Johann David Schleuen

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Johann David Schleuen (* 12. Mai 1711 in Berlin; † 9. März 1774 ebenda) war ein deutscher Kupferstecher und Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gotthold Ephraim Lessing, Stich von Schleuen (1770)

Johann David Schleuen war ein Sohn des Fuhrmanns David Schleue (Schley). Er lernte bei Georg Paul Busch († 1756) das Handwerk des Kupferstechers. 1736 heiratete Schleuen Barbara Sophia Falcke, Tochter eines Huf- und Waffenschmieds. Zwischen den Jahren 1740 und 1769 rückte er von der fünften Stelle unter acht Kupferstechern in Berlin an die zweite Stelle gleich nach dem Hofkupferstecher Georg Friedrich Schmidt. Bekannt wurde Schleuen durch zahlreiche von ihm herausgegebene Stadtpläne von Berlin. Außerdem stellte er in 29 Kupferstichen Berliner Ansichten dar und hielt in Einzelblättern historische Ereignisse der Stadt fest. Seine drei Söhne Johann Georg (1737–1799), Johann Friedrich (1739–1784) und Johann Wilhelm (1748–1812) betätigten sich auch in seiner Werkstatt.

Von Mai 1765 bis Anfang April 1767 wohnte der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing zusammen mit seinem jüngeren Bruder Karl in Schleuens Haus. Hier beendete er den „Laokoon“ und „Minna von Barnhelm“. Schleuens Ehefrau starb im Alter von 60 Jahren wenige Monate nach der Abreise Lessings am 16. November 1767.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Behse: Die Kupferstecher Schleuen, eine alte Berliner Familie. In: Zeitschrift des Vereins für die Geschichte Berlins. 1942, S. 73–75
  • Gernot Ernst: Die Stadt Berlin in der Druckgrafik 1570–1870. Band I, Lukas Verlag Berlin 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Johann David Schleuen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien