Jigme Palbar Bista

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jigme Palbar Bista, Raja von Mustang im August 2007
Flagge des Königreiches Mustang

Jigme Palbar Bista (auch Jigme Dorje Trandul Bista; * um 1930 in Lo Manthang, Nepal; † 16. Dezember 2016 in Kathmandu)[1] war bis Oktober 2008 der König von Mustang, einem zu Nepal gehörenden Königreich im Himalaya. Er war der 25. Herrscher in direkter Nachfolge des legendären Kriegers Ame Pal, der das Reich um 1400 gründete. Sein offizieller Titel lautete Gyalpo oder in nepalesischer Form Raja.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jigme Palbar wurde um 1930 im Palast von Lo Manthang, dem Hauptort des Königreiches, als jüngster Sohn des Königs Angun Tenzing Tandul geboren. Er absolvierte ein Privatstudium in Samzhubzê im Südwesten Tibets und heiratete in den 1950er Jahren die tibetische Adlige Sahiba Sidol Palbar Bista. 1964 trat er die Nachfolge seines Vaters an. Gleichzeitig erhielt er auch den Ehrentitel eines Oberstleutnants der Nepalesischen Armee; dieser Rang ist seit 1951 mit dem Königstitel verknüpft. Der König trat offiziell zum hinduistischen Glauben, der ehemaligen nepalesischen Staatsreligion, über und nahm den Namenszusatz Bista an. Da er keine direkten Nachkommen hatte, adoptierte Jigme Palbar Bista seinen Neffen Jigme Singhe Palbar Bista und bestimmte ihn zum Nachfolger.

Das ehemalige Königreich Mustang, in der Landessprache Lo genannt, erstreckte sich auf 2.563 km² an der Grenze zwischen Nepal und Tibet im Flusstal des Kali Gandaki, nördlich des Annapurna-Massivs. Die etwa 6000 Einwohner in den 32 Siedlungen sprechen tibetische Dialekte und gehören dem buddhistischen Glauben an.[2] Das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unabhängige Reich bezog seinen Wohlstand aus der Kontrolle des Salzhandels auf einem der wenigen Durchgangswege zwischen Tibet und Indien. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Mustang ein innenpolitisch autonomes Territorium innerhalb des nepalesischen Staates. Nach der Besetzung Tibets durch China und dem Zusammenbruch der Handelsrouten büßte das Land seine Unabhängigkeit vollends ein und ist seitdem als nördlicher Teil des Distriktes Mustang (Upper Mustang) in die Verwaltungsstruktur Nepals eingegliedert. Bis 1974 hielten sich tibetische Widerstandskämpfer im Mustang auf; Reisende durften bis 1992 – von wenigen Ausnahmen abgesehen – das Land nicht betreten. Eine Straßenanbindung von Lo Manthang nach Tibet besteht seit 2001, die Fortsetzung der Straße nach Süden wurde 2009 fertiggestellt.

Der König hatte keine offiziellen politischen Rechte oder Befugnisse. Neben repräsentativen Aufgaben schlichtete er kleinere Rechtsstreitigkeiten[3], kümmerte sich um die wirtschaftlichen und sozialen Belange des Landes, unternahm jährliche Reisen nach Kathmandu und Tibet[4] und gewährte Audienzen in seinem Palast in Lo Manthang.[5]

Die Regierung von Nepal, das im Frühjahr 2008 zur Republik ausgerufen wurde, forderte den König im Oktober desselben Jahres auf, von seinem Amt zurückzutreten und die Monarchie aufzulösen. Der König akzeptierte die Anordnung der Regierung.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jigme Palbar Bista – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Last ruler of remote Buddhist kingdom dies in Nepal. AFP-Artikel in der The Straits Times, 16. Dezember 2016, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).
  2. Marianne Heredge: 네팔 윗 무스탕의 지속적인 관광발전을 위한 전략적 계획. Kakao Corp., September 2003, archiviert vom Original am 10. Januar 2008; abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch, Strategic Development Planning for Sustainable Tourism Development in Upper Mustang, Nepal).
  3. New highway divides isolated Buddhist kingdom of Mustang. AFP-Artikel in der Taipei Times, 19. Mai 2007, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).
  4. Abhisek Basnyat: The road to Lo. Nepali Times 159/2003, August 2003, archiviert vom Original am 9. September 2012; abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).
  5. The Ambassador in Mustang. Französische Botschaft in Kathmandu, 6. Oktober 2005, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch, Bericht über den Besuch des französischen Botschafters in Nepal bei der königlichen Familie).
  6. Nepali deputy PM asks district “king” to step down. Xinhua, 8. Oktober 2008, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).