Johann Christian Wirth

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Johann Christian Wirth (* 21. Juli 1756 in Hof (Saale); † 8. Oktober 1838 in Oberröslau) war evangelischer Pfarrer und ist vor allem als Gastgeber des Freiherrn Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fränkische Theologe Wirth wurde 1793 Pfarrer im sächsischen Eichigt im Vogtland. Etliche Jahre später, 1813, hielten die „Schwarzen Jäger“ des legendären Freiherrn Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow während des Kampfs gegen Napoleon I. ein Biwak in Eichigt, weil sie Hof überfallen wollten, um die Hofer für den Kampf gegen Napoleon zu gewinnen. Das Lager soll sich auf einer Wiese neben der Kirche befunden haben. Während der Schriftsteller Theodor Körner im Lager nächtigen musste, fand Lützow im Wirth'schen Pfarrhaus eine Unterkunft.

Die Rehauer Pfarrkirche: Hier wirkte Wirth 1814–1818

1814 trat Wirth eine neue Pfarrstelle im oberfränkischen Rehau an. Nach H. Höllerich (Kirche und Pfarrei Rehau, 1970) interessierte sich Wirth in seiner Rehauer Zeit mehr für Bildung, Gesundheitsaufklärung, Alchemie und Magie als für das Gemeindeleben und vergeudete seine Energie damit, pietistisch-erweckliche Strömungen in der Gemeinde zu bekämpfen.

Bei Wirths Dienstantritt waren die Schäden der Stadtbrandes von 1763 so gut wie behoben. Die Jahre 1814 und 1815 standen unter dem Einfluss der Befreiungskriege, da französische, österreichische, sächsische, preußische und russische Truppen durch Rehau marschierten und zum Teil einquartiert werden mussten. In Wirths Amtszeit fällt auch der noch verheerendere Stadtbrand vom 6. September 1817. Wirth wurde Zeuge, wie Pfarrhaus und Pfarrkirche niederbrannten; seine pseudowissenschaftlichen Versuche, das Haus durch seltsame Vorkehrungen brandsicher zu machen, hatten versagt. Zudem war er zu schockiert und zu phlegmatisch, um noch wichtige Dinge aus dem brennenden Pfarrhaus zu retten. So sind zahlreiche unersetzliche Kirchenbücher für immer verloren gegangen.

Die Aufbauarbeiten nach dem Brand überforderten Wirth, und so verließ er ein halbes Jahr später, im Frühjahr 1818, die Gemeinde und wechselte nach Oberröslau, wo er bis zu seinem Tode blieb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Höllerich: Geschichte der Kirche und Pfarrei Rehau. Rehau 1970.
  • Matthias Simon: Bayreuthisches Pfarrerbuch. Die Evangelisch-Lutherische Geistlichkeit des Fürstentums Kulmbach-Bayreuth (1528/29–1810) (=Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns, Band 12). Kaiser, München 1930.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]