Jews Offering New Alternatives to Homosexuality

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Jews Offering New Alternatives to Homosexuality (JONAH) war eine jüdische Vereinigung mit Sitz in Jersey City dem Ziel von „Prävention, Eingreifen und Heilen der der homosexuellen Attraktivität zugrunde liegenden Umstände“.[1]

Die Organisation benutzte die Techniken der „Reparativen Therapie“, die von allen führenden internationalen psychiatrischen und psychologischen Fachgesellschaften abgelehnt wird, da sie im Widerspruch zu den heute in Psychiatrie und Psychologie etablierten Auffassungen von Homosexualität stehen[2][3][4][5][6] und schädigende Wirkung für die Therapierten haben können.[7][8] 2015 wurde JONAH auf gerichtliche Anweisung aufgelöst und den „Therapeuten“ der Organisation die weitere Bewerbung und Ausübung derartiger Praktiken untersagt.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wurde 1999 gegründet, der Stammsitz war Jersey City in New Jersey. Mitbegründer und Co-Direktor war Arthur A. Goldberg, promovierter Jurist, Geschäftsführer von NARTH, Präsident von PATH sowie Beiratsmitglied des DIJG[10]. Es war die einzige Judische Organisation, die die reparative Thearapie vertrat. [11] Es war eine internationale Vereinigung, deren meiste Mitglieder aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel, Kanada und Europa kamen.[12] Ihr Netzauftritt war in englischer, hebräischer und spanischer Sprache. Im Juli 2003 verbanden sie sich mit zehn anderen Organisationen, die nach eigenen Angaben den Menschen dienen, die unter ich-dystoner Sexualität leiden, zur Gruppe Positive Alternatives to Homosexuality („Positive Alternativen zur Homosexualität“).[13] [14] JONAH warb lange mit der wahrheitswidrigen Behauptung, das Rabbinical Council of America unterstütze seine Arbeit, auch nachdem dieser einflussreiche Rabbinerverband ausdrücklich festgestellt hatte, dass dies keineswegs der Fall ist.[15]

Die Organisation wendete sich gegen homosexuelles Verhalten und gleichgeschlechtliche Beziehungen, Aspekte, die die Organisation von der individuellen Person zu trennen versucht. Rabbi Samuel Rosenberg, der Gruppenleiter von JONAH, sagte: „Wir müssen uns ständig daran erinnern, dass in der Tora nicht die Person, sondern die Handlung verabscheut wird. Weiter haben wir nach der (homosexuellen) Tat die Verpflichtung, zu Teschuva (hebr. „Umkehr“, „Reue“) zu führen statt durch Familie, Leiter und Gemeinde zu tadeln.“[11]

Seit 2012 liefen mehrere Klagen gegen die Organisation und Arthur A. Goldberg von ehemaligen Teilnehmern, die die Organisation und Goldberg auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen.[16]

2015 wurde JONAH wegen betrügerischer und sittenwidriger Geschäftspraktiken zu hohen Schadensersatzzahlungen an die Opfer der „Therapien“ verurteilt und auf gerichtliche Anweisung aufgelöst; den involvierten „Therapeuten“ untersagte das Gericht in New Jersey jedwede weitere Bewerbung und Ausübung von „Reparativtherapien“.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. JONAH'S Mission Statement (Memento vom 14. August 2007 im Internet Archive): “prevention, intervention, and healing of the underlying issues causing same-sex attractions” , abgerufen am 6. April 2007.
  2. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, abgerufen am 30. März 2014.
  3. Stellungnahme des Berufsverbandes Deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie zur öffentlichen Diskussion um „Konversionstherapien“ oder „reparative Therapien“ bei Homosexualität. 2009.
  4. Pressemitteilung der Bundesärztekammer: Weltärztebund: Homosexualität ist keine Krankheit. Beschlüsse der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes. Abgerufen am 30. März 2014.
  5. Royal College of Psychiatrists: Submission to the Church of England's Listening Exercise on Human Sexuality (PDF; 43 kB), Punkt 5 (S. 3): Psychotherapy and reparative therapy for LGB people. Abgerufen am 22. Juli 2008.
  6. Just the Facts Coalition, American Psychological Association et al.: Just the facts about sexual orientation and youth: A primer for principals, educators, and school personnel.
  7. Douglas C. Haldeman: Therapeutic Antidotes: Helping Gay and Bisexual Men Recover from Conversion Therapies. In: Journal of Gay & Lesbian Psychotherapy. 5, 2002, S. 117, doi:10.1300/J236v05n03_08.
  8. A. Lee Beckstead, Susan L. Morrow: Mormon Clients’ Experiences of Conversion Therapy (Englisch) In: vol. 32 no. 5. The Counseling Psychologist. August 2004. Abgerufen am 20. Juli 2015.
  9. Urteil (Civil Action) des Superior Court of New Jersey, Hudson County, Law Division, (Docket No. L-5734-12, rechtskräftig seit dem 18. Dezember 2015.
  10. DIJG: Bulletin 1/2008 S. 32.
  11. a b JONAH: Help for Jewish Homosexuals Consistent with Torah Principles Rosenbluth, Susan. Jewish Voice & Opinion. 8. Dezember 1999.
  12. News from JONAH
  13. PATH web site Gesehen am 4. April 2006.
  14. Diverse Coalition Forms to Support People Seeking ‘Non-Gay’ Alternatives to Unwanted Homosexuality JERSEY Stadt, New Jersey -- (MARKET WIRE) -- 9. Juli 2003.
  15. Rabbinical Council of America's Statement Regarding JONAH (Jews Offering New Alternatives to Homosexuality), 29. November 2012
  16. New York Times:Gay ‘Conversion Therapy’ Faces Test in Courts
  17. Mark Joseph Stern: Consumer Fraud Lawsuit Forces Ex-Gay Conversion Therapy Group to Pay Victims and Disband. In: slate, 21. Dezember 2015.