Johann Caspar Unrath

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Johann Caspar Unrath (* 15. September 1608 in Oberschönau; † 4. Juni 1650 in Jena) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Caspar war Sohn des späteren Coburger Finanzverwalters Georg Unrath und dessen Frau Ursula Gölner.[1] Scheinbar hatte er in Coburg seine schulische Ausbildung genossen. Im Sommersemester 1625 wurde er an der Universität Jena deponiert, wo er im Wintersemester 1628 ein Rechtsstudium begann.[2] Am 17. Juni 1631 immatrikulierte er sich an der Universität Altdorf,[3] wo er weitere Studien absolvierte. Zwischenzeitlich war auch wieder in Jena, wo er 1636 unter Erasmus Ungebaur eine juristische Abhandlung verteidigte. 1637 erwarb er in Altdorf das Lizentiat und den Doktorgrad der Rechte.

Danach arbeitete er als Advokat in Coburg, wo er 1642 in den Schöppenstuhl aufstieg.[4] Am 1. Juni 1646 wurde er Professor der Rechte in Jena und am 19. September desselben Jahres erhielt Unrath eine Stelle als Assessor des dortigen Hofgerichts. Als Lehrer der Salana beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule. So war er einige Male Dekan der Juristenfakultät und im Sommersemester 1648 Rektor der Alma Mater. Jedoch währte seine Wirkungszeit nicht lange, da er bereits als einundvierzigjähriger verstarb. Sein Leichnam wurde am 7. Juni 1650 in der Jenaer Kollegienkirche beigesetzt. Der Grabstein wurde 1937 im Schiff der Kirche freigelegt und aufgestellt. Im Februar 1945 wurde er bei einem Bombenangriff zerstört.[5]

Unrath heiratete 1637 Sabina (* Tübingen), die Witwe des Dr. jur. Christian Scherer. Aus deren Ehe sind keine Kinder bekannt. Sie zog nach seinem Tod wieder ins Franckenland.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Collegii feudalis publici disputatio octava. De modis feudum amittendi. Jena 1636 (Präsens Erasmus Ungepaur, Online)
  • Disputatio Inauguralis De Fide Instrumentorum. Altdorf 1637 (Online), Wittenberg 1745 (Online)
  • Discursus e iure publico praecerpens quaestionem de tutela electorali Testamen Taria. Jena 1648, (Resp. Martin Heider, Online)
  • Dissertatio Jurdidica de privilegiato attentatorum remedio. Jena 1648 (Resp. Johann Leonard Kellner, Online)
  • Disp. de iurisdictione ecclesiastica. Jena 1648 (Resp. Nicolaus Kern, Online), Halle-Magdeburg 1740 (Online)
  • Disputatio Iuridica De Conceptione Et Iure Ventris. Jena 1648 (Resp. Christoph Philipp Wolffahrt, Online)
  • Disputatio juridica inauguralis de subjectionis jure. Jena 1649 (Resp. Johann Christian Tenzel, Online)
  • Disp. de iure patronatus ecclesiastico. Jena 1649 (Resp. Gottfried Philips, Online)
  • Disputatio iuridica inauguralis de iure detractionis et emigrationis. Jena 1649 (Resp. Joachim Eichmann, Online)
  • Tractatio iuridica de conceptione et iure ventris, vulgo: Von den Rechten der Kinder in Mutter-Leibe. Jena 1648, Halle-Magdeburg 1723 (Online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Caspar Zeumer, Christoph Weissenborn: Vitae Professorum Theologiae, Jurisprudentiae, Medicinae et Philosophiae qui in illustri Academia Jenensi, ab ipsius fundatione ad nostra usque tempora vixerunt et adhuc vivunt una cum scriptis a quolibet editis quatuor classibus. Johann Felici Bieleck, Jena, 1711, S. 138, (Juristen, Online)
  • Unrath (Johann Caspar). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 49, Leipzig 1746, Spalte 1918.
  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf die ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig, 1750, Bd. 4, Sp. 1683, (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Koch: Johann Caspar Unrath. In: Mitteldeutsche Familienkunde. 1967, Bd. 2, S. 151 ff.(Onlinenachweis)
  2. Georg Mentz, Reinhold Jauernig: Die Matrikel der Universität Jena. 1548 bis 1652. Gustav Fischer, Jena, 1944, Bd. 1
  3. Elias von Steinmeyer: Die Matrikel der Universität Altdorf. H. Stürtz, Würzburg, 1912, S. 220
  4. Georg Paul Hönn: Sachsen-Coburgische Historia, in zweyen Büchern. Paul Günther Pfotenhauer, Leipzig und Coburg, 1700, S. 100 (Online)
  5. Luise Hallof, Klaus Hallof: Die Inschriften der Stadt Jena bis 1650. Akademie Verlag, Jena, 1992, ISBN 3050019883, S. 167