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Jimmy Cliff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Jimmy Cliff beim Raggamuffin Music Festival, 2011

Jimmy Cliff, eigentl. James Chambers (* 30. Juli 1944 in Saint James Parish, Jamaika;[1]24. November 2025 in Kingston, Jamaika)[2][3][4] war ein jamaikanischer Reggae-Musiker, der durch Songs wie I Can See Clearly Now und Fundamental Reggay sowie You Can Get It If You Really Want und The Harder They Come vom gleichnamigen Soundtrack-Album bekannt wurde und damit am weltweiten Durchbruch der Reggae-Musik beteiligt war.

Jimmy Cliff, 2012
Jimmy Cliff beim Picture on festival in Bildein, 2012

Cliffs Karriere begann noch in der Ska-Ära mit dem Lied Hurricane Hattie, das ein Hit wurde. Das Lied wurde von Leslie Kong produziert, mit dem Cliff bis zu dessen Tod 1971 zusammenarbeitete. Spätere Erfolge umfassen Lieder wie beispielsweise King of Kings und Pride and Passion, die außerhalb Jamaikas nie gut verkauft wurden. 1964 wurde Cliff zu einem der jamaikanischen Vertreter bei der Weltausstellung in New York gewählt. Kurz darauf unterschrieb er bei Island Records und zog nach Großbritannien. Sein internationales Debüt war das Album Hard Road to Travel, das sehr gute Kritiken bekam und Waterfall beinhaltet, einen brasilianischen Hit, der das International Song Festival gewann.

Nach Waterfall folgten Wonderful World, Beautiful People und Vietnam, die beide weltweit bekannt sind. Der Sänger Bob Dylan meinte sogar, Vietnam sei das beste Protestlied, das er jemals gehört habe. Das Album Wonderful World beinhaltet eine Coverversion von Wild World (Cat Stevens), das 1970 sehr erfolgreich war.

Der Soundtrack zu The Harder They Come (einem Reggae-Film, in dem Cliff die Hauptrolle spielt) war ein großer Erfolg und verkaufte sich weltweit, verschaffte Cliff aber nur geringen Erfolg in der breiten Masse. Nach einer Reihe von Alben machte Cliff eine Pause, reiste nach Afrika und erforschte seinen neugefundenen muslimischen Glauben. Er kehrte schnell zur Musik zurück und ging jahrelang auf Tournee, bevor er 1983 mit Kool & the Gang The Power aufnahm. Sein Song Reggae Night aus dem Jahr 1983 wurde 1984 für den Grammy Award for Best Reggae Recording nominiert und das Folge-Album Cliff Hanger (1985) gewann 1986 den Grammy Award. Auch für die Grammys 1987, 1989 und 1993 wurde er in dieser Kategorie nominiert. 1993 kehrte er mit I Can See Clearly Now (vom Soundtrack zu Cool Runnings) in die US-Charts zurück, und auch sein Album Breakout wurde erneut für einen Grammy nominiert. Im Jahr 2005 wurde das Album Black Magic für einen Grammy nominiert. Bei den 55. Grammy-Verleihungen (2013) gewann sein Album Rebirth den Grammy Award for Best Reggae Album.

Lieder von Jimmy Cliff wurden von vielen Künstlern weltweit in Coverversionen aufgenommen. Unter anderem spielt Bruce Springsteen eine Version von Cliffs Trapped seit 1981 auf vielen Konzerten; von 1992 bis 1993 war Cliffs Many Rivers to Cross ebenfalls Bestandteil von Springsteens Liveauftritten. Cliffs You Can Get It If You Really Want aus der Filmmusik zu The Harder They Come wurde für Desmond Dekker ein internationaler Hit.

