Jessy – Die Treppe in den Tod

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Filmdaten
Deutscher Titel Jessy – Die Treppe in den Tod
Originaltitel Black Christmas
Produktionsland Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Bob Clark
Drehbuch A. Roy Moore
Produktion Bob Clark
Musik Carl Zittrer
Kamera Reginald H. Morris
Schnitt Stan Cole
Besetzung

Jessy – Die Treppe in den Tod (Originaltitel Black Christmas) ist ein kanadischer Horrorfilm aus dem Jahre 1974. Der Film handelt von einer Gruppe Collegestudentinnen, die in ihrem Wohnheim von einem psychopathischen Killer bedroht werden. Die Inszenierung gilt als Wegbereiter für den Slasher-Film der 1980er-Jahre und hat unter Horrorfans Kultstatus erlangt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während einer Weihnachtsfeier am Vorabend des Festes verschafft sich ein Unbekannter Zugang zu einem Studentinnenwohnheim und versteckt sich auf dem Dachboden. Während die übrigen Bewohnerinnen feiern, zieht sich Clare in ihr Zimmer zurück, wo sie von dem Eindringling überrascht und getötet wird. Clares Leiche versteckt der Täter auf dem Dachboden.

Als Clares Vater und mehrere Kommilitoninnen die junge Frau am nächsten Tag als vermisst melden, bleibt die Polizei zunächst untätig. In der Zwischenzeit hat Hausbewohnerin Jessy Streit mit ihrem Freund Peter, da sie schwanger ist und, im Gegensatz zu ihrem Freund, das Kind nicht behalten will. Nachdem die beiden das Haus verlassen haben, fällt auch die Hausmutter Mrs. MacHenry dem psychopathischen Unbekannten zum Opfer, der ihre Leiche ebenfalls auf dem Speicher versteckt. Jessy, die nach einiger Zeit in das Heim zurückkehrt, bemerkt das Fehlen von Mrs. MacHenry nicht und erhält einen obszönen Telefonanruf.

Am selben Abend wird in der Nähe des Studentinnenheims die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, woraufhin die Polizei das Verschwinden von Clare und die sich häufenden obszönen Anrufe im Heim ernst nimmt und eine Fangschaltung installiert. Kurz darauf wird im Haus Barb vom Unbekannten ermordet. Kurze Zeit später wird auch Phyl, die nach Barb sehen wollte, von ihm getötet. Da Peter sich seit dem Streit mit Jessy seltsam verhält, fällt der Verdacht zunächst auf ihn.

Jessy ist nun, ohne es zu wissen, die letzte Überlebende im Wohnheim, als einer der obszönen Anrufe zurückverfolgt werden kann. Es stellt sich heraus, dass der Anruf aus dem Heim selbst kommt und der Killer sich im Haus befindet. Jessy entdeckt die Leichen ihrer Mitbewohnerinnen und wird dabei vom Killer durch einen Türspalt beobachtet. Sie schlägt die Tür gegen ihn und flieht in den Keller. Zur gleichen Zeit betritt Peter gewaltsam den Keller und wird von Jessy, die ihren Freund jetzt auch für den Killer hält, getötet. Nun trifft auch die Polizei ein und die Gefahr scheint gebannt. Während Jessy sich in ihrem Bett von dem Schock erholt und die Polizei mit ihren Ermittlungen im Haus beschäftigt ist, fährt die Kamera in der letzten Szene des Films noch einmal hinauf auf den Dachboden, wo sich der wahre Killer immer noch versteckt hält.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde im Herbst 1974 innerhalb von acht Wochen in Toronto auf 35-mm-Film gedreht und kam am 11. Oktober 1974 in die kanadischen Kinos. In den USA lief der Film am 20. Dezember 1974 unter dem Titel Silent Night, Evil Night an. Später wurde der Titel in Black Christmas geändert, für die TV-Ausstrahlung nochmals in Stranger in the House.

Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film des Regisseurs Bob Clark hat unter Genrefans einen Kultstatus erreicht, der sich v. a. in den Jahren nach seiner Veröffentlichung entwickelte. Jessy – Die Treppe in den Tod gilt neben Im Blutrausch des Satans (1971) als einer der ersten Slasher-Filme, deren Popularität nach dem sensationellen Erfolg von John Carpenters Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) in den frühen 1980er-Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Clarks Film führte einige Motive ein, die später zu den Standardthemen des Slasher-Films zählen sollten. Eines dieser Motive ist der häufige Einsatz von subjektiven Kameraaufnahmen, so genannten Point-of-View-Shots, aus der Sicht des Killers, wie sie später in beinahe allen Slashern zitiert werden. Ein weiteres Motiv ist das serienhafte Töten junger Mädchen durch einen unbekannten psychopathischen Mörder, was zum Hauptthema des modernen Slasher-Films wurde. Zudem machte Jessy – Die Treppe in den Tod die Konvention, die Handlung von Slashern an einem besonderen Tag oder Feiertag, wie in diesem Fall an Weihnachten, anzusiedeln, populär. Der Film griff zum ersten Mal die Handlung vom Killer, der sich im Haus des Opfers versteckt und von dort aus anruft, auf. Diese Thematik wurde in späteren Filmen, wie etwa Das Grauen kommt um 10 (1979), erneut aufgegriffen. Da Protagonistin Jessy am Ende des Films die letzte Überlebende ist und sich dem vermeintlichen Killer stellt, kann man sie als eines der ersten Final Girls des modernen Slasher-Films bezeichnen. Im Jahre 2006 wurde Jessy – Die Treppe in den Tod von Regisseur Glen Morgan unter dem Titel Black Christmas neu verfilmt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erntete nach seiner Uraufführung 1974 hauptsächlich gemischte Kritiken. Kritiker Edward Jones bezeichnete die Handlung als sich ziehend und führte an, dass der Film nichts Neues biete, dennoch aber genug Action beinhalte, um kein Fehlschlag zu sein.[1] Die Zeitschrift Variety urteilte, dass der Film blutig, sinnlos und schwerfällig sei.[2] Auf Rotten Tomatoes hält der Film derzeit eine positive Wertung von 68 %.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar Allan Poe Award 1976
  • nominiert:
    • Bester Film
Golden Scroll 1976
  • nominiert:
    • Bester Horrorfilm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Edward Jones in Horror Cliches: Up From The Dead, And Still Fun, The Free Lanced Star. 10. Juni 1975 – abgerufen am 20. Dezember 2009.
  2. vgl. Variety Magazin, 1974 Abgerufen am 20. Dezember 2009
  3. vgl. http://www.rottentomatoes.com/m/1002484-black_christmas/ Abgerufen am 20. Dezember 2009