Leiche. Anschließend zerlegte er den Körper in der Badewanne. Den Kopf und die Genitalien seines Opfers präparierte er und bewahrte sie in einem kleinen Koffer auf. Um seinem Opfer auch während seiner anstehenden Haftzeit nahe sein zu können, verstaute er den Koffer in seinem Spint in der Ambrosia Chocolate Factory.[102] Nach Sears’ spurlosem Verschwinden gab sein Freund der Polizei eine genaue Beschreibung des Mannes, mit dem er Sears zuletzt gesehen hatte, doch Dahmer blieb unbehelligt.[102]

Am 23. Mai 1989 trat Dahmer seine Haftstrafe an.[103] Im November 1989 erhielt er für einige Stunden Freigang, um Thanksgiving mit seiner Familie in West Allis zu feiern. Er nutzte die Gelegenheit jedoch, um den 219 Club aufzusuchen, wo er mit einem fremden Mann ins Gespräch kam. Sie tranken gemeinsam Alkohol, bis Dahmer das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, befand er sich gefesselt in der Wohnung des Fremden, der ihn offensichtlich vergewaltigt hatte. Der Mann ließ ihn gehen und Dahmer kehrte in die Besserungsanstalt zurück.[102] Er schrieb es seinem risikoreichen Lebensstil zu, dass er dieses Mal selbst Opfer einer Vergewaltigung geworden war.

Zwei Wochen später schickte Dahmer einen Brief an seinen Richter, in dem er Reue für seine Tat bekundete und um seine vorzeitige Entlassung aus der Haft bat. Er hatte den Brief nicht selbst verfasst, sondern von der Vorlage eines Mitinsassen abgeschrieben, die Worte erzielten jedoch die gewünschte Wirkung. Obwohl Dahmers Vater in einem anderen Brief an den Richter große Bedenken gegen die frühe Entlassung seines Sohnes äußerte, ordnete der Richter sie für den 2. März 1990 an.[104] Ab Ende März 1990 bis zu seiner Verhaftung im Juli 1991 traf Dahmer sich in zweiwöchigen Abständen mit seiner Bewährungshelferin. Neben seinen finanziellen Schwierigkeiten, seiner Alkoholsucht und seinem Mangel an sozialen Kontakten erörterten sie auch seine Homosexualität sowie seine Depressionen und Selbsttötungsabsichten.[105][106][107] Die Bewährungshelferin beschrieb Dahmer als einen der kooperativsten Klienten, den sie je gehabt habe, und verzichtete daher während der gesamten Betreuungszeit wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung auf eigentlich vorgeschriebene Hausbesuche.[105]

Am 14. Mai 1990 zog Dahmer in eine Wohnung im Oxford-Apartment-Komplex in der nördlichen 25. Straße in Milwaukee. Das Apartment mit der Nummer 213 befand sich im zweiten Stock, war möbliert und für 300 US-Dollar pro Monat erschwinglich.[108] Zusätzlich zur bereits vorhandenen Einrichtung legte Dahmer sich ein Aquarium mit tropischen Fischen und eine Gefriertruhe zu. Den Schädel seines fünften Opfers besprühte er mit Farbe, so dass er unecht wirkte, und stellte ihn zur Dekoration auf.[109] Dahmer war der einzige Weiße, der in den Oxford Apartments wohnte, blieb aber ansonsten zunächst unauffällig.

Raymond Lamont Smith alias Ricky Lee Beeks, auch bekannt als „Cash D“ (nach einer gleichlautenden Tätowierung auf seiner Brust), war das erste Opfer, das Dahmer in Apartment 213 mitnahm. Der 32-jährige Afroamerikaner war heterosexuell, bewegte sich jedoch als Stricher in der Homosexuellenszene. Dahmer hatte ihm 50 US-Dollar für Sex geboten, da Smith für diese Summe jedoch nicht die ganze Nacht bleiben wollte, verabreichte Dahmer ihm am frühen Morgen des 21. Mai 1990 mehrere Schlaftabletten. Nachdem er ihn erwürgt hatte, fotografierte er den leblosen Körper in verschiedenen Positionen und masturbierte dabei. Anschließend zerstückelte er die Leiche, zerkochte die Gliedmaßen und löste die Knochen in Säure auf. Den Schädel besprühte er mit Farbe und drapierte ihn neben dem seines vorherigen Opfers.[110] Smith konnte später anhand seiner Tätowierung identifziert werden.

Circa eine Woche nach Smiths Ermordnung unterlief Dahmer ein entscheidender Fehler, der dem Mann, den er dieses Mal in sein Apartment eingeladen hatte, mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben rettete. Aus ungeklärter Ursache trank Dahmer selbst von dem mit Schlaftabletten angereicherten Getränk, das er für sein beabsichtigtes Opfer vorgesehen hatte. Als Dahmer von seiner eigenen „Medizin“ erwachte, war sein Gast, dessen Identität nie geklärt werden konnte, verschwunden und hatte ihn um 300 US-Dollar, eine Uhr und mehrere Kleidungsstücke erleichtert. In den frühen Morgenstunden des 24. Juni 1990 ereilte den 27-jährigen Eddie Smith das gleiche Schicksal wie die sechs ermordeten Männer vor ihm. Dahmer versuchte vergeblich, seine Leiche zu konservieren und musste sich ihrer schließlich vollständig entledigen. Bei seiner späteren Vernehmung gab Dahmer an, dass er sich „mies“ gefühlt habe, weil Smiths Tod eine „wahre Verschwendung“ gewesen sei.[111]

Am 7. Juli 1990 brachte Dahmer einen fünfzehnjährigen Bekannten aus der Phoenix Bar mit in sein Apartment. Da er keine Schlaftabletten mehr vorrätig hatte, schlug er dem Jugendlichen von hinten mit einem Gummihammer auf den Nacken. Sein Opfer reagierte wütend und verließ die Wohnung, klopfte aber kurz darauf wieder an Dahmers Tür, um ihn um Geld für den Bus zu bitten. Den Rest der Nacht verbrachten sie damit, über den Angriff zu sprechen und Dahmer erklärte später, dass er – nachdem er den Jugendlichen besser kennengelernt hatte – nicht mehr fähig gewesen sei, ihn zu töten. Der Jugendliche meldete den Vorfall später der Polizei, die ihm jedoch keinen Glauben schenkte, da er sich in Widersprüche verstrickt hatte.[112]

Anfang September 1990 traf Dahmer den 23-jährigen Afroamerikaner Ernest Miller vor einem Erwachsenen-Buchladen und bot ihm 50 US-Dollar, wenn er ihn nach Hause begleiten würde.[113] Miller nahm das Angebot an und ließ sich von Dahmer in erotischen Posen fotografieren, bevor es zu einvernehmlichem Sex kam.[114] Da sich sein Vorrat an Schlaftabletten fast dem Ende zugeneigt hatte, verabreichte er Miller nur eine leichte Dosis. Nachdem dieser eingeschlafen war, verging er sich an seinem wehrlosen Körper, bis er bemerkte, dass Miller wieder zu sich kam. Dahmer realisierte, dass er sein Opfer nicht mehr ohne Gegenwehr würde erwürgen können. Er entschied sich daher für die schonenste alternative Methode, die ihm in den Sinn kam und griff zu einem Messer mit dem er Miller die Kehle durchschnitt, woraufhin dieser verblutete.[115] Er dokumentierte die folgende Zerstückelung der Leiche mit seiner Polaroid-Kamera, bleichte die Knochen und verstaute das vollständige Skelett in einem Schrank in seinem Schlafzimmer. Den Schädel besprühte er mit Farbe und reihte ihn in seine „Sammlung“ ein.[116] Später gestand Dahmer, dass er vom Bizeps seines achten Opfers gegessen und Teile der Gliedmaßen, das Herz, die Nieren und die Leber zum späteren Verzehr in seiner Gefriertruhe aufbewahrt habe.[115]

Im Mordrausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Ermordung des 22-jährigen David Thomas in den frühen Morgenstunden des 24. September 1990,[116] bei der Dahmer seinem üblichen Modus Operandi gefolgt war, kam es fünf Monate lang zu keiner weiteren Tat, bevor er schließlich im Jahr 1991 einem regelrechten Mordrausch verfiel. Von Februar 1991 bis zu seiner Verhaftung im Juli desselben Jahres tötete Dahmer in immer kürzeren Abständen weitere acht Opfer, so dass sich die Leichen buchstäblich in seinem Apartment stapelten. Curtis Straughter war der Erste, der Dahmer in dieser Phase zum Opfer fiel. Der fast 18-jährige war Dahmer am 17. Februar 1991 von einer Bushaltestelle in der Nähe der Marquette University in sein Apartment gefolgt, weil ihm Geld für Aktfotos und Sex versprochen worden war. Dahmer fesselte Straughter mit Handschellen und erwürgte ihn mit einem Lederriemen, während er schlief.[117] Er fotografierte den Zerstückelungsprozess und hob den Kopf, die Hände und die Genitalien des Opfers auf.

