Jewel (Sängerin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jewel in New York City (2009)

Jewel Kilcher (* 23. Mai 1974 in Payson, Utah), besser bekannt unter ihrem Vornamen Jewel, ist eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin, die mehr als 25 Millionen Tonträger verkauft hat. Sie schreibt ihre Songs selbst. Man findet bei ihr sowohl Liebeslieder als auch kritische Auseinandersetzung mit der US-Gesellschaft. Ihr wohl bekanntester Hit in Deutschland/Europa ist Standing Still aus dem Album This Way von 2001.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jewel wuchs in Alaska auf, wo sie schon früh damit begann, ihre Eltern bei Auftritten in Eskimo-Dörfern zu begleiten. Nach der Scheidung ihrer Eltern blieb sie bei ihrem Vater und begleitete ihn weiterhin bei Auftritten. Sieben Jahre später zog sie nach Michigan und studierte dort an der Interlochen Arts Academy. In diesem Zeitraum begann sie auch, ihre ersten eigenen Songs zu schreiben. Nach ihrem Abschluss zog sie zu ihrer Mutter nach San Diego und verdiente ihr Geld mit Nebenjobs. Bei einem Auftritt in einem Kaffeehaus wurde sie von Atlantic Records entdeckt. Jewels Vater ist deutsch-schweizerischer Abstammung, ihre Mutter hat irische Wurzeln. Jewel selbst besitzt neben der US-amerikanischen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sie ist zudem eine Cousine zweiten Grades der Schauspielerin Q’orianka Kilcher.

Am 7. August 2008 heiratete Jewel den US-amerikanischen Rodeo-Star Ty Murray, mit dem sie zuvor bereits zehn Jahre liiert war, auf den Bahamas. Die beiden leben gemeinsam auf einer 890 Hektar großen Farm in Stephenville, Texas. 2011 brachte Jewel einen Sohn zur Welt. Es ist das erste Kind des Ehepaares. Im Februar 2014 verkündete das Paar, sich zu trennen.[1]

Stilistische Merkmale ihrer Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Anfangsalben enthalten oft Lieder, die ohne größeren Aufwand produziert worden sind (zum Teil nur mit Gitarrenbegleitung).

Auf ihrem 2003 erschienenen Album 03 04 brach sie mit dieser Tradition. Auf der CD ist ein Tanzvideo und sie experimentiert mit verschiedenen musikalischen Stilrichtungen (Dance, Klassischer Folk, Jazz, Beat, Pop, Techno, Soul), was von Teilen der Fans negativ aufgenommen wurde. Trotzdem erreichte 03 04 Platz 2 der US-amerikanischen Hitparade. Auf dem 2006 veröffentlichten Album Goodbye Alice in Wonderland kehrte Jewel wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jewel Kilcher schrieb Teile ihrer Texte um, um nicht mit amerikanischen Juristen in Konflikt zu geraten (America).
  • Sie gründete und finanziert die Non-Profit-Organisation Higher Ground for Humanity, die sich um die Verbesserung der Wasserversorgung in Entwicklungsländern bemüht.
  • 1998 veröffentlichte sie einen Gedichtband A Night Without Armor (500.000 verkaufte Exemplare) und 2000 ihre Autobiographie Chasing Down the Dawn (Untertitel Stories from the Road).

Einige Textpassagen aus ihren Liedern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Lied Pieces of You wirft die Frage auf, ob nicht das Hässliche, Schlechte oder Anderssein, was man bei anderen Menschen sieht, nicht auch ein Teil des eigenen Selbst ist:
„Sie ist ein hässliches Mädchen, möchtest du sie deswegen töten? Sie stellt keine Bedrohung dar. Hasst du sie, weil sie ein Teil von Dir ist?“
„Du sagst, er ist homosexuell. Möchtest du ihn deswegen verletzen? Hast du Angst, dass du auch einer von denen bist? Hasst du ihn, weil er ein Teil von dir ist?“
  • Man findet in ihren Liedern religiöse Aspekte, so im Lied who will save your soul (wer wird deine Seele retten).
„Wer wird deine Seele retten, nach all den Lügen, die du erzählt hast? Wir sind so besorgt darum, unsere Seele zu retten, dass wir darüber vergessen, anzufangen“.
  • Ein auch in Europa bekannter Erfolg ist Intuition. Sie gibt in diesem Lied folgenden Rat:
„follow your heart, your intuition, it will lead you in the right direction“ – folge deinem Herzen, deiner Intuition, sie wird dich in die richtige Richtung führen. Es ist ihre Antwort auf die Komplikationen des heutigen Alltags.

Schauspielkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 begann ihr Durchbruch als Schauspielerin in Ang Lees Film Wer mit dem Teufel reitet, an der Seite der Filmstars Skeet Ulrich und Tobey Maguire. Im Jahr 2004 arbeitete sie an ihrem zweiten Film Wave. Sie hatte einen Gastauftritt in Men in Trees und spielte live mit ihrer Band in der Serie Las Vegas.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1995 Pieces of You
19
(20 Wo.)
30
(3 Wo.)
300! 82
GoldGold

(6 Wo.)
4
Diamond record icon.svgDiamant + DoppelplatinDiamant + Doppelplatin

(114 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Februar 1995
1998 Spirit
42
(10 Wo.)
48
(3 Wo.)
32
(7 Wo.)
54
SilberSilber

(2 Wo.)
3
VierfachplatinVierfachplatin

(51 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. November 1998
2001 This Way
13
(15 Wo.)
35
(6 Wo.)
14
(13 Wo.)
34
(3 Wo.)
9
PlatinPlatin

(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. November 2001
2003 0304
33
(3 Wo.)
74
(1 Wo.)
45
(5 Wo.)
79
(1 Wo.)
2
GoldGold

(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juni 2003
2006 Goodbye Alice in Wonderland
300! 300! 34
(7 Wo.)
300! 8
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Mai 2006
2008 Perfectly Clear
300! 300! 300! 300! 8
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juni 2008
2010 Sweet and Wild
300! 300! 300! 300! 11
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juni 2010
2015 Picking Up the Pieces
300! 300! 300! 300! 28
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. September 2015

Weitere Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1999 Joy: A Holiday Collection
300! 300! 300! 300! 32
PlatinPlatin

(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. November 1999
Weihnachtsalbum
2009 Lullaby
300! 300! 300! 300! 117
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Mai 2009
Album für Kinder
2013 Greatest Hits
300! 300! 300! 300! 73
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2013
Kompilation
Let It Snow: A Holiday Collection
300! 300! 300! 300! 43
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. September 2013
Weihnachtsalbum

Weitere Veröffentlichungen

  • 2011: The Merry Goes 'Round

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1996 Who Will Save Your Soul
Pieces of You
300! 300! 300! 52
(2 Wo.)
11
(30 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Juni 1996
You Were Meant for Me
Pieces of You
300! 300! 300! 32
(6 Wo.)
2
PlatinPlatin

(65 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. November 1996
1997 Foolish Games
Pieces of You
300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 8. Juli 1997
1998 Hands
Spirit
300! 300! 300! 41
(2 Wo.)
6
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1998
1999 Down So Long
Spirit
300! 300! 300! 38
(2 Wo.)
59
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1999
2001 Standing Still
This Way
300! 300! 300! 83
(1 Wo.)
25
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2001
2003 Intuition
0304
77
(6 Wo.)
300! 87
(1 Wo.)
52
(1 Wo.)
20
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Mai 2003
2006 Again and Again
Goodbye Alice in Wonderland
300! 300! 300! 300! 80
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2006
2008 Stronger Woman
Perfectly Clear
300! 300! 300! 300! 84
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2008

Weitere Singles

  • 1999: That's the Way Love Goes (mit Merle Haggard)
  • 1999: Jupiter (Swallow the Moon)
  • 2002: Serve the Ego
  • 2002: Break Me
  • 2002: This Way
  • 2003: Stand
  • 2003: 2 Become 1
  • 2006: Good Day
  • 2006: Only One Too
  • 2008: I Do
  • 2008: Till It Feels Like Cheating
  • 2010: Stay Here Forever
  • 2010: Satisfied
  • 2010: Ten
  • 2013: Two Hearts Breaking
  • 2015: Dress Blues (mit Zac Brown Band)
  • 2016: I Want to Be a Cowboy's Sweetheart (mit Cyndi Lauper)

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: A Life Uncommon
  • 2004: Live at Humphrey’s by the Bay
  • 2008: The Essential Live Songbook

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldene Schallplatte

  • KanadaKanada Kanada
    • 2004: für das Album 0304
    • 2009: für das Videoalbum The Essential Live Songbook
    • 2011: für das Album Lullaby

Platin-Schallplatte

  • KanadaKanada Kanada
    • 2003: für das Album This Way

8× Platin-Schallplatte

  • KanadaKanada Kanada
    • 1998: für das Album Pieces of You

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/Region Silver record icon.svg Silber Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Diamond record icon.svg Diamant Ver­käu­fe Quel­len
KanadaKanada Kanada (MC) 0! S 3 9 0! D 995.000 musiccanada.com
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (RIAA) 0! S 1 9 1 19.500.000 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (BPI) 1 1 0! P 0! D 160.000 bpi.co.uk
Insgesamt 1 5 18 1

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Zu viele Nächte: Gedichte (auch als Hörbuch)
  • 1999: A Night Without Armor: Poems (auch als Hörbuch)
  • 2001: Chasing Down the Dawn: Stories from the Road (auch als Hörbuch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jewel Kilcher – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jewel - Official Website :: Articles. Abgerufen am 27. März 2018.
  2. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US