Jens Keller

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Jens Keller
Jens Keller, Union Berlin 2016.jpg
Jens Keller (2016)
Spielerinformationen
Geburtstag 24. November 1970
Geburtsort StuttgartDeutschland
Größe 182 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1981–1987 VfL Stuttgart-Wangen
1987–1989 VfB Stuttgart
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1989–1992 VfB Stuttgart Amat.
1989–1992 VfB Stuttgart 1 (0)
1992–1995 TSV 1860 München 48 (1)
1995–1998 VfL Wolfsburg 75 (4)
1998–2000 VfB Stuttgart 48 (1)
2000–2002 1. FC Köln 55 (0)
2002–2005 Eintracht Frankfurt 50 (3)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2009–2010 VfB Stuttgart (Co-Trainer)
2010 VfB Stuttgart
2012–2014 FC Schalke 04
2016– 1. FC Union Berlin
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jens Keller (* 24. November 1970 in Stuttgart) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -Spieler.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 begann Jens Keller beim VfL Stuttgart-Wangen Fußball zu spielen. 1987 wechselte er zur Jugend des VfB Stuttgart, bei dem er 1989 in den Kader der Profimannschaft aufrückte, ohne dass ihm der Durchbruch gelang. Seinen einzigen Bundesligaeinsatz beim VfB hatte er im November 1990, als er bei der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. In der Saison 1991/92, als der VfB Deutscher Meister wurde, kam er in der Liga nicht zum Einsatz.

1860 München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1992 unterschrieb Keller einen Vertrag beim TSV 1860 München, der gerade aus der 2. Bundesliga in die Bayernliga abgestiegen war. Unter Trainer Werner Lorant bestritt der Defensivspezialist 20 Spiele und schoss ein Tor; 1860 wurde Meister und setzte sich danach auch in der Aufstiegsrunde durch. In der Zweitligaspielzeit 1993/94 wurde Keller 23-mal eingesetzt. Am Ende stiegen die Löwen als Tabellendritter erneut auf. Keller blieb noch eineinhalb Jahre in München, wurde aber als Ergänzungsspieler in der Bundesliga nur fünfmal eingesetzt. Neben seinen 48 Ligaeinsätzen bestritt Keller für 1860 auch zwei Spiele im DFB-Pokal.

VfL Wolfsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause der Saison 1995/96 wechselte er zum VfL Wolfsburg, der sich in der 2. Bundesliga auf einem Abstiegsplatz befand. Keller wurde Stammspieler und stieg nach der Saison 1996/97 mit dem von Willi Reimann trainierten VfL als Zweitplatzierter in die Bundesliga auf; der VfL spielte dabei zum ersten Mal in der Vereinshistorie in der höchsten Liga.

VfB Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl sich Keller in Wolfsburg in der ersten Liga einen Stammplatz erarbeitet hatte, wechselte er zu einer Ablösesumme von 300.000 DM nach einer Bundesliga-Spielzeit 1998 zurück zum VfB Stuttgart.[1] Diesmal etablierte sich Keller in den folgenden beiden Spielzeiten als Stammspieler. Zu den Höhepunkten seiner Zeit bei den Schwaben gehören die vier Spiele im UEFA-Pokal 1998/99 gegen Feyenoord Rotterdam – 3:0-Auswärtssieg nach einer 1:3-Heimniederlage – und den FC Brügge, gegen den der VfB nach Verlängerung ausschied.

1. FC Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zwei Spielzeiten in Stuttgart wurde er zur Saison 2000/01 für 750.000 DM vom 1. FC Köln verpflichtet.[1] In den folgenden Jahren absolvierte er 55 Bundesligaspiele und stieg schließlich im Jahr 2002 mit dem Verein in die 2. Bundesliga ab. Kellers Vertrag wurde nicht verlängert.

Eintracht Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keller wechselte daraufhin im Juli 2002 zum Zweitligisten Eintracht Frankfurt, bei dem wieder Willi Reimann sein Trainer war, der ihn zum Spielführer ernannte. Keller kam zu 33 Spielen in der Mannschaft, die sich als Dritter der Zweiten Liga für die Bundesliga qualifizierte. Gleich zu Beginn der folgenden Bundesligasaison zog sich Keller einen schweren Knorpelschaden am Knie zu und fiel damit für den Rest der Spielzeit aus; die Eintracht stieg umgehend wieder ab. Auch unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel blieb er Kapitän. Ab dem vierten Spieltag der Zweitligasaison 2004/05 war Keller wieder fit und konnte bis zur Winterpause durchspielen. Eine Knöchelverletzung, die er sich vor Saisonbeginn im Trainingslager zugezogen hatte, erwies sich aber als schwerwiegender als ursprünglich diagnostiziert, und im Januar 2005 wurde eine Operation unvermeidlich. Nach weiteren Komplikationen kam er für die Eintracht, die sich zum Saisonende den Wiederaufstieg sicherte, auf keine weiteren Pflichtspieleinsätze. Kellers Vertrag wurde nicht verlängert; ein bestehender Anschlussvertrag, der seine weitere Verwendung bei der Eintracht nach Karriereschluss vorsah, wurde gegen eine Entschädigung von 100.000 Euro aufgehoben, da man für ihn keine geeignete Position gefunden hatte.[2]

