Jimmy Schulz

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Jimmy Schulz (Juli 2017)

Ralph Jimmy Schulz (* 22. Oktober 1968 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Unternehmer und Politiker. Als Abgeordneter der FDP gehörte er von Herbst 2009 bis Herbst 2013 dem Deutschen Bundestag an. 2017 wurde er erneut in den Bundestag gewählt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulz wuchs in der Münchner Vorortgemeinde Ottobrunn auf. Er besuchte dort die Schule III und später das Gymnasium, an dem er 1990 das Abitur ablegte. Schulz absolvierte 1990 ein Gaststudium an der University of Texas at Austin und leistete in den Jahren 1990 und 1991 seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Berchtesgaden. Von 1991 bis 2000 studierte Schulz Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München,[1] wo er den Grad eines Diplom-Politologen (Dipl. sc. pol. Univ.) erlangte.

Während der Schulzeit arbeitete er bei verschiedenen IT-Unternehmen. 1995 gründete er den IT-Dienstleister CyberSolutions GmbH. Mit seinem Unternehmen war er 2001 Partner im Projekt e-Garten, das im Jahr 2001 die ersten öffentlichen drahtlosen Internetzugriffspunkte im Englischen Garten in München eingerichtet hat. Nach dem Börsengang des Mutterunternehmens im Jahr 2000 ist er heute geschäftsführender Gesellschafter der neu gegründeten CyberSolutions Ltd.

Seine politische Laufbahn begann 1989, als Jimmy Schulz der Partei Die Republikaner beitrat und für den Gemeinderat in Ottobrunn und Kreistag kandidierte.[2] Er verließ die Partei jedoch nach einem Jahr wieder. Im Jahr 2000 erfolgte dann der Eintritt in die FDP. Nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2002 übernahm er im Gemeinderat von Hohenbrunn ein erstes politisches Mandat. Im gleichen Jahr wurde er in den Vorstand des FDP-Bezirksverbandes Oberbayern gewählt und im Jahr darauf zum Kreisvorsitzenden der FDP München-Land.

2006 war Schulz Kandidat seiner Partei bei der Wahl des Bürgermeisters in Hohenbrunn. Im Frühjahr 2008 wurde er bei der Kommunalwahl als Mitglied des Gemeinderats bestätigt und zum 3. Bürgermeister der Gemeinde bestellt. Gleichzeitig erhielt er ein weiteres Mandat im Kreistag des Landkreises München, wo er stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion ist.

Bei der Landtagswahl am 28. September 2008 war er Direktkandidat im Stimmkreis München-Land-Süd und erzielte die meisten Erststimmen aller bayerischen FDP-Kandidaten, verfehlte aber den Einzug in den Landtag. Bei der Bundestagswahl 2009 trat er als Nachfolger von Martin Zeil als Direktkandidat im Wahlkreis München-Land an und erhielt 13,4 Prozent der Erststimmen. Über die Landesliste der FDP zog er als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. Er war in der 17. Wahlperiode Mitglied des Bundestags-Innenausschusses.

Im Rahmen der Initiative Wissenschaftsjahr 2014 Die Digitale Gesellschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Gesellschaft für Informatik wurde er mit der Auszeichnung Deutschlands Digitale Köpfe geehrt. Die Auszeichnung gilt jenen, die mit ihren Ideen und Projekten die digitale Entwicklung in Deutschland vorantreiben.[3]

Im Januar 2014 gründete Jimmy Schulz mit anderen den Verein für liberale Netzpolitik – LOAD e. V. dessen Vorsitzender er seitdem ist.[4]

Ab Oktober 2014 ist Jimmy Schulz Mitglied des At-Large Advisory Committee (ALAC) der ICANN.[5]

Seit Ende 2015 ist Jimmy Schulz stellvertretender Vorsitzender der ISOC (Internet Society) Germany.[6]

Sie gehört zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde.

Jimmy Schulz wurde am 14. Juli 2016 in Neubiberg erneut zum Direktkandidaten der FDP im Wahlkreis 221 München-Land gewählt.[7]

Bundestagsabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulz war in der 17. Wahlperiode ordentliches Mitglied des Innenausschusses, Obmann der FDP Fraktion im Unterausschuss Neue Medien und Obmann der FDP Fraktion in der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft[8] und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Kultur und Medien und des Petitionsausschusses.

Bei der Bundestagswahl 2017 war Jimmy Schulz Direktkandidat im Bundestagswahlkreis München-Land. Gleichzeitig war er Spitzenkandidat der FDP Oberbayern und zog über Listenplatz 4 in den Deutschen Bundestag ein. In seinem Wahlkreis erreichte er 9,34 % der Erststimmen. Die FDP wurde in seinem Wahlkreis mit 15,31 % zweitstärkste Partei.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulz ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jimmy Schulz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jimmy Schulz. XING. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  2. Manfred Wagner: Demokratie und Bürgerrechte. Parlamentwatch. 16. März 2011. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  3. http://www.digital-ist.de/aktuelles/das-sind-deutschlands-digitale-koepfe.html
  4. LOAD e. V. → Vorstand. In: www.load-ev.de. Abgerufen am 27. April 2016.
  5. ICANN 2014 Nominating Committee Announces Selections (Englisch) ICANN. 15. August 2014. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  6. www.isoc.de: Vorstand & Präsidium. In: www.isoc.de. Abgerufen am 27. April 2016.
  7. Jimmy Schulz soll die Hürde nehmen. In: http://www.merkur.de. 17. Juli 2016 (merkur.de [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  8. Deutscher Bundestag: Deutscher Bundestag: Web-Archiv. In: webarchiv.bundestag.de. Abgerufen am 27. April 2016.
  9. Landratsamt München – Bundestagswahl 2017