Joe Donnelly

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Joe Donnelly (2011)

Joseph Simon „Joe“ Donnelly (* 28. September 1955 in Queens, New York) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Seit 2013 vertritt er den Bundesstaat Indiana im Senat der Vereinigten Staaten, nachdem er von 2007 bis 2013 den 2. Kongresswahlbezirk dieses Bundesstaates im US-Repräsentantenhaus vertreten hatte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joe Donnelly studierte bis 1977 an der University of Notre Dame in Indiana. Nach einem anschließenden Jurastudium an der gleichen Universität und seiner im Jahr 1981 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in seinem neuen Beruf zu arbeiten. 1996 gründete er eine Firma, die er in den folgenden Jahren leitete. Donnelly ist verheiratet und lebt in Granger.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Demokrat saß Donnelly im Wahlausschuss des Staates Indiana sowie zwischen 1997 und 2001 in einem lokalen Schulausschuss. 1988 strebte er erfolglos die Nominierung seiner Partei für das Amt des Attorney General von Indiana an. 1990 kandidierte er ebenfalls ohne Erfolg für den Staatssenat; im Jahr 2004 scheiterte er bei der Wahl zum US-Repräsentantenhaus.

Bei der Wahl 2006 wurde Donnelly im zweiten Kongresswahlbezirk Indianas in das US-Repräsentantenhaus gewählt, wo er am 3. Januar 2007 die Nachfolge von Chris Chocola antrat und zweimal wiedergewählt wurde, zuletzt 2010 mit einem Prozentpunkt Vorsprung gegenüber der Republikanerin Jackie Walorski. Er war Mitglied im Finanzausschuss und im Veteranenausschuss sowie in vier Unterausschüssen. Sein Mandat im Repräsentantenhaus endete am 3. Januar 2013.

Bei der Wahl im November 2012 kandidierte Donnelly für den US-Senat. Nachdem der Mandatsinhaber Richard Lugar bei der Vorwahl der Republikaner dem Tea-Party-Kandidaten Richard Mourdock unterlegen war, wurde zunächst ein knapper Wahlausgang erwartet. Als Mourdock bei einer Fernsehdebatte die Ansicht vertrat, dass eine Schwangerschaft auch nach einer Vergewaltigung Gottes Willen entspreche, ging Donnelly in Führung und schlug Mourdock deutlich, obwohl Barack Obama den Bundesstaat bei der Präsidentenwahl gleichzeitig verlor.[1]

Am 3. Januar 2013 begann Donnellys Mandat als Senator. Mit seiner zentristischen Positionierung hat er sich in beiden großen Partei Feinde gemacht, auch wenn er als grundsätzlich beliebt unter Republikanern gilt. So war er einer von drei demokratischen Senatoren, die 2017 dem republikanischen Vorschlag für den Obersten Gerichtshof, Neil Gorsuch, zustimmten.[2] Auch sonst stimmte Donnelly häufiger als die meisten anderen Senatoren seiner Partei (nach Doug Jones und Joe Manchin) in seinen Entscheidungen mit der Position des Präsidenten überein, laut FiveThirtyEight in über 55 Prozent der Fälle (Stand April 2018).[3]

Donnelly tritt bei der Wahl 2018 wieder für seinen Sitz an und gilt als einer der gefährdetsten Senatoren der Demokraten, nachdem der strukturell konservative Bundesstaat Indiana Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016 mit 19 Prozentpunkten Vorsprung gewählt hatte.[2] Donnelly gewann, nachdem ein Herausforderer im Januar 2018 seine Kandidatur zurückgezogen hatte, die Vorwahl seiner Partei ohne Gegenkandidat.[4] Auf der Seite der Republikaner lieferten sich die beiden Kongressabgeordneten Luke Messer und Todd Rokita lange ein hart umkämpftes Rennen, wurden aber bei der Vorwahl im Mai 2018 vom politisch unerfahrenen Geschäftsmann Mike Braun besiegt, auf den Donnelly bei der Hauptwahl im November trifft. Braun ist bisher weitgehend unbekannt; er beteiligte sich vor 2012 an Vorwahlen der Demokraten, zeigte sich im Wahlkampf aber als Anhänger Präsident Trumps und dessen Politik (Bau einer Grenzmauer, Aufkündigung von Freihandelsverträgen).[5]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donnelly gilt als konservativer Demokrat, der sich für fiskalpolitische Strenge (Austerität) und ein starkes Militär einsetzt und handelspolitisch protektionistische Positionen vertritt. In einer Studie der Georgetown University vom April 2017 war Donnelly nach Joe Manchin der politisch moderateste Senator des Landes.[2] Gesellschaftspolitisch lehnt er gleichgeschlechtliche Ehen sowie Schwangerschaftsabbruch ab und heißt privaten Waffenbesitz gut. Er tritt für die Förderung alternativer Energie ein.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joe Donnelly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GOP’s Akin, Mourdock lose Senate elections. In: The Washington Post, 7. November 2012.
  2. a b c Adam Wren: The Loneliest Democrat in Trump Country. In: Politico, 5. Dezember 2017.
  3. Tracking Congress In The Age Of Trump: Joe Donnelly. In: FiveThirtyEight.
  4. Stephanie Wiechmann: Donnelly Challenger Drops Out Of U.S. Senate Race. In: Indiana Public Radio, 4. Januar 2018.
  5. Steven Shepard: Indiana mystery man upends bloody GOP Senate primary. In: Politico, 1. Mai 2018.
  6. Candidates: Joe Donnelly. In: Wall Street Journal, 2012; Joe Donnelly Opposes Assault Weapons Ban, Spokesman Says (Memento vom 7. Februar 2013 im Internet Archive). In: The Huffington Post, 30. Januar 2013.