Jeremy Hunt (Politiker)

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Jeremy Hunt, 2017

Jeremy Richard Streynsham Hunt (* 1. November 1966 in Godalming, Surrey) ist ein britischer Politiker der Conservative Party. Im Mai 2010 wurde er Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport (Secretary of State for Culture, Olympics, Media and Sport). Ab September 2012 führte er das Gesundheitsressort. Am 9. Juli 2018 wechselte er ins Amt des Außenministers von Großbritannien.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium und berufliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der traditionsreichen und elitären Charterhouse School studierte der Sohn von Vizeadmiral Sir Nicholas John Streynsham Hunt, des Commander-in-Chief Fleet der Royal Navy von 1985 bis 1987, am Magdalen College der Universität Oxford und erwarb dort einen Abschluss im konsekutiven Studiengang Philosophy, Politics, and Economics (PPE). Während seines Studiums war er außerdem 1987 Präsident der Oxford University Conservative Association.

Nach Beendigung des Studiums war er zunächst Unternehmensberater, ehe er als Lehrer für die englische Sprache in Japan tätig war; in dieser Zeit erlernte er die japanische Sprache. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien wurde er Mitarbeiter und Anteilseigner der Public Relations-Firma Profile PR, die während der Informationstechnologie-Hochkonjunktur große Gewinne erzielte. Später verkaufte er zusammen mit seinem Jugendfreund Mike Elms die Anteile an dieser Firma und gründete stattdessen sein eigenes Unternehmen Hotcourses. Dieses Unternehmen, das heute mehr als 230 Mitarbeiter hat, wuchs zum größten Unternehmen Großbritanniens bei der Veröffentlichung von Ratgebern und Webseiten zum Herausfinden der passenden Schule, College, Universität oder Studiengang.

Unterhausabgeordneter und Minister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine politische Laufbahn begann Hunt als Kandidat der Conservative Party bei den Wahlen im Mai 2005, als er erstmals zum Abgeordneten des Unterhauses (House of Commons) gewählt wurde und in diesem seitdem den Wahlkreis South West Surrey vertritt.

Bereits im Dezember 2005 wurde er außerdem zum Mitglied des konservativen Schattenkabinetts berufen und war dort zunächst „Schattenminister“ für Menschen mit Behinderungen. Anschließend war er zwischen Juli 2007 und Mai 2010 „Schattenminister“ für Kultur, Olympia, Medien und Sport.

Nach dem Wahlsieg der Conservative Party bei den Unterhauswahlen 2010 wurde er am 12. Mai 2010 von Premierminister David Cameron zum Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport in dessen erstes Kabinett berufen und, entsprechend dieser Stellung, am 13. Mai 2010 Mitglied des Privy Council. Der Kultur- und Sportminister galt als Verfechter der Auffassung, dass alle Bereiche von Kultur, Medien und Sport eine Schlüsselrolle in der Qualität der persönlichen Lebensgestaltung spielen. Entsprechend bemühte er sich um eine Finanzierung der Olympischen Sommerspiele 2012 ohne Kürzung der Mittel für den Breitensport.

Nach dem Rücktritt von Boris Johnson aufgrund eines Disputs über die Brexit-Strategie wurde Hunt am 9. Juli 2018 zum neuen Außenminister des Vereinigten Königreiches ernannt.

Bei der durch den Rücktritt von Theresa May als Parteivorsitzende im Frühjahr 2019 ausgelösten Neuwahl bewarb sich Hunt um diesen Posten und konnte sich bei der innerhalb der Unterhausfraktion ausgetragenen Vorausscheidung am 20. Juni als Zweitplatzierter durchsetzen. Die Entscheidung fällt nun in einer Urabstimmung aller Parteimitglieder zwischen ihm und Johnson.[2]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunt ist mit Lucia Guo verheiratet, die er 2008 an der Universität Warwick kennenlernte. Seine Frau stammt aus Xi’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi. Das Ehepaar hat drei gemeinsame Kinder.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Jeremy Hunt wird neuer britischer Außenminister“, Spiegel online, 9. Juli 2018.
  2. Jeremy Hunt kämpft in Tory-Urwahl gegen Boris Johnson. Spiegel Online, 20. Juni 2019, abgerufen am selben Tage.
  3. Helier Cheung: Why Jeremy Hunt's 'Japanese' wife gaffe is a bad mistake. BBC News, 30. Juli 2018, abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).