Keller bereitete sich nun auf eine Trainerkarriere vor und belegte entsprechende Kurse. Auch beim Traditionsklub TSV 1860 war er aktiv.[3]

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VfB Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keller als Co-Trainer des VfB (2010)

Zur Saison 2008/09 übernahm Keller als Cheftrainer die A-Jugendmannschaft des VfB Stuttgart. Am 6. Dezember 2009 wurde er Co-Trainer der ersten Mannschaft unter dem neuen VfB-Cheftrainer Christian Gross, der Markus Babbel ersetzte. Die A-Jugendmannschaft des VfB wurde ohne Jens Keller Meister der Süd/Südwest-Gruppe der U-19 Bundesliga. Die erste Mannschaft, bei der Amtsübernahme des neuen Trainergespannes noch auf Platz 15 der Bundesliga, wurde beste Mannschaft der Bundesligarückrunde und qualifizierte sich mit dem sechsten Platz für die neu geschaffene Europa League.

Im Oktober 2010 wurde Keller nach der Beurlaubung von Gross Cheftrainer der Mannschaft, die sich nach sieben Spieltagen auf dem letzten Platz der Bundesliga wiederfand.[4] Nur zwei Monate später wurde er freigestellt,[5] sein Nachfolger wurde Bruno Labbadia. Nach seiner Suspendierung als Cheftrainer arbeitete er für den VfB als Scout.[6]

FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 übernahm Keller die B-Jugendmannschaft des FC Schalke 04 als Cheftrainer.[7]

Am 16. Dezember 2012 übernahm er nach der Beurlaubung von Huub Stevens die erste Mannschaft.[8] Zum Zeitpunkt seines Wechsels zu den Profis lagen die Schalker B-Junioren nach 14 Partien ohne Punktverlust an der Tabellenspitze der Bundesliga-Staffel West. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag wurde im Mai 2013 um zwei Jahre verlängert.[9]

Am 6. Oktober 2014 wurde Keller nach nur zwei Siegen aus den ersten zehn Pflichtspielen der Saison 2014/15 beurlaubt.[10]

1. FC Union Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2016/17 übernahm Keller von André Hofschneider die Zweitligamannschaft des 1. FC Union Berlin. Er erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018.[11]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jens Keller ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Lohmar.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Spieler:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jens Keller – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jens Keller – Trainerdatenblatt. transfermarkt.de. 28. April 2013. Abgerufen am 28. April 2013.
  2. Ingo Durstewitz: Frankfurter Planspiele. Frankfurter Rundschau, 3. Mai 2005
  3. Traditionsteam 2009/2010. (Memento vom 30. November 2010 im Internet Archive) TSV 1860 München, 30. November 2010, abgerufen am 8. August 2015.
    Kulinarischer Kick: Traditionsteam gegen deutsche Spitzenköche. TSV 1860, 22. Mai 2012.
  4. Zur aktuellen Lage (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  5. Labbadia ist neuer Cheftrainer beim VfB (Memento vom 14. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  6. Thomas Näher: Trainerrauswurf: Kellers Herz schlägt weiter für die Roten. Stuttgarter Nachrichten, 12. Dezember 2010.
  7. Jens Keller wird neuer Chef-Trainer der B-Junioren des FC Schalke 04. (Memento vom 20. April 2012 im Internet Archive) FC Schalke 04, 18. April 2012.
  8. FC Schalke 04 beurlaubt Huub Stevens – Jens Keller übernimmt. (Memento vom 18. Dezember 2012 im Internet Archive) FC Schalke 04, 16. Dezember 2012.
  9. Jens Keller bleibt Cheftrainer bei Schalke 04. focus.de. 10. Mai 2013. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  10. Trainerwechsel: Warum Schalke nicht Thomas Tuchel als Trainer verpflichtete. derwesten.de, veröffentlicht und abgerufen am 7. Oktober 2014.
    S04 trennt sich von Jens Keller – Roberto Di Matteo übernimmt. meldung von Schalke 04, veröffentlicht und abgerufen am 7. Oktober 2014.
  11. 1. FC Union Berlin: Jens Keller wird neuer Cheftrainer des 1. FC Union Berlin, 11. April 2016, abgerufen am 11. April 2016.