Johann Georg Scherz

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Epitaph in der Straßburger Thomaskirche

Johann Georg Scherz (auch Jean-Georges Scherz oder Johannes Georgius Scherzius; * 29. März 1678 in Straßburg; † 1. April 1754 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, Germanist und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherz studierte zunächst bis 1698 an der Universität Straßburg. Anschließend ging er an die Universitäten Halle und Rostock, bevor er 1702 zum Doktor promovierte. Er erhielt eine Professur für Moralphilosophie, dann 1711 einen Lehrstuhl der Rechtswissenschaft, den er bis zu seinem Lebensende innehatte. Im Jahr 1730, im Alter von 52 Jahren, wurde er zudem Kanoniker an der Thomaskirche in Straßburg. Später wurde er Dekan und Propst des Stiftes.

Scherz befasste sich neben der Philosophie, der Geschichtswissenschaft und der Rechtswissenschaft auch mit der deutschen Sprache. Sein Verdienst liegt insbesondere in der Bestimmung der Wortherkunft altdeutscher Begriffe. Sein Glossarium Germanicum medii aevi wurde durch Jeremias Jakob Oberlin postum herausgegeben.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paroemiae iuris Germanicae, Straßburg 1722.
  • Thesaurus Antiquitatum Teutonicarum, Ecclesiasticarum, Civilium, Litterariarum, 3 Bände, Bartholomäus, Ulm 1727/1728.
  • Dissertatio iuridica diversarum quaestionum iuris resolutionem sistens, Straßburg 1736.
  • Io. Georgii Scherzii, ICti Et In Academia Argentoratensi Antecessoris Dissertatio De Dotalitio, Cröcker, Jena 1739.
  • Johannis Georgii Scherzii, Glossarium germanicum medii aevi potissimum dialecti suevicae, edidit, illustravit, supplevit Jeremias Jacobus Oberlinus, 2 Bände, Straßburg 1781–1784.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Martin: Scherz, Joh. Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 138 f.
  • Oscar Berger-Levrault: Annales des professeurs des académies et universités alsaciennes (1523-1871), Berger-Levrault et Cie, Nancy 1892, S. 202.
  • Schertz, Scherz, Jean-Georges, in: Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne, Band 33, S. 3424.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]