Jens Weinreich

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Jens Weinreich 2011

Jens Weinreich (* 1965 in Haldensleben) ist ein deutscher Sportjournalist. Sein Blog erhielt 2009 den Grimme Online Award und den Journalistenpreis Goldener Prometheus. Weinreich beschäftigt sich insbesondere mit politisch relevanten Bezügen des Sports, in neuerer Zeit vor allem mit den Themen Doping und Korruption sowie mit den sportpolitischen Vorgängen im nationalen und im Internationalen Olympischen Komitee.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinreich legte sein Abitur in Magdeburg ab. Nach dem Militärdienst bei der NVA der DDR absolvierte er 1986 ein Volontariat bei der FDJ-Tageszeitung Junge Welt und studierte bis 1991 an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig.

1996 begann seine journalistische Arbeit für die Berliner Zeitung, deren Ressortleiter Sport er von 2002 bis 2008 war. Danach war er mehrere Jahre für den Deutschlandfunk tätig. Jens Weinreich geriet infolge seiner kritischen Beiträge wiederholt mit Sportfunktionären, Sportlern und Sportredaktionen in Konflikt. Unter anderem gab es 2008 juristische Auseinandersetzungen mit dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger[1] und 2009 mit der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.[2] Im April 2012 beendete das Deutschlandradio die Zusammenarbeit mit Weinreich wegen angeblicher Verunglimpfung von Kollegen.[3][4]

Heute schreibt er als freier Journalist unter anderem für den Spiegel oder Krautreporter.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016 wurde Weinreich als Mitglied eines SPIEGEL-Teams zusammen mit Jörg Schmitt, Rafael Buschmann, Gunther Latsch, Udo Ludwig und Jürgen Dahlkamp in der Kategorie „Beste investigative Leistung“ mit dem Nannen Preis ausgezeichnet. Geehrt wurde die Arbeit für den Artikel Sommer, Sonne, Schwarzgeld, der im Oktober 2015 erschien. Er thematisierte die mutmaßlich gekaufte Vergabe der Fußball-WM 2006 und führte u. a. zum Rücktritt von Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olympia-Informator '92: Albertville, Barcelona, zusammen mit Volker Kluge, Sportverlag. Berlin. 1991. ISBN 3-328-00489-0
  • Muskelspiele. Ein Abgesang auf Olympia, zusammen mit Thomas Kistner, Rowohlt Berlin. Berlin. 1998. ISBN 3-87134-247-5
  • Das Milliardenspiel. Fußball, Geld und Medien, zusammen mit Thomas Kistner, Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt am Main. 1998. ISBN 3-596-13810-8
  • Der olympische Sumpf. Die Machenschaften des IOC, zusammen mit Thomas Kistner, Piper Verlag. München, Zürich. 2000. ISBN 3-492-04249-X – französische Ausgabe: Les seigneurs des anneaux. Golias. Villeurbanne. 2001. ISBN 2-914475-20-9
  • Operation 2012. Leipzigs deutscher Olympiatrip, zusammen mit Grit Hartmann und Cornelia Tomerius, Forum Verlag Leipzig. Leipzig. 2004. ISBN 3-931801-32-2
  • Korruption im Sport. Mafiose Dribblings, organisiertes Schweigen, als Herausgeber, Forum Verlag Leipzig. Leipzig. 2006. ISBN 978-3-931801-21-2
  • Macht, Moneten, Marionetten. Sport and Politics Edition. 2014. (Eigenverlag Jens Weinreich)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konrad Lischka: Streit über Zwanziger-Kommentar: Wie Blogger den DFB bloßstellten. In: Spiegel online. 24. November 2008. Abgerufen am 22. November 2013.
  2. Jens Weinreich: Pechstein-Urteil: 63 Seiten, zwei Jahre, eine Verliererin. In: Spiegel online. 25. November 2009. Abgerufen am 22. November 2013.
  3. Birgit Wentzien: In eigener Sache. In: Deutschlandradio, 10. August 2012, abgerufen am 12. August 2012.
  4. Jens Weinreich: #London2012 (XXIX): #openFriedrich und andere Transparenzallergiker: warum das Deutschlandradio mir Berufsverbot erteilte. Privater Blog. 10. August 2012. Abgerufen am 22. November 2013.
  5. Artikel von Jens Weinreich bei Krautreporter. In: Krautreporter. Abgerufen am 16. Oktober 2015.