Jochen Kirchhoff (Philosoph)

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Jochen Kirchhoff (2018)

Jochen Kirchhoff (* 2. August 1944 in Torgau) ist ein deutscher Philosoph. Er setzt sich besonders mit Themen der Naturphilosophie, der Kosmologie und der Bewusstseinsforschung auseinander.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur im Jahr 1963 studierte Jochen Kirchhoff Geschichte, Philosophie und Germanistik in Erlangen und Berlin. Danach lehrte er an verschiedenen Institutionen, zuletzt von 1990 bis 2002 an der Humboldt-Universität[1] als Privatdozent für Philosophie[2] und Sozialökologie und an der Berliner Lessing-Hochschule[3] von 1992 bis 2005 als Dozent für Philosophie, Musik sowie Grenzgebiete der Naturwissenschaft und Bewusstseinsforschung. Er widmete sich intensiven Studien zur Physik und Kosmologie und zur Grundlagenkritik der modernen Naturwissenschaft. Neben Büchern schrieb er Artikel und Essays in Zeitschriften wie Sterne und Weltraum, Der Spiegel und Raum & Zeit.

Jochen Kirchhoff lebt in Berlin.

Philosophische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhoffs Bücher und Essays befassen sich neben der Musik und der Erforschung des Bewusstseins vor allem mit der Fundamentalkritik der Naturwissenschaft auf der Basis einer alternativen Kosmologie, die von der „Allgegenwart“ von Leben und Bewusstsein im Universum ausgeht und dabei an die Naturphilosophie Giordano Brunos[2], Friedrich Schellings und Helmut Friedrich Krauses [4] anknüpft.[5] Kirchhoff stellt Prämissen der Naturwissenschaft in Frage. Sein alternativer Ansatz – die sogenannte „Radialfeldhypothese“ – setzt bei der Gravitation und beim Licht an; beide Phänomene werden neu abgeleitet und interpretiert.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorischer Imperativ von Jochen Kirchhoff
  • Giordano Bruno in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlts Monographien 285, Reinbek 1980, ISBN 3-499-50285-2, 7. Aufl. 2003[6]
  • Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlts Monographien 308, Reinbek 1982, ISBN 3-499-50308-5, 3. Aufl. 1994.
  • Nikolaus Kopernikus mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlts Monographien 347, Reinbek 1985, ISBN 3-499-50347-6, 4. Aufl. 2000.
  • Klang und Verwandlung. Klassische Musik als Weg der Bewusstseinsentwicklung. Kösel, München 1989; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2010, ISBN 978-3-927369-47-4.
  • Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Vom unerlösten Schatten des Dritten Reiches. Vorwort von Rudolf Bahro. Edition Dionysos, Berlin 1990, ISBN 3-9802157-1-7.
  • Was die Erde will. Mensch, Kosmos, Tiefenökologie. Lübbe, Bergisch Gladbach 1998; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2009, ISBN 978-3-927369-37-5.
  • Räume, Dimensionen, Weltmodelle. Impulse für eine andere Naturwissenschaft. Diederichs, München 1999; Drachen Verlag, Klein Jasedow 2007, ISBN 978-3-927369-17-7.
  • Die Anderswelt. Eine Annäherung an die Wirklichkeit. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2002, ISBN 3-927369-07-1.
  • Die Erlösung der Natur. Impulse für ein kosmisches Menschenbild. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2004, ISBN 3-927369-11-X.
  • Das kosmische Band. Natur, Erde, Kosmos und die Anderswelt. Der Mensch und seine Bedeutung für das Ganze. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2010, ISBN 978-3927369-53-5.
  • Erkenntnis als Erinnerung - Anmerkungen zu einem Zentralgedanken in Schellings "Weltaltern"; in: Abschied vom Gewohnten, Hrsg. Benedikt Maria Trappen, Christoph Rinser, Renate Romor; Schriften der Luise Rinser Stiftung Band 2, München 2013, ISBN 978-3-00-038861-3
  • Zugänge zur Anderswelt. Grundlagen einer anderen Bildung.; in: AUFGANG Band 10: Bildung – was ist das? Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-022974-7, S. 50–63.
  • Ohne Musik ist das Leben ein Irrtum (Friedrich Nietzsche). Ein Gespräch.; in: AUFGANG Band 12 Musik und Spiritualität; München 2015 S.39 - 50
  • Der "Fall Govinda". Philosophische und sehr persönliche Betrachtungen zu einem deutschen Phänomen; in: Freiheit. Bewusstheit. Verantwortlichkeit. Festschrift für Volker Zotz zum 60. Geburtstag. Hrsg. Benedikt Maria Trappen, Friedhelm Köhler und Friederike Migneco; Edition Habermann, München 2016, ISBN 978-3960250098
  • Menschwerdung und Erlösung; Vorwort zu: Benedikt Maria Trappen: Der Himmel ist auch die andere Erde. Aus Tagebüchern und Briefen. Edition Habermann, München 2016, ISBN 978-3-96025-003-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.S. Krüger: Anthropology in the 'Integral Depth Ecology' of Jochen Kirchhoff. In: Religion & Theology Vol. 13, 3/2006, S. 247–263; doi:10.1163/157430106779024626
  • José Sánchez de Murillo: Die Deutschen und ihre Minderwertigkeitskomplexe. Zu Jochen Kirchhoffs Analyse des Nationalsozialismus; in: AUFGANG Band 11 S.300 - 327, Stuttgart 2014; ISBN 978-3-17-025372-8
  • Rüdiger Haas: Der Mensch als Klangraum der Seele. Zu Jochen Kirchhoffs Schrift "Klang und Verwandlung; in: AUFGANG Band 11 S.328 - 341, Stuttgart 2014; ISBN 978-3-17-025372-8
  • Jochen Kirchhoff: Versuch einer Selbstinterpretation; in: AUFGANG Band 11 S.297 - 299, Stuttgart 2014; ISBN 978-3-17-025372-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tom Levine: Leben nach dem Tod, Berliner Zeitung, 2. Juni 1994
  2. a b Jochen Kirchhoff: Ketzer: Die unheilige Allianz, Der Spiegel, 14. Februar 2000
  3. Dozentenverzeichnis, Lessing-Hochschule zu Berlin
  4. Jochen Kirchhoff: Das kosmische Band, S. 11: „Jeder meiner Leser weiß, dass da die Philosophen und Kosmologen Giordano Bruno (1548–1600) und Helmut F. Krause (1904–1973) einen hohen Rang einnehmen.“
  5. Rüdiger Sünner: Reisen in die „Anderswelt“: Zur Naturphilosophie von Jochen Kirchhoff, Teil 5, Atalante 7, Juli 2002 auf ruedigersuenner.de, abgerufen am 29. Dezember 2017
  6. Leseprobe aus: Jochen Kirchhoff: Bruno, Giordano, Rowohlt Verlag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]