Jochen Wolf

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Jochen Wolf (* 26. August 1941 in Kleinolbersdorf, Landkreis Chemnitz, Sachsen) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (SPD).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochen Wolf arbeitete nach der Schule zunächst als Berufskraftfahrer, holte aber später das Abitur nach. Er war viermal verheiratet und hatte vier Kinder. 1960 bis 1961 leistete er Wehrdienst bei der NVA. In Dresden schloss er 1974 ein Fernstudium an der Hochschule für Verkehrswesen als Diplom-Ingenieur-Ökonom ab. Er stieg bis zum Abteilungsleiter in der einzigen Auslandsspedition Deutrans der DDR in deren größten Standort Potsdam auf.

Zur Zeit der Wende und friedlichen Revolution in der DDR gründete er mit anderen im Oktober 1989 die Sozialdemokratische Partei in der DDR in Brandenburg und wurde erster Vorsitzender des SPD-Bezirksvorstandes Potsdam, später Mitglied des SPD-Landesvorstandes Brandenburg. Bei der ersten freien Landtagswahl in Brandenburg 1990 wurde er für den Wahlkreis 23 (Potsdam II) in den Landtag gewählt. Im Landtag war er 1993 bis 1994 Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie. Unter Ministerpräsident Manfred Stolpe avancierte Jochen Wolf 1991 zum Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, musste aber bereits im August 1993 wegen eines Immobilienskandals zurücktreten. Der Immobilienmakler Axel Hilpert, zu DDR-Zeiten Antiquitäten-Chefeinkäufer im sogenannten „Antik-Handel Pirna“ des Bereiches für Kommerzielle Koordinierung (KoKo), hatte ihm bei einem Grundstückskauf die Provision erlassen und der Minister hatte sich revanchiert, indem er einen Acker am Rande eines Landschaftsschutzgebietes als Bauland empfahl. Im Dezember 1999 wurde Wolf vom Amtsgericht Potsdam wegen Vorteilsnahme zu 8.400 DM Strafe verurteilt.

1994 trat er aus der SPD aus[1], blieb aber noch bis zum Ende der Legislaturperiode Mitglied des Landtags. Vor Gericht erstritt Jochen Wolf 1995 eine Stelle im brandenburgischen Wirtschaftsministerium als Sonderbeauftragter für Projekte in Osteuropa[2], die er bis 1997 innehatte.

Jochen Wolf war mehrfach verheiratet. Die Ehe mit seiner ersten Frau Kristina hielt von 1961 bis 1967. Nach der Scheidung heiratete er noch im gleichen Jahr seine zweite Ehefrau Erika, die später Selbstmord beging. Die dritte Ehe mit Ehefrau Gabriele hielt 1975 nur acht Wochen. 1979 heiratete er seine vierte Ehefrau Ursula.

Da sich seine Frau nicht scheiden lassen wollte, versuchte 1998 seine 25-jährige ukrainische Freundin mit Wolfs Pistole die Noch-Ehefrau Wolfs zur Einwilligung in die Scheidung nötigen. Als das misslang erschoss sich seine Freundin selber. Daraufhin sann Wolf auf Rache, wollte seine Frau umbringen lassen und versuchte, einen Auftragskiller zu engagieren. Nach der Festnahme am 27. Juli 2001 wurde er am 27. Februar 2002 wegen zweifacher versuchter Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.[3] 2004 wurde er nach Verbüßung der Haft aus dem Gefängnis entlassen und wohnte zunächst in Groß Glienicke.

Nach einer fehlerhaften Publikation[4] bestätigte die Sprecherin der Stadt Brandenburg an der Havel im März 2017, dass er entgegen früheren Meldungen noch lebt und dort gemeldet ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. die tageszeitung: Das Schicksal und der böse Wolf
  2. Rheinzeitung, 10. Januar 2002: Aufstieg und Fall des Ex-Ministers Jochen Wolf
  3. BILD, 29. August 2014: Bild fand Skandal-Minister Wolf
  4. Märkische Allgemeine, 21. März 2017: Potsdam-Buch vermeldet irrtümlich den Tod von Ex-Minister Wolf