Jeremy Adler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jeremy Adler (* 1. Oktober 1947 in London) ist ein britischer Dichter und Professor für Deutsche Sprache am King’s College London. Er ist der Sohn des Schriftstellers H.G. Adler.

Er studierte englische und deutsche Literatur am Queen Mary College in London. Das Thema seiner Dissertation (1977) bei Claus Victor Bock, auf deutsch: Eine fast magische Anziehungskraft, ist der Gebrauch der Chemie in Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften. [1] Wie bereits sein Vater Hans Günther Adler gab er Werke von Franz Baermann Steiner (aus dessen Nachlass) heraus. In Deutschland wurde er durch seine Kritik an Bernhard Schlinks Bestseller Der Vorleser bekannt.[2] Internationales Aufsehen erregte Adler durch seine Entlarvung der neuen Edition von Mein Kampf. Er weist nach, dass die Edition in vieler Hinsicht antisemitisch ist. In: SZ, 7. Januar 2016 und SZ, 5./6. Januar 2017.

Er schreibt Gedichte und hat sie als Künstlerbücher in seinem Verlag Alphabox publiziert, dort sind auch Texte seines Vaters, von Franz Wurm und Friedrich Danielis erschienen. Vier Ausgaben der von ihm herausgegebenen Sammlung A. An Envelope Magazine of Visual Poetry erschienen 1971–73 und 1977 in London. Er gab verschiedene Bücher bei Writers Forum heraus.

Adler war im akademischen Jahr 1985/1986 und wieder im Jahr 2011/2012 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.[3] Zusammen mit Rüdiger Görner und Michael Krüger berichtete er über "Deutschsprachige Exilanten in London im Zeichen der Shoah" im Internationalen Kolleg Morphomata der Universität Köln am 7. November 2016.[4]

Seit 2005 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedichte und Künstlerbücher
  • Ab. The Poetry Society, London 1973. 40 S.
  • Tarot. Pirate Press, London 1975
  • The Amsterdam Quartet. Alphabox Press, London 1976. 5 S.
  • The Wedding and other Marriages. 1980
  • Jeremy Adler, Bob Cobbing: Homage to Theocritus. Writers Forum, London 1985.
  • The Electric Alphabet. 1986. 2. Aufl. 1996, Internet Ausgabe 1997.
  • Big Skies and Little Stones. Alphabox Press, c.1987. 25 lose Faltbl.
  • At the Edge of the World. 1995
Wissenschaftliche Arbeiten
  • Jeremy Adler: Eine fast magische Anziehungskraft: Goethes Wahlverwandtschaften und die Chemie seiner Zeit. Beck, München 1987
  • Jeremy Adler, Ulrich Ernst: Text als Figur. Acta Humaniora, Weinheim 1987
  • Jeremy Adler (Hg.): From Prague Poet to Oxford Anthropologist: Franz Baermann Steiner Celebrated. Iudicium, München 2003.
Franz Baermann Steiner. Schriften.
  • Jeremy Adler (Hg.), Franz Baermann Steiner: Am stürzenden Pfad: Gesammelte Gedichte. Wallstein, Göttingen 2000
  • Jeremy Adler, Richard Fardon (Hg.), Franz Baermann Steiner: Zivilisation und Gefahr: Wissenschaftliche Schriften. Wallstein, Göttingen 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeremy Adlers Eintrag im Wiki Encyclopedia of Humanthermodynamics
  2. J. Adler: Die Kunst, Mitleid mit den Mördern zu erzwingen. Einspruch gegen ein Erfolgsbuch: Bernhard Schlinks „Der Vorleser“ betreibt sentimentale Geschichtsfälschung. In: SZ, 20. April 2002, S. 18.
  3. Seit mit den Fellows (alphabetisch) abgerufen Dezember 2012
  4. Jeremy Adler, Rüdiger Görner und Michael Krüger: Deutschsprachige Exilanten in London im Zeichen der Shoah. Morphmomata - Universität Köln, 07.November 2016, abgerufen am 14.03.2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]