Jochen Kirchhoff (Philosoph)

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Jochen Kirchhoff (2010)

Jochen Kirchhoff (* 2. August 1944 in Torgau) ist ein deutscher Philosoph. Er setzt sich besonders mit Themen der Naturphilosophie, der Kosmologie und der Bewusstseinsforschung auseinander.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur im Jahr 1963 studierte Jochen Kirchhoff Geschichte, Philosophie und Germanistik in Erlangen und Berlin. Danach lehrte er an verschiedenen Institutionen, zuletzt an der Humboldt-Universität als Dozent für Philosophie und Sozialökologie (1990 bis 2002) und an der Berliner Lessing-Hochschule als Dozent für Philosophie, Musik sowie Grenzgebiete der Naturwissenschaft und Bewusstseinsforschung (1992 bis 2005). Seine Vortrags- und Seminartätigkeit auch in anderen Zusammenhängen lief dazu parallel. Er widmete sich intensiven Studien zur Physik und Kosmologie und zur Grundlagenkritik der modernen Naturwissenschaft. Neben Büchern schrieb er Artikel und Essays in Zeitschriften wie Sterne und Weltraum, Der Spiegel und Raum & Zeit.

Jochen Kirchhoff lebt in Berlin.

Philosophische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhoffs Bücher und Essays befassen sich neben der Musik und der Erforschung des Bewusstseins vor allem mit der Fundamentalkritik der abstrakten Naturwissenschaft auf der Basis einer alternativen Kosmologie, die von der „Allgegenwart“ von Leben und Bewusstsein im Universum ausgeht und dabei an die Naturphilosophie Giordano Brunos, Friedrich Schellings und Helmut Friedrich Krauses[1] anknüpft. Kirchhoff stellt Prämissen der Naturwissenschaft in Frage. Sein alternativer Ansatz – die sogenannte „Radialfeldhypothese“'[2] – setzt bei der Gravitation und beim Licht an; beide Phänomene werden neu abgeleitet und interpretiert.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giordano Bruno in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1980, ISBN 3-499-50285-2.
  • Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-499-50308-5.
  • Nikolaus Kopernikus mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1985, ISBN 3-499-50347-6.
  • Klang und Verwandlung. Klassische Musik als Weg der Bewusstseinsentwicklung. Kösel, München 1989; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2010, ISBN 978-3-927369-47-4.
  • Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Vom unerlösten Schatten des Dritten Reiches. Vorwort von Rudolf Bahro. Edition Dionysos, Berlin 1990, ISBN 3-9802157-1-7.
  • Was die Erde will. Mensch, Kosmos, Tiefenökologie. Lübbe, Bergisch Gladbach 1998; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2009, ISBN 978-3-927369-37-5.
  • Räume, Dimensionen, Weltmodelle. Impulse für eine andere Naturwissenschaft. Diederichs, München 1999; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2007, ISBN 978-3-927369-17-7.
  • Die Anderswelt. Eine Annäherung an die Wirklichkeit. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2002, ISBN 3-927369-07-1.
  • Die Erlösung der Natur. Impulse für ein kosmisches Menschenbild. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2004, ISBN 3-927369-11-X.
  • Das kosmische Band. Natur, Erde, Kosmos und die Anderswelt. Der Mensch und seine Bedeutung für das Ganze. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2010, ISBN 978-3927369-53-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Friedrich Krause: Vom Regenbogen und vom Gesetz der Schöpfung. Edition Dionysos, Berlin 1989, ISBN 3-9802157-0-9 und Helmut Friedrich Krause: Der Baustoff der Welt. Edition Dionysos, Berlin 1991, ISBN 3-9802157-2-5.
  2. Kirchhoffs „Radialfeldhypothese“ der Gravitation ist ausführlich in seinem Buch Räume, Dimensionen, Weltmodelle dargestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]