Joachim Zeller (Historiker)

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Joachim Zeller (* 2. April 1958 in Swakopmund, Südwestafrika, heute Namibia) ist ein deutsch-namibischer Historiker und Lehrer.

Joachim Zeller ist der Sohn des Theologen und Kunsthistorikers Reimar Zeller und der Schriftstellerin Eva Zeller. Zeller studierte Geschichte, Kunst und Deutsch in Berlin und Frankfurt am Main. Im Jahr 1999 wurde er an der Technischen Universität Berlin promoviert mit der Arbeit Kolonialdenkmäler und Geschichtsbewusstsein. Eine geschichtsdidaktische Untersuchung.[1] Zunächst im hessischen Schuldienst tätig, arbeitet Zeller heute als Lehrer in Berlin.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Kolonialgeschichte und der Postkolonialismus. Er ist Mitherausgeber zweier kolonialhistorischer Buchreihen: „Schlaglichter der Kolonialgeschichte“ und „Studien zur Kolonialgeschichte“, die beide im Ch. Links Verlag in Berlin erscheinen.[2] Zeller ist Mitherausgeber des Sammelbandes Völkermord in Deutsch-Südwestafrika, der anlässlich des 100. Jahrestages des Kriegs gegen die Herero und Nama erschien.[3]

Zeller war Mitglied der Fachbeiräte folgender Ausstellungen: „Namibia - Deutschland: Eine geteilte Geschichte. Widerstand, Gewalt, Erinnerung“, Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln (2004) und Deutsches Historisches Museum in Berlin (2004/2005); „Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart“, Deutsches Historisches Museum in Berlin (2016/2017).[4]

Als freier Journalist schreibt er Reiseberichte über seine Radtouren im In- und Ausland.[5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Kolonialdenkmäler und Geschichtsbewußtsein. Eine Untersuchung der kolonialdeutschen Erinnerungskultur. IKO – Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-88939-544-9 (Zugleich: Berlin, Technische Universität, Dissertation, 1999).
  • Bilderschule der Herrenmenschen. Koloniale Reklamesammelbilder. Ch. Links, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-499-0 (Lizenzausgabe: Koloniale Bilderwelten. Zwischen Klischee und Faszination. Kolonialgeschichte auf frühen Reklamesammelbildern. Weltbild, Augsburg 2010, ISBN 978-3-8289-0918-2).
  • Weiße Blicke – Schwarze Körper. Afrikaner im Spiegel westlicher Alltagskultur. Bilder aus der Sammlung Peter Weiss. Sutton, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-412-8.
  • Wilde Moderne. Der Bildhauer Fritz Behn (1878–1970). Nicolai, Berlin 2016, ISBN 978-3-89479-952-6.

Herausgeberschaften

  • mit Ulrich van der Heyden: Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche. Berlin-Edition, Berlin 2002, ISBN 3-8148-0092-3.
  • mit Jürgen Zimmerer: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904–1908) in Namibia und seine Folgen. Ch. Links, Berlin 2003, ISBN 3-86153-303-0 (2. Auflage 2004; 3. Auflage 2016; in englischer Sprache: Genocide in German South-West Africa. The Colonial War of 1904–1908 in Namibia and its Aftermath. Translated and Introduced by Edward J. Neather. Merlin Press, London 2008, ISBN 978-0-85036-574-0).
  • mit Ulrich van der Heyden: „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft“. Berlin und der deutsche Kolonialismus. UNRAST, Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2.
  • mit Ulrich van der Heyden: Kolonialismus hierzulande. Eine Spurensuche in Deutschland. Sutton, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-269-8.
  • mit Jean-Pierre Félix-Eyoum und Stefanie Michels: Duala und Deutschland – verflochtene Geschichte. Die Familie Manga Bell und koloniale Beutekunst. Der Tangué der Bele Bele. Douala et l´Allemagne. Une histoire croisée. La famille Manga Bell et l’œuvre d´art colonial pillé. Le «Tangué» des Bele Bele. (= DEPO-Schriftenreihe, Nr. 2). Schmidt von Schwind, Köln 2011, ISBN 978-3-932050-30-5.
  • mit Oumar Diallo: Black Berlin. Die deutsche Metropole und ihre afrikanische Diaspora in Geschichte und Gegenwart. Metropol, Berlin 2013, ISBN 978-3-86331-132-2 (2. überarbeitete Auflage 2014).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu die Besprechungen von Reinhard Kößler in: Peripherie. Zeitschrift für Politik und Ökonomie in der Dritten Welt. 22 (2002), S. 397; Peter-J. Schuler in: Das Historisch-Politische Buch 49 (2001), S. 35.
  2. Kerstin E. Finkelstein: Im Windschatten der Weltgeschichte. Joachim Zeller, Swakopmund – Berlin. In: Kerstin E. Finkelstein: Ausgewandert. Wie Deutsche in aller Welt leben. Ch. Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-348-0, S. 189–192.
    Stephan Lahrem: „Bilderschule der Herrenmenschen“. Die Herausforderung, kolonialgeschichtliche Titel zu verlegen. In: Christoph Links (Hrsg.): Mit Links überleben. 20 Jahre Ch. Links Verlag. Ch. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-555-3, S. 49–53.
  3. Vgl. dazu die Besprechungen von Horst Gründer in: Historische Zeitschrift 279 (2004), S. 775–776.
    Birgit Aschmann in: Sozial.Geschichte N.F. 20 (2005), S. 111–113 (online).
  4. Siehe Namibia – Deutschland: Eine geteilte Geschichte. Widerstand, Gewalt, Erinnerung, hrsg. v. Larissa Förster / Dag Henrichsen / Michael Bollig, Köln 2004, S. 4; Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart, Stiftung Deutsches Historisches Museum (Hg.), Berlin 2016, S. 332.
  5. Siehe u. a. Bike & Travel. Das Magazin für Radreisen, 6/2016, S. 3, 42-49 und 2/2017, S. 26–31; RADtouren. Das Radreise-Magazin 1/2018, S. 40–47; www.reformation-radtour.de.