Am 7. April 1991 wurde der 19 Jahre alte Errol Lindsey das erste Opfer, an dem Dahmer seine sogenannte Drilling Technique ausprobierte.[118] Nachdem er Lindsey in sein Apartment gelockt und mit Schlaftabletten betäubt hatte, bohrte er ihm ein Loch in den Schädel, in das er Salzsäure injizierte. Dahmer erhoffte sich, dass sein Opfer durch diese Prozedur zu einem willenlosen Zombie würde, den er als Sexsklaven halten könnte, so dass er nicht mehr morden müsse.[31] Das Experiment misslang jedoch, woraufhin Dahmer Lindsey erwürgte und den Leichnam anschließend vollständig häutete und bis auf den Schädel entsorgte.[119] Am 24. Mai 1991 wandte Dahmer die Bohrtechnik auch bei dem taub-stummen Tony Hughes an,[118] den er an diesem Abend im 219 Club getroffen hatte und schon seit mehreren Monaten kannte. Hughes überlebte die Prozedur nicht und seine Leiche lag auch drei Tage später noch in Dahmers Schlafzimmer, als dieser bereits sein nächstes Opfer in seine Wohnung brachte.

Am 26. Mai 1991 sprach Dahmer den 14 Jahre alten Konerak Sinthasomphone in der Grand Avenue Mall in Milwaukee an und bot ihm Geld für Nacktfotos. Es ist ungewiss, ob Sinthasomphone in Dahmer den Mann erkannte, der 1988 bereits seinen älteren Bruder sexuell belästigt hatte und sich wegen dieser Tat noch auf Bewährung befand. Jedenfalls begleitete er Dahmer in sein Apartment, wo er für zwei Fotos in Unterwäsche posierte und Schlaftabletten verabreicht bekam. Sobald Sinthasomphone eingeschlafen war, verging Dahmer sich an ihm. Danach bohrte er dem fest schlafenden Jugendlichen ein Loch in den Schädel und verabreichte ihm eine Salzsäure-Injektion. Gegen 1.30 Uhr am frühen Morgen des 27. Mai 1991 verließ Dahmer sein Apartment und setzte sich in eine nahegelegene Bar. Nach seinem zweiten Bier machte er sich wieder auf den Heimweg. An einer Straßenkreuzung erblickte er Sinthasomphone, der nackt und blutend auf einem Bürgersteig saß und von drei afroamerikanischen Frauen umsorgt wurde.[118] Der Jugendliche war während Dahmers Abwesenheit zu sich gekommen, hatte das Apartment verlassen und war orientierungslos durch die Straßen geirrt. Da er sich nicht verständlich artikulieren konnte, vermuteten die Frauen, dass er unter Drogeneinfluss stünde; seine Schädelverletzung sahen sie nicht. Sinthasomphone wehrte sich heftig, als Dahmer ihn in sein Apartment zurückbringen wollte, so dass die Frauen die Polizei verständigten.[120] Als der Streifenwagen eintraf, erklärte Dahmer den Polizisten, dass Sinthasamphone sein bereits volljähriger Liebhaber sei, der nur zu viel getrunken habe und im Streit davon gelaufen sei.[121] Trotz des lauten Protests der drei Frauen begleiteten die Polizisten Dahmer und den Jugendlichen zurück in Apartment 213, wo Dahmer ihnen zur Untermauerung seiner Geschichte die Unterwäschefotos von Sinthasamphone zeigte. Die Beamten zogen daraufhin ab, ohne Hughes’ Leiche im Nebenzimmer bermerkt zu haben. Kurz darauf verabreichte Dahmer dem Minderjährigen eine zweite Säure-Injektion, noch immer in der Hoffnung, sein Experiment würde gelingen. Sinthasamphone überlebte die zweite Injektion jedoch nicht.[122] Dahmer sagte später aus, dass er nicht gewusst habe, dass Sinthasamphone der Bruder seines früheren Missbrauchsopfers gewesen sei. Wäre es ihm bewusst gewesen, so gab er an, hätte er den Jugendlichen nicht angesprochen.[123]

Sein nächstes Opfer wurde der 20-jährige Matt Turner, den Dahmer am 30. Juni 1991 an einer Bushaltestelle in Chicago getroffen und zu sich nach Milwaukee eingeladen hatte, wo er ihn in seinem Apartment erwürgte. Turner wurde nicht vermisst gemeldet. Fünf Tage später fuhr Dahmer erneut nach Chicago, wo er in der Schwulenbar Carol’s Speakeasy den 23-jährigen Halb-Puerto-Ricaner Jeremiah Weinberger kennenlernte. Bereits in der Bar kam es zwischen ihnen zu Intimitäten, die sie während der Fahrt mit dem Greyhound-Nachtbus nach Milwaukee und in Dahmers Apartment fortsetzten. Nachdem er Weinberger betäubt hatte, griff Dahmer erneut zum Bohrer und injizierte – da sich die Salzsäure als tödlich erwiesen hatte – heißes Wasser in den Schädel seines Opfers. Weinberger erwachte am nächsten Morgen schwer benommen, klagte aber nicht über Schmerzen und verbrachte die nächsten Stunden in schläfrigem, aber wachem Zustand. Bevor Dahmer am späten Abend die Nachtschicht in der Schokoladenfabrik antrat, verabreichte er Weinberger erneut Schlaftabletten und eine Injektion. Als er am Morgen des 7. Juli 1991 in seine Wohnung zurückkehrte war Weinberger tot.[124]

Dahmer geriet mit der Entsorgung der verwesenden Leichen immer mehr in Verzug. Seine Nachbarn hatten sich bereits mehrfach bei der Hausverwaltung über den eigenartigen, penetranten Geruch beschwert, der aus seinem Apartment strömte. Gegenüber der Hausverwaltung behauptete Dahmer, dass der Gestank von vergammelten Lebensmitteln herrühre, da sein Kühlschrank kaputt gegangen sei; ein anderes Mal gab er an, dass ein paar seiner tropischen Fische gestorben wären. Am 12. Juli 1991 kaufte er eine gut 200 Liter umfassende Kunststofftonne, die er in seinem Schlafzimmer aufstellte und in der er die Torsos von drei Opfern in einem Säurebad auflöste. Seine beiden letzten Opfer, den 23-jährigen Oliver Lacy und den 25 Jahre alten Joseph Bradehoft, tötete Dahmer am 15. bzw. 19. Juli 1991 nach seinem vertrauten Muster. Lacys abgetrennten Kopf legte er in seinen Kühlschrank.

Festnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Tag der Ermordung von Joseph Bradehoft hatte Dahmer wegen zu häufiger Fehlzeiten seinen Job in der Schokoladenfabrik verloren. Am 22. Juli 1991 drohte ihm die Verwaltung der Oxford Apartments wegen des Gestanks mit der Zwangsräumung seiner Wohnung bis Ende des Monats.[125] Am Nachmittag desselben Tages suchte Dahmer die Grand Avenue Mall auf, wo er nach Zeugenberichten mehrere Männer ansprach und ihnen Geld für Nacktfotos offerierte, bevor der 32-jährige Tracy Edwards sein Angebot annahm und ihn in Apartment 213 begleitete. Bei seiner späteren Zeugenvernehmung sagte Edwards aus, dass sie sich zunächst unterhalten und Alkohol getrunken hätten. Während des Gesprächs habe Dahmer ihn abgelenkt und plötzlich eine Handschelle an eines seiner Handgelenke angelegt. Dann sei er von ihm mit einem Messer bedroht und ins Schlafzimmer gedrängt worden, wo Dahmer ein Video von Der Exorzist III in den Rekorder gelegt und den Film in einem tranceartigen Zustand verfolgt habe. Außerdem habe Dahmer – der sich selbst später nicht mehr erinnern konnte, was in den Stunden vor seiner Verhaftung passiert war – seinen Kopf auf seine Brust gelegt und seinem Herzschlag gelauscht. Als Dahmer einen Augenblick unaufmerksam war, nutzte Edwards seine Chance und flüchtete aus dem Apartment.[126]

