Joachim Kuropka

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Joachim Kuropka (* 20. September 1941 in Namslau, Schlesien (seit 1945 Namysłów, Polen)) ist ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Kuropka studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft. Er wurde 1978 mit der Arbeit Image und Intervention. Innere Lage Deutschlands und britische Beeinflussungsstrategien in der Entscheidungsphase des 1. Weltkrieges an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert. 1982 wurde er auf die Professur für Neueste Geschichte an die Universität Vechta (damals Standort Vechta der Universität Osnabrück) berufen. Zusammen mit Cornelius Riewerts, dem damaligen Chefredakteur der „Oldenburgischen Volkszeitung“, gründete er 1991 die „Bürgerinitiative PRO UNI im Oldenburger Münsterland“ und engagierte sich mit 23 000 Mitgliedern, darunter u. a. Gert Stuke, Wilfried Kürschner, Hans-Wilhelm Windhorst, Hermann von Laer, Volker Schulz, Cornelia Wienken, Franz Bölsker, (erfolgreich) für den Erhalt des Studienstandorts Vechta. Im Jahr 1994 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen gewählt. 2006 wurde er emeritiert.

Das Hauptforschungsgebiet ist die NS-Zeit, speziell Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Seit seiner Emeritierung engagiert er sich für die Katholizismusforschung am Institut für Geschichte und historische Landesforschung (jetzt: Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung des Instituts für Geistes- und Kulturwissenschaften) in Vechta. Er gilt als Experte für Leben und Werk von Clemens August Graf von Galen. Er hat zahlreiche Schriften und wissenschaftliche Aufsätze zu Themen der NS- und Nachkriegsgeschichte veröffentlicht, unter anderem 20 Bücher geschrieben, weit über 100 Aufsätze verfasst, 14 Sammelbände herausgegeben und drei umfangreiche Ausstellungen organisiert.

Kuropka ist Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. 1989 wurde er mit der Landschaftsmedaille der Oldenburgischen Landschaft geehrt. 2003 wurde er mit der Ehrentafel des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland ausgezeichnet und erhielt 2010 den Verdienstorden des Landes Niedersachsen.

Joachim Kuropka ist seit 1977 verheiratet und hat mit seiner Frau Kornelia zwei Töchter.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Image und Intervention. 1978.
  • Die Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1978; 4. Auflage 1981.
  • Zur historischen Identität des Oldenburger Münsterlandes. 1982; 4. Auflage 1981.
  • Hrsg.: Zur Sache – Das Kreuz!. 1986; 2. Auflage 1987.
  • Clemens August Graf von Galen. Sein Leben und Wirken in Bildern und Dokumenten. 1992; 3. Auflage 1997.
  • Hrsg.: Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen. 1992; 2. Auflage 1993.
  • Von Kückens bis Krapp. Von Staatsbeamten zu Bürgerlandräten. 2001.
  • Clemens August Graf von Galen. Euthanasie – Widerstand – Menschenrechte – Neubeginn. 1998; 2. Auflage 2001.
  • Geistliche und Gestapo, Klerus zwischen Staatsallmacht und kirchlicher Hierarchie. 2004; 2. Auflage 2005.
  • Streitfall Galen. Clemens August Graf von Galen und der Nationalsozialismus. Studien und Dokumente. 2007; 2. Auflage 2007.
  • Hrsg.: Regionale Geschichtskultur. Phänomene – Projekte – Probleme aus Niedersachsen, Westfalen, Tschechien, Lettland, Ungarn, Rumänien und Polen. 2010.
  • Hrsg.: Grenzen des katholischen Milieus. Stabilität und Gefährdung katholischer Milieus in der Endphase der Weimarer Republik und in der NS-Zeit. Aschendorff, Münster 2013, ISBN 978-3-402-13005-6.
  • Hrsg.: Galen. Wege und Irrwege der Forschung. Aschendorff, Münster 2015, ISBN 978-3-402-13153-4.
  • Heimat zwischen Deutschland, Polen und Europa. Historische Blicke, Geschichtserinnerungen, Geschichtserfahrungen. Aschendorff, Münster 2017, ISBN 978-3-402-13272-9, ISBN 978-3-402-13272-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]