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US  R&B
1967 Hard Road to Travel
Island Records (IR)
Erstveröffentlichung: 1967
1968 Jimmy Cliff in Brazil
Philips (Philips)
Erstveröffentlichung: 1968
Can’t Get Enough of It
Veep (UA)
Erstveröffentlichung: 1969
1969 Jimmy Cliff
auch bekannt als: Wonderful World, Beautiful People
Island Records (IR)
Erstveröffentlichung: Dezember 1969
1971 Wild World
auch bekannt als: Goodbye Yesterday
Island Records (IR)
Erstveröffentlichung: 1971
Another Cycle
Island Records (IR)
Erstveröffentlichung: 1971
1973 Struggling Man
Island Records (IR)
Erstveröffentlichung: 1973
Unlimited
EMI Records (EMI)
Erstveröffentlichung: 1973
1974 House of Exile
auch bekannt als: Music Maker
EMI Records (EMI)
Erstveröffentlichung: 1974
1975 Brave Warrior
EMI Records (EMI)
Erstveröffentlichung: 20. November 1975
Follow My Mind
Reprise Records (WEA)
US195
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1975
1978 Give Thankx
Warner Bros. Records (WEA)
Erstveröffentlichung: 1978
1980 I Am the Living
WEA International (WEA)
Erstveröffentlichung: 1980
1981 Give the People What They Want
WEA International (WEA)
Erstveröffentlichung: 1981
1982 Special
Columbia Records (CBS)
US186
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juli 1982
1983 The Power and the Glory
Columbia Records (CBS)
Erstveröffentlichung: November 1983
Verkäufe: + 140.000
1985 Cliff Hanger
Columbia Records (CBS)
Erstveröffentlichung: Juli 1985
Grammy (Best Reggae Album)
1987 Hanging Fire
Columbia Records (CBS)
Erstveröffentlichung: 1987
1989 Images
auch bekannt als: Save Our Planet Earth
Vision Records (VR)
Erstveröffentlichung: 1989
1991 Breakout
auch bekannt als: Samba Reggae
JRS Records (JRS)
R&B60
(6 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 1991
1996 Higher & Higher
Island Records (Polygram)
Erstveröffentlichung: 1996
Verkäufe: + 100.000
1998 Journey of a Lifetime
Island Records (Polygram)
Erstveröffentlichung: 1998
1999 Humanitarian
Globe Music (Sony)
Erstveröffentlichung: 23. April 1999
2002 Fantastic Plastic People
Artist Network (3MV)
Erstveröffentlichung: 30. September 2002
2012 Rebirth
Sunpower • UMe (UMG)
CH71
(3 Wo.)CH
UK83
(1 Wo.)UK
US76
(5 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 12. Juli 2012
Grammy (Best Reggae Album)
2013 The KCRW Session
Sunpower • UMe (UMG)
Erstveröffentlichung: 25. Juni 2013
2022 Refugees
UMe (UMG)
Erstveröffentlichung: 9. Dezember 2022

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

  • Katz, David: Jimmy Cliff, an unauthorised biography. Oxford: Signal Books, 2011, ISBN 978-1-904955-96-2.
  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 129–131, ISBN 0-312-02573-4.
Commons: Jimmy Cliff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Musikbeispiele

Einzelnachweise

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  1. Nick Kaiser: Reggae-Pionier mit stürmischem Ursprung: Jimmy Cliff wird 80. In: nmz neue musikzeitung. 24. Juli 2024, abgerufen am 24. Juli 2024.
  2. Reggae-Legende Jimmy Cliff mit 81 Jahren gestorben, in: stern.de, 24. November 2025.
  3. ‘Jamaica has lost a giant’: PNP mourns Jimmy Cliff. In: jamaicaobserver.com. 24. November 2025, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  4. Paul Nikolas Hinz: Die Reggae-Legende Jimmy Cliff ist tot. Der Sänger starb im Alter von 81 Jahren. In: Focus. 24. November 2025, abgerufen am 24. November 2025.
  5. Jamaicaobserver.com: Honour for ‘the rebel’ (Memento vom 13. Januar 2016 im Internet Archive) (englisch).