Mit Dahmers Handschellen am Handgelenk hielt Edwards gegen 23.30 Uhr eine vorbeifahrende Polizeistreife an und erklärte den beiden Detectives, dass ihm ein „Freak“ die Handschelle angelegt und ihn mit einem Messer bedroht habe. Er wollte keine Anzeige erstatten, bat die Polizisten aber, die Handschelle zu öffnen. Der Schlüssel der Detectives passte nicht auf das Modell an Edwards Handgelenk und so begleiteten sie ihn zurück zu den Oxford Apartments, um die Handschelle von Dahmer öffnen zu lassen.[127] Dahmer ließ die drei Männer bereitwillig in seine Wohnung und einen der Beamten im Schlafzimmer nach dem Schlüssel für die Handschellen suchen. Dabei entdeckte der Detective in einer offenen Schublade die Polaroid-Aufnahmen der getöteten Opfer. Zunächst hielt er sie für unecht, als er aber auf den Bildern die Einrichtung des Schlafzimmers erkannte, in dem er sich gerade befand, rief er seinem Partner zu, dass er Dahmer Handschellen anlegen solle.[128] Dahmer wehrte sich heftig, konnte aber schließlich von beiden Polizisten überwältigt und an Hand- und Fußgelenken gefesselt werden. Als die Beamten sich weiter in dem Apartment umsahen und Lacys Kopf im Kühlschrank entdeckten, forderten sie Verstärkung an.[129] Neben mehreren Polizeibeamten kamen zwischen 0.30 Uhr und 1.00 Uhr auch die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner an den Tatort.[130] Kurz darauf wurde Dahmer in Begleitung von Detective Patrick Kennedy, dessen Schicht gerade erst begonnen hatte, zum Polizeihauptquartier von Milwaukee gebracht.[131]

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verhör und Geständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch in derselben Nacht begann Detective Patrick Kennedy vom Morddezernat der Kriminalpolizei von Milwaukee mit der Vernehmung von Jeffrey Dahmer. Laut Protokoll dauerte das erste Verhör von 1.30 Uhr bis 7.15 Uhr am Morgen des 23. Juli 1991.[131] Nachdem er über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt worden war (Miranda Warning), verzichtete Dahmer auf die Anwesenheit eines Rechtsanwalts. Er weigerte sich jedoch zunächst, Angaben über die Funde in seinem Apartment zu machen mit der Begründung, dass er nicht glaube, dass dies in seinem Interesse sei.[132] Daraufhin versuchte Kennedy das Eis zu brechen, indem er die nächsten drei Stunden nur über unverfängliche Dinge mit ihm sprach. Als er Dahmer im Laufe der Unterhaltung mitteilte, dass sein Apartment komplett durchsucht werden würde, realisierte Dahmer, dass ihm sein Schweigen nicht mehr helfen würde und bat in seiner Verzweiflung darum, erschossen zu werden. “For what I’ve done I should be killed. […] I should have done it […] but I just couldn’t. I wanted to so many times.”[133] (Zu dt.: „Für das was ich getan habe, verdiene ich den Tod. […] Ich hätte mich selbst umbringen sollen […] aber ich konnte es nicht. Ich wollte es so oft tun.“) Er ärgerte sich zudem über sich selbst: “I can’t believe I was so stupid! I never thought I’d get caught like this! I was always so careful. I guess I just got drunk.”[134] (Zu dt.: „Ich kann nicht glauben, dass ich so dumm war! Ich hätte nie gedacht, dass ich auf diese Weise geschnappt werden würde! Ich war immer so vorsichtig. Ich schätze, ich war einfach zu betrunken.“)

Nachdem Dahmer sich beruhigt hatte, erklärte er: “You’re going to find out everything now anyways […] so I might as well tell you everything but, if I’m going to tell you, I should start at the beginning […] when I tell you what I’ve done, you’ll be famous.”[135] (Zu dt.: „Ihr werdet jetzt sowieso alles herausfinden, […] also kann ich dir auch ebenso gut alles erzählen, aber wenn ich es tue, sollte ich von Anfang an beginnen. Wenn ich dir erzähle, was ich getan habe, wirst du berühmt sein.“) Er begann mit der Schilderung seines ersten Mordes an Steven Hicks vor über 13 Jahren und endete schließlich mit dem Mord an Joseph Bradehoft. Kennedy hatte zunächst geglaubt, dass Dahmer ihm einen Bären aufbinden wolle, als er aber erfuhr, dass man Leichenteile von elf verschiedenen Männern in Apartment 213 gefunden hatte, begann er – zusammen mit Detective Dennis Murphy – mit Dahmer die gesamte Mordserie aufzuarbeiten.[131]

Außer im Fall von Hicks konnte Dahmer sich an keinen der Namen seiner Opfer erinnern. Da das DNA-Analyse-Verfahren Anfang der 1990er noch nicht ausgereift genug war, wurden die Opfer überwiegend anhand der Polaroid-Aufnahmen und ihres Zahnstatus identifiziert. Mehrere Opfer waren zudem bereits polizeilich in Erscheinung getreten, so dass auch ein Abgleich mit bereits erfassten Fingerabdrücken möglich war.[136] In den Fällen, in denen es keine sterblichen Überreste mehr gab, grenzten die Ermittler mithilfe von Dahmers Erinnerung den Tatzeitraum ein und suchten nach Vermisstenfällen, die in dieselbe Zeit fielen. Anhand der Vermisstenfotos identifizierte Dahmer dann seine Opfer. Um seine Glaubwürdigkeit zu testen, legten die Ermittler Dahmer auch Fotos lebender Personen vor, Dahmer beanspruchte jedoch keine von ihnen als sein Opfer.[137] Oliver Lacy war das erste Opfer, das identifiziert werden konnte, da die Ermittler seinen Ausweis in Dahmers Apartment sicherstellen konnten. In den Fällen von Tony Hughes und Joseph Bradehoft fanden die Beamten ihre Führerscheine.[138]

Es dauerte sechs Wochen, bis Dahmers komplettes Geständnis zu Protokoll gebracht war.

Identifizierte Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Alter[139] Datum des Todes[140]
Steven Mark Hicks 18 18. Juni 1978
Steven Walter Tuomi 24 21./22. November 1987
James „Jamie“ Edward Doxtator 14 17. Januar 1988
Richard Guerrero 22 27. März 1988
Anthony Lee Sears 24 21. März 1989
Raymond Lamont Smith alias Ricky Lee Beeks 32 21. Mai 1990
Edward „Eddie“ Warren Smith 27 24. Juni 1990
Ernest Miller 23 2. September 1990
David Thomas 22 24. September 1990
Curtis Straughter 17 17. Februar 1991
Errol Lindsey 19 7. April 1991
Anthony „Tony“ Hughes 31 24. Mai 1991
Konerak Sinthasomphone 14 27. Mai 1991
Matt Turner alias Donald Montrell 20 30. Juni 1991
Jeremiah Weinberger 23 7. Juli 1991
Oliver Lacy 23 15. Juli 1991
Joseph Bradehoft 25 19. Juli 1991

Überprüfung ungeklärter Mordfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Dahmers Taten national und international bekannt geworden waren, erreichten die Ermittler in Milwaukee zahlreiche Anfragen anderer Polizeibehörden zu ungeklärten Mord- und Vermisstenfällen aus nahezu allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten und aus Deutschland. Es handelte sich um Fälle, bei denen die vermisste oder ermordete Person Dahmers Opferprofil entsprach oder bei denen die Tatbegehung Ähnlichkeiten zu Dahmers Vorgehensweise aufwies.[141]

