Jil Sander

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Unternehmenslogo der Marke Jil Sander
Jil Sander Ladengeschäft, Neuer Wall, Hamburg (2015)

Jil Sander (* 27. November 1943 als Heidemarie Jiline Sander in Hedwigenkoog) ist eine international bekannte deutsche Modedesignerin aus Hamburg. Sie ist seit den 1980er Jahren für ihre als klar und zeitlos bezeichnete, elegante und hochpreisige Mode für Damen und seit 1997 auch für Herren sowie für ihre Kosmetiklinie bekannt. Neben Karl Lagerfeld und Wolfgang Joop gehört Sander zu den wenigen international renommierten Modedesignern Deutschlands. Aufgrund ihrer minimalistisch schlichten Entwürfe und ihrer Vorliebe für luxuriöse Stoffe erhielt sie von der Presse Beinamen wie „Queen of less“, Königin des Weglassens[1], und „Kaschmir-Queen“.[2][3]

1968 gründete Sander in Hamburg das Unternehmen und damit die Marke Jil Sander. Nach schwierigen Anfangsjahren, die mit einer lukrativen Parfüm-Lizenz überwunden wurden, einem Börsengang 1989 und international erfolgreichen Zeiten in den 1990er Jahren, verkaufte Sander das inzwischen global tätige Unternehmen Mitte 1999 im Rahmen von Expansionsplänen an die Prada-Gruppe und verließ die Firma im April des Jahres 2000.[4] Nach einer kurzen Rückkehr als Chef-Designerin im Jahr 2003 gab sie ihren Posten Ende 2004 erneut auf.[5] Nach fünfjähriger Abwesenheit von der Modewelt entwickelte Sander von 2009 bis Ende 2011 als Kreativdirektorin bei der japanischen Modekette Uniqlo die niedrigpreisige Designlinie +J.[6] Im Februar 2012 kehrte Sander in das von ihr fast 44 Jahre zuvor gegründete Unternehmen, das 2006 von Prada verkauft worden war und inzwischen einem japanischen Textilkonzern gehörte, als Kreativdirektorin zurück,[7] um es im Oktober 2013 erneut zu verlassen.[8]

Werdegang und Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sander wurde 1943 im Luftwaffenlazarett von Hedwigenkoog geboren,[9] verbrachte einige Jahre in Heide (Holstein) und wuchs schließlich in Hamburg auf. Nach einem Textilingenieur-Studium an der Staatlichen Ingenieurschule für Textilwesen in Krefeld (heute der Hochschule Niederrhein angeschlossen) ging sie als Austauschstudentin nach Los Angeles und besuchte das dortige University College. In New York City arbeitete sie im Anschluss bei der Frauenzeitschrift McCall's. Nach zwei Jahren kehrte sie 1963 in ihre Heimatstadt zurück, um dort als Moderedakteurin für verschiedene Frauenzeitschriften (Constanze und Petra) zu arbeiten.

1967 eröffnete die damals 24-Jährige im Hamburger Stadtteil Pöseldorf unter dem Namen Jil Sander eine schwarz lackierte Modeboutique, wofür sie ihr Auto verkauft[10] und einen Kredit über 200.000 DM bei der Dresdner Bank aufgenommen hatte.[11] Sie gründete 1968 die Jil Sander GmbH und verkaufte ab 1974 ihre eigenen Kollektionen neben Mode von Sonia Rykiel, Thierry Mugler und anderen. Sanders ursprüngliche Idee war es gewesen, nach dem Motto 'Gutes Design für wenig Geld' simple Bekleidung in großen Margen in Indien produzieren zu lassen.[12] Nachdem sie mit dieser Idee scheiterte, änderte sie ihr Konzept in Bekleidung von höchster Qualität in kleinen Stückzahlen. Eine Präsentation ihrer puristischen Mode in Paris 1975 stieß in einer Zeit der opulenten, farbenfrohen Mode allerdings auf wenig Begeisterung. Erst 1976 schaffte sie mit dem sogenannten Zwiebel-Look, der aus vielen miteinander kombinierbaren Einzelteilen aus hochwertigen Materialien bestand und ab Anfang der 1980er Jahre besonders bei berufstätigen Frauen Anerkennung fand, den internationalen Durchbruch.

1979 erweiterte Sander in Zusammenarbeit mit dem Kosmetikhersteller Lancaster (seit 1996 Coty) ihre Produktpalette um die Duft- und Pflegeserie Jil Sander Woman Pure, die sie jahrelang mit dem eigenen Konterfei bewarb - zunächst aus Kostengründen und schließlich, um dem Verbraucher zu signalisieren, dass sie hinter ihren Produkten stehe. Die lukrative Parfümlizenz und die damit verbundene Werbung ermöglichten die Expansion des Unternehmens. Das erste Herrenparfüm, Jil Sander Man Pure, folgte 1981. Jil Sander Cosmetics erzielte 1981 einen Umsatz von 15 Millionen DM. Anfang der 1980er belegte Parfüm von Jil Sander in Westdeutschland nach Verkaufszahlen Platz vier hinter Estée Lauder Companies, Lancôme und Chanel.[13] Seither wurden zahlreiche Düfte für Damen und Herren – darunter Klassiker wie Jil Sander Sun (1989), Jil Sander No. 4 (1990) oder Sander for Men (1998) – lanciert, von denen auch einige wieder eingestellt wurden.

Internationale Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren – einer Zeit, in der schlicht-zurückhaltende Mode und dezente Farben auf den internationalen Laufstegen wenig präsent waren – präsentierte Sander ihre Kollektionen bei den Mailänder Modenschauen, um das internationale Publikum besser zu erreichen. Allein mit der Mode machte das Unternehmen 1981 einen Umsatz von 20 Millionen Mark.[14] Von 1983 bis 1985 übernahm sie als Hochschullehrerin im Bereich Modedesign die Leitung der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien; ihr Vorgänger dort war Karl Lagerfeld gewesen.[15] 1989 wandelte sie ihre GmbH in eine Aktiengesellschaft um und führte das Modeunternehmen als eines der ersten an die Frankfurter Börse.

Anfang der 1990er Jahre wurde die von den internationalen Laufstegen propagierte Mode im Gegensatz zu den 1980er Jahren androgyner und dezenter. Sander war ihrer Zeit mit ihren puristisch-minimalistischen, im Schnitt durchaus opulenten Entwürfen um zehn Jahre voraus gewesen. Die von Sander in zarten und schlichten Kreationen über den Mailänder Laufsteg geschickten Supermodels wirkten so elfengleich, dass sich der Spruch „Jil Sander is hot, Armani not.“ etablierte und die Verkaufszahlen des Unternehmens stetig anstiegen.[16] Besonders im asiatischen Raum wurde die Präsenz von Jil Sander mit zahlreichen Geschäften stark ausgebaut. In Tokio, Hongkong und Taipei entstanden elegante Flagshipstores, an deren Design Sander in Zusammenarbeit mit renommierten Architekten wie etwa Michael Gabellini persönlich mitwirkte. 1993 kam ein Flagshipstore auf der Avenue Montaigne in Paris hinzu. Die 1990er Jahre gelten als die Blütezeit der Marke Jil Sander.

1992 wurde der Designer Roberto Menichetti als Assistent von Sander für die Damenkollektion angeheuert.[17] Auf seine und Sanders Entwürfe gehen die Zusammenarbeit von Jil Sander mit Puma ab 1996 zurück[18] – der Designer-Sneaker King wurde erstmals 1996 präsentiert, das Modell Easy Rider folgte 1997. Sander hatte bereits zuvor einen eigenen Sportschuh für Damen entworfen und war 1996 als erste Luxus-Modedesignerin eine Kooperation mit einem Sportartikelhersteller eingegangen. Für Puma, damals um einen Imagewandel bemüht, bedeutete dies den Beginn einer ganzen Reihe von Zusammenarbeiten mit Modehäusern des gehobenen Genres. 1997 startete die Herrenmodekollektion von Jil Sander. Auch diese Entwürfe steuerte Menichetti bei.[19][20] Der Launch der Jil Sander Männermode – im gewohnt schlichten Stil – war in den Jahren zuvor immer wieder von Sander verschoben worden. Die Männermode trug bald etwa 20 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Verkauf und Rückzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 kaufte der italienische Konzern Prada 75 Prozent der Stammaktien und 15 Prozent der Vorzugsaktien der Jil Sander AG für geschätzte 275 Millionen DM.[21] Sander hatte eine Joint Venture gesucht, um den Anteil an Accessoires steigern zu können. Im Jahr 2000 gab sie überraschend ihren Posten als Vorstandsvorsitzende in dem von Prada-Chef Patrizio Bertelli geleiteten Unternehmen auf, übernahm aber im Mai 2003 erneut die Design-Verantwortung im Unternehmen. Bertelli hatte den ehemaligen Gucci-Designer Milan Vukmirovic als Nachfolger von Sander bestellt, dessen Entwürfe sie nun überarbeitete. Unter Vukmirovics Design-Führung wurden mit kommerziellen Kollektionen langjährige Anhänger vergrault und nicht genügend neue Kunden gewonnen. Das Unternehmen schrieb seit 2001 rote Zahlen. Sanders Entwürfe der beiden folgenden Saisons wurden von der Presse gelobt und von den Einkäufern begeistert aufgenommen. Ihre Rückkehr in das Unternehmen war von einem Umsatzzuwachs von vier Prozent begleitet. Allerdings schlug bei der Firma weiterhin ein Fehlbetrag von 17 Millionen Euro zu Buche. Im November 2004 verließ Sander erneut das von ihr gegründete Unternehmen. Sander und Bertelli hatten bezüglich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens keine gemeinsame Linie finden können.

Im Frühjahr 2005 ließ Prada verlautbaren, dass der belgische Herrenmode-Designer Raf Simons Chef-Designer aller Kollektionen bei Jil Sander werde. Am 5. Mai 2005 berichtete die Jil Sander AG, trotz eines durchgeführten Kostensenkungsprogramms, bei dem neben Personalkürzungen der Hamburger Showroom geschlossen und die gesamte Produktion nach Italien überführt worden waren, erneut einen Verlust von 29,6 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2004. Bertelli war es nicht gelungen, das Haus Jil Sander auf Kurs zu bringen. Im Februar 2006 verkaufte Prada Jil Sander für geschätzte 120 Millionen Euro an den britischen Finanzinvestor Change Capital Partners (CCP). Change Capital übernahm nicht nur die Marke Jil Sander, sondern auch die Führungsmannschaft und Designer Simons, der Mitte 2005 mit der Herrenkollektion für Frühjahr 2006 seinen Design-Einstand bei Jil Sander gefeiert hatte und infolge besonders mit den Damen-Kollektionen für seine Interpretationen des Sander-Erbes von der Presse gelobt wurde. Ende 2006 wurde die Börsennotierung der Jil Sander AG von CCP aufgehoben.[22] Im Oktober 2008 verkaufte Change Capital Partners seine Anteile an Jil Sander für 167 Millionen Euro an die japanische Firma Onward Holdings Co. und deren europäische Tochtergesellschaft Gibo Co. Seither firmiert das Unternehmen innerhalb der Onward Holdings Gruppe als Jil Sander SpA mit Sitz in Mailand und als Jil Sander K.K. mit Sitz in Tokio.

Rückkehr und Abschied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwurf für Uniqlo 2011

Sander erschien nach fünfjähriger Abwesenheit im Frühjahr 2009 wieder auf der Bildfläche der Modewelt. Als Kreativdirektorin der Bekleidungs-Kette Uniqlo des japanischen Modekonzerns Fast Retailing entwarf sie nahezu drei Jahre lang eine Mode-Kollektion namens +J für Damen und Herren im typischen Sander-Stil, allerdings im niedrigen Preissegment, wenngleich die Preise über denen des sonstigen Uniqlo-Sortiments lagen.[23] Die Kollektionen waren in Deutschland nicht erhältlich. Im März 2011 wurde die +J-Kollektion der Saison Herbst/Winter 2010 mit dem Brit Insurance Design Award in der Kategorie Fashion ausgezeichnet, der vom Design Museum London vergeben wird und zu den renommiertesten Designpreisen gehört.[24][25] Die Zusammenarbeit mit Uniqlo wurde im Herbst 2011 beendet.[26]

