Jesús de Polanco

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jesús de Polanco, 2006

Jesús de Polanco (* 7. November 1929 in Madrid, Spanien; † 21. Juli 2007 ebenda) war ein spanischer Medienunternehmer. Im Jahr 2005 wurde er auf Platz 210 der reichsten Menschen weltweit und 2006 auf Platz 258 geführt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polanco stammt aus kleinen Verhältnissen und finanzierte sein Jurastudium als Buchverkäufer. Ende der 1950er Jahre gründete den Buchverlag Santillana, durch Revinvestitionen war dies der Nucleus der PRISA-Gruppe, an der er mit 64 Prozent beteiligt war. Die Gruppe expandierte auf den lateinamerikanischen Markt, engagierte sich unter seiner Leitung aber auch in Portugal und bei der Tageszeitung Le Monde in Frankreich.[1]

In Spanien gründete er kurz nach dem Tod des Diktators Francos im Mai 1976 die seither größte und international bekannteste Tageszeitung Spaniens, El País. Aufgrund seines politischen Einflusses trug er den Spitznamen Jesús del Gran Poder, und seine Dominanz in den spanischen Medien wurde von politisch rechter Seite teilweise heftig kritisiert. Seine Gegner beschuldigten ihn, ein Monopol zu nutzen, um tendenziöse Berichterstattung zu betreiben. Der PRISA wurde unter anderem vorgeworfen, mittels ihrer Berichterstattung die öffentliche Meinung über den Partido Popular sowie über die Madrider Zuganschläge einseitig zu beeinflussen. Von nicht nationalistischer Seite und international wurde jedoch insbesondere Polancos Einfluss bei der Festigung der spanischen Demokratie hervorgehoben.

Polanco starb Mitte Juli 2007 an Komplikationen in Verbindung mit einer Arthritis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Javier Caceres: Der Buchverkäufer. Nachruf, in: Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2007, S. 15