Joachim Stamp

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Joachim Stamp (2019)

Gerd Monte Joachim Stamp[1] (* 21. Juni 1970 in Bad Ems) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er war von Juni 2017 bis Juni 2022 Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen in der schwarz-gelben Landesregierung (Kabinett Laschet und Kabinett Wüst I). Er war von Juni 2012 bis Januar 2023 Landtagsabgeordneter und von Juni 2012 bis Juli 2017 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Seit Februar 2023 ist Stamp Sonderbevollmächtigter der Bundesregierung für Migrationsabkommen.

Ausbildung und Berufsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Bonn-Ückesdorf studierte Stamp Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Philosophie und Religionswissenschaft in Bonn bis 1998 und promovierte 2011 an der Universität Potsdam.[2][3] Nach anderthalb Jahren Mitarbeit im Büro des früheren Bundestagsabgeordneten und Bundesaußenministers Guido Westerwelle arbeitete Stamp als Referent für Politische Bildung in der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Joachim Stamp ist verheiratet mit Barbie Haller, der Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur[4], hat zwei Töchter und lebt in Bonn-Röttgen.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Stamp ist 1987 in die FDP eingetreten, gehört dem FDP-Ortsverband Bonn-Duisdorf an. Viele Jahre war er im Bundesvorstand der Jungen Liberalen, seit 2006 sitzt er im Landesvorstand der NRW-FDP. Seit 2012 gehört Stamp auch dem Bundesvorstand der FDP an. Von Februar 2010 bis Juni 2012 war er Generalsekretär der Nordrhein-Westfälischen FDP. Am 16. März 2015 wurde er auf dem Kreisparteitag der FDP Bonn mit 77 von 91 Stimmen zum Nachfolger des Kreisvorsitzenden Werner Hümmrich gewählt. Im Jahr 2018 übergab er das Amt an Franziska Müller-Rech.[5]

Er wurde am 25. November 2017 als Nachfolger von Christian Lindner zum Landesvorsitzenden der FDP Nordrhein-Westfalen gewählt.[6] Nach der verlorenen Landtagswahl kündigte er im August 2022 an, den Landesvorsitz abzugeben.[7] Beim nächsten Parteitag am 21. Januar 2023 wurde Henning Höne zu seinem Nachfolger gewählt.[8]

2006 gründete er zusammen mit Liane Knüppel, Hartmut Knüppel, Daniel Bahr, Gisela Piltz, Hans-Joachim Otto und Johannes Vogel den Verein Netzwerk 80 e.V. als Zusammenschluss aller Bundesvorstandsmitglieder und Bundesgeschäftsführer der Jungen Liberalen seit 1980.[9]

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2004 bis 2017 war Stamp Ratsherr im Rat der Bundesstadt Bonn. 2004, 2009 und 2014 konnte er den Kommunalwahlkreis Röttgen/Ückesdorf direkt gewinnen. 2009 (67,6 %) und 2014 (64,9 %) gaben jeweils etwa zwei Drittel der Wähler die Stimme für Stamp ab. Er war Mitglied des Schulausschusses und des Integrationsrates der Stadt Bonn.

Landtagsabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Juni 2012 bis Januar 2023 war Stamp Mitglied des Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen. Er wurde jeweils über die Landesliste der FDP NRW gewählt. Zudem kandidierte er seit der Landtagswahl 2005 stets im Landtagswahlkreis Bonn II, wo er 9,7 % (2005), 8,5 % (2010), 9,4 % (2012), 14,3 % (2017) und 8,9 % (2022) der Erststimmen erhielt. Bis zu seiner Ernennung zum Minister war er ordentliches Mitglied und Sprecher des Integrationsausschusses, ordentliches Mitglied der Verfassungskommission und des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend sowie stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Im Januar 2023 legte er sein Landtagsmandat im Zuge seiner Ernennung zum Sonderbevollmächtigten für Migration der Bundesregierung nieder. Für ihn rückte Franziska Müller-Rech in den Landtag nach.[10]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 30. Juni 2017 amtierte Stamp als Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie als stellvertretender Ministerpräsident in der schwarz-gelben Landesregierung (zunächst im Kabinett Laschet, anschließend im Kabinett Wüst I).[11] Mit dem Antritt des Kabinetts Wüst II schied er am 29. Juni 2022 aus der Landesregierung aus.

Seit dem 1. Februar 2023 ist Stamp Sonderbevollmächtigter der Bundesregierung für Migrationsabkommen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Joachim Stamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kandidierende für Landtagswahl stehen fest. Bundesstadt Bonn, 22. März 2022, abgerufen am 14. Juli 2022.
  2. Joachim Stamp: Geschichte und Selbstverständnis der Jungen Liberalen von 1989 bis 2005 unter besonderer Berücksichtigung der Gründung der Jungliberalen Aktion in der DDR und des Vereinigungsprozesses 1989/1990. 2010 (uni-potsdam.de [abgerufen am 3. April 2021]).
  3. Inhaltsverzeichnis der Dissertation in der Nationalbibliothek
  4. Daniel Delhaes: Volkswirtin: Gazprom-Treuhänderin Barbie Haller wird Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur. In: Handelsblatt. 16. Mai 2022, abgerufen am 29. Januar 2023.
  5. Politisch. – Franziska Müller-Rech. Abgerufen am 19. Januar 2022.
  6. Landesvorstand. FDP Landesverband NRW, abgerufen am 25. November 2017.
  7. Bernd Eyermann: Nach Verlusten bei der Landtagswahl: Joachim Stamp will Vorsitz der NRW-FDP aufgeben. In: General-Anzeiger. 25. August 2022, abgerufen am 26. August 2022.
  8. Katharina Gilles: Lediglich Stamp fand lobende Worte: NRW-FDP wählt Fraktionschef Höne zum Parteichef — mit nur 54 Prozent. In: Rheinische Post. 21. Januar 2023, abgerufen am 22. Januar 2023.
  9. Netzwerk 80 – Netzwerk 80. Abgerufen am 4. August 2020.
  10. Landtag NRW:2701_Verpflichtung Müller-Rech. In: landtag.nrw.de. 15. Mai 2022, abgerufen am 27. Januar 2023.
  11. Matthias Goergens: FDP-Minister für NRW sollen schon feststehen. 17. Juni 2017 (wdr.de).
  12. Bundesministerium des Innern und für Heimat: Früherer NRW-Integrationsminister Joachim Stamp startet als Sonderbevollmächtigter für Migrationsabkommen. 31. Januar 2023, abgerufen am 1. Februar 2023.