Eine der Anfragen stammte von der Polizei in Hollywood, Florida und betraf den zu den Akten gelegten Mord an dem sechsjährigen Adam Walsh. Der Junge war am 27. Juli 1981 aus einem dortigen Einkaufszentrum entführt worden. Zwei Wochen später fand man den abgetrennten Kopf des Kindes, der Rest des Körpers wurde nie gefunden. Gestanden hatte die Tat der Serienmörder Otis Toole, da er das Geständnis aber später widerrief und es keine weiteren Beweise für seine Schuld gab, konnte Toole wegen der Tat nicht angeklagt werden. Als Dahmers Bild nach seiner Verhaftung durch die Medien ging, hatten sich mehrere Zeugen gemeldet, die glaubten, Dahmer am Tag der Entführung in dem Einkaufszentrum gesehen zu haben. Trotz dieser Aussagen und der Tatsache, dass Dahmer sich von circa Ende März bis September 1981 in Florida aufgehalten hatte, konnten die Ermittler keine stichhaltigen Beweise für seine Täterschaft finden. Da Adam Walsh zudem nicht Dahmers Opferprofil entsprach und er verneinte, etwas mit der Entführung und Ermordung des Jungen zu tun zu haben (“He’s a kid; I wouldn’t hurt a little kid.”[142] Zu dt.: „Er ist ein Kind; ich würde einem kleinen Kind nicht wehtun.“) – während Dahmer in anderen Fällen seine Täterschaft freimütig eingeräumt und zur Tataufklärung beigetragen hatte – gehen die Ermittler weiterhin davon aus, dass Toole der Mörder war.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz überprüften in Zusammenarbeit mit den US-Ermittlern fünf ungeklärte Morde an Frauen, die sich während Dahmers Stationierung in Rheinland-Pfalz ereignet hatten. Die Ermittler fanden jedoch keine Anhaltspunkte für die Täterschaft des Serienmörders und Dahmer beteuerte, in Deutschland keine Straftaten begangen zu haben.[2]

Außerdem wurde Dahmer zu einem ungeklärten Mord befragt, der sich am 4. Mai 1991 in einer anderen Wohnung des Oxford-Apartment-Komplexes zugetragen hatte und bei dem ein Mann erwürgt worden war. Bereits kurz nach der Tat hatten zwei Polizisten an Dahmers Wohnungstür geklopft, um ihn als möglichen Zeugen für die Tat zu vernehmen. Dahmer hatte damals zu Protokoll gegeben, dass er nichts gesehen und gehört habe[143] und auch nach seiner Verhaftung erklärte Dahmer, dass er nicht der Täter sei. Er habe seine Opfer nicht in seiner Nachbarschaft gesucht, weil ihm das Risiko zu hoch erschienen sei, dass man ihn mit der Tat in Verbindung bringen könnte.

Tatmotiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als das Ausmaß seiner Taten an die Öffentlichkeit gelangte und bekannt wurde, dass die meisten seiner Opfer aus der Homosexuellenszene kamen und zehn seiner 17 Opfer afroamerikanischer Abstammung waren, spekulierten die Medien, dass Dahmer aus Schwulen- und Rassenhass gehandelt habe. Er beteuerte allerdings mehrfach, dass seine Taten nicht hassmotiviert gewesen seien. “My only objective was to find the best looking guy that I could. Their sexual preference didn’t matter to me […] Their race didn’t matter to me. The first two young men were white, the third young man was American-Indian, the fourth and fifth were Hispanic, so no, race had nothing to do with it. It was just their looks.”[31] (Zu dt.: „Mein einziges Ziel war es, den bestaussehensten Typen zu finden. Ihre sexuelle Präferenz war mir nicht wichtig […] ihre Rasse war mir nicht wichtig. Die ersten beiden jungen Männer waren Weiße, der dritte junge Mann war indianischer Abstammung, der Vierte und Fünfte waren Hispanics, also nein, ihre Rasse hatte nichts damit zu tun. Es ging nur um ihr Aussehen.“)

Die Tötung sei nur ein Mittel zum Zweck gewesen, er habe es nicht gerne getan. Das sei auch der Grund gewesen, warum er versucht habe, lebendige Zombies zu erschaffen. Ihm sei es nur darum gegangen, absolute Kontrolle über eine Person auszuüben. Er habe keine Rücksicht auf die Wünsche des anderen nehmen und ihn so lange bei sich behalten wollen, wie er wollte. Er habe sich eine eigene Welt erschaffen wollen, in der er das Sagen hatte. Begierde und Kontrolle hätten eine große Rolle gespielt. Seine kannibalistischen Handlungen seien zunächst aus Neugier erfolgt und hätten ihm das Gefühl verliehen, sein Opfer durch die Einverleibung für immer bei sich behalten zu können. Es habe ihn zudem sexuell befriedigt.[31][144]

Aus den Knochen seiner Opfer habe er sich zudem einen Altar bauen wollen. Er hätte als Ort dienen sollen, an dem er seine Gedanken sammeln und der physischen Schönheit seiner Opfer gedenken konnte.[145] Außerdem habe er sich erhofft, dass der Altar ihm Macht verleihen würde. Wenn er erst sechs Monate später verhaftet worden wäre, so Dahmer, hätten die Polizisten den Altar in seinem Apartment vorgefunden.

Gerichtliche Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Januar 1992 wurde Jeffrey Dahmer vor einem Geschworenengericht (jury trial) in Milwaukee des fünfzehnfachen Mordes angeklagt. (Der Mord an Steven Hicks wurde zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Prozess aufgearbeitet, da die Tat in die Jurisdiktion des US-Bundesstaates Ohio fiel. Im Fall von Steven Tuomi wurde keine Anklage erhoben, da sich die Ereignisse in der Tatnacht nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren ließen.) Da Dahmer ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich am 13. Januar 1992 schuldig bekannt hatte, ging es in dem Verfahren nur noch um die Frage seiner Zurechnungsfähigkeit (insanity trial).

Verfahrensbeteiligte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Vorsitz im Verfahren State of Wisconsin vs. Jeffrey L. Dahmer hatte Richter Laurence Gram inne, die Staatsanwaltschaft wurde von E. Michael McCann vertreten und die Verteidigung Dahmers übernahm Gerald Boyle, der bereits in der Vergangenheit als sein Rechtsbeistand fungiert hatte. Dahmer selbst wurde an jedem Prozesstag aus Sorge vor Vergeltungsakten unter strenger Bewachung und aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen (unter anderem kamen Sprengstoffspürhunde zum Einsatz) mit Handschellen und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Die dabei entstehenden Kosten von über 120.000 US-Dollar ließen den Dahmer-Prozess zum teuersten Verfahren in der Gerichtsgeschichte Milwaukees werden.[146]

Aufgrund der enormen medialen Berichterstattung über Dahmer und der starken öffentlichen Meinungsbildung wurde die zwölfköpfige Jury für die Dauer des Prozesses von der Außenwelt isoliert, um eine Beeinflussung zu vermeiden (Sequestration). Im Zuschauerraum waren neben rund 20 Medienvertretern, zahlreichen Angehörigen der Opfer und Vertretern der Öffentlichkeit auch Lionel und Shari Dahmer anwesend.

Insgesamt wurden 28 Personen in den Zeugenstand berufen.[147] Unter ihnen die Detectives Patrick Kennedy und Dennis Murphy, der Dahmers 178 Seiten langes Geständnis verlas, sowie Tracy Edwards, das entkommene letzte Opfer. Zudem wurden sieben psychiatrische und psychologische Sachverständige bestellt, die Dahmers geistigen Gesundheitszustand im Vorfeld des Gerichtsverfahrens tagelang untersucht hatten und ihre Diagnosen und Schlussfolgerungen während des Gerichtsverfahrens schilderten.

Psychiatrisches Gutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Fred Berlin von der Johns Hopkins University und Dr. Judith Becker, Professorin für Psychiatrie und Psychologie an der University of Arizona, die beide von der Verteidigung benannt worden waren, vertraten vor Gericht die Auffassung, dass Dahmer geisteskrank und deshalb nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sein Verhalten zu kontrollieren. Beide diagnostizierten eine zwanghafte Paraphilie in der Ausprägung einer Nekrophilie.[148][149][150] Berlin attestierte Dahmer außerdem eine dissoziale, schizotypische und schizoide Persönlichkeitsstörung sowie chronischen Alkoholismus, Amelotatismus und Frotteurismus.[151] Der dritte Gutachter der Verteidigung, der Psychiater Dr. Carl Wahlstrom, beschrieb Dahmer als psychotisch. Er habe eine extrem primitive Persönlichkeitsstruktur und bizarre Wahnvorstellungen, womit Wahlstrom sich auf Dahmers Versuch, einen lebendigen Zombie zu erschaffen, und den geplanten Bau eines machtverleihenden Altars, bezog. Dahmers Psychose könne sowohl schizophrener als auch affektiver Natur sein.[152] Zudem attestierte Wahlstrom eine Borderline-Persönlichkeitsstörung beim Angeklagten.[150]

