Jesper Nelin

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Jesper Nelin Biathlon
Jesper Nelin in Östersund 2019
Verband SchwedenSchweden Schweden
Geburtstag 3. Oktober 1992 (27 Jahre)
Geburtsort Värnamo
Karriere
Verein Hestra IF, Piteå Skidskytteklubb
Aufnahme in den
Nationalkader
2012
Debüt im Weltcup 2015
Weltcupsiege 1 Staffelsieg
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympia-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
EM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2018 Pyeongchang Staffel
IBU Biathlon-Europameisterschaften
Silber 2019 Minsk-Raubitschy Single-Mixed-Staffel
Silber 2019 Minsk-Raubitschy Sprint
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 31. (2019/20)
Einzelweltcup 26. (2018/19)
Sprintweltcup 30. (2019/20)
Verfolgungsweltcup 30. (2019/20)
Massenstartweltcup 26. (2019/20)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Staffel 1 0 2
Continental-Cup-Bilanz
Gesamt-IBU-Cup 100. (2018/19)
Sprint-IBU-Cup 72. (2018/19)
letzte Änderung: 21. April 2020

Jesper Nelin (* 3. Oktober 1992 in Värnamo) ist ein schwedischer Biathlet. Er startet seit 2015 im Weltcup und wurde 2018 mit der Männerstaffel Olympiasieger.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nelin stammt aus dem südschwedischen Borås und begann seine sportliche Laufbahn als Skilangläufer im Verein Hestra IF. Von 2009 an nahm er an Rennen auf nationaler Ebene teil, war aber in den meisten Wettkämpfen deutlich von vorderen Ergebnissen entfernt. Zusätzlich begann er 2012 mit dem Biathlonsport, wo er bessere Resultate erzielte: Im Januar 2015 gewann er die Massenstart-Bronzemedaille bei den Schwedischen Meisterschaften[1] und erhielt in der Folge erste Einsätze im IBU-Cup, der zweithöchsten Wettkampfserie im Biathlon. Im Sommer 2015 nahm ihn Nationaltrainer Wolfgang Pichler in die – nach den 2014 erfolgten Rücktritten Carl Johan Bergmans und Björn Ferrys deutlich geschwächte – erste Mannschaft auf und bezeichnete ihn als „sehr großes Talent“ (im Original: „väldigt stor talang“) und „vielleicht den Typ, den [die Trainer] gesucht haben“ (im Original: „Kanske är han killen vi letat efter“).[2] Nelin wurde noch im August 2015 schwedischer Sommerbiathlonmeister im Sprint[3] und belegte bei seinem ersten Weltcupauftritt im Dezember in Östersund als bester Sportler seines Landes den 16. Platz. In der Folge startete er bei den Weltmeisterschaften 2016, wo er mit der Staffel um Torstein Stenersen, Peppe Femling und Fredrik Lindström den 7. Rang erreichte. Seine besten WM-Einzelergebnisse waren ein 31. Platz im Sprint und ein 38. Platz in der Verfolgung. Am Ende des Winters stand er im Gesamtweltcup auf Rang 61; hinter Lindström und Stenersen war er damit drittbester Schwede.

Über zwei Jahre blieb der 16. Platz von Nelins Debütrennen sein einziges Top-20-Einzelergebnis im Weltcup. Er verpasste zudem, insbesondere in der Saison 2016/17, häufiger die Punkteränge der besten 40 Athleten. Erst zum Auftakt des olympischen Winters 2017/18 – erneut in einem Sprint vor heimischem Publikum in Östersund – knüpfte er mit dem 20. Rang an seine Bestleistung an. In der gleichen Saison gewann er zusammen mit Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson und Fredrik Lindström das Staffelrennen in Oberhof, was den ersten Weltcupsieg einer schwedischen Staffel seit 2009 bedeutete. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang im Februar qualifizierte sich Nelin nach drei Ergebnissen unter den besten 30 in Sprint, Verfolgung und Einzel erstmals in seiner Karriere für einen Massenstart.[4] Mit zwei Schießfehlern und 34,6 Sekunden Rückstand auf Sieger Martin Fourcade erreichte er dort den neunten Platz. Wenige Tage später gewann er mit seinen Mannschaftskollegen Peppe Femling, Samuelsson und Lindström die olympische Goldmedaille im Staffelrennen.

