Jeseritz

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Jeseritz
Koordinaten: 52° 26′ 41″ N, 11° 18′ 23″ O
Höhe: 55 m ü. NN
Fläche: 13,15 km²
Einwohner: 269 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039087
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Lage der Ortschaft Jeseritz in Gardelegen

Jeseritz ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf Jeseritz liegt etwa sieben Kilometer nördlich von Calvörde zwischen der Colbitz-Letzlinger Heide und dem Naturpark Drömling. Die Gardelegener Altstadt befindet sich rund 12 km nordöstlich. Durch das Dorf fließt der Bauerngraben Jeseritz. In nördliche Richtung fließt der Grenzgraben.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist ein Rundlingsdorf, wohl ursprünglich mit Eingang im Westen.[2]

Jeseritz fand seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1345 in Zusammenhang mit dem Gericht Calvörde.[3]

Im Jahre 1534 waren die von Alvensleben vom Kloster Königslutter mit Jeseritz und den wüsten altmärkischen Feldmarken Platin, Pokal und Kemeritz belehnt worden, die im 14. und 15. Jahrhundert zu Jeseritz kamen. Aus dem Jahre 1574 ist ein Vertrag zwischen Ludolf von Alvensleben und der Dorfschaft Jeseritz überliefert.[4][5]

Peter Wilhelm Behrens[5] wertete 1844 die Akten der früheren calvördischen Amtsregistratur aus. Er leitete den Name des Dorfes Jeseritz, vormals Jesertze vom slavischen jesere (See) ab. Er vermutet als ältesten deutschen Namen des Dorfes Buhne, da sich damals in der Nähe der Buhnenbusch befand. Die ersten Ansiedler sollen Kohlenbrenner und Holzhauer gewesen sein, die sich bei dem herrschaftlichen Sandkrug an der Landwehr der Nordgrenze des Amtes Calvörde niederließen. Sie war eine Erdfeste (kleiner Hügel) mit Graben, einer Dornenhecke („Knick“) längs eines Baches und einem Durchgang mit Tor und Schlagbaum.

Die historische Bevölkerung von Jeseritz ist für die Jahre 1674 bis 1808 in einem Ortsfamilienbuch dokumentiert.[6] Im Jahre 1790 lebten im Dorf 214 Einwohner, 1895 waren es 333.[2]

Historisch ist Jeseritz mit dem Flecken Calvörde verbunden, beide gehörten zur Exklave Calvörde des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, später Herzogtum Braunschweig und Freistaat Braunschweig.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Jeseritz gehörte bis 1945 zur Exklave Amt Calvörde im Landkreis Helmstedt und kam anschließend zum Landkreis Gardelegen. Am 1. Juli 1994 kam die Gemeinde zum Altmarkkreis Salzwedel und später dann zu der am 1. Januar 2005 gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Jeseritz am 15. Juni 2009, dass die Gemeinde Jeseritz in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[7][8]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Jeseritz wurde Jeseritz Ortsteil der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Jeseritz und künftige Ortsteil Jeseritz wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Jeseritz wurde ein Ortschaftsrat mit sieben Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Dorfkirche
  • Die evangelische Dorfkirche Jeseritz ist eine rechteckiger, verschalter Fachwerkbau mit Dachreiter und stammt aus den Jahre 1877.[2][9]
  • In Jeseritz steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus rotem Sandstein, darin drei schwarze Tafeln.[10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die protestantischen Christen aus Jeseritz sind evangelisch-lutherischer Konfession und gehören zur Kirchengemeinde Jeseritz-Parleib/Altmark im Pfarrverband Calvörde-Uthmöden der Propstei Vorsfelde, Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b c Paul J. Meier: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Helmstedt. Wolfenbüttel 1896, S. 197 (Digitalisat).
  3. Hansestadt Gardelegen - Ortsteile gardelegen.de. Ortsteil Jeseritz. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  4. George Adalbert von Mülverstedt: Codex diplomaticus Alvenslebianus: Urkunden-Sammlung zur Geschichte des Geschlechts von Alvensleben und seiner Besitzungen. 3. Band. Baensch, Magdeburg 1882, S. 327.
  5. a b Peter Wilhelm Behrens: Fortsetzung der Nachweisung der wüsten Burgen und Dörfer des südlichen Teiles der Altmark, vor allem im und am jetzigen Herzoglich-Braunschweigischen Kreisamt Calvörde. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 7. Jahresbericht, 1844, S. 68–69, 81–82 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  6. Kurt Bartels: Familienbuch Calvörde mit Berenbrock, Elsebeck, Hünerdorf, Jeseritz, Lössewitz, Parleib und Velsdorf (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF. Band 30). Leipzig 2010.
  7. Gebietsänderungsvertrag. Gebietsänderungsvertrag Eingemeindung der Gemeinde Jeseritz in die Hansestadt Gardelegen. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 10. Salzwedel 21. Oktober 2009, S. 275–277 (http://www.altmarkkreis-salzwedel.de/Portaldata/1/Resources/as_buerger/dokumente/Amtsblatt_Nr._10,_21.10.2009.pdf (Memento vom 8. März 2017 im Internet Archive) [abgerufen am 13. Mai 2018]). (PDF; 543 kB)
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  9. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 214.
  10. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Jeseritz auf www.denkmalprojekt.org. August 2007, abgerufen am 13. Mai 2018.