Die Sachverständigen der Staatsanwaltschaft waren einhellig der Meinung, dass Dahmer nicht geisteskrank im Sinne des Gesetzes und damit zurechnungsfähig gewesen sei. Der forensische Psychiater Dr. Phillip Resnick war der Ansicht, dass Dahmer nicht an einer primären Nekrophilie gelitten habe. Er habe lebendige Sexualpartner bevorzugt und deshalb versucht, sich einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen. Dass er sich an den Leichen seiner Opfer vergangen habe, spiegele allenfalls nekrophile Tendenzen wider. Resnick diagnostizierte ebenfalls eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.[150] Dr. Fred Fosdel bestätigte die Borderline-Diagnose und beschrieb Dahmer als einzigartig unter den sexuell getriebenen Serienmördern, da er nicht absichtlich grausam oder sadistisch gehandelt habe, was sonst typisch für diesen Serienmörder-Typ sei.[153] Laut Dr. Park Dietz von der University of California, Los Angeles sei Dahmer kein impulsiver, sondern ein kalkulierender Mörder gewesen, der große Anstrengungen unternommen habe, um seine Taten zu ermöglichen und zu verheimlichen. Sein Drang zu töten sei nicht zwanghaft gewesen, vielmehr habe er sich vor dem Tötungsakt betrinken müssen, um seine Hemmungen zu überwinden und die Tat begehen zu können. Bei einem wahrhaft zwangsgesteuerten Mörder hätte es dessen nicht bedurft.[154] Dass er sich habe kontrollieren können, zeige unter anderem auch die Zeitspanne von neun Jahren zwischen seinem ersten und zweiten Mord, während der er nicht getötet habe.[155] Das Töten selbst sei Dahmer zuwider gewesen, es habe nur als Mittel zum Zweck gedient. Seine sexuelle Befriedigung habe er nicht durch die Tötung seiner Opfer erlangt, sondern durch die Handlungen, die er post mortem vorgenommen habe. Außerdem sei Dahmer kein Sadist gewesen. Er habe seine Opfer nicht gequält, sondern sie betäubt, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Dietz befand, dass Dahmer bei allen seinen Taten zurechnungsfähig gewesen sei. Dahmer habe nicht an Wahnvorstellungen gelitten, da ihm bewusst gewesen sei, dass der Altar ihm nicht wirklich hätte Macht verleihen können.[156] Dietz’ abschließende Diagnose lautete auf Alkoholmissbrauchsstörung, Paraphilie, Borderline- und schizotype Persönlichkeitsstörung.[157]

Dr. George Palermo, ein Sachverständiger des Gerichts, war der einzige Gutachter, der Dahmer als sexuellen Sadisten einstufte. Seine aggressiven, feindseligen Neigungen hätten ihn zu den Taten getrieben, sein Sexualtrieb sei das Ventil für seine Zerstörungswut gewesen. Dahmer, den Palermo trotzdem als „liebenswürdig und intelligent“ beschrieb, habe eine ernste, behandlungsbedürftige Persönlichkeitsstörung, er sehe aber keine Anhaltspunkte für eine Psychose oder Nekrophilie. Vielmehr vertrat Palermo die Ansicht, Dahmer habe die Männer getötet, weil er sich von ihnen sexuell angezogen gefühlt habe und dadurch beseitigen wollte, was er an sich selbst am meisten gehasst habe – seine Homosexualität.[157] Von allen Gutachtern war Palermo außerdem der einzige, der Dahmer Lügen unterstellte. Er habe nicht getötet, um seine Opfer daran zu hindern, ihn zu verlassen, sondern um Zeugen zu beseitigen. Des Weiteren bezweifelte Palermo, dass Dahmer seinen Opfern bei lebendigem Leib Löcher in den Kopf gebohrt oder Teile von ihnen gegessen habe. Er habe seine Taten nur noch grausiger erscheinen lassen wollen, als sie es ohnehin schon waren.[158][159] (Der Gerichtsmediziner Jeffrey Jentzen, der die Autopsien an Dahmers Opfern durchgeführt hatte, bestätigte jedoch in der Dokumentation The Jeffrey Dahmer Files, dass einige der Opfer entsprechende Schädel- und Hirnverletzungen aufwiesen, die ihnen ante mortem zugefügt worden waren. Dahmer hatte die Bohrungen und den Kannibalismus zudem erst erwähnt, nachdem die Polizei entsprechende Anhaltspunkte gefunden und ihn darauf angesprochen hatte.[160]) Palermo und Dr. Samuel Friedman, ein weiterer Sachverständiger des Gerichts, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Dahmer an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide. Friedman verneinte das Vorliegen einer Psychose und beschrieb Dahmer als „liebenswürdig, höflich, attraktiv, charmant und intelligent.“[157]

Der Fallanalytiker Robert Ressler, der Dahmer nach seiner Verhaftung mehrere Stunden lang im Auftrag des FBI verhört hatte, kategorisierte Dahmer als klassisches Beispiel eines organisierten Serienmörders. Dahmers Fall sei jedoch besonders, da er gegen Ende seiner Mordserie die Kontrolle verloren habe und zu unorganisierten Taten übergegangen sei. Nach Resslers Auffassung beging Dahmer zumindest seine späteren Morde während psychotischer Episoden und damit im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit.[161] Da Ressler kein Psychiater oder Psychologe war, wurde er aber vom Gericht nicht als Gutachter in Dahmers insanity trial zugelassen.[162]

Spätere Gutachten gehen davon aus, dass Dahmer mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am Asperger-Syndrom litt, zu seinen Lebzeiten wurde ihm diese Diagnose jedoch nicht gestellt.[163]

Plädoyer und Urteilsspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verteidiger Boyle plädierte auf „schuldig, aber unzurechnungsfähig“ (guilty but insane). Dahmer habe das Unrecht seiner Taten erkannt, er sei jedoch aufgrund seiner geistigen Verfassung nicht Herr über seine Handlungen gewesen. Bei Erfolg dieser Verteidigungsstrategie wäre Dahmer nicht ins Gefängnis, sondern auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gekommen, wo er einer Therapie unterzogen worden wäre. Staatsanwalt McCann hingegen versuchte die Jury davon zu überzeugen, dass Dahmer sehr wohl in der Lage gewesen sei, sich zu kontrollieren. Er habe zielstrebig, planvoll und hinterhältig agiert.

Am 15. Februar 1992 wurde Dahmer von der Jury in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und für zurechnungsfähig erklärt. Vor der Verkündung des Strafmaßes am 17. Februar 1992, ließ Richter Gram die Angehörigen der Opfer zu Wort kommen und gab schließlich dem Angeklagten das letzte Wort. Dahmer, der während des Prozesses fast ausschließlich geschwiegen hatte, verlas eine Erklärung, in der er unter anderem Reue für das von ihm verursachte Leid bekundete. Er würde sein Leben dafür geben, die Taten ungeschehen zu machen. Er habe sich dem Prozess gestellt, um keine offenen Fragen zu hinterlassen und um der Welt zu zeigen, dass seine Verbrechen nicht hassmotiviert gewesen seien. Er hoffe, dass durch seinen Fall anderen Menschen wie ihm geholfen werden könne, bevor sie sich oder anderen Leid zufügen würden.[164]

Jeffrey Dahmer wurde zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden, lebenslänglichen Haftstrafen bzw. insgesamt 936 Jahren Gefängnis ohne Aussicht auf Entlassung verurteilt.[165] Einige Wochen später wurde Dahmer nach Akron, Ohio überstellt, wo er sich am 1. Mai 1992 in einem knapp einstündigen Verfahren vor einem Strafgericht des Mordes an Steven Hicks schuldig bekannte und zu einer weiteren lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Haftzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Verurteilung trat Dahmer seine Haft in der Columbia Correctional Institution, einem Hochsicherheitsgefängnis mit rund 600 Insassen in Portage, Wisconsin an. Das erste Jahr seiner Gefangenschaft verbrachte er in Isolationshaft, da man aufgrund seiner „Berühmtheit“ um seine Sicherheit fürchtete.[166] Zeitweise stand er zudem unter besonderer Beobachtung, da man fürchtete, dass er sich aufgrund einer sich abzeichnenden, schweren Depression das Leben nehmen könnte.[167] Mit seinem Einverständnis wurde er schließlich in den allgemeinen Gefängnistrakt verlegt[168] und erhielt unter anderem Zugang zur Gefängnisbücherei und weiteren Gemeinschaftseinrichtungen, wo er in Kontakt mit anderen Insassen kam.

