Joachim Bruhn (Publizist)

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Joachim Bruhn (* 30. Januar 1955; † 28. Februar 2019[1]) war ein deutscher politischer Publizist und Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruhn war Mitglied der Freiburger Initiative Sozialistisches Forum und Mitbetreiber des dortigen ça-ira-Verlages. Er hat seit 1990 die ersten sechs Bände der Werkeausgabe von Johannes Agnoli verlegt. Nach dem Tod Agnolis im Jahre 2003 verlangte dessen Witwe Barbara Görres-Agnoli gerichtlich Einsicht in die Umsätze des Verlages mit Agnolis Werken, sowie den Rückzug des posthum erschienenen Bandes der Werkausgabe Transformation des Postnazismus. Der Streit, welcher den ça-ira-Verlag an den Rand des Konkurses brachte, endete im November 2006 mit einem Vergleich.

Als politischer Theoretiker berief sich Bruhn auf die kritische Theorie insbesondere Theodor W. Adornos und die Marx-Rekonstruktion der Neuen Marx-Lektüre, woraus er eine radikale Kritik des Staates und für die Zeit nach 1933 eine radikale Ablehnung der Arbeiterbewegung ableitete. Er gehörte zu den einflussreichsten Autoren innerhalb der antideutschen Strömung.

„Es kann keine Kritik am Staat Israel geben, die nicht antisemitisch ist [...] Die Aufgabe antideutscher Kommunisten ist es nicht, sich mit Israel zu identifizieren, denn Israel ist nicht das Substitut des ‚Vaterlands der Werktätigen‘, sondern aufzuklären, warum es notwendig ist sich bedingungslos hinter Israel und auch hinter Ariel Scharon zu stellen: nämlich im Interesse der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft.“

Joachim Bruhn, 2003[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ça ira Verlag. Archiviert vom Original am 4. März 2019; abgerufen am 4. März 2019.
  2. Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch. Interview mit Joachim Bruhn (ISF), in: T-34 Juli/August 2003 (Internetausgabe)