Johann Adam von Itzstein

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Johann Adam von Itzstein 1842
Familiengrab derer von Itzstein, Hallgarten (Rheingau). Die Rückseite des Grabsteines von J.A.v.I. selbst trägt die Inschrift: "Müde von der Jugendkaempfen Deutscher Freiheit ruhet hier ein muthig Herz"

Johann Adam von Itzstein (* 28. September 1775 in Mainz; † 14. September 1855 in Hallgarten) war ein liberaler Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Itzstein studierte Rechtswissenschaft an der Universität Mainz und war anschließend in Amorbach, Miltenberg und Schwetzingen tätig. 1819 wurde er als Hofgerichtsrat nach Mannheim versetzt.

1822 wurde er Mitglied der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung. Dort erwarb er sich auf Grund seiner freiheitlichen Ansichten einen bedeutenden Ruf. Er trat insbesondere für die Pressefreiheit, die Ausweitung der parlamentarischen Rechte und die effiziente Kontrolle des Budgets ein. Auf Grund seiner politischen Tätigkeiten wurde er als Beamter strafversetzt und pensioniert.

Itzstein galt auf Grund seines Alters und seiner Funktion als Initiator zahlreicher Treffen und Gespräche – unter anderem des Hallgartenkreises auf seinem Gut – als Doyen des süddeutschen Liberalismus. In Hallgarten trafen sich der Publizist Robert Blum, der Arzt Dr. Johann Jacoby, die Juristen Friedrich Hecker und Heinrich von Gagern, der Verleger Friedrich Daniel Bassermann, der Dichter des Deutschlandliedes, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, sowie die Schriftsteller Ferdinand Freiligrath, Rudolf von Gottschall und August Hergenhahn.

Itzstein war Teilnehmer an der Heppenheimer Tagung von 1847, Organisator der Heidelberger Versammlung und treibende Kraft hinter den Einladungen zum Vorparlament 1848. Im Anschluss an das Vorparlament gehörte er dem Fünfzigerausschuss an. Für den Wahlkreis Bretten war er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wo er zur linken Fraktion Deutscher Hof bzw. zum Märzverein zählte. Nach Auflösung des Stuttgarter Rumpfparlaments wurde er des Hochverrats angeklagt und emigrierte in die Schweiz. 1850 kehrte er nach Deutschland zurück.

Itzstein starb 1855 in Hallgarten. Das Grabmedaillon auf dem dortigen Friedhof wurde nach einem Entwurf des Bildhauers Phillip Hermann Leonhard angefertigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich von WeechItzstein, Johann Adam. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 649 f.
  • Birgit Bublies-Godau: Johann Adam von Itzstein (1775–1855). Vom Mainzer Jakobinerklub zur Frankfurter Nationalversammlung: Vorkämpfer, Wortführer und Spitzenpolitiker der bürgerlichen Verfassungs- und Demokratiebewegung. In: Walter Schmidt (Hrsg.): Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution von 1848/49, Bd. 3, Fides Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-931363-15-4, S. 303–357.
  • Josef Roßkopf: Johann Adam von Itzstein. Ein Beitrag zur Geschichte des badischen Liberalismus. Phil. Diss., Mainz 1954.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Adam von Itzstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien