Jerry Seinfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jerry Seinfeld (2010)

Jerome Allen „Jerry“ Seinfeld (* 29. April 1954 in Brooklyn, New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Stand-up Comedian, Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent und Autor. Bekannt wurde er vor allem durch die erfolgreiche, nach ihm benannte Sitcom Seinfeld, die von 1989 bis 1998 auf NBC lief. In der Serie war er Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Executive Producer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinfeld wuchs als Einzelkind einer jüdischen Familie in Massapequa auf Long Island auf, wo er die Birch Lane Grundschule und später die Massapequa High School besuchte. Anschließend ging er auf die State University of New York in Oswego, die er aber nach einigen Semestern verließ. Direkt nach dem Abschluss des Queens College absolvierte er seine ersten Auftritte am offenen Mikro in der Show New York's Catch A Rising Star 1976. Kurze Zeit später trat Seinfeld in einem HBO-Special über Rodney Dangerfield auf.

Seinfeld hatte eine kleine Rolle als Briefträger „Frankie“ in der Sitcom Benson 1979, in der er aber nur geringen Erfolg verbuchen konnte, was dazu führte, dass er prompt entlassen wurde. Später wird er den Namen „Benson“ in seinem Kassenschlager Bee Movie – Das Honigkomplott wieder aufgreifen.

Im Mai 1981 konnte Seinfeld einen überaus erfolgreichen Auftritt in der Tonight Show mit Johnny Carson absolvieren.[1] Seinfeld war nun ein regelmäßiger Gast in diversen Sendungen, einschließlich der Late-Night-Show mit David Letterman und der Merv Griffin Show.

Seinfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jerry Seinfeld bei den Emmy Awards 1997

Zusammen mit Larry David schuf Seinfeld für NBC 1989 die Sitcom The Seinfeld Chronicles. Die Sendung wurde vom Sender übernommen und in Seinfeld umbenannt. In der Sendung spielte Seinfeld eine fiktive Version seiner selbst. Er sagte, die Show sei inspiriert von der klassischen Sitcom der 1950er The Abbott and Costello Show. Neben Seinfeld selbst waren Julia Louis-Dreyfus, Michael Richards und Jason Alexander (dessen Figur an Larry Davids Person angelegt war) in den Hauptrollen zu sehen.

Seinfeld wurde zu einer der berühmtesten und erfolgreichsten Sitcoms der amerikanischen Fernsehgeschichte. Jerry Seinfeld wurde zum bestbezahlten Fernsehdarsteller der Zeit. In den neun Jahren ihrer Laufzeit wurden neun Staffeln produziert. 1998 wurde das Finale von Seinfeld ausgestrahlt.

Acht Jahre nach Serienende generiert die Serie noch erhebliche Werbeeinnahmen im US-amerikanischen Kabelnetz, was Jerry Seinfeld im Jahre 2005, auch durch Beteiligung an den DVD-Erlösen, ein Einkommen von 100 Millionen Dollar bescherte.

Andere Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Finale der Serie Seinfeld strahlte der Computerhersteller Apple als Verneigung einmalig eine Werbung aus, die Seinfeld neben Albert Einstein, Mahatma Gandhi und Martin Luther King zeigte.

Für American Express trat er in zwei teils animierten Werbefilmen The Adventures of Seinfeld & Superman auf. Superman war für Seinfeld sowohl in seinen Stand-Up-Programmen als auch in seiner Fernsehserie immer wieder Thema gewesen, so befand sich auf dem Filmset seines Apartments eine von Randy Bowen gefertigte Statue des Superhelden.[2]

2003 entwickelte Seinfeld die Idee zu Bee Movie – Das Honigkomplott. Die Idee wurde von Dreamworks-Studios aufgegriffen. Das Drehbuch schrieb Seinfeld zusammen mit Andy Robin, Barry Marder und Spike Feresten. Seinfeld produzierte den Film auch und sprach die Hauptfigur Barry B. Benson. Bee Movie kam im November 2007 in die amerikanischen Kinos. Der Film wurde mit über 286 Millionen Dollar Einnahmen zu einem Überraschungserfolg.

Seinfeld trat zum deutschen Kinostart von Bee Movie bei Wetten, dass..? auf, wo er nach einer verlorenen Wette zusammen mit Renée Zellweger als Persiflage auf seinen eigenen Film die Figuren Maja und Willi aus der beliebten Kinderserie Biene Maja nachspielen musste.

2008 war Seinfeld zusammen mit Bill Gates in einer Reihe von Werbespots der Firma Microsoft zu sehen.

2010 produzierte er die mäßig erfolgreiche Show The Marriage Ref, bei der er auch gelegentlich als Moderator auftrat. Die Sendung wurde von der Kritik größtenteils verrissen und 2012 eingestellt.[3][4]

Seit Juli 2012 tritt er in der selbst produzierten Webserie Comedians auf Kaffeefahrt auf. In den jeweils rund 20 Minuten langen Folgen fährt Jerry Seinfeld in einem alten Auto mit einem prominenten Gast in ein Café, um Kaffee zu trinken oder zu frühstücken. In den neun Staffeln bis 2018 waren u. a. Ricky Gervais, Alec Baldwin, Carl Reiner & Mel Brooks, Sarah Silverman, David Letterman, Louis C.K., Jay Leno, Tina Fey, Sarah Jessica Parker, Don Rickles, Seth Meyers, Chris Rock, Patton Oswalt, Howard Stern, Kevin Hart, Jimmy Fallon, Steve Harvey, Jim Carrey, Bill Maher, Stephen Colbert, Steve Martin, Will Ferrell, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Zach Galifianakis, Ellen DeGeneres, Kate McKinnon, Jerry Lewis und Barack Obama[5]. Auch seine ehemaligen Kollegen aus der Serie Seinfeld wie Larry David, Jason Alexander (in seiner Rolle als George Costanza), Julia Louis-Dreyfus und Michael Richards waren in der Webserie zu sehen.[6]

Seit dem Ende seiner Sitcom tritt Seinfeld immer wieder als Gaststar in anderen Sendungen auf, so zum Beispiel in 30 Rock, Lass es, Larry!, Louie und The Daily Show.

Der deutsche Synchronsprecher von Jerry Seinfeld ist üblicherweise Oliver Feld.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jerry Seinfeld ist seit 1999 mit Jessica Seinfeld (* 1971 als Nina Sklar) verheiratet und hat drei Kinder. Jerry Seinfelds Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Syrien[7], sein Großvater väterlicherseits emigrierte 1903 aus dem damals österreichischen Stanislau[8].

Seinfeld war nach eigenen Aussagen zwar nie praktizierender Scientologe, nahm in früheren Jahren jedoch an mehreren Kursen von Scientology teil, was laut eigener Aussage für seine Karriere hilfreich war.[9]

Seinfeld besitzt eine Sammlung von etwa 150 Autos. Er gilt auch als Besitzer einer der größten Porsche-Sammlungen (er besitzt 43 Stück) der Welt. Unter anderem wurde an ihn der letzte luftgekühlte Porsche 911, Modell 993, ausgeliefert.[10] Im Jahr 2002 kaufte Seinfeld ein Grundstück an der Upper West Side von Manhattan in New York City, wo er eine zweistöckige Garage für 1,4 Millionen US-Dollar baute, um einen Teil seiner Sammlung zu lagern.[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jerry Seinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Seinfeld – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. pinkskies21: Jerry Seinfeld The Tonight Show with Johnny Carson Appearances. 6. Oktober 2013, abgerufen am 15. November 2016.
  2. Resin Wiki: Randy Bowen
  3. Jill Serjeant: Seinfeld's "Marriage" gets big ratings, bad reviews. In: Reuters. 1. März 2010, abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).
  4. Greg Evans: Seinfeld's Marriage Ref: Nada Nada Nada. In: Huffington Post. 1. Mai 2010, abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).
  5. Archivlink (Memento vom 31. Dezember 2015 im Internet Archive)
  6. ComediansInCarsGettingCoffee.com abgerufen am 25. Juli 2016
  7. Zev Chafets: The Sy Empire. In: The New York Times. 14. Oktober 2007, abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).
  8. Alison Leigh Cowan: The Paper Trail of Jerry Seinfeld Leads Back to Ellis Island and Beyond. In: The New York Times. 23. April 2009, abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).
  9. Interview With Jerry Seinfeld. In: parade.com. 18. September 2007, abgerufen am 15. Januar 2016 (englisch).
  10. Ulf Poschardt: Porsche-Formen haben etwas Menschengestaltliches. In: Die Welt. 13. September 2011, abgerufen am 4. November 2013.
  11. Inside Jerry Seinfeld's Super Secret Manhattan Garage 28. Oktober 2016, abgerufen am 19. April 2019 (englisch)