In den Saisons 2018/19 und 2019/20 erreichte Nelin im Weltcup weiterhin regelmäßig die Punkteränge und belegte in der Gesamtwertung die Ränge 40 und 31. Gemeinsam mit Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma gehörte er damit zu den führenden Biathleten seines Landes, erreichte aber anders als Samuelsson und Ponsiluoma in keinem Einzelrennen das Podium. Nelins bestes Weltcupergebnis war ein siebter Platz im Massenstart von Oberhof im Januar 2020. Zudem gewann er bei den Europameisterschaften 2019 hinter Tarjei Bø die Silbermedaille im Sprint und – zusammen mit Anna Magnusson – eine zusätzliche Silbermedaille in der Single-Mixed-Staffel. Im Weltcup stand er zwei weitere Male im Team auf dem Podium: jeweils als Dritter mit der Mixed-Staffel in Östersund 2019 und mit der Männerstaffel in Nové Město 2020.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nelin besuchte das Sportgymnasium in Torsby mit Spezialisierung auf den Skilanglauf. Sein jüngerer Bruder, der keine internationale Laufbahn einschlug, ging auf dieselbe Schule mit Biathlon-Spezialisierung und gab sein ausgedientes Gewehr an ihn ab, was für Nelin den Beginn seiner Biathlonkarriere bedeutete.[5] Er lebt in Östersund und ist mit der schwedischen Biathletin und Olympiasiegerin Hanna Öberg liiert.

Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 07. Jan. 2018 DeutschlandDeutschland Oberhof Staffel (4×7,5 km)1

Biathlon-Weltcup-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixedstaffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1
2. Platz  
3. Platz 2 2
Top 10 1 23 24
Punkteränge 2 16 15 4 29 66
Starts 11 33 20 4 30 98
Stand: Saisonende 2019/20

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Herrenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2018 Olympische Winterspiele | Korea SudSüdkorea Pyeongchang 30. 18. 24. 9. Gold 1. 11.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Herrenstaffel Mixedstaffel
Weltmeisterschaften 2016

IBU.svg | NorwegenNorwegen Oslo

31. 38. 54. - 7. 12.
Weltmeisterschaften 2017

IBU.svg | OsterreichÖsterreich Hochfilzen

59. 44. 54. - 11. 6.
Weltmeisterschaften 2019

IBU.svg | SchwedenSchweden Östersund

41. 33. 28. - 7. 5.
Weltmeisterschaften 2020

IBU.svg | ItalienItalien Antholz

19. 11. 42. 19. 10. 11.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jesper Nelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SM-brons till Jesper Nelin! auf hestraif.se. Erschienen am 4. Januar 2015. Abgerufen am 22. April 2020.
  2. Lisa Edwinsson: Pichler om sitt fynd: ”Kanske är han killen vi letat efter” auf dn.se. Erschienen am 5. Dezember 2015. Abgerufen am 22. April 2020. Archiviert im Internet Archive.
  3. Håkan Blidberg: SM-Guld till Högberg och Nelin auf skidskytte.se. Erschienen am 29. August 2015. Abgerufen am 22. April 2020.
  4. Andreas Käck, Anna Rydén, Simon Norberg: Sitt livs lopp – då tappade han staven auf aftonbladet.se. Erschienen am 18. Februar 2018. Abgerufen am 22. April 2020.
  5. Cornelia Wikström: Jesper Nelin: "Han gjorde en liten chansning att ta med mig i laget" auf skidskytte.se. Erschienen am 29. November 2018. Abgerufen am 22. April 2020.