Jim Acosta

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Jim Acosta (2016)

Abilio James „Jim“ Acosta (* 17. April 1971) ist ein US-amerikanischer Journalist. Er arbeitet für den Kabel-Nachrichtensender CNN als Chefkorrespondent für das Weiße Haus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acosta ist der Sohn eines Flüchtlings, der als Kind aus Kuba in die Vereinigten Staaten kam. Er graduierte mit cum laude an der James Madison University mit einem Bachelor in Massenkommunikation und einem Minor in Politikwissenschaft. Seine journalistische Tätigkeit begann er beim Radiosender WMAL in Washington, D.C. Er arbeitete anschließend als Reporter und Ansager für verschiedene CBS-TV-Stationen u. a. für WBBM-TV, die CBS-Station in Chicago, dem CBS-Partner KTVT-TV in Dallas und für WBIR-TV in Knoxville. 2007 kam Acosta zu CNN und arbeitete zunächst am Sendersitz in Atlanta. Später wechselte er nach Washington. Er berichtete über die Obama-Administration und die Trump-Administration.[1] Anfang 2018 wurde er Chefkorrespondent von CNN für das Weiße Haus.

Während einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump am 7. November 2018 stellte Acosta Fragen zu einer Migrantenkarawane aus Mittelamerika und zu den Ermittlungen zum angeblichen russischen Einfluss auf den US-Wahlkampf. Nachdem Trump eine Acosta nicht zufriedenstellende Antwort gegeben und Acostas Nachfrage ablehnte hatte, weigerte sich Acosta, das Mikrofon abzugeben, und behinderte eine Praktikantin, die ihm das Mikrofon abnehmen und an andere Journalisten weitergeben wollte, und berührte dabei ihren Arm. Trump bezeichnete ihn daraufhin als „unhöfliche, schreckliche Person“. In der Folge wurde Acosta die Akkreditierung für das Weiße Haus bis auf Weiteres entzogen, was national und international auf Kritik stieß.[2][3][4] Das Geschehen auf Pressekonferenz sorgte für internationale Reaktionen. Die Süddeutsche Zeitung kritisiert, dass Acosta bei Pressekonferenzen oft keine eigentlichen Fragen stelle, sondern als Fragen formulierte Vorwürfe oder Anschuldigungen, wobei der journalistische Erkenntnisgewinn gering sei.[5] Die FAZ meinte, es sei problematisch, wenn sich Journalisten selbst zum Mittelpunkt der Geschichte machen. Allerdings könne man Acosta höchstens vorwerfen, sich provokativ verhalten zu haben; nicht jedoch, die Praktikantin unangemessen angefasst zu haben.[6] Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Sarah Huckabee Sanders versuchte mit einem Video, das einen vergrößerten Ausschnitt des Geschehens zeigt, darzustellen, dass Acosta den Arm der Praktikantin weggedrückt hatte. Mehrere Medien warfen Sanders vor, dabei ein gefälschtes Video verwendet zu haben. Eine Video-Analyse zeigte allerdings, dass lediglich die Konvertierung und Kompression eines Videos in ein GIF eine Reduzierung der Frame Rate bewirkt hatte.[7][8]

Am 16. November 2018 entschied ein Gericht in Washington, dass Acosta seine Akkreditierung zurückerhalten müsse, da der Entzug sein Recht auf ein ordnungsgemäßes Verfahren und auf Meinungsfreiheit verletze.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jim Acosta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jim Acosta – Chief White House Correspondent. In: cnn.com. CNN, abgerufen am 8. November 2018.
  2. Weißes Haus postet mutmaßlich manipuliertes Video. In: t-online.de. 8. November 2018, abgerufen am 8. November 2018.
  3. Streit mit Trump: Weißes Haus schließt CNN-Reporter aus. In: tagesschau.de. Tagesschau, 8. November 2018, abgerufen am 8. November 2018.
  4. Der CNN-Journalist, mit dem sich Trump anlegte. In: spiegel.de. Spiegel Online, 8. November 2018, abgerufen am 8. November 2018.
  5. Jim Acosta bot sich für eine Strafaktion geradezu an sueddeutsche.de, abgerufen am 14. November 2018
  6. Die Sprache eines Autokraten faz.net, abgerufen am 14. November 2018
  7. People Are Arguing About Whether This Trump Press Conference Video Is Doctored buzzfeednews.com, abgerufen am 18. November 2018
  8. Ein Eklat im Weißen Haus und Manipulationsvorwürfe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, abgerufen am 16. November 2018
  9. Trump ordered to allow CNN journalist back. In: BBC News. 16. November 2018 (bbc.com [abgerufen am 16. November 2018]).