Johann Daniel Sander

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Daniel Sander (* 8. Februar 1759 in Magdeburg; † 27. Januar 1825 in Berlin) war ein Lehrer, Privatgelehrter, Buchhändler, Verleger, Komponist und Gegner der Romantik. Er war verheiratet mit der Salonnière Sophie Sander.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Daniels Vater war ein Magdeburger Handwerksmeister. Über eine Freistelle konnte Sander die Magdeburger Domschule besuchen und anschließend an der Friedrichs-Universität Halle evangelische Theologie studieren. Eine feste Lehrerstelle an der Realschule für Knaben in Berlin gab er 1785 auf und war bis 1789 Herausgeber und Schriftleiter der Berliner Zeitung. Anschließend arbeitete er als Lektor und Chefredakteur bei der Berliner Verlagsbuchhandlung Voß und konnte sich Ende 1798 durch den Kauf der Weverschen Verlags- und Sortimentsbuchhandlung selbständig machen. Als Verleger gab er jungen Schriftstellern die Chance zu veröffentlichen. Darunter waren Karl August Böttiger und August Lafontaine.[1]

Der Sander’sche Salon, geführt von seiner Ehefrau Sophie und ihm, war von 1800 bis 1810 ein wichtiges gesellschaftliches und geistiges Zentrum Berlins. Der als Stilist und Übersetzer geschätzte Gelehrte wurde durch die Vermittlung Wilhelm von Humboldts zum „Korrektor letzter Hand“ für Goethe. Auch Johann Gottfried Herder und seine Frau standen beispielsweise in Briefwechsel mit Johann Daniel und Sophie. Theodor Fontane fügte den Verleger Sander als literarische Figur in seine Erzählung Schach von Wuthenow ein.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompositionen:

  • (Hg.) Die Heilige Cäcilia (geistliche Oden, Motetten, Psalmen, Chöre und Gesänge verschiedener Komponisten), 1818/19.

Opernübersetzungen:

  • Orpheus und Euridike, 1786
  • Iphigenie auf Tauris, 1790
  • Iphigenie in Aulis, 1809

Libretto:

  • Eines wird doch helfen oder Die Werbung aus Liebe (Komponist: Johann André), 1782;

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Daniel Sander, Karl August Böttiger, Bernd Maurach: Die Briefe Johann Daniel Sanders an Carl August Böttiger. 1796–1825; P. Lang, Bern/ New York 1990–1993, ISBN 3-261-04262-1.
  • Dirk Sangmeister: Heinrich von Kleists verhinderter Verleger. Der angeblich verrückte Johann Daniel Sander und der Salon seiner schönen Frau Sophie. In: Monika Estermann, Ernst Fischer, Ute Schneider (Hrsg.): Buchkulturen. Beiträge zur Geschichte der Literaturvermittlung. Festschrift für Reinhard Wittmann. Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05260-0, S. 321–354.
  • weitere zu Johann Daniel Sander:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detlef Gaus: Geselligkeit und Gesellige. Bildung, Bürgertum und bildungsbürgerliche Kultur um 1800 (= M & P Schriftenreihe für Wissenschaft und Forschung.). Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-45203-4, S. 137.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]