Jewgeni Igorewitsch Kissin

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Jewgeni Kissin (2011)

Jewgeni Igorewitsch Kissin (russisch Евгений Игоревич Кисин, transl. nach ISO 9: Evgenij Igorevič Kisin; * 10. Oktober 1971 in Moskau) ist ein russischer Pianist mit britischer und israelischer Staatsangehörigkeit.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jewgeni Kissin (in der englischsprachigen Literatur meist Evgeny Kissin geschrieben, auf deutschen CD-Veröffentlichungen auch Yevgeny Kissin) wurde als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren. Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann er bereits Klavier zu spielen. Mit sechs Jahren besuchte er das Gnessin-Institut in Moskau und nahm Unterricht bei Anna Pavlovna Kantor.[2] Sein Debüt als Solist mit Orchester gab er im Alter von zehn Jahren mit dem Orchester von Uljanowsk mit Mozarts Klavierkonzert KV 466; mit elf Jahren gab er sein erstes Solokonzert mit den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 2 von Frédéric Chopin. Dies brachte ihm den Ruf eines Wunderkindes ein. Bei den Salzburger Osterfestspielen 1989 spielte Kissin unter der Leitung von Herbert von Karajan das b-Moll-Konzert von Tschaikowski.

Im Bewusstsein seiner jüdischen Wurzeln hat er sich so weit in jiddische Dichtung eingelesen, dass er die Sprache nahezu perfekt beherrscht. Aus ihrer Poesie hat er 2002 beim Verbier Festival erstmals öffentlich rezitiert.[3]

Kissin lebt zusammen mit seiner Mutter, seiner älteren Schwester und seiner Lehrerin, Anna Pavlovna Kantor, in London.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kissin hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter im Mai 2001 die Ehrendoktorwürde der Manhattan School of Music und 2005 den Herbert-von-Karajan-Musikpreis. 2006 erhielt er bereits zum zweiten Mal den Echo Klassik. 2006 gewann er den Grammy in der Kategorie „Bestes Klassik-Soloalbum“ für seine Einspielung der Klavierwerke russischer Komponisten Skrjabin, Medtner und Strawinski.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jewgeni Kissin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Greer Fay Cashman: Israel grants citizenship to world-renowned pianist Evgeny Kissin, The Jerusalem Post, 8. Dezember 2013
  2. Jens Peter Launert: Segen und Fluch eines Frühbegabten, Die Welt, 19. Juni 2001
  3. Susanne Klingenstein: Das Kind war kapores. Evgeny Kissin und der Erlkönig auf Jiddisch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Januar 2011
  4. Arnt Cobbers: Das Naturtalent. Jewgeni Kissin spricht über die Normalität einer großen Begabung, Partituren, 2/2006