Jens Nowotny

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Jens Nowotny

Jens Nowotny im Jahr 2006

Spielerinformationen
Geburtstag 11. Januar 1974
Geburtsort MalschDeutschland
Größe 187 cm
Position Abwehrspieler
Vereine in der Jugend
1979–1985
1985–1990
1990–1992
SV Spielberg
FC Germania Friedrichstal
Karlsruher SC
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1992–1996
1991–1993
1996–2006
2003–2004
2006–2007
Karlsruher SC
Karlsruher SC II
Bayer 04 Leverkusen
Bayer Leverkusen II
Dinamo Zagreb
103 (7)
8 (0)
233 (4)
4 (0)
10 (0)
Nationalmannschaft
0
0
0
0
1994–1996
1997–2006
Deutschland U-15
Deutschland U-16
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
5 (0)
15 (3)
9 (4)
2 (0)
12 (0)
48 (1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jens Nowotny (* 11. Januar 1974 in Malsch) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Jens Nowotny spielte als Jugendlicher beim SV Spielberg (1979–1985) und dem FC Germania Friedrichstal (1985–1990). In dieser Zeit ging er auf das Gymnasium Karlsbad in Langensteinbach (Landkreis Karlsruhe) zur Schule; nach der 10. Klasse machte er eine Ausbildung als Großhandelskaufmann. Aufgrund eines Kreuzbandrisses wurde er als untauglich für die Bundeswehr ausgemustert.

Nowotny gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an, die im Jahr 2000 von Jürgen Klinsmann und weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet wurde.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Karlsruher SC[Bearbeiten]

Der Abwehrspieler spielte ab 1990 sechs Jahre lang für den Karlsruher SC, ehe er im Sommer 1996 zu Bayer 04 Leverkusen wechselte.

Bayer Leverkusen[Bearbeiten]

Am 30. April 2002 verletzte er sich im Halbfinale der Champions League, so dass er an der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 nicht teilnehmen konnte. Zudem verpasste Nowotny das Saisonfinale mit Bayer Leverkusen mit so wichtigen Spielen wie dem Champions-League-Finale in Glasgow gegen Real Madrid oder dem DFB-Pokal-Finale gegen den FC Schalke 04.

Nowotny wurde bei Bayer 04 Leverkusen vorübergehend vom Spielbetrieb ausgeschlossen, nachdem er den Verein erfolglos wegen Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall vor dem Arbeitsgericht Solingen verklagt hatte. Er durfte zwar weiterhin mit der Mannschaft trainieren und medizinische Behandlung in Anspruch nehmen. Er bezog auch weiterhin Gehalt, schien aber nie mehr für Bayer spielen zu dürfen. Des Weiteren klagte die Beraterfirma von Nowotny (GTS) wegen eines zugesicherten Handgeldes in Höhe von ca. 10,2 Mio Euro; es ging um die Versteuerung der Summe. Am 22. Dezember 2005 wurde bekannt, dass Nowotny und GTS von einer Fortsetzung der Gerichtsverfahren absehen. Im Gegenzug war der Verein bereit, Nowotny ab der Rückrunde der Saison 2005/06 wieder einzusetzen. Im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wurde er in der 79. Minute eingewechselt und bestritt sein erstes Pflichtspiel nach einem Jahr. Im Frühjahr 2006 gab er bekannt, dass er ab der kommenden Saison nicht mehr für Leverkusen spielen würde.

Dinamo Zagreb[Bearbeiten]

Am 18. Juli 2006 wurde bekannt, dass Nowotny seine Karriere beim kroatischen Klub Dinamo Zagreb fortsetzen würde. Er unterzeichnete schließlich einen Dreijahresvertrag. Aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme bestritt er dort allerdings nur zehn Spiele. Nach nur einem halben Jahr, am 11. Januar 2007, wurde der Kontrakt in gegenseitigem Einvernehmen wieder aufgelöst, als wegen einer neuerlichen Verletzung keine gemeinsame sportliche Perspektive mehr gefunden werden konnte.

Karriereende[Bearbeiten]

Im Januar 2007 erklärte Nowotny aufgrund von wiederkehrenden Knieproblemen seinen Rücktritt vom Profifußball. Er bestritt 336 Bundesligaspiele und schoss dabei 11 Tore.[1] Mit acht Platzverweisen hält er den Bundesliga-Rekord bei Roten Karten.

Am 8. Oktober 2007 fand im Karlsruher Wildparkstadion ein Abschiedsspiel für Nowotny statt. Es traten die deutsche Nationalmannschaft als Mein Sommermärchen und das KSC-Dream-Team an. In beiden Teams nahmen aktuelle Nationalspieler und Kollegen aus der deutschen Mannschaft der WM 2006 teil.

Seit 2009 ist Nowotny sportlicher Berater beim SC Fortuna Köln. Er ist Mitinhaber der Agentur Human Brands.[2]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Für die Nationalmannschaft bestritt Nowotny 48 Spiele, in denen er ein Tor erzielte. Sein Debüt im Nationaltrikot gab er am 30. April 1997 in Bremen beim 2:0-Erfolg gegen die Ukraine.

Nowotny nahm mit der deutschen Nationalmannschaft an der EM 2000 in den Niederlanden und Belgien sowie an der EM 2004 in Portugal teil.

Aufgrund ansprechender Leistungen in der Rückrunde der Bundesliga-Saison 2005/06 wurde er vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann überraschend zum Fitnesstest eingeladen, der am 24. und 25. April 2006 in Düsseldorf stattfand. Am 15. Mai 2006 wurde Nowotny schließlich von Klinsmann in den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 berufen. Im Spiel um den dritten Platz gegen Portugal (Endstand 3:1) absolvierte der Routinier dann das erste und zugleich auch einzige WM-Spiel seiner Karriere. Nowotny war erst unmittelbar vor Spielbeginn für den eigentlich vorgesehenen Robert Huth, der sich beim Aufwärmtraining verletzt hatte, in die Innenverteidigung gerückt.

Sein letztes Länderspiel bestritt Nowotny am 16. August 2006 in Gelsenkirchen gegen Schweden (Endstand 3:0).[3]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Nowotny ist Schirmherr von Kidshelp Kambodscha e.V., eines Vereins zur Verbesserung der Lebensumstände von Kindern in Kambodscha.

Nowotny ist seit 2007 Botschafter des Deutschen Kinderhospizverein e.V. Der Verein begleitet lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien von der Diagnose bis über den Tod hinaus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Arnhold: Jens Nowotny - Matches and Goals in Bundesliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 1. Oktober 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2015.
  2. Homepage der Agentur abgerufen am 18. September 2012
  3. Matthias Arnhold: Jens Nowotny - International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 1. Oktober 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2015.