Dahmer erhielt regelmäßig Besuch von seinem Vater, seiner Stiefmutter und seinem Bruder und telefonierte einmal wöchentlich mit seiner Mutter, die inzwischen in Kalifornien lebte. Außerdem erreichten ihn hunderte Briefe aus aller Welt – darunter ebenso Hassbotschaften wie Sympathiebekundungen, Geldgeschenke, Autogrammwünsche, Brieffreundschaftsangebote und Liebeserklärungen.[169][170] Während seiner Haftzeit wandte Dahmer sich wieder dem Christentum zu, studierte die Bibel und las Literatur zum Kreationismus. Außerdem besuchte er den Gottesdienst und ließ sich am 10. Mai 1994 vom Gefängnisgeistlichen taufen.[171]

Im Juli 1994 wurde Dahmer von einem Mithäftling mit einer Rasierklinge angegriffen, als er gerade die Gefängniskapelle verlies. Er trug bei diesem Angriff jedoch keine ernsthaften Verletzungen davon.[166][168][171]

Tod und Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Wochen vor seinem Tod wurde er einer Arbeitseinheit zugewiesen, die Hausmeistertätigkeiten verrichtete.[168] Am Morgen des 28. November 1994 waren Dahmer und seine Mitinsassen Jesse Anderson und Christopher Scarver eingeteilt, die Sanitäranlagen neben dem Fitnessraum zu reinigen. Als die Gefängniswärter die drei Häftlinge für einige Minuten unbeaufsichtigt ließen, schlug Scarver zuerst Dahmer und anschließend Anderson mit der Eisenstange einer Hantel nieder.[172][173] Dahmer lebte noch, war jedoch nicht ansprechbar, als er gegen 8.10 Uhr von einem Gefängniswärter in einer Blutlache gefunden wurde. Er wurde mit schweren Schädel- und Gesichtsfrakturen ins Divine Savior Hospital in Portage gebracht, wo man ihn um 9.11 Uhr für tot erklärte.[168] Anderson starb zwei Tage später an seinen Verletzungen.[168]

Die Reaktionen auf Dahmers Tod fielen unterschiedlich aus. Die Mehrheit der Angehörigen der Opfer nahm die Nachricht froh und erleichtert auf. Die Schwester von Richard Guerrero gab an, sich darüber zu freuen, dass das „Monster“ nun endlich tot sei.[171] Erroll Lindseys Schwester meinte gegenüber der New York Times: “I wouldn’t say I wanted it to happen like this, but Jeffrey tore my family up.”[166] (Zu dt.: „Ich würde nicht sagen, dass ich wollte, dass es so passiert, aber Jeffrey hat meine Familie zerrissen.“) Andere reagierten gleichgültig und einige zeigten sich traurig und bestürzt. Die Schwester von Eddie Smith, die Dahmer während der Haft besucht hatte, um von ihm die Einzelheiten des Todes ihres Bruders zu erfahren, sagte über Dahmers Ermordung: “I couldn’t stop crying when I heard the news. […] I was crying for his parents. For him, because he was murdered. He shouldn’t have been murdered like that.”[171] (Zu dt.: „Ich konnte nicht aufhören zu weinen, als ich die Nachricht hörte. […] Ich habe um seine Eltern geweint. Um ihn, weil er ermordet wurde. Er hätte nicht auf diese Weise sterben sollen.“) Staatsanwalt E. Michael McCann äußerte: “This is the last sad chapter in a very sad life. Tragically, his parents will have to experience the same loss the families of his victims have experienced. I hope there will be no […] celebration as a folk hero for the man that killed Jeffrey Dahmer.”[166] (Zu dt.: „Dies ist das letzte traurige Kapitel eines sehr traurigen Lebens. Tragischerweise werden seine Eltern nun denselben Verlust erleben müssen, den die Familien seiner Opfer erfahren haben. Ich hoffe, dass der Mann, der Jeffrey Dahmer ermordet hat, […] nicht als Volksheld gefeiert wird.“) Dahmers Vater und Stiefmutter fanden Trost darin, dass Dahmer vor seinem Tod zu Gott gefunden habe und nun nicht mehr leiden müsse.[171] Seine Mutter reagierte wütend und fragte: “Now is everybody happy? Now that he’s bludgeoned to death, is that good enough for everyone?” (Zu dt.: „Sind jetzt alle froh und zufrieden, dass er zu Tode geprügelt wurde?“)

Der an Schizophrenie und Wahnvorstellungen[174] leidende Afroamerikaner Scarver, der bereits wegen Mordes einsaß und unmittelbar nach dem Angriff auf seine Mitinsassen erklärt hatte, dass Gott ihm den Auftrag dazu erteilt hätte,[175] wurde zu zwei weiteren lebenslangen Freiheitsstrafen für den Mord an Dahmer und Anderson verurteilt. Als Tatmotiv wurde Rache nicht ausgeschlossen, weil Dahmer viele afroamerikanische Männer getötet und Anderson versucht hatte, zwei Afroamerikanern den von ihm selbst begangenen Mord an seiner Frau anzuhängen.[171] Im Jahr 2015 erklärte Scarver schließlich gegenüber der New York Post, dass er Dahmer getötet habe, weil er von seinen Taten angewidert gewesen sei. Außerdem behauptete er, dass Dahmer bei Gefängnisinsassen und -personal unbeliebt gewesen wäre und man sie deshalb absichtlich unbeaufsichtigt gelassen hätte, damit er ihn töten konnte.[176] Die behördliche Untersuchung von Dahmers Tod im Jahr 1994 war jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass Scarver allein gehandelt hatte.[176] Nach Angaben der Gefängnisverwaltung war Dahmer gut mit anderen Insassen zurecht gekommen und es sei daher nicht unüblich gewesen, dass man ihn zeitweise unbeaufsichtigt gelassen habe.[168][171] Auch Dahmers Pastor Roy Ratcliff bestätigte, dass Dahmer sich von anderen Insassen nicht bedroht gefühlt habe.[168][177] Laut Joyce Flint sei es ihrem Sohn egal gewesen, ob ihm etwas zustoße.[171]

Nach seinem Tod stritten Dahmers Eltern um das Schicksal seiner sterblichen Überreste. Joyce Flint wollte das Gehirn ihres Sohnes der Wissenschaft für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, Lionel Dahmer wollte den letzten Willen seines Sohnes erfüllen und seinen Leichnam vollständig einäschern lassen. Im Dezember 1995 entschied ein Gericht zugunsten des Vaters.[178] Jeffrey Dahmers Asche wurde zwischen seinen Eltern aufgeteilt.

Bereits zu Dahmers Lebzeiten hatten ihn die Angehörigen seiner Opfer auf Entschädigung verklagt und 80 Mio. US-Dollar zugesprochen bekommen, da Dahmer aber nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, wurde diese Summe nie getilgt.[171] Nach seinem Tod begehrten elf Opferfamilien eine Entschädigung aus dem Nachlass des Serienmörders. Die darin befindlichen rund 300 Gegenstände[179] – darunter auch der Kühlschrank, indem Dahmer Körperteile seiner Opfer aufbewahrt hatte, der Bohrer und andere Tatwerkzeuge[180] – sollten zunächst versteigert und der Erlös unter den Familien aufgeteilt werden. Andere Opferfamilien fanden diese Idee hingegen geschmacklos[171] und eine Gruppe von Geschäftsleuten entschied sich daher, den Nachlass für 407.225 US-Dollar aufzukaufen. Die Summe wurde unter den Angehörigen der Opfer aufgeteilt und sämtliche Nachlassgegenstände wurden im Juni 1996 zerstört.[180] Der Oxford-Apartment-Komplex, in dem Dahmer zwölf seiner 17 Opfer getötet hatte, war bereits im November 1992 abgerissen worden.[181]

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmers Eltern und seine Stiefmutter wurden 1992 von Steven Hicks’ Mutter auf 50 Mio. US-Dollar verklagt, mit der Begründung, sie hätten die Abartigkeit ihres Sohnes und seine Gefahr für andere erkennen müssen.[182] 1994 veröffentlichte Lionel Dahmer ein Buch mit dem englischen Originaltitel A Father’s Story, in dem er versucht, den Ursachen für das mörderische Verhalten seines Sohnes auf den Grund zu gehen. Neben möglichen genetischen und medikamentösen Einflüssen, hinterfragt er auch, welche Rolle Jeffreys Erziehung und die zerrütteten familiären Verhältnisse gespielt haben könnten. Einen Teil des Bucherlöses spendete Lionel Dahmer den Angehörigen der Opfer seines Sohnes.[183]

Nach einem gescheiterten Suizid im März 1994[184] starb Joyce Flint im November 2000 an Krebs.[9] Während Lionel und Shari Dahmer ihren Nachnamen beibehielten, änderte Jeffrey Dahmers jüngerer Bruder David seinen Familiennamen und lebt seither in Anonymität.

Polizeiarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bald nach Dahmers Verhaftung und dem Bekanntwerden seiner Verbrechen kam es zu Protestmärschen und Kundgebungen, die vornehmlich von der nichtweißen Bevölkerung Milwaukees organisiert wurden und sich gegen das Milwaukee Police Department richteten. Die Protestierenden warfen der Polizei Voreingenommenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Afroamerikanern, Homosexuellen sowie anderen Minderheiten vor und erzürnten sich insbesondere am Verhalten der Polizisten im Fall von Konerak Sinthasomphone.[185] Obwohl die drei afroamerikanischen Frauen, die den blutenden und nackten Jugendlichen aufgefunden und die Polizei verständigt hatten, mehrfach ihre Bedenken dagegen äußerten, den Jugendlichen zurück in Dahmers Obhut zu geben, vertrauten die Beamten dessen Erklärungen und unterließen eine Überprüfung seines Polizeiregisters. (Dieses hätte ergeben, dass Dahmer wegen Verführung eines Minderjährigen vorbestraft war und sich zu diesem Zeitpunkt noch auf Bewährung befand.) Nachdem die Polizisten Sinthasomphone zurück in die Wohnung des Serienmörders gebracht hatten, machten sie sich per Funk über den vermeintlichen Streit des homosexuellen „Liebespaares“ lustig.[186] Afroamerikanische Politiker waren der Meinung, dass die Polizisten anders gehandelt hätten, wären der Jugendliche und die Frauen weiß und Dahmer schwarz gewesen.[185]

Die Beamten wurden für die Dauer der polizeiinternen Ermittlung des Vorfalls bei vollem Gehalt suspendiert und nach Abschluss der Ermittlungen aus dem Polizeidienst entlassen. Während seines letzten Wortes vor Gericht bedauerte Dahmer, dass die Polizisten seinetwegen ihre Jobs verloren hätten; sie treffe keine Schuld am Tod von Konerak Sinthasomphone. Später gab ein Gericht der Klage der beiden Polizisten statt und sie wurden wieder eingestellt. Die Familie von Konerak Sinthasomphone erhielt von der Stadt Milwaukee 850.000 US-Dollar als Wiedergutmachung für die Versäumnisse der Polizei.[187]

Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahmer wird in zahlreichen filmischen, musikalischen und literarischen Werken erwähnt.

  • In der Handlung des US-amerikanischen Spielfilms Copykill von 1995 werden Bezüge zu Jeffrey Dahmer hergestellt.
  • Im Film Demolition Man gehört er zu den Schwerverbrechern, die aus dem „kryogenischen“ Gefängnis (Kälteschlaf) befreit werden sollen.
  • In der fünften Staffel von American Horror Story spielt Dahmer neben anderen Serienmördern (Ramirez, Gacy) eine Rolle.

Der fiktive Roman Zombie von Joyce Carol Oates aus dem Jahr 2002 beruht auf der Geschichte Dahmers. Im Jahr 2013 erschien die Graphic Novel Mein Freund Dahmer, in der Dahmers Jugendjahre von der Zeit an der Eastview Junior Highschool bis zu seinem ersten Mord aus der Sicht seines Schulfreundes Derf Backderf in Comicform beschrieben werden. In der gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahr 2017 spielt Ross Lynch den jugendlichen Jeffrey Dahmer.

Mehrere Lieder befassen sich explizit mit ihm, darunter die Songs 213 von Slayer, Jeffrey Dahmer von Soulfly, Arc Arsenal von At the Drive-In und Control von The Black Dahlia Murder sowie das Album Dahmer von Macabre. Im Lied Spooky Mormon Helldream aus dem Musical The Book of Mormon tritt er als Einwohner der Hölle auf und besingt seine Taten. Jeffrey Dahmer ist auch der Name einer kubanischen Grindcore/Deathmetal-Band aus Havanna.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischsprachige Originalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vernell Bass: Across The Hall. Lulu.com, 2013, ISBN 978-1-105-26636-2.
  • Derf Backderf: My Friend Dahmer: A Graphic Novel. Abrams ComicArts, New York 2012, ISBN 978-1-4197-0216-7.
  • Lionel Dahmer: A Father’s Story. William Morrow and Company, New York 1994, ISBN 978-0-688-12156-3.
  • Don Davis: The Jeffrey Dahmer Story: An American Nightmare. St. Martin’s Press, New York 1995, ISBN 0-312-92840-8.
  • Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective: The Interrogation and Investigation That Shocked The World. Poison Berry Press, 2016, ISBN 978-0-9947500-0-6.
  • Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. Hodder and Stoughton Ltd, London 1993, ISBN 0-340-57482-8.
  • Roy Ratcliff, Lindy Adams: Dark Journey, Deep Grace: Jeffrey Dahmer’s Story of Faith. Leafwood Publishers, Abilene, Texas 2006, ISBN 978-0-976-77902-5.
  • Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough: The Secret Murders of Milwaukee’s Jeffrey Dahmer. iUniverse, Bloomington, IN 2011, ISBN 978-1-4620-6269-0.

Deutschsprachige Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Derf Backderf: Mein Freund Dahmer: Eine Graphic Novel über den Serienmörder Jeffrey Dahmer. 1. Auflage. Metrolit Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8493-0048-7.
  • Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder: Geschichte eines Vaters. Deutsche Erstausgabe. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1995, ISBN 3-596-12940-0.
  • Don Davis: Jeffrey Dahmer. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05700-7.
  • Robert J. Dvorchak, Lisa Holewa: Wer ist Jeffrey Dahmer? Das schockierende Porträt des Milwaukee-Mörders. Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1992, ISBN 3-404-13415-X.
  • Brian Masters: Todeskult. Der Fall Jeffrey Dahmer. Rowohlt Verlag, Reinbek 1995, ISBN 3-499-19698-0.

Filmmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehinterviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: Inside Edition: Serial Killers. (Nancy Glass im Interview mit Jeffrey Dahmer.)
  • 1994: The Oprah Winfrey Show. (Oprah Winfrey im Interview mit Lionel Dahmer.)
  • 1994: Dateline NBC – Inside Evil: Jeffrey Dahmer. MSNBC. (Stone Phillips im Interview mit Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer und Joyce Flint.)
  • 2004: Larry King Live. CNN. (Larry King im Interview mit Lionel und Shari Dahmer.)
  • 2012: Confessions of A Serial Killer. (Stone Phillips im Interview mit Jeffrey Dahmer, Lionel Dahmer und Joyce Flint aus dem Jahr 1994 mit zuvor unveröffentlichten Szenen.)

