Johann Balthasar Christian Freislich

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Johann Balthasar Christian Freislich (auch Freißlich, Fraißlich, getauft am 30. März 1687 in Immelborn bei Bad Salzungen; † 17. April 1764 in Danzig) war ein deutscher Komponist und Organist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Balthasar Freislich, Sohn eines Pfarrers, erhielt seine musikalische Ausbildung vermutlich am Hof von Sachsen-Meiningen. Die dortige Hofkapelle stand zu dieser Zeit unter der Leitung von Georg Caspar Schürmann. Ab 1709 studierte Freislich in Jena. 1714 erhielt er eine Anstellung als Hoforganist beim Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, wo er auch den Schuldienst versehen musste, 1716 erfolgte die Ernennung zum Hofkapellmeister. Sein Dienstherr sandte ihn für ein Jahr nach Dresden, um bei Pantaleon Hebenstreit das Spiel des neu entwickelten Pantaleons zu erlernen.

Ab 1731, bis zu seinem Tod, war Freislich in Nachfolge seines Halbbruders Maximilian Dietrich Freislich, Kapellmeister an der Marienkirche, der Hauptkirche in Danzig. Freislich gilt als einer der Lehrer von Johann Gottlieb Goldberg. Nachfolger an der Marienkirche wurde sein Schwiegersohn Christian Friedrich Morheim (1719–1780), ein Schüler Johann Sebastian Bachs.[1][2][3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freislich komponierte zahlreiche weltliche und kirchliche Kantaten, Passionsvertonungen wie die Brockes-Passion und ein Bühnenwerk, die verschollene Operina Die verliebte Nonne. Von den meisten Kantaten sind lediglich die Texte überliefert. Bekannt ist ein einziges, verschollenes Instrumentalwerk, eine Sonate für Violine und Cembalo, die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Katalog von Breitkopf & Härtel geführt wurde.

Die für die Danziger Marienkirche geschriebenen größeren Werke zeichnen sich durch einen prunkvollen und monumentalen Stil aus. Ähnlich wie bei seinem Vorgänger Johann Valentin Meder arbeitete er dabei mit dem Einsatz von zwei Chören. Veronika Skuplik fand die Faksimiles der Kantaten Ich will den Herrn loben allezeit und Fürchte Dich nicht, ich bin bei dir in der Danziger Bibliothek und hat daraus Material für eine Aufführung am 20. September 2015 in der Ansgari-Kirche Oldenburg hergestellt.

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cantata an dem hohen Geburtsfeste des Herrn Augusti III. Könige in Polen, FreisWV E 17; Capella Gedanensis, unter Alina Kowalska-Pińczak (Futurex Classics FCD 01216)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenmusik in Danzig

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Eitner Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten. 1901, S. 69.
  2. François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie génèrale de la musique. 1862
  3. MGG: Band 7 Spalten 58–61.