Joachim Küpper

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Joachim Küpper (* 22. Januar 1952 in Recklinghausen) ist ein deutscher Professor für Romanistik sowie für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Er lehrt am Peter-Szondi-Institut sowie am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1970 absolvierte Küpper ein Studium der Romanistik und der Geschichtswissenschaften an den Universitäten Bochum, Paris und Toulouse. Er schloss ab mit dem Lehrer-Staatsexamen für Französisch und Geschichte. 1977 wurde er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Romanische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Drei Jahre später promovierte er mit einer Dissertation über Balzac und der Effet de réel. Er erhielt dafür den Dissertationspreis der Universität Bochum sowie den Straßburg-Preis der Stiftung FVS. Er legte zusätzlich das Staatsexamen für Italienisch ab. Für seine Habilitation Diskurs-Renovatio bei Lope de Vega und Calderón bekam er 1987 den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

Nach zwei Jahren auf Professur-Vertretungen folgte er 1989 einem Ruf auf eine C4-Professur der Bergischen Universität Wuppertal, wo er zehn Jahre blieb. 1997 wurde Küpper Mitherausgeber des Romanistischen Jahrbuchs. Zum Sommersemester 2000 wechselte er auf die Professur für Romanische Philologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2001 bekam er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im gleichen Jahr wurde er Verantwortlicher Herausgeber der komparatistischen Fachzeitschrift Poetica. Von 2007 bis 2015 war Küpper Sprecher des im Zuge der Berliner universitären Umstrukturierungen entstandenen Dahlem Humanities Center.[1] Im Jahr 2005 erhielt er einen Advanced Grant des ERC (European Research Council). Seit Januar 2009 ist er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Leopoldina.[2] 2016 wurde er zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.[3]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Preisbegründung des Leibniz-Preises heißt es, das Wegweisende seiner Arbeiten sei, dass er ein literarhistorisches mit einem literaturtheoretischen Interesse verbinde und für die Philologie fruchtbar mache. Auf dem Gebiet der literaturwissenschaftlichen Romanistik nehme Küpper eine führende Stellung ein.[4]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien
  • Diskurs-Renovatio bei Lope de Vega und Calderón. Untersuchungen zum spanischen Barockdrama. Mit einer Skizze zur Evolution der Diskurse in Mittelalter, Renaissance und Manierismus (= Romanica Monacensia. Bd. 32). Narr, Tübingen 1990, ISBN 3-87808-770-5 (Zugleich: München, Universität, Habilitations-Schrift).
  • Die entfesselte Signifikanz. Quevedo Sueños, eine Satire auf den Diskurs der Spät-Renaissance (= Deutsche Hochschulschriften. Bd. 419). Hänsel-Hohenhausen, Egelsbach u. a. 1992, ISBN 3-89349-419-7.
  • Petrarca. Das Schweigen der Veritas und die Worte des Dichters. de Gruyter, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-11-017557-6.
  • Zum italienischen Roman des 19. Jahrhunderts. Foscolo, Manzoni, Verga, D'Annunzio. Steiner, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-08104-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Küpper • Peter Szondi-Institut • Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften. In: geisteswissenschaften.fu-berlin.de. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  2. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Joachim Küpper (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 18. Juli 2016.
  3. American Academy of Arts and Sciences: Newly Elected Fellows. In: amacad.org. Abgerufen am 22. April 2016.
  4. DFG-Pressemitteilung Nr. 53 (8. Dezember 2000) (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)