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: The Trial of Jeffrey Dahmer. Regie: Elkan Allan.
  • 1992: Dahmer: Mystery of the Serial Killer. Regie: Michael Husain.
  • 1993: To Kill and Kill Again. Regie: Patrick Fleming.
  • 1994: Everyman: Profile of a Serial Killer.
  • 1996: Jeffrey Dahmer: The Monster Within. Regie: Bill Harris.
  • 2005: Born to Kill? Jeffrey Dahmer. Sprecher: Steve Furst.
  • 2013: The Jeffrey Dahmer Files. (Alternativtitel: Jeff.) Regie: Chris James Thompson.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: The Secret Life: Jeffrey Dahmer. Regie: David R. Bowen, Carl Crew als Dahmer.
  • 2002: Dahmer. Regie: David Jacobson, Jeremy Renner als Dahmer.
  • 2006: Raising Jeffrey Dahmer. Regie: Rich Ambler, Rusty Sneary als Dahmer.
  • 2017: My Friend Dahmer. Regie: Marc Meyers, Ross Lynch als Dahmer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephen McFarland: Jeffrey Dahmer, the Milwaukee Cannibal, is caught in 1991. In: Daily News. NYDailyNews.com, 21. Mai 2015, abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch, ursprünglich ein Artikel aus der Daily News vom 24. Juli 1991, archiviert auf der eigenen Webseite).
  2. a b Gabi Vogt: Das Monster lebte fast zwei Jahre in Baumholder. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, 17. Februar 2012, abgerufen am 14. Mai 2017.
  3. Siehe Abschnitt 3.2 Psychiatrisches Gutachten dieses Artikels.
  4. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 26.
  5. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 21.
  6. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 19.
  7. a b Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 24.
  8. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 22.
  9. a b * Joyce Flint; Serial Killer Jeffrey Dahmer’s Mother. In: Los Angeles Times. Los Angeles Times, 6. Dezember 2000, abgerufen am 14. Mai 2017 (englisch).
  10. Joyce Flint im Interview mit Stone Phillips für die Episode Inside Evil: Jeffrey Dahmer des Nachrichtenmagazins Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC am 14. Februar 1994, Erstausstrahlung am 8. März 1994.
  11. a b c Dahmers protokolliertes Geständnis vor dem Milwaukee Police Department, Akte 2472, S. 21.
  12. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 63.
  13. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 23.
  14. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 44.
  15. a b c Lionel Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Episode Inside Evil: Jeffrey Dahmer des Nachrichtenmagazins Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC am 14. Februar 1994, Erstausstrahlung am 8. März 1994.
  16. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 45–46.
  17. a b Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 46.
  18. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 24.
  19. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 27.
  20. a b Robert Dvorchak: Murder in Milwaukee: Experts Struggle to Explain Dahmer’s Compulsion : Crime: His behavior was always on the edge, childhood acquaintances say. But no one intervened to help him, and his problems escalated. In: Los Angeles Times. Tronc, Inc., 11. August 1991, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  21. Paula Chin: The Door of Evil. In: People. Time Inc., 12. August 1991, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  22. a b Rogers Worthington: Probation Officer Duly Noted Dahmer’s Battle With Demons. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 4. August 1991, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  23. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 38.
  24. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 206–207.
  25. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 31.
  26. a b c Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 208.
  27. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 56–57.
  28. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 39–40.
  29. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 36.
  30. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 202.
  31. a b c d e Jeffrey Dahmer im Interview mit Stone Phillips für die Episode Inside Evil: Jeffrey Dahmer des Nachrichtenmagazins Dateline NBC des Fernsehsenders MSNBC am 14. Februar 1994, Erstausstrahlung am 8. März 1994.
  32. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 211.
  33. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 37.
  34. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 209, 211.
  35. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 203.
  36. a b Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 205.
  37. a b c Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 35.
  38. a b Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 210.
  39. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 45.
  40. James C. Oleson: Criminal Genius: A Portrait of High-IQ Offenders. Hrsg.: University of California Press. 2016, ISBN 978-0-520-28241-4, S. 15.
  41. Colin Wilson, Damon Wilson: An End To Murder: Human beings have always been cruel, savage and murderous. Is all that about to change? Robinson, 24. September 2015.
  42. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 40.
  43. Laut Dahmers Schulfreund Derf Backderf imitierte Dahmer bei seinen „Anfällen“ den Innenarchitekten der Dahmers, der an einer Zerebralparese litt (My Friend Dahmer. S. 38, 44, 46). Außerdem vermutet Backderf, dass Dahmer auch die Krampfanfälle seiner Mutter nachahmte (My Friend Dahmer. S. 206).
  44. a b c d e From Class Oddball To ‚Lost Soul‘. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 28. Juli 1991, abgerufen am 10. Juni 2017 (englisch).
  45. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 207.
  46. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 38.
  47. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 65.
  48. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 46–47.
  49. Dahmers Protokolliertes Geständnis vor dem Milwaukee Police Department, Akte 2472, S. 9–10, 14, 23, 49–50.
  50. a b Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 43.
  51. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 52.
  52. a b Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 214.
  53. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 53–55.
  54. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 215.
  55. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 54.
  56. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 111–114.
  57. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 63.
  58. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 55.
  59. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 69.
  60. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 57.
  61. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 74–75.
  62. a b Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Serienmörder. S. 77.
  63. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 59.
  64. a b Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 47.
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  66. Dahmers protokolliertes Geständnis vor dem Milwaukee Police Department, Akte 2472, S. 87–88
  67. Derf Backderf: My Friend Dahmer. S. 220.
  68. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 62.
  69. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. Government, U.S. Department of Justice, S. 29, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch).
  70. a b Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 49.
  71. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 64–65.
  72. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 84.
  73. Dahmers protokolliertes Geständnis vor dem Milwaukee Police Department, Akte 2472, S. 124.
  74. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 67.
  75. a b Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 50.
  76. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 69.
  77. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 41–42.
  78. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 71–72.
  79. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 77.
  80. a b c Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 74.
  81. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 73.
  82. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 77–78.
  83. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 66.
  84. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 50–51.
  85. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 82.
  86. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 84.
  87. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 51.
  88. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 84–87.
  89. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 224.
  90. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 93–94.
  91. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 54.
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  93. Rogers Worthington: 3 Victims Testify Against Dahmer. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 8. Februar 1992, abgerufen am 14. Juni 2017 (englisch).
  94. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 96–97.
  95. The Trial of Jeffrey Dahmer. Videodokumentation von Elkan Allan über das Gerichtsverfahren in Milwaukee aus dem Jahr 1992.
  96. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 98.
  97. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 59–60.
  98. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 93.
  99. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 100.
  100. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 101.
  101. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 103.
  102. a b c Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 108.
  103. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 70.
  104. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 104.
  105. a b United States Court of Appeals, Seventh Circuit: Weinberger vs. State of Wisconsin, No. 95-3398. Decided: January 31, 1997. Abgerufen am 17. Juni 2017.
  106. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 80.
  107. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 112, 118.
  108. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 109.
  109. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 109–110.
  110. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 110–111.
  111. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 115.
  112. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 116–117.
  113. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 120.
  114. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 81.
  115. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 121.
  116. a b Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 122.
  117. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 123.
  118. a b c Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 138.
  119. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 124.
  120. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 139.
  121. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 139–140.
  122. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 141.
  123. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 142.
  124. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 143, 146−147.
  125. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 149.
  126. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 150−152.
  127. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 1−2.
  128. Schilderung von Detective Patrick Kennedy im Radio-Interview für The Opie and Anthony Show am 31. Januar 2013.
  129. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 3–5.
  130. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 3.
  131. a b c Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 4.
  132. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 26.
  133. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 29–30.
  134. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 31.
  135. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 37.
  136. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. Government, U.S. Department of Justice, S. 21, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch).
  137. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 8.
  138. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 6.
  139. Jeffrey Lionel Dahmer Part 01 of 19. In: FBI Records: The Vault. U.S. government, U.S. Department of Justice, abgerufen am 15. Mai 2017 (PDF, 4.6 MB, englisch, errechnet nach den angegebenen Geburtsdaten).
  140. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer.
  141. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 141.
  142. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 147.
  143. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 86.
  144. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 81.
  145. Jeffrey Dahmer im Interview mit Nancy Glass für die Fernsehsendung Inside Edition.
  146. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 216.
  147. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 248.
  148. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 189.
  149. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 204.
  150. a b c Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294.
  151. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 244.
  152. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 194.
  153. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 294–295.
  154. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 295–296.
  155. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 246.
  156. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 206–209.
  157. a b c Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 296.
  158. Brian Masters: The Shrine of Jeffrey Dahmer. S. 196–197.
  159. Anne E. Schwartz: The Man Who Could Not Kill Enough. S. 207.
  160. Patrick Kennedy, Robyn Maharaj: Dahmer Detective. S. 159–161.
  161. Dokumentation Robert Ressler: The Man Who Lives With Monsters (2001).
  162. Brent E. Turvey: Criminal Profiling:An Introduction to Behavioral Evidence Analysis. Academic Press, Elsevier, 2008, ISBN 978-0-12-374100-4, S. 118–119.
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  170. Zögling des Satans. In: Der Spiegel. Spiegel Verlag, 5. Dezember 1994, abgerufen am 11. Juni 2017.
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  173. Lionel Dahmer: Mein Sohn ist ein Mörder. S. 183 (Nachwort).
  174. John McCormick: Jeffrey Dahmer’s ‚Revelations‘. In: Newsweek. Newsweek Limited, 11. Dezember 1994, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
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  184. Jeffrey Dahmer’s mother attempts suicide in California. In: UPI.com. United Press International, Inc., 31. März 1994, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  185. a b Rogers Worthington: Grisly Killings Trap Milwaukee In Turmoil. In: Chicago Tribune. Tronc, Inc., 5. August 1991, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  186. Rogers Worthington: Could Police Have Saved Young Victim? -- 911 Tapes Show Officers Were In Dahmer’s Place, Left Teen To Fate. In: The Seattle Times. The Seattle Times, 2. August 1992, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  187. Family Of Dahmer Victim Makes Tentative Settlement. In: Orlando Sentinel. Tronc, Inc., 22. März 1995, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).