Jochem Poensgen

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Apsisfenster im Hohen Chor der Klosterkirche Jerichow, im Januar 2008

Jochem Poensgen (* 1931 in Düsseldorf) ist ein deutscher Glaskünstler. Er gestaltet und entwirft im Besonderen Glasfenster für kirchliche und öffentliche Gebäude.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochem Poensgen stammte aus der bekannten Düsseldorfer Industriellenfamilie Poensgen ab, die ihren Ursprung als Reidemeister-Familie im Raum Schleiden/Eifel hat. Er ist der Sohn des Industriellen Siegfried Poensgen (1893–1955) und der Maria Krischer (1906–2004) sowie der Neffe des Industriellen Helmuth Poensgen. Er besuchte von 1941 bis 1951 das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Poensgen studierte 1951 ein Semester an der Werkkunstschule Wuppertal. Längere Studienaufenthalte in Frankreich und Italien weckten sein Interesse an architekturgebundener Kunst, insbesondere an Glasmalerei.

Nach der Teilnahme an mehreren Wettbewerben erhielt Poensgen 1956 seinen ersten Auftrag für die Gestaltung von Glasmalereien. Seitdem schuf er zahlreiche Glasgestaltungen für Kirchen, öffentliche Bauten und Privathäuser in Europa und den USA. Daneben schuf er in den 1970er und 1980er Jahren auch Radierungen, Buchgrafiken und Illustrationen.

Vortragstätigkeiten und Gastdozenturen führten ihn nach Großbritannien, Australien, Neuseeland, Mexiko, Kanada, und USA. 1984 gründete er das 1. Internationale Seminar für Architekturbezogene Glasmalerei in Kevelaer. Von 1992 bis 1999 war er Visiting Honorary Professor am Swansea Institute (Faculty of Art & Design) in Swansea, Wales.

Poensgen lebt seit 1991 in Soest, wohin er 1998 auch sein Atelier verlegte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten in Museen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten in Kirchen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Jochem Poensgen. Affinite / Wahlverwandt – Peinture sous verre et vitraux. Hinterglasmalerei und Glasbilder, Vitromusée Romont (Schweiz)
  • 2017: Jochem Poensgen. Affinite / Wahlverwandt – Hinterglasmalerei und Glasbilder, Deutsches Glasmalerei-Museum, Linnich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Brülls; Ulrike Wendland (Hg.): Romanik in neuem Licht. Die Fenster der Klosterkirche zu Jerichow. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) und Jerichow 2009, ISBN 978-3-939414-38-4
  • Heiko Seidel (Hg.): Poensgen – Ziethen. Glaskunst in Nordelbischen Kirchen. Verlag Ludwig, Kiel 2012, ISBN 978-3-86935-149-0
  • Holger Brülls (Hg.): Jochem Poensgen. Architektur des Lichts. Werke Entwürfe Texte 1956-2012. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2530-2
  • Andreas Tacke: Zeitlose Moderne, Die sieben Glasfenster von Jochem Poensgen im Paradies, 2011–2013. In: Andreas Tacke, Stefan Heinz (Hg.): Liebfrauen in Trier, Architektur und Ausstattung von der Gotik bis zur Gegenwart.Michael Imhof Verlag Petersberg 2016, ISBN 978-3-86568-890-3
  • Stefan Trümpler; Myriam Wierschowsky (Hg.): Jochem Poensgen. Affinité – Wahlverwandt. Peinture sous verre et vitraux. Hinterglasmalerei und Glasbilder. Vitromusée Romont und Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich 2016, ISBN 978-2-9700727-2-0
  • Jochem Poensgen (Hg.): Glaskunst in Architektur. Gedanken und Anregungen. Glass Art in Architecture. Thoughts and Ideas. Studio Jochem Poensgen, Düsseldorf 1987, ISBN 978-3-00-065935-5
  • Jochem Poensgen: Über die fröhliche Selbstauslieferung an die Rahmenbedingungen von Gestaltunsaufgaben. In: Matthias Ludwig (Hg): Kunst Raum Kirche, Lautertal 2005, ISBN 3-921098-34-3
  • Myriam Wierschowski (Hg.): Jochem Poensgen. Hinterglasbilder 2013–2017. Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich 2017. ISBN 978-3-946278-02-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jochem Poensgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien