Joachim Braun (Journalist)

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Joachim Braun (* 27. Dezember 1965 in Lüneburg) ist ein deutscher Journalist. Vom 1. März 2011 bis Ende Januar 2016 war er Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers (NK) in Bayreuth.[1] Seit dem 1. Februar 2016 ist er Chefredakteur der Frankfurter Neuen Presse.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1984 am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz arbeitete Braun mit Unterbrechungen 27 Jahre lang für den Zeitungsverlag Oberbayern, der die Heimatausgaben des Münchner Merkurs herausgibt. Nach dem Volontariat beim Tölzer Kurier und einem eineinhalbjährigen Intermezzo beim Rundschau-Verlag in Penzberg wechselte er 1989 zum Isar-Loisachboten nach Wolfratshausen. Dort arbeitete er als stellvertretender Redaktionsleiter, bis er 1997 als Redaktionsleiter zum Tölzer Kurier zurückging.[3]

Von dort wechselte er 2011 als Chefredakteur zum Nordbayerischen Kurier sowie zum Ring Nordbayerischer Tageszeitungen (RNT) nach Bayreuth und „krempelte“ die Zeitung komplett um.[4] So wurde die Vereinsberichterstattung seit Oktober 2011 in eine wöchentliche Beilage Mein Verein ausgelagert.[5] Für die verlorene Oberbürgermeister-Wahl des Jahres 2012 machte die Bayreuther CSU vor allem Braun verantwortlich.[6]

Braun war von 2004 bis 2008 Mitglied des Projektteams Lokaljournalisten der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).[7] Seit 2009 ist Braun Dozent für Investigative Recherche im Lokaljournalismus am MAZ in Luzern (Schweiz). Er war 2010 Dozent an der Fachhochschule Benediktbeuern und leitete 2010 und 2011 im Auftrag des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund Lokaljournalistenseminare in Minsk und Brest in Weißrussland.[8]

1995 und 2008 wurde Braun mit je einem Sonderpreis beim Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet: für sein Buch „Ende und Neubeginn“[9] über die NS-Zeit in Wolfratshausen und für die Recherchen in der sogenannten DTK-Affäre über die missglückte Konversion der ehemaligen Bad Tölzer Flint-Kaserne, bei der der CSU-geführte Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 15 Millionen Euro in den Sand setzte, wie der Bayerische Kommunale Prüfungsverband später ermittelte.[10][11]

Eine 70-köpfige Jury der Fachzeitschrift Medium Magazin zeichnete Braun im Januar 2013 als „Chefredakteur (Regionales) des Jahres“ aus.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum Nordbayerischer Kurier
  2. Joachim Braun wird neuer Chefredakteur. In: kress. Abgerufen am 24. November 2015.
  3. Drehscheibe-Video, Interview beim Forum Lokaljournalismus in Waiblingen, 4. Februar 2011
  4. "Lokale Leidenschaft". In: Medium Magazin 01/2013
  5. "Die Nachricht ist tot, es lebe der Hintergrund". Dokumentation einer Diskussion auf dem Süddeutschen Journalistentag in Mainz, 16. März 2013
  6. Bayreuth und seine Journalisten: Wie im Mittelalter, Die Mediengruppe Oberfranken, Bamberg, blickt auf Bayreuth, 4. Mai 2012
  7. Projektteam Lokaljournalisten Pressemitteilung der Bundeszentrale für politische Bildung, 27. Februar 2004
  8. "Mutigen Journalisten droht Gefängnis". Interview der Drehscheibe zum Lokaljournalismus in Weißrussland, 2010
  9. "Ende und Neubeginn"
  10. "Journalistenpreis für Tölzer Kurier". Merkur-Online, 25. April 2008.
  11. "Ein bisschen Masochismus für die Pressefreiheit". Beitrag auf dem Blog 20zwoelf.de des Team 10 der Axel-Springer-Akademie, Dezember 2011
  12. Die Journalisten des Jahres 2012. Pressemitteilung des Medium Magazin, 21. Dezember 2012
  13. "Ein junger Wilder wird Chefredakteur des Jahres". Paul-Josef Raue in seinem Blog "Das neue Handbuch des Journalismus", 27. Dezember 2012