Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung wird jährlich während der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Er wurde im Jahr 1958 als Johann-Heinrich-Voß-Preis erstmals gestiftet und „soll sowohl übersetzerische Lebenswerke als auch einzelne Leistungen von Werken der Lyrik, des Dramas, der Essayistik, ja selbst produktiver Wissenschaft […] auszeichnen“. 1977 wurde der Name des Preises zur Verdeutlichung erweitert. Seit 2002 ist der Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung mit 15.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnung ist benannt nach dem Dichter und Altphilologen Johann Heinrich Voß, der als Erster die Ilias und die Odyssee Homers aus dem Altgriechischen ins Deutsche übersetzte. Die Jury hat eine Amtszeit von drei Jahren und besteht derzeit (2015) aus Iso Camartin, Elisabeth Edl (Vorsitz), Aris Fioretos, Zsuzsanna Gahse, Daniel Göske, Per Øhrgaard und Ilma Rakusa.[1]

Der Preis sollte nicht mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Literatur und Politik verwechselt werden.

Liste der Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeitschrift Übersetzen fiel 1988 auf, dass der Preis bis dahin 31mal verliehen worden ist, davon jedoch nur fünfmal an Frauen. Dreimal gab es geteilte Preise zwischen einer Frau und einem Mann, insgesamt entspricht das 20 % Frauenanteil. Den Anteil weiblicher Übersetzerinnen unter allen hauptberuflichen Übersetzern hat die Zeitschrift damals auf 60 % geschätzt.[4] In den 31 Jahren von 1989 bis 2019 ging der Preis zwölfmal an eine Frau.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommissionen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
  2. Pressemitteilung der Deutschen Akademie vom 18. Dezember 2015
  3. Deutsche Akademie ehrt Übersetzer, FAZ, 25. Februar 2017, S. 13
  4. Übersetzen, Kasten S. 8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann-Heinrich-Voß-Preis (u. a. Dankreden, Laudationes und Urkundentexte) auf der Homepage der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung