Jens Riewa

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Jens Riewa, 2016

Jens Riewa (* 2. Juli 1963 in Lübbenau)[1] ist ein deutscher Moderator und Nachrichtensprecher bei der ARD-Tagesschau und beim NDR Hamburg Journal. Ende 2020 wird er Chefsprecher der Tagesschau.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jens Riewa wuchs in Lübben im Spreewald auf, wo er 1982 sein Abitur absolvierte. Anschließend verpflichtete er sich für drei Jahre bei der Nationalen Volksarmee. Nachdem Riewa sein Studium Technologie des Bauwesens an der Verkehrshochschule in Dresden abgebrochen hatte, absolvierte er eine Ausbildung zum Fluglotsen. Es folgte eine zweijährige Intensivsprecherziehung sowie Moderationstraining beim Berliner Rundfunk. 1988 bestand er einen Eignungstest als Nachrichtensprecher beim Fernsehen der DDR, außerdem war er als Moderator für die Kindersendung Wie wär’s ...? tätig. Danach arbeitete er beim Jugendradio DT64. Nach Sprechertätigkeiten für Hörspiele, Features, Dokumentationen und Werbung holte ihn 1991 der damalige Chefsprecher Werner Veigel zur Tagesschau – zunächst war Riewa dort als Off-Sprecher zu hören, ab 1994 dann als On-Sprecher zu sehen.[3] Seit dem 6. September 1995 spricht er die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau. Ende des Jahres 2020 wird er den Chefsprecherposten der Tagesschau übernehmen und löst damit den scheidenden Sprecher Jan Hofer ab.[2]

1994 engagierte ihn Dieter Thomas Heck als Moderator für die Deutsche Schlagerparade, da Birgit Schrowange die Moderation dieser Sendung nach einem Jahr aufgab. Die Sendung, die in den dritten Programmen lief, war seinerzeit die ARD-Ausgabe der ZDF-Hitparade. In sechs Jahren moderierte Riewa über 67 Folgen dieses Formats. 1996 und 1997 präsentierte er die deutschen Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest. Seit 2013 moderiert er als Co-Moderator die jährliche Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsvereins (Stand: 2019).[4][5][6][7][8][9][10] Für den ORB präsentierte er drei Jahre lang das Reisemagazin Wunderschönes Brandenburg.

2005 spielte er in der TV-Episode Adelheid und ihre Mörder – Sieben auf einen Streich sich selbst als Nachrichtensprecher. Seit 2012 ist er wieder als einer der Hauptmoderatoren beim Hamburg Journal tätig. In den Jahren 2014 und 2015 übernahm er außerdem eine Rolle im WDR-Hörspiel The Cruise. Riewa moderiert zudem Events und Großveranstaltungen, arbeitet als Model-Scout und ist Inhaber einer Firma für fliegende Kamerasysteme.

Riewa wehrt sich juristisch seit Jahren gegen Behauptungen, homosexuell zu sein. 1998 forderte er vom Querverlag 50.000 Mark Schadensersatz, da er sich im Buch Out! 500 Lesben, Schwule und Bisexuelle von Karen-Susan Fessel und Axel Schock als homosexuell zu Unrecht aufgeführt sehe. Außergerichtlich einigte man sich auf die Zahlung von 5.000 Mark, da die ursprünglich geforderte Summe den kleinen Buchverlag in den Ruin getrieben hätte.[11]

Im Jahr 2002 wurde er in der Zeitung Bild als Liebhaber der Sängerin Michelle dargestellt und mit einem entsprechenden Ausspruch zitiert, der von ihr dementiert wurde.[12][13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren. Anekdoten, Fakten und Sprüche aus 50 Jahren TV-Geschichte. Mitarbeit: Marc Halupczok, Thomas Kielhorn, Florian Treiß. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH, Berlin 2003, ISBN 3-89602-524-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jens Riewa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. bz-berlin.de: Treffen mit „Tagesschau“-Sprecher Jens Riewa: Spreewaldgurken unter sich
  2. a b DWDL de GmbH: "Tagesschau": Jens Riewa löst Jan Hofer als Chefsprecher ab. DWDL.de GmbH, 25. September 2020, abgerufen am 25. September 2020.
  3. 1994 wird Jens Riewa Sprecher der Tagesschau (Memento vom 28. Juni 2016 im Internet Archive)
  4. Aachen: Ritter Cem ist da! In: Aachener Zeitung. 26. Januar 2013, S. 1.
  5. AKV-Sitzung lockt mit Lindner, Lück und Kaiser Karl. In: Aachener Nachrichten. 11. Februar 2014, S. 1.
  6. Robert Esser, Albrecht Peltzer: AKV-Sitzung wie jeck vertuscht. In: Aachener Zeitung. 2. Februar 2015, S. 23.
  7. Holger Richter: „Erfinder des Lampenfiebers“ moderiert ein letztes Mal. In: Aachener Nachrichten. 16. Januar 2016, S. 15.
  8. Die Generalprobe zum Orden wider den tierischen Ernst. In: Aachener Nachrichten. 11. Februar 2017, S. 15.
  9. Madeleine Gullert: Ein Käfig, ein Ritter und wenige Narren. In: Aachener Nachrichten. 29. Januar 2018, S. 3.
  10. Sarah-Lena Gombert, Robert Esser, Holger Richter: Wenn der Saal richtig Feuer fängt. In: Aachener Nachrichten. 18. Februar 2019, S. 21.
  11. Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003, S. 439 f.
  12. Ich glaub', man weiß es eigentlich. In: queer.de. 20. Mai 2017, abgerufen am 13. Juni 2019.
  13. Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003, S. 440