Jeggau

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Jeggau
Wappen von Jeggau
Koordinaten: 52° 32′ 12″ N, 11° 12′ 12″ O
Höhe: 62 m
Fläche: 12,3 km²
Einwohner: 184 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039082
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Lage der Ortschaft Jeggau in Gardelegen

Jeggau ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeggau liegt 13 Kilometer westlich von Gardelegen in der südlichen Altmark im Landschaftsschutzgebiet Drömling. Im Südosten fließt die Tarnefitzer Elbe nach Süden in die Ohre.[1] Die Jeggauer Fleet (Flötgraben) fließt nördlich des Dorfes nach Westen durch das 55 Hektar große Naturschutzgebiet Jeggauer Moor, ein FFH-Gebiet.[2]

Zum Ortsteil gehören die kleinen Ansiedlungen und Eigenthum und Dudel, die nordöstlich des Straßendorfes liegen.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit des Dorfes verläuft der Mittellandkanal der nächste Umschlaghafen befindet sich in Calvörde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeggau ist ursprünglich als Angerdorf angelegt worden und entwickelte sich später zum Straßendorf, wie aus dem Urmesstischblatt von 1823 erkennbar ist.[4]

Im Jahre 1429 wird Johannes Jeggow in Gröningen in einer Urkunde genannt.[5]

Im Jahre 1472 wird der Ort als Jeggow erwähnt, als Kurfürst Abrecht Werner und Gebhard von Alvensleben mit dem Schloß und der Vogtei Gardelegen und den zugehörigen Besitzungen belehnt.[6] Das Dorf gehörte 1472 dem Hospital zum Heiligen Geist in Gardelegen.[4]

Im Jahr 1560 war Jeggau von einer Überschwemmung betroffen.[7]

1651 kam es zu einem Dorfbrand der auch die Dorfkirche beschädigte. Von 1688 bis 1690 erfolgte als Ersatz der Bau der heutigen Kirche.

1831 brannten acht Höfe ab. Seitdem ist die Dorfanlage geradlinig.[8]

Nördlich von Jeggau lagen die bereits im 14. Jahrhundert wüst gewordenen Dörfer Hohen-Heerde und Sieden-Heerde.

Im Jahr 1910 lebten 405 Einwohner in Jeggau.[9]

Südwestlich des Dorfes stand noch am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Windmühle.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2010 gehörte die Gemeinde Jeggau zur Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark und war damit eine von 18 Mitgliedsgemeinden.

Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde mit den Wohnplätzen Dudel und Eigenthum zusammen mit 17 weiteren Gemeinden in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[11] Die Gemeinde Jeggau hatte vor der Eingemeindung 229 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009) und eine Fläche von 12,3 km².

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 158
1774 194
1789 154
Jahr Einwohner
1798 155
1801 159
1818 184
Jahr Einwohner
1840 289
1864 345
1871 300
Jahr Einwohner
1885 301
1895 363
1905 354
Jahr Einwohner
1925 409
1939 397
1946 580
Jahr Einwohner
1964 375
1971 304
1981 272
Jahr Einwohner
1993 246
2006 231
2009 229

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Jeggau wurde am 16. September 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein flugbereiter blauer Phönix mit rotem Schnabel und ausgeschlagener Zunge, aufsteigend aus rotem Feuer und überhöht von drei sechsstrahligen blauen Sternen, der mittlere größer.“[12]

Die Farben Jeggaus – abgeleitet von dem Hauptwappenmotiv und der Tinktur des Schildes – sind Blau-Gold (Gelb).

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Die Flagge ist blau-gelb (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Februar wird jährlich das Fasslom-Fest gefeiert - ein Brauch, um den Winter auszutreiben und den Frühling zu begrüßen.[13]
Kirche in Jeggau
  • Die Dorfkirche Jeggau ist ein lang gestreckter Fachwerkbau auf den Jahren 1688 bis 1690 mit einer Orgel. Südlich der Kirche steht ein Glockenträger aus Holz.[14]
  • Der Friedhof des Dorfes befindet sich auf südlich des Dorfes.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fasslom-Verein Jeggau e. V.
  • Turn- und Sportverein Jeggau 1926 e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Kirchengemeinde Jeggau gehörte früher zur Pfarrei Jeggau.[15] Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde Jeggau gemeinsam mit Breitenfeld, Köckte, Quarnebeck und Trippigleben zum Kirchspiel Breitenfeld-Jeggau.[4] Heute gehört das Kirchspiel zum Pfarrbereich Breitenfeld[16] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Bereits 1998 war Pfarrstelle stillgelegt worden. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. World Database on Protected Areas – Jeggauer Moor (englisch)
  3. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  4. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1068–1071.
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 6, 1846, S. 118, Nr. CLVIV (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00128~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 6, 1846, S. 140–141, Nr. CCI (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00150~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Corrie Leitz in 1258–2008, 750 Jahre Breitenfeld, Festschrift, Gemeinde Breitenfeld (Herausgeber), Block-Verlag Kremkau 2008, ISBN 978-3-934988-66-8, S. 83
  8. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 210.
  9. Gemeindeverzeichnis von 1910
  10. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 264: Klötze. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 13. Mai 2018.
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  12. Genehmigung zur Führung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Jeggau. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 14, Nr. 10/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 22. Oktober 2008, S. 179.
  13. Heischezug: Wat ist hüt und morjen - Fasslom in Jeggau. In: Volksstimme Magdeburg. 8. Februar 2016 (volksstimme.de [abgerufen am 13. Mai 2018]).
  14. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 209.
  15. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 62 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 13. Mai 2018]).
  16. Pfarrbereich Breitenfeld. Abgerufen am 13. Mai 2018.