Jella Lepman

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Jella Lepman (* 15. Mai 1891 in Stuttgart; † 14. Oktober 1970 in Zürich) war eine deutsche Journalistin, Autorin und Übersetzerin und die Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek in München.

Leben[Bearbeiten]

Jella Lepman wuchs in einem jüdisch-liberalen Elternhaus in Stuttgart auf.[1] 1936 emigrierte sie mit ihren beiden Kindern nach England, wo sie für die BBC und den US-amerikanischen Sender ABSIE (American Broadcasting Station in Europe) arbeitete.

1945 kehrte sie als Beraterin der US-Armee für Frauen- und Jugendfragen im Rahmen des „Re-Education“-Programms der amerikanischen Besatzungszone nach Deutschland zurück, wo sie zuerst in Bad Homburg, dann in München wohnte.

Da sie überzeugt war, dass man beim Wiederaufbau Deutschlands die Hoffnung vor allem in die Kinder zu setzen habe und dass Bücher das beste Mittel seien, um die deutschen Kinder zu Weltoffenheit, Toleranz und Friedensliebe zu erziehen, konzentrierte sie einen erheblichen Teil ihrer Arbeit auf die Förderung der Kinder- und Jugendliteratur. 1946 organisierte sie mit der Internationalen Jugendbuchausstellung die erste internationale Ausstellung in Deutschland nach dem Krieg. Die Ausstellung entwickelte sich zu der am 14. September 1949 eröffneten Internationalen Jugendbibliothek. 1952 initiierte sie eine Konferenz zur Völkerverständigung durch Kinderbücher, aus der das International Board on Books for Young People hervorging. Über diese Zeit berichtet Jella Lepman in ihrem autobiographischen Buch Die Kinderbuchbrücke.

Jella Lepmann schrieb mehrere Kinderbücher und gab Sammlungen von Kindergeschichten heraus, darunter die mehrbändige Sammlung von Gutenachtgeschichten, die sie über Jahre zusammengetragen hatte. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Neben ihren eigenen Kinderbüchern regte sie Erich Kästner zu seinem Bilderbuch „Die Konferenz der Tiere“ an.

Sie war eine der Initiatorinnen des 1956 geschaffenen Hans-Christian-Andersen-Preises, der weltweit bedeutendsten Auszeichnung für Jugendliteratur.

Im Jahr 1970 starb Lepman im Alter von 79 Jahren in Zürich und fand ihre letzte Ruhe auf dem Zürcher Friedhof Enzenbühl auf der Forchstraße.

Seit 1991 – gestiftet zu Lepmans 100. Geburtstag – vergibt das International Board on Books for Young People die Jella-Lepman-Medaille an Personen, die sich um die Institution verdient gemacht haben.

Werke[Bearbeiten]

  • Der verschlafene Sonntag (1927)
  • Wer ist Lux? Eine Detektivgeschichte für die Jugend (1950)
  • Die schönsten Gutenachtgeschichten (1957–1968)
  • Das Geheimnis vom Kuckuckshof. Eine Detektivgeschichte aus dem Schwarzwald (1958)
  • Die Kinderbuchbrücke (1964).
  • Kinder sehen unsere Welt. Texte und Zeichnungen aus 35 Ländern (1970).
  • Der verhaftete Papagei. Ullstein Taschenbuch, Berlin 1981, ISBN 3-548-00534-9.

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Jörg Schweigard: Stuttgart 1921. In: Die Zeit, 7. Februar 2013, S. 19.

Weblinks[Bearbeiten]