Joana Cotar

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Joana Cotar (2018)

Joana Eleonora Cotar (* 6. April 1973 in Pitești, Rumänien) ist eine rumänisch-deutsche Veranstaltungsmanagerin und Politikerin (AfD). Bei der Bundestagswahl 2017 zog sie über die Landesliste Hessen in den 19. Deutschen Bundestag ein.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Joana Cotar fünf Jahre alt war, floh ihre Familie vor dem Ceaușescu-Regime nach Deutschland. 1993 legte Cotar ihr Abitur am Burggymnasium Friedberg ab. Ihren Abschluss in Politikwissenschaften und Germanistik an der Universität Mannheim machte sie 1999. Nach ihrer Heirat im Jahr 2000 zog Cotar für einige Jahre in die Schweiz.[1]

Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie als Veranstaltungsmanagerin für Finanzinstitute in Deutschland und der Schweiz, anschließend als selbständige Projektmanagerin.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihrer Studienzeit war Cotar Mitglied der CDU und gehörte dem Vorstand der CDU Mannheim-Schwetzingerstadt/Oststadt an.[1]

Cotar trat 2013 der Alternative für Deutschland bei und wurde wenig später zur Co-Vorsitzenden des hessischen Landesverbandes gewählt. Im Juli 2014 trat sie nach internen Streitigkeiten zurück. Sie erklärte, sie wolle die Praxis des hessischen Landesvorsitzenden Gunther Nickel, andere Parteimitglieder mit Abmahnungen anzugehen, nicht mehr mittragen.[2]

2013 kandidierte Cotar auf dem 6. Listenplatz für den Hessischen Landtag. Die AfD verfehlte jedoch bei der Landtagswahl die Fünf-Prozent-Hürde, sodass die Partei keine Mandate gewann.[3]

Seit 2016 ist sie Mitglied des Kreistages Gießen.

2016 kandidierte Cotar für die Landesliste der AfD Hessen für die Bundestagswahl 2017. Der Landesparteitag der hessischen AfD wählte sie auf den dritten Platz der Landesliste.[4] Die Listenwahl musste aufgrund verschiedener Unregelmäßigkeiten jedoch wiederholt werden. Der Wiederholungsparteitag wählte Cotar schließlich sogar auf Platz zwei der Landesliste. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die AfD in Hessen 11,9 Prozent der Zweitstimmen.[3] Cotar zog somit als zweite von insgesamt sechs gewählten Kandidaten der Landesliste in den Bundestag ein.[5] Dort ist sie ordentliches Mitglied und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie im Ausschuss für Inneres und Heimat.[6]

Seit 2020 ist Cotar Beisitzerin im AfD-Bundesvorstand.[7]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cotar übt – wie weite Teile ihrer Partei – starke Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und kritisiert, dass die Grenzen nicht geschlossen wurden. Sie unterstützt die CSU in ihrer Forderung nach einer Obergrenze für Asylbewerber und bemängelt, dass die Partei davon abgerückt ist.[8]

In einem Interview des ZDF sprach sie sich gegen Antisemitismus in Deutschland aus.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vita Joana Cotar. In: gemeinsamfuerdeutschland.de. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2017; abgerufen am 28. November 2020.
  2. Justus Bender: Streit in AfD: Hessische Landesvorsitzende tritt zurück. In: FAZ.net. 21. Juli 2014, abgerufen am 28. November 2020.
  3. a b Der Landeswahlleiter für Hessen: Bundestagswahl 2017 in Hessen: Endgültiges Ergebnis: Land Hessen. In: statistik-hessen.de. 25. September 2017, abgerufen am 27. September 2017.
  4. Heidi Radvilas: AfD wählt Spitzenkandidatin zum zweiten Mal. In: hessenschau. 13. Mai 2017, archiviert vom Original am 2017-09-290; abgerufen am 28. November 2020.
  5. Dieter Hintermeier: Bundestag: Wer sind die sechs hessischen AfD-Abgeordneten? In: fnp.de. 27. September 2017, archiviert vom Original am 5. Dezember 2017; abgerufen am 28. November 2020.
  6. Abgeordnete: Biografien: Joana Cotar, AfD. In: bundestag.de. Abgerufen am 28. November 2020.
  7. Severin Weiland: AfD-Bundesparteitag: Meuthens kleiner Punktsieg. In: Spiegel Online. 28. November 2020, abgerufen am 28. November 2020.
  8. Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Zeit Online. 26. September 2017, abgerufen am 28. November 2020.
  9. „Ein antisemitischer Kurs hat keinen Platz in Deutschland“ – AfD-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar im Gespräch. In: ZDFzoom. 27. November 2019, abgerufen am 29. November 2020.