Jesenwang

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jesenwang
Jesenwang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jesenwang hervorgehoben
Koordinaten: 48° 10′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Verwaltungs­gemeinschaft: Mammendorf
Höhe: 558 m ü. NHN
Fläche: 15,3 km2
Einwohner: 1541 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82287
Vorwahlen: 08146, 08145
Kfz-Kennzeichen: FFB
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 12
82287 Jesenwang
Webpräsenz: www.jesenwang.de
Bürgermeister: Erwin Fraunhofer (CSU / Bürgermeinschaft Jesenwang/Pfaffenhofen)
Lage der Gemeinde Jesenwang im Landkreis Fürstenfeldbruck
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Über dieses Bild

Jesenwang mit den Ortsteilen Pfaffenhofen und Bergkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jesenwang liegt westlich von München. Unmittelbar am Ort fließt der Erlbach.

Ortsteile sind Bergkirchen und Pfaffenhofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemarkung Jesenwang siedelten Menschen des Mesolithikums, des Neolithikums, vermutlich der Hallstattzeit und der Latènezeit. Aus der Latènezeit gibt es als Einzelfund einen eisernen Doppelpyramidenbarren. Untertägig sind außerdem Siedlungsfunde und ein Brandgräberfeld der römischen Kaiserzeit (u. a. römischer Kalkbrennofen) gemacht worden. Zudem sind drei frühmittelalterliche Reihengräber nachgewiesen sowie eine Siedlung des Frühmittelalters mit Pfostenbauten und Grubenhäusern.

Der Ort wurde erstmals 773 als Oasinwanc urkundlich erwähnt. Die Pfarrei Jesenwang war seit 1314 durch eine Schenkung des Freisinger Bischofs Gottfried dem Kloster Fürstenfeld inkorporiert. Das Kloster war bis zur Säkularisation 1803 auch ein wichtiger Grundherr. Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern. Nach Gründung der politischen Gemeinde 1818 entstand 1825 das erste Schulhaus am Ort.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1978 gehört Jesenwang zur Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pfaffenhofen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0827 Einwohner
  • 1970: 0829 Einwohner
  • 1987: 1044 Einwohner
  • 1991: 1196 Einwohner
  • 1995: 1297 Einwohner
  • 2000: 1357 Einwohner
  • 2005: 1534 Einwohner
  • 2010: 1534 Einwohner
  • 2015: 1529 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Erwin Fraunhofer (CSU / Bürgermeinschaft Jesenwang/Pfaffenhofen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenaufnahme von St. Willibald

Die katholische Pfarrkirche St. Michael stammt aus der Spätgotik und wurde barock verändert. Das Langhaus wurde 1922/23 neu erbaut.

Etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt an der Straße nach Fürstenfeldbruck die Wallfahrtskirche St. Willibald aus dem 15. Jahrhundert (Grundsteinlegung: 1414; Erweiterung: 1478). Sie ist eine der wenigen nahezu unverändert erhaltenen spätmittelalterlichen Landkirchen Oberbayerns und birgt die größte und bedeutendste gotische Flachdecke Altbayerns, bemalt mit 594 Blumen und 561 Sternen, 1478 entstanden. Die Felder des Netzgewölbes in der Apsis zeigen Rankenornamente; an der Nordwand der Apsis hat sich ein Fresko erhalten, das einen Mönch darstellt. Der figurengeschmückte Hochaltar ist eine Schöpfung der Spätrenaissance. Die Seitenaltäre mit Gemälden sind von 1620. Der alljährliche Willibald-Ritt, der durch die Kirche hindurchführt, geht auf ein Gelübde von 1712 zurück, als eine Viehseuche die Pferde bedrohte. Nur in Jesenwang ist die Verehrung des hl. Willibald als Viehpatron nachweisbar. 1779 erfolgte ein Umbau der Kirche. Von den früher zahlreichen Votivtafeln sind in der Kirche nur noch wenige vorhanden (Abgang durch Diebstahl).
Es existiert ein Förderverein St. Willibald.
Die Punk-Band Die toten Hosen drehte hier das Video zu dem Lied Eisgekühlter Bommerlunder. Die Kirche wurde nach Bekanntwerden des Drehs neu geweiht.[3]

Die Kapelle „Maria Trost“ (sogenannte Pestkapelle). Der Rundbau entstand 1656 und wurde 1751 erneuert.

Bergkirchen hat eine katholische Kirche St. Maria, die Ende 14. / Anfang 15. Jahrhundert erbaut und im 18. Jahrhundert barockisiert wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 111 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 71 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 456. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 740 ha, davon 577 ha Ackerfläche. Zudem befindet sich im Gemeindegebiet der Flugplatz Jesenwang und ein Testgelände des TÜV Süd.[4]

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Jesenwang verfügt über ein Löschgruppenfahrzeug 10/10 (LF 10/10) und ein Löschgruppenfahrzeug 8/6 (LF 8/6). Beide Fahrzeuge sind im Feuerwehrhaus Am Keltenbogen 8 in Jesenwang untergebracht. Außerdem befindet sich im Gemeindegebiet noch die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen. Diese verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das in einem eigenständigen Feuerwehrhaus in der Erlbachstraße 5 im Ortsteil Pfaffenhofen untergebracht ist. Neben der Staatsstraße 2054 gehört auch u. a. der Sonderflugplatz Jesenwang zum Einsatzgebiet der beiden Feuerwehren.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze im Pfarrkindergarten St. Michael mit 46 Kindern
  • Volksschulen: Grund- und Teilhauptschule mit 14 Lehrern und 280 Schülern

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jesenwang gibt es ein Seniorenheim, das zum Kommunalunternehmen „Kreisklinik Fürstenfeldbruck/Seniorenheim Jesenwang“, einer Einrichtung des Landkreises Fürstenfeldbruck, gehört.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jesenwang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 577.
  3. Andreas Daschner: Vor 30 Jahren: Neuweihe nach Skandal-Dreh. Münchner Merkur, 10. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.
  4. TÜV Süd, Testgelände Jesenwang (Memento vom 21. Januar 2008 im Internet Archive)