Am 28. Februar 2012 kehrte Sander in das von ihr gegründete Unternehmen als Kreativdirektorin zurück. Onward Holdings hatte zuvor die Zusammenarbeit mit dem Belgier Raf Simons als Kreativdirektor bei Jil Sander im gegenseitigen Einvernehmen beendet.[27][28] Sander präsentierte die erste Kollektion nach ihrer Rückkehr bei den Herren-Modenschauen in Mailand Ende Juni 2012. Kritiker lobten bei ihren Männermode-Entwürfen „Schnittkunst […,] Farben, Formen und Materialien“[29] und erkannten generell an, dass Sander nach wie vor "in der ersten Liga der internationalen Designer spielt".[30] Sanders erste Damen-Kollektion seit ihrer Rückkehr wurde Ende September 2012 in Mailand präsentiert und erhielt positive Kritiken.[31][32] Im Herbst 2013 kehrte Sander ihrem Unternehmen erneut den Rücken. Nach eigenen Angaben ging sie diesen Schritt aus familiären Gründen.[33]

Im April 2014 bestellte Onward Holdings den Italiener Rodolfo Paglialunga, einen ehemaligen Prada-Damenmodedesigner und von 2009 bis 2011 Chefdesigner bei Vionnet, zum neuen Kreativchef von Jil Sander.[34] Paglialunga verließ das Unternehmen im Frühjahr 2017.[35] Im April 2017 ernannte das Haus Jil Sander das Designer-Ehepaar Lucie und Luke Meier zu den Kreativdirektoren der Marke.[36] Ab 2016 bereitete Sander ihre erste Museumsausstellung („Jil Sander. Präsens“) vor, die Anfang November 2017 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main eröffnet wurde und bis Mai 2018 gezeigt wird.[37]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2011 verkündete das Unternehmen Jil Sander ohne konkrete Zahlen zu nennen, dass nach zehnjähriger Verlust-Phase im Geschäftsjahr 2010, unter anderem aufgrund der für ein breiteres Publikum eingeführten Damen-Zweitlinie Jil Sander Navy, wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden. Zuletzt war für das Geschäftsjahr 2008/09 ein Umsatz von 100 Millionen Euro ausgewiesen worden.

2011 existierten weltweit 23 Jil-Sander-Geschäfte und ca. 35 Shops-in-Shop in größeren Geschäften. 2010 war der firmeneigene Online-Shop lanciert worden, der 3,5 % des Gesamt-Umsatzes generierte. Für den Kinofilm I Am Love (2009), der 2011 in der Kategorie Bestes Kostümdesign für den Oscar nominiert wurde, hatte Raf Simons für die Marke Jil Sander werbewirksam die Outfits der Hauptdarstellerin Tilda Swinton kreiert.

Kollektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jil Sander – hochpreisige Damenmoden-Kollektion und Accessoires, seit 1974; vorgeführt bei den Mailänder Modenschauen
  • Jil Sander – hochpreisige Herrenmoden-Kollektion und Accessoires, seit 1997; vorgeführt bei den Mailänder Modenschauen
  • Jil Sander Navy – modische Damenmoden-Zweitlinie im oberen Mittelpreissegment, seit 2010; 2012 vorgeführt am Rande der New York Fashion Week

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markenzeichen von Jil Sander sind ein stark auf die Körperproportionen geschnittener Hosenanzug, ein ungefütterter Blazer, sowie ein schlichter Trenchcoat oder kamelhaarfarbener Mantel und eine simple weiße Bluse. Hierbei wird auf jegliche unnötige Details verzichtet. Kritiker sprachen anerkennend von kühlem, hanseatischem[38], gar protestantisch[39] reduziertem Chic. Jil Sander Mode stand mit klaren, schnörkellosen Linien für "Understatement, eine moderne Schlichtheit und zeitlose Eleganz".[40] Die Materialien zeichnen sich – zumindest unter Sanders Führung – durch sehr hohe Qualität aus: "die allerfeinste Seide, die besten Tuchstoffe, das kostbarste Cashmere sind gerade gut genug."[41] Als Farben dominieren schwarz, grau, weiß, beige, braun und dunkelblau. Die 1997 eingeführte Männermode folgt den gleichen Grundsätzen.

Sander-Mode war Anfang der 1980er quasi eine Umkehr des New Look von Dior – nämlich eine Abkehr von verspielter, damenhafter Mode mit weiten Kleidern und Röcken und stattdessen eine Hinwendung zu von funktioneller Männerkleidung inspirierter, eleganter Damenmode für Karrierefrauen, die in dieser Zeit damit begannen, Führungspositionen zu erobern. In Zeiten der von den Pariser Laufstegen propagierten knallbunten Damenmode in überschwenglichen Schnitten und ausgefallenen Materialkombinationen samt breiten Schulterpartien kamen die schlicht-hochwertigen Modeentwürfe der Perfektionistin[42] Jil Sander einer Revolution gleich und bescherten dem Unternehmen anfangs noch mäßige Absatzzahlen. Für Sander waren die "dreidimensionale Silhouette, der Armausschnitt, die Reverskante oder der Faltenwurf"[43] zentrale Elemente ihrer Designs. Dass ihre Mode untereinander und mit Mode anderer Designer kombinierbar war, machte Sander als Erfinderin des „Zwiebellooks“ berühmt. Sie selbst sieht ihre Ästhetik in der Bauhaus-Tradition verwurzelt, verweist bei ihrer puristischen Mode auf „kluge Schnitte, die der Trägerin Bewegungsraum und Dynamik geben“[44] und spricht in Bezug auf ihre Entwürfe von "Mode als Schutzmantel der Emanzipation".[45]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sander verbrachte ihre ersten Kindheitsjahre in den Kriegswirren in Dithmarschen. Ihre Mutter hatte in Hamburg gelebt, stammte aber aus Dithmarschen und floh während des Krieges zu Verwandten aufs Land. Sanders Eltern ließen sich früh scheiden. Ihre ältere Schwester Ingrid blieb beim leiblichen Vater, Walter Sander. Ihr jüngerer Bruder wuchs zusammen mit Sander ab 1951 in Hamburg bei der Mutter, Erna-Anna Sander, und ihrem neuen Lebensgefährten sowie dem gemeinsamen Sohn Heino auf.[46] Sanders Stiefvater, der Hamburger Autohändler Erich Libuda[47], mit dem sie eng vertraut war, starb Anfang der 1960er Jahre. Sanders Mutter starb 2009 im Alter von 93 Jahren.[48]

Von 1978 bis 2000 lebte Sander in einer Villa an der Alster im Hamburger Stadtteil Rotherbaum.[49] Danach zog sie zunächst im Stadtteil Rotherbaum um, und schließlich zu ihrer Lebenspartnerin Angelica 'Dickie‘ Mommsen, die sie seit Anfang der 1980er kannte, nach Gut Ruhleben bei Plön in Schleswig-Holstein.[50] Mommsen starb 2014 im Alter von 72 Jahren an Krebs und hinterließ drei Söhne aus erster Ehe.[51] Sander unterhält zudem Wohnsitze in Berlin-Charlottenburg und Ibiza.[52]

Sander gilt als scheu und zurückhaltend.[53] Zu ihren Hobbys zählt die Gartenpflege. Trotz ihres Erfolges ist die Designerin bekannt für ihr schlicht-zurückhaltendes Auftreten. Außer einer Rolex-Armbanduhr trägt sie keinen Schmuck.[54]

Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jil Sander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Jil Sander – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Königin des Weglassens sueddeutsche.de, 27. November 2013
  2. "Queen of Less" – Jil Sander startet Comeback (Memento vom 28. Februar 2012 im Internet Archive), ftd.de, 28. Februar 2012.
  3. Porträt Jil Sander – Die Kaschmir-Queen, augsburger-allgemeine.de, 27. Februar 2012.
  4. Marke ohne Kopf, spiegel.de, 31. Januar 2000
  5. Jil Sander – Abtritt, faz.net, 17. November 2004.
  6. Jil Sander hört bei Uniqlo auf, faz.net, 23. Juni 2011.
  7. Elegant und souverän – „Queen of Less“ Jil Sander kehrt zurück, weser-kurier.de, 25. Februar 2012.
  8. Nach kurzem Comeback: Jil Sander verlässt Jil Sander, focus.de, 24. Oktober 2013.
  9. Dithmarscher Legenden faz.net, 26. November 2013
  10. „Mode hat nicht denselben Stellenwert wie früher“ welt.de, 26. Oktober 2015
  11. "Ich möchte aufrütteln. Seht doch genau hin" spiegel.de, 29. Juni 1986
  12. "Ich möchte aufrütteln. Seht doch genau hin" spiegel.de, 29. Juni 1986
  13. Bein am Boden spiegel.de, 29. März 1982
  14. Bein am Boden spiegel.de, 29. März 1982
  15. Berufliches – Jil Sander, spiegel.de, 4. November 1983.
  16. Porträt Jil Sander Modedesignerin: „Man muss Sinn haben für das effortless“, tagesspiegel.de, 25. März 2009.
  17. Biografia menichetti.com, abgerufen: 12. April 2018
  18. The Queen of Less frieze.com, 18. Januar 2018
  19. Medizinmann Mode stern.de, 13. April 2005
  20. Medizinmann Mode stern.de, 13. April 2005
  21. Marke ohne Kopf, spiegel.de, 31. Januar 2000.
  22. Jil Sander verlässt Börse@1@2Vorlage:Toter Link/www.fashionunited.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., fashionunited.com, 8. September 2006.
  23. Jil Sander für Uniqlo: Kollektion heißt +J, textilwirtschaft.de, 8. Juli 2009.
  24. Brit Insurance Designs 2011, designmuseum.org, 15. März 2011
  25. Modemacherin Jil Sander ist 70, ndr.de, 27. November 2013.
  26. welt.de Jil Sander ist wieder Jil Sander, welt.de, 26. Februar 2012.
  27. Jil Sander ist zurück – Dior hoch zwei, faz.net, 23. Februar 2012.
  28. Raf Simons verlässt Jil Sander, glamour.de, 23. Februar 2012.
  29. Jil Sander ist wieder Jil Sander, manager-magazin.de, 25. Juni 2005.
  30. Königin des Weglassens sueddeutsche.de, 27. November 2013
  31. Mode-Comeback in Mailand – Jil Sander begeistert die Damen, spiegel.de, 22. September 2012.
  32. Mailänder Mode: Starke Auftritte von Jil Sander und Marni, focus.de, 23. September 2012.
  33. JJil Sander trauert um Lebensgefährtin „Dickie“ Mommsen, Hamburger Abendblatt, 7. Juni 2014 (aufgerufen am 7. Juni 2014).
  34. Nachfolger für Jil Sander gefunden (Memento des Originals vom 14. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.textilwirtschaft.de, textilwirtschaft.de, 29. April 2014.
  35. Rodolfo Paglialunga verlässt Jil Sander vogue.de, 15. März 2017
  36. Jil Sander ernennt Lucie und Luke Meier zu neuen Kreativdirektoren welt.de, 7. April 2017
  37. Frankfurter Museum MAK präsentiert Mode-Ikone Jil Sander hessenschau.de, 2. November 2017
  38. Hanseatische Vorstellung von Qualität zeit.de, 14. November 2017
  39. Norddeutsche Ikone des Purismus und „Queen of less“ goethe.de, Mai 2014
  40. Königin der Schlichtheit swr.de, 7. Februar 2018
  41. Bein am Boden spiegel.de, 29. März 1982
  42. Ungebrochen hanseatisch zeit.de, 27. Februar 2012
  43. Mehr Jil Sander täte Modewelt gut swr.de, 21. November 2017
  44. Designerin kehrt zurück – Jil Sander, die Königin der Sachlichkeit, welt.de, 26. Februar 2012.
  45. Mehr Jil Sander täte Modewelt gut swr.de, 21. November 2017
  46. Stille Revolutionärin handelsblatt.com, 1. September 2008
  47. Die Rückkehr der Jil Sander abendblatt.de, 22. Mai 2003
  48. Jil Sander Bathes in the Glow of Uniqlo nytimes.com, 7. Juni 2010
  49. Frühere Jil-Sander-Villa zu verkaufen abendblatt.de, 11. Dezember 2016
  50. Jil Sander: Die Biographie der Modeschöpferin vip.de, 11. Dezember 2015
  51. Sohn ihrer verstorbenen Lebensgefährtin bedankt sich bei Designerin focus.de, 8. Juni 2014
  52. Weltweit gefeiert - und doch fast unsichtbar abendblatt.de, 27. November 2008
  53. Passt auch heute faz.net, 3. November 2017
  54. "Ich möchte aufrütteln. Seht doch genau hin" spiegel.de, 29. Juni 1986
  55. Ehrenmitglied des DDC 2012: Jil Sander. Deutscher Designer Club e. V., archiviert vom Original am 16. Januar 2014; abgerufen am 15. Januar 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ddc.de
  56. Jil Sander bekommt Preis für ihr Lebenswerk: Königin der Schlichtheit ardmediathek.de, 7. Februar 2018
  57. Ausstellung Jil Sander Präsens vom 4. November 2017 – 6. Mai 2018, museumangewandtekunst.de (abgerufen am 15. Dezember 2017)