Johann Baptist Obernetter

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Johann Baptist Obernetter

Johann Baptist Obernetter (* 31. Mai 1840 in München; † 12. April 1887 ebenda)[1][2] war ein deutscher Chemiker, Fotochemiker und Drucker. Er gilt als Erfinder des Lichtdrucks.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Baptist Obernetter studierte Chemie an der Universität Leipzig und der Universität Heidelberg, wurde Assistent bei Justus von Liebig, trat 1860 in das Münchener Atelier von Joseph Albert ein und erfand ein Verfahren zum Einbrennen von Photographien auf Porzellan, Email und Glas, sowie 1868 das Kollodiumpapier.

1869 gründete Obernetter sein eigenes Unternehmen und wandte sich dem Lichtdruck zu und gab ihm die Gestalt, die unter dem Namen Albertotypie zur Ausführung gelangte. Später verbesserte er den Lichtdruck wesentlich durch das Einstäubungsverfahren mittels Graphit. 1873 beschäftigte er 22 Mitarbeiter, betrieb 10 Druckpressen und stellte Collodiumpapier her[3].

Frühe Bildpostkarte mit Lichtdruck eines Fotos von der Ersten Bayerischen Landesausstellung;
1882 in Nürnberg, signiert J. B. Obernetter

1880 bis 1882 beschäftigte sich Obernetter mit der Verbesserung der Trockenplatten und mit dem Farbenlichtdruck, auch erfand er ein Verfahren, von einem Negativ in der Kamera selbst ein beliebig großes zweites Negativ direkt mittels Entwickelung herzustellen. 1884 erfand er ein neues Verfahren der Photogravüre, das den Vorteil einer wirklichen Faksimilewiedergabe ohne Retusche gewährte. Mit dem Fotochemiker Hermann Wilhelm Vogel arbeitete er an orthochromatischen Prozessen, die Bilder farbiger Gegenstände in richtigem Tonwert lieferten, und gelangte hierbei zu den Eosin- und Erythrosin-Silberplatten.[1]

Werke und Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Baptist Obernetter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon
  2. Abweichendes Todesdatum 13. April 1887; siehe Nekrolog von L. Schrank in Photographischer Korrespondenz.
  3. N.N.:Wiener Weltausstellung, Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Berlin, 1873, S. 440.
  4. In: Photographisches Archiv, Bd. 6, Theobald Grieben, Berlin, 1865, S. 382–383.
  5. In: Photographisches Archiv, Bd. 10, Theobald Grieben, Berlin, 